Bekomme ich als Selbstständiger einen Immobilienkredit?

Grundsätzlich können auch Selbstständige einen Immobilienkredit bekommen. Allerdings sind die Hürden dabei häufig höher als für Angestellte und Beamte. Selbstständige können bei Banken vor allem mit einem regelmäßigen und möglichst hohen Einkommen, einem festen Kundenstamm sowie einer jahrelangen stabilen Auftragslage punkten.

Letztlich ist es aber die freie Entscheidung des Kreditinstituts, ob es einen Kredit vergibt oder nicht. Eine pauschale Vorgehensweise gibt es nicht.

Stand:

Als Selbstständiger gehört man nicht gerade zu den bevorzugten Kreditnehmern, dennoch ist es durchaus möglich, eine Baufinanzierung zu bekommen.

Die Banken interessieren sich bei einer Kreditvergabe vor allem für das Arbeitsverhältnis des Kreditnehmers (Selbstständige, Angestellte, Beamte, etc.) und das Einkommen.

Selbstständige haben im Vergleich zu anderen Berufsgruppen große Nachteile bei einer Finanzierungsanfrage: Kein regelmäßiges Einkommen, Zahlungen können sich verzögern oder der Kundenstamm ist nicht stabil genug.

Als Selbstständiger kann man jedoch mit einer guten Vorbereitung und stichhaltigen Argumenten trotzdem überzeugen und gute Konditionen aushandeln. Sie sollten dafür unbedingt treue Kunden und eine stabile Auftragslage der letzten Jahre vorweisen können.

Je höher die Darlehenssumme, desto mehr Sicherheiten sind notwendig

Um einen Kredit als Selbstständiger zu bekommen, reicht es nicht aus, sein aktuelles Jahreseinkommen zu schätzen oder die künftigen Aufträge hochzurechnen. Als Selbstständiger ist eine betriebswirtschaftliche Auswertung in aller Regel erforderlich. Viele Kreditinstitute fordern eine Gewinn- und Verlustbilanz der letzten drei Jahre und möchten die Einsicht in die Auftragsbücher haben.

Voraussetzungen für einen Kredit für Selbstständige

  • Betriebswirtschaftliche Auswertung
  • Steuernachweise
  • Regelmäßiges Einkommen, in der Höhe passend zur Kreditanfrage
  • Mehrere Jahre erfolgreich Selbstständig
  • Zusätzliche Sicherheiten: Immobilien, Lebensversicherungen, Sparkonten etc.
  • Businessplan bei Existenzgründern

Ein tadelloser Lebenslauf und eine überzeugende Schufa-Selbstauskunft können punkten. Auch die zu erwerbende Immobilie spielt eine entscheidende Rolle: Neubauten in Top-Lagen werden eher finanziert als denkmalgeschützte Bauernhäuser mitten im Nirgendwo.

Stichwort: Eigenkapital – eine wichtige Voraussetzung neben dem Einkommen eines Selbstständigen. Banken empfehlen mindestens 20-30% der Gesamtkosten durch Eigenkapital zu tragen, damit alle Nebenkosten gedeckt sind.

Selbstständige müssen höhere Zinssätze zahlen

Selbstständig bedeutet für die Bank: Erhöhtes Ausfallrisiko.

Hier gelten strengere Auflagen als bei Angestellten oder Beamten. Ebenfalls fällt der Zinssatz bei Selbstständigen höher aus als bei Arbeitnehmern. Eine Bürgschaft, die für die Bank eine zusätzliche Sicherheit bietet, kann dem Antragsteller den Rücken stärken. Hierbei haftet eine weitere Person für die Rückzahlung des Darlehns.

Einen Kredit beantragen

Der Antrag auf einen Kredit für Selbständige ist in den meisten Fällen komplizierter und aufwändiger als bei einem Angestellten. Bei Angestellten oder Beamten reicht als Sicherheit in der Regel der Einkommensnachweis der letzten sechs Monate.

Der erste Ansprechpartner bei einem Kredit ist häufig die Hausbank. Man geht davon aus, dass die Bank den Antragsteller kennt und ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht. Aber: In den meisten Fällen sind die Konditionen bei einer Hausbank schlechter für Bestandskunden.

Neukunden haben häufig bessere Karten. Daher ist es von Vorteil, sich gründlich umzuschauen und Angebote von verschiedenen Banken einzuholen.

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