Das Annuitätendarlehen: Was ist das?

Der Klassiker unter den Darlehen einer Baufinanzierung ist ganz klar das Annuitätendarlehen. Durch seine Planungssicherheit ist es ganz besonders bei Eigenheimbesitzern beliebt, die genau wissen wollen, welches Budget sie in den nächsten Jahren zur Verfügung haben.

Wann sich das Annuitätendarlehen lohnt und wie Sie die Tilgung Ihres Darlehens berechnen können, erfahren Sie jetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Annuitätendarlehen bietet durch gleichbleibende monatliche Raten Planungssicherheit
  • Besonders unter den Selbstnutzern der eigenen Immobilie ist das Darlehen eine beliebte Finanzierungsmöglichkeit
  • Wenn im Anschluss der Zinsbindungsfrist die Darlehenssumme noch nicht zurückgezahlt wurde, wird eine Anschlussfinanzierung vereinbart

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Bei über 70 Prozent und damit der Klassiker der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen.

Der aufgenommene Kreditbetrag wird durch eine gleichbleibende monatliche Rate (die „Annuität“)  nach und nach zurückgezahlt.

Diese setzt sich aus einem Anteil für die Tilgung und einem Anteil für die anfallenden Zinsen zusammen. Da die Zinsen stets auf den noch zu zahlenden Restbetrag angerechnet werden und dieser immer kleiner wird, sinkt der Zinsanteil mit der Zeit, während der Tilgungsanteil zunimmt.

Ist nach Ablauf der Zinsbindungsfrist noch nicht die volle Darlehenssumme zurückgezahlt, muss eine Anschlussfinanzierung vereinbart werden.

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Wie berechnet man die Tilgung beim Annuitätendarlehen?

Um seine Tilgung bei einem Annuitätendarlehen zu berechnen, kann man auf eine ganz einfache Formel zurückgreifen:

Tilgung berechnen

(Darlehenssumme x Prozentsatz der anfänglichen Tilgung) + (Darlehenssumme x Zinssatz) = Annuität pro Jahr

Bei einer Darlehenssumme von beispielsweise 400.000 Euro und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent und einem Zinssatz von drei Prozent würde das Ganze so aussehen:

Beispielrechnung

(400.000 x 2%) + (400.000 x 3%) = 20.000 Euro

  • Der Tilgungsanteil beträgt also 400.000 Euro x 2% = 8.000 Euro
  • Der Zinsanteil beträgt 400.000 Euro x 3% = 12.000 Euro

Die Annuität errechnet sich also aus der Summe vom Tilgungsanteil und Zinsanteil, also in dem Beispiel 20.000 Euro.

Diese Annuität kann in 12 Monate aufgeteilt werden, womit wir bei einer monatlichen Rate von 1.666 Euro wären.

Was ist der Unterschied zwischen Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen?

Der wohl größte Unterschied zwischen einem Annuitätendarlehen und einem Tilgungsdarlehen besteht in der konstanten Ratenhöhe.

Während das Annuitätendarlehen eine konstante Rückzahlungsrate über die gesamte Laufzeit mit sich bringt, sinken bei einem Tilgungsdarlehen mit konstanter Tilgung die Rückzahlungsraten jeden Monat, da nur die Zinsen auf die jeweilige Restschuld fällig werden.

Durch eine höhere Tilgung werden die sinkenden Zinszahlung im gleichen Umfang ausgeglichen, wodurch die Tilgung im Zeitverlauf steigt, ohne dass sich die Rückzahlungsrate erhöht.

Wann ist das Annutitätendarlehen sinnvoll?

Das Annuitätendarlehen ist gerade für Eigenheimbesitzer sinnvoll, die Ihre Immobilie selbst bewohnen und bei der Finanzierung kein Risiko eingehen wollen und sich eine gewisse Planungssicherheit für die nächsten Jahre wünschen.

Da man den Tilgungsverlauf über einen längeren Zeitraum selbst festschreiben kann, hat man einen guten Überblick, wo man gerade steht und kann sein finanzielles Budget genau kalkulieren.

Gleichzeitig profitieren die Eigentümer von langen Zinsbindungsfristen, die zwar für etwas schlechtere Konditionen sorgen, aber gegen unerwartet hohe Raten absichern.

FAQ

Bei einem Annuitätendarlehen wird der aufgenommene Kreditbetrag durch eine gleichbleibende monatliche Rate (die „Annuität“)  nach und nach zurückgezahlt. Da die Zinsen stets auf den noch zu zahlenden Restbetrag angerechnet werden und dieser immer kleiner wird, sinkt der Zinsanteil mit der Zeit, während der Tilgungsanteil zunimmt.
Besonders sinnvoll ist ein Annuitätendarlehen für die Kreditnehmer, die Wert auf Planungssicherheit legen. Durch eine gleichbleibende und konstante monatliche Rate weiß der Kreditnehmer immer, welche finanzielle Last auf ihn im Monat zukommt.
Der Unterschied zwischen einem Annuitätendarlehen und einem Tilgungsdarlehen ist die Höhe der Tilgung während der Laufzeit. Bei einem Annuitätendarlehen sinkt der Zinsanteil mit der Zeit, während der Tilgungsanteil zunimmt. Beim Tilgungsdarlehen mit konstanter Tilgung sinkt die Rückzahlungsrate jeden Monat, da nur Zinsen auf die jeweilige Restschuld fällig werden.
Für die Berechnung der Zinsen bei einem Annuitätendarlehen multiplizieren Sie die Darlehenssumme mit dem Zinssatz. Für die Berechnung der Annuität addieren Sie den Zinsanteil und den Tilgungsanteil.
Ein Disagio ist vereinfacht gesagt eine im Voraus getätigte Zinszahlung, die allerdings heute nur noch selten bei Baufinanzierungen angeboten werden. Ein Disagio lohnt sich lediglich, wenn der Zinssatz dadurch deutlich niedriger liegen würde.

Valentin Drießen

CEO

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