Energieberatung: Was kosten es?

Eine Energieberatung kostet durchschnittlich 600 Euro für ein Einfamilienhaus und 900 Euro für ein Mehrfamilienhaus

Stand:

Ein professioneller Energieberater unterstützt Immobilienbesitzer dabei, Ihre Immobilien nachhaltig zu gestalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neubau oder die energieeffiziente Sanierung einer Bestandsimmobilie handelt.

Das Problem ist, dass Energieberater kein geschützter Beruf ist und sich daher jeder so nennen darf, der meint etwas von Energieeffizienz zu verstehen. Daher ist hier etwas Vorsicht geboten. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem Berater, der durch die KfW zertifiziert wurde. Denn als Energieberater für die KfW und das BAFA (Bundesamt Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sind nur Energieberater tätig, die entsprechende Qualifikationen nachweisen können.

Die Kosten für einen Energieberater sind von folgenden Faktoren abhängig:

  • Größe der Immobilie
  • Art der Beratung
  • Art der durchgeführten Tests

Die Energieberatung für ein Einfamilienhaus kostet durchschnittlich 600 Euro. Die Beratung für ein Mehrfamilienhaus ab 3 Wohneinheiten kostet 900 Euro.

750 € 900 € 600 €

Über die Verbraucherzentrale ist es möglich einen sogenannten Energiecheck durchführen zu lassen. Hier unterscheidet man zwischen einem Basis-Check und fünf weiteren Möglichkeiten:

Kosten Energieberatung
CheckLeistungKosten
Basis-CheckFür Eigentümer und Vermieter mit Interesse an eigenem Strom- und Wärmeverbrauch sowie Einsparungen durch einfache Maßnahmenkostenlos
Gebäude-CheckKombination Basis-Check mit Fragen zur Auswahl der richtigen Heizungsanlage, geeigneter Dämmung und erneuerbarer Entergien.30 Euro
Heiz-Check>Für Betreiber aller Heizungsanlagen zur Überprüfung der optimalen Leistungen30 Euro
Solarwärme-CheckFür Besitzer solarthermischer Anlagen zur Überprüfung optimaler Einstellungen und Effizienz der Geräte30 Euro
Brennwert_checkFür Betreiber eines Brennwertgerätes zur Überprüfung optimaler Einstellungen und Effizienz der Geräte30 Euro
Detail-CheckBeratung von Mietern, Wohnungs- und Hauseigentümern sowie Bauherren bei energetisch relevanten Problemen30 Euro

Das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) fördert die Energieberatungen der Verbraucherzentralen, sodass jeder, der sich hier beraten lässt, einen Eigenanteil von maximal 30 Euro zu entrichten hat.

Für einkommensschwache Haushalte mit einem entsprechenden Nachweis sind die Angebote kostenfrei.

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Der Preis einer Energieberatung hängt von der Größe des Objektes und von der beauftragten Leistung ab. Nehmen Sie einen Energieberater mit BAFA- oder KfW-Förderung in Anspruch, können Sie dadurch Ihre Kosten senken.
Diese Positionen müssen ungefähr einkalkuliert werden:

Eine Energieberatung für ein Einfamilienhaus kostet in etwa 500 – 700 Euro.

Soll ein Energieberater ein Mehrfamilienhaus mit mindestens drei Wohneinheiten begutachten muss man mit Kosten von rund 700 Euro rechnen.

Geht es bei der Beratung um größere Immobilien mit mehr als 10 Mietparteien, belaufen sich die Kosten auf schätzungsweise 1.000 Euro.

Information-Symbol

Gut zu wissen!

Die Kosten für den Energieberater können gering gehalten werden, indem man seine Dienste nur für spezielle Fragen in Anspruch nimmt und eine stundenweise Abrechnung vereinbart. Diese werden dann günstiger ausfallen, als eine Komplettberatung.

Auch bei Energieberatern gibt es unterschiedliche Kostensätze bzw. Stundensätze. Es kann sich also lohnen, sich mehrere Kostenvoranschläge einzuholen, bevor man einen Berater beauftragt.

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Sie haben gleich mehrere Möglichkeiten, sich bei einer Energieberatung finanziell unterstützen zu lassen.

Die Verbraucherzentralen:

Die Verbraucherzentralen empfehlen über 500 professionelle Energieberater. Dabei dient die Verbraucherzentrale als Vermittler für die vom BMWi geförderten Energieexperten. Die Auswahl an verschiedenen Beratungsmöglichkeiten ist recht groß. Sie beginnt bei einer kostenlosen Telefonberatung bis hin zu einer ausführlichen Beratung vor Ort. Hierfür werden vom jeweiligen Berater 5,00 Euro pro 30 Minuten abgerechnet.

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle BAFA:

Um eine Förderung des BAFA für einen Energieberater in Anspruch nehmen zu können, muss der jeweilige Berater beim BAFA gelistet sein. Außerdem muss das Baujahr Ihrer Immobilie vor dem 01.01.2002 liegen bzw. die Anmeldung beim Bauamt erfolgt sein und das Gebäude vorwiegend privat genutzt werden.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, werden Energieberatungen mit bis zu 1.100 Euro gefördert. Berichte, die von einem Energieberater erstellt werden, erhalten eine Förderung von bis zu 500 Euro.

Die KfW:

Auch für eine Förderung der Energieberatung durch die KfW muss der jeweilige Energieberater in der Expertenliste des Bundes aufgeführt sein. Zusätzlich muss das begutachtete Gebäude energieeffizient geplant werden. Die KfW fördert Energieberatungskosten in Höhe von 50 % als Zuschuss bis maximal 4.000 € pro Antrag oder Vorhaben.

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Wer die Dienste eines Baubegleiters in Anspruch nehmen möchte, muss mit Kosten von ca. 450 bis 600 Euro rechnen.

Die KfW unterstützt mit dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“ Immobilienbesitzer bei der Sanierung oder dem energieeffizienten Neubau eines Wohngebäudes und übernimmt somit einen Teil der Kosten – maximal 4.000 Euro.
Dieser Zuschuss kann allerdings nur in Kombination mit folgenden KFW-Programmen genutzt werden:

  • „Energieeffizient Bauen“ (153)
  • „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (151/152)
  • „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ (430)

Außerdem ist die Verbindung mit einem Programm eines Landesförderinstitutes, das aus diesen Mitteln refinanziert wird, möglich.

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Vermieter oder Verkäufer einer Immobilie sind in Deutschland dazu verpflichtet, einen Energieausweis vorzulegen – entweder gegenüber dem Mieter oder dem Käufer.

Die Kosten eines Energieausweises variieren dabei je nach Art des erstellten Dokuments. So können von einem Energieberater zwei verschiedene Varianten eines Energieausweises angefertigt werden:

Verbrauchsorientierte Energieausweis

Ein verbrauchsorientierter Energieausweis kostet zwischen 50 und 100 Euro. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 3-6 Wohneinheiten können es auch schon mal 250,00 Euro sein.

Wie der Name schon sagt, gibt dieser Ausweis Auskunft über den witterungsbedingten Verbrauch des Gebäudes innerhalb der letzten drei Jahre. Er wird auf der Grundlage von Rechnungsbelegen, wie der Heizkostenabrechnung erstellt und wird teilweise kritisch bewertet, da seine Daten stark abhängig sind von dem Nutzungsverhalten der Bewohner und deren Anzahl.

Bedarfsorientierte Energieausweis

Ein bedarfsorientierter Energiebedarfsausweis kann Kosten zwischen 300 und 500 Euro verursachen. Auch hier steigt der Preis mit der Größe des Wohnobjektes, sodass bei einem Ausweis für ein Mehrfamilienhaus 300 Euro zuzüglich 30,00 bis 50,00 Euro zusammenkommen.

Diesen Ausweis wird auf Grundlage einer umfassenden Analyse erstellt, wobei der Zustand der Gebäudehülle und die Haustechnik von einem Gutachter aufgenommen und hinsichtlich des Energieverbrauchs bewertet werden.

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist mittlerweile für Ein- und Mehrfamilienhäuser, welche vor 1977 erbaut und noch nicht energetisch saniert wurden, gesetzlich vorgeschrieben. Er ist eine zwingende Methode, wenn keine oder nur unzureichende Verbrauchswerte für eine Immobilie vorliegen.

Für die Erstellung eines Energieausweises gibt es keine Förderungen. Allerdings kann zum Beispiel im Rahmen einer energieeffizienten Sanierung mit BAFA Förderung ein Energieausweis erstellt werden, der in solchen Fällen oftmals deutlich günstiger ausfällt.

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Eine einfache thermografische Begutachtung kostet zwischen 100 und 200 Euro. Hier werden Wärmebilder des Gebäudes von innen und außen erstellt und ausgewertet.

Allerdings sollten Immobilienbesitzer nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität einer Thermografie achten, zu der nicht nur die bekannten Wärmebilder, sondern auch ausführliche Messberichte und Sanierungsempfehlungen gehören.

Für so eine ausführliche Begutachtung mit Maßnahmenempfehlung werden in der Regel 250 bis 400 Euro aufgerufen.

Wird die Thermografie im Rahmen einer Energieberatung durch einen beim BAFA gelisteten Energieexperten oder einem zertifizierten Schornsteinfeger durchgeführt, übernimmt das BAFA pro Thermografie einen Betrag von 25 Euro als Zuschuss.

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Der Blower-Door-Test dient zum einen dazu Leckagen im Gebäude aufzudecken und zum anderen die tatsächliche Luftwechselrate eines Hauses zu ermitteln. Dieser kostet als Vollmessung mit Dokumentation bis zu 400 Euro.

Im Zuge einer Förderung eines Neubaus oder einer Sanierung durch das KfW Programm Effizienzhaus 55 muss ein Blower-Door-Test durchgeführt werden und sorgt am Ende dafür, dass man mithilfe der Förderung deutlich an Kosten spart. Der Test an sich ist nicht förderfähig.

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