Brauche ich einen Wartungsvertrag für meine Heizung?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass eine Heizungsanlage regelmäßig gewartet werden muss. Mit einem Wartungsvertrag beauftragen Sie einen Heizungsinstallateur damit, in festgelegten Zeitintervallen zu überprüfen, ob Ihre Heizung einwandfrei funktioniert. Auf diese Weise schonen Sie Ihre Heizungsanlage, senken Ihre Heizkosten und beugen plötzlichen Ausfällen vor, die in der Regel deutlich teurer werden.

Stand:

Eine Wartung für die Heizung ist ein schriftlicher Vertrag zwischen einem Heizungsinstallateur oder Heizungshersteller und dem Heizungsbesitzer.

In dieser Vereinbarung ist festgelegt, in welchen zeitlichen Abständen die Heizungsanlage geprüft und bei Bedarf repariert wird. Außerdem wird geregelt, was bei der regelmäßigen Wartung genau gemacht werden soll.

Ist eine Heizungswartung Pflicht?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt in §11 vor, Heizungsanlagen fachkundig und regelmäßig warten zu lassen. Wie oft und in welchen zeitlichen Abständen eine Wartung stattfinden soll, ist allerdings nicht vorgegeben.

Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung sind vom Betreiber sachgerecht zu bedienen. Komponenten mit wesentlichen Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung ist Fachkunde erforderlich. Fachkundig ist, wer die zur Wartung und Instandhaltung notwendige Fachkenntnisse und Fertigkeiten besitzt.

Es ist generell empfehlenswert seine Heizungsanlage jährlich warten zu lassen – am besten noch vor dem Termin mit dem Schornsteinfeger. Sind bei der jährlichen Abgaskontrolle die Mess-Ergebnisse nicht in Ordnung, muss der Schornsteinfeger ein zweites Mal kommen. Das kostet Sie zwischen 40 und 80 Euro zusätzlich.

Dazu kommen noch die Kosten für die Reparatur bzw. Instandhaltugsmaßnahmen, die vor dem neuen Termin mit dem Schornsteinfeger erledigt werden müssen.

Vorteile eines Wartungsvertrags

  • Die regelmäßige Überprüfung der Heizungsanlage optimiert die Verbrauchswerte.
  • Die Wartungskosten sind in der Regel konstant. Einzelaufträge sind hingegen schwer kalkulierbar.
  • Es fallen in der Regel keine weiteren Kosten an.
  • Der Inhalt des Wartungsvertrages kann frei ausgehandelt werden.
  • Die Fachfirma erinnert jährlich an einen Wartungstermin.

Was kostet ein Heizungswartungsvertrag?

Die Kosten für einen Wartungsvertrag hängen unter anderem von der Art der Heizungsanlage und dem Umfang des Vertrages ab. Der Wartungsvertrag für eine Pelletanlage ist in aller Regel am teuersten.

Deutlich weniger zahlen Besitzer von Wärmepumpen für die jährliche Inspektion. Außerdem fallen bei der Wärmepumpe die Kosten für den Schornsteinfeger weg –  bei einer Pelletheizung muss der Schornsteinfeger dagegen zweimal im Jahr kommen. 

Durchschnittliche Wartungskosten im Einfamilienhaus
WartungsintervallKosten
GasheizungEinmal im Jahr80 bis 220 Euro
ÖlheizungEinmal im Jahr120 bis 260 Euro
PelletheizungEinmal im Jahr200 bis 250 Euro
WärmepumpeEinmal pro Jahr Prüfung des Kältemittelkreislaufs auf undichte Stellen. Ansonsten alle zwei Jahre 120 bis 220 Euro
SolarthermieAlle ein bis zwei Jahre100 bis 150 Euro

Sind die Kosten für die Heizungswartung umlagefähig?

Die Kosten für die Wartung einer Heizungsanlage können Vermieter im Rahmen der Nebenkostenabrechnung vollständig auf den Mieter umlegen. Größere Reparaturen muss der Vermieter bzw. Eigentümer allerdings selbst bezahlen. Das ist in der Heizkostenverordnung §7 Absatz 2 geregelt.

Ebenfalls haben Vermieter die Möglichkeit, Ausgaben für Verschleißteile und kleine Reparaturen über die Betriebskosten auf den Mieter umzulegen. Das geht allerdings nur, wenn im Mietvertrag keine andere Regelung vermerkt ist, wie zum Beispiel eine Nebenkostenpauschale.

Was sollte im Wartungsvertrag geregelt sein?

Der Inhalt eines Wartungsvertrags ist stark von der Art der Heizungsanlage abhängig. Bei einem Heizungswartungstermin wird hauptsächlich gereinigt und eventuell ein Verschleißteil ausgetauscht.

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Wartung im Sommer

Am besten ist es, den Wartungstermin in eine Jahreszeit zu legen, in der nicht (viel) geheizt werden muss. Wenn die Anlage bei der Wartung für kurze Zeit abgeschaltet werden muss, verursacht dies keine großen Probleme.

Wartung einer Gasheizung

Eine Gasheizung ist in Deutschland die meistverbreitete Heizungsart. Die Anschaffungskosten sind recht niedrig, sie ist zuverlässig und braucht im Vergleich zu einer Ölheizung viel weniger Platz.

Wartungsvertrag Gasheizung: Das muss drin stehen

  • Reinigung des Brenners, des Brennraums und der Abgasrohre
  • Regulierung der Verbrennung
  • Entlüftung der Heizkörper
  • Reinigung des Wärmetauschers
  • Reinigung der Sicherheits-, Zünd- und Regeleinrichtung
  • Messung der Abgase
  • Messung des Anlagedrucks
  • Kontrolle des Warmwasserspeichers
  • Nachfüllen des Heizwassers
  • Überprüfung des Ausdehungsgefäßes und des Sicherheitsventils
  • Kontrolle der Mischer und der Abgasklappen
  • Prüfung des Schlammabscheiders und des Magnetfilters
  • Überprüfung der Öl- und Gasleitungen auf äußerliche Schäden
  • Austausch bestimmter Verschleißteile
  • Erstellung einer Wartungsdokumentation

Wartung einer Ölheizung

Der Wartungsaufwand bei einer Ölheizung ist deutlich höher als bei einer Gasheizung. Der Grund: Bei der Verbrennung von Öl entstehen deutlich mehr Ruß und Rückstände. Die Wartungsarbeiten dauern länger und sind aufwendiger.

Wartungsvertrag Ölheizung: Das muss drin stehen

  • Prüfung des Kessels und des Brenners
  • Kontrolle der Dämmung, der Abgasanlage und der Heizungspumpe
  • Wechsel des Ölfilters
  • Reinigung der Düsen sowie der Brennkammer
  • Kontrolle der Sicherheitstechnik und Anlagetechnik auf Funktion
  • Entlüftung der Heizkörper
  • Nachfüllen des Heizwassers
  • Messung der Abgaswerte und gegebenenfalls Optimierung
  • Austausch von Verschleißteilen

Wartung einer Wärmepumpe

Der Wartungsumfang einer Wärmepumpe ist deutlich geringer als bei anderen Heizungsarten. Auch hier wird eine jährliche Wartung der Anlage empfohlen. 

Wartungsvertrag Wärmepumpe: Das muss drin stehen

  • Überprüfung der Zu- und Abluftkanäle
  • Schmutzsiebe im Heizkreis prüfen und reinigen
  • Reinigung der Kanäle
  • Kontrolle der Kondenswasserentwicklung
  • Prüfung des Brunnens auf Wasserverunreinigungen
  • Ausdehnungsgefäß im Heizkreis auf Funktion prüfen

Wartung einer Pelletheizung

Während die Schornsteinfegerkosten bei einer Wärmepumpe komplett wegfallen, muss der Pelletheizungsbesitzer zweimal im Jahr den Schornsteinfeger bezahlen.

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Brennkammer der Pelletheizung immer frei ist von Ascherückständen. Ist der Aschebehälter voll, kann es zu einer Störung an der Pelletanlage kommen. Deshalb ist es von Vorteil, den Aschebehälter etwa alle ein bis zwei Wochen zu entleeren.

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Entsorgung der Asche

Holzpellets werden aus naturbelassenen Holzresten und ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt. Die daraus entstehende Asche kann im Garten als Kompost oder Dünger verwendet werden. Im abgekühlten Zustand kann die Asche auch über den Hausmüll entsorgt werden.

Wartungsvertrag Pelletanlage: Das muss drin stehen

  • Reinigung des Fördersystems
  • Überprüfung der Heizungsregelung und der Sicherheitseinrichtung
  • Kontrolle der Emissionswerte
  • Leerung des Aschebehälters
  • Reinigung des Brennrostes
  • Reinigung des Wärmetauschers
  • Reinigung des Pelletlagers

Wartung einer Solarthermieanlage

Eine hochwertige Solarthermieanlage kann durchaus eine Lebensdauer von drei Jahrzehnten erreichen. Sie sind im Vergleich zu anderen Heizungssystemen wartungsarm, dennoch ist eine regelmäßige Wartung sinnvoll und empfehlenswert.

Wartungsvertrag Solarthermieanlage: Das muss drin stehen

  • Alle zwei Jahre Wartung durch einen Fachmann
  • Sichtprüfung von Armaturen, Kollektoren und der Dämmung
  • Reinigung der Kollektoren und der Befestigungsmaterialien
  • Entlüften der Entlüftungsorgane
  • Kontrolle des Anlagenbetriebsdrucks
  • Testen des ph-Wertes
  • Kontrolle des Frostschutzes
  • Prüfung des Volumenstroms
  • Prüfung der Schwerkraftbremse
  • Kontrolle sämtlicher Ventile
  • Überprüfung der Pumpe
  • Kontrolle der Regler
  • Prüfung des Fühlers und des Thermometers

Wichtige Fragen vor der Vertragsunterschrift

Ein seriöser Vertrag über die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage sollte einige Punkte unbedingt abdecken. Dazu gehören:

  • Welche Arbeiten werden durchgeführt?
  • Was kostet die jährliche Wartung?
  • Fallen Fahrtkosten an?
  • Wie sehen die Wartungsintervalle aus und der Ablauf der Terminvereinbarung?
  • Wer haftet bei Schäden aufgrund mangelnder Wartung?
  • Wie sieht die Regelung für zusätzliche Kosten aus?
  • Ist der Notdienst inklusive?
  • Wie lange läuft der Vertrag und gibt es eine automatische Verlängerungsklausel?
  • Gibt es Kündigungsmöglichkeiten? (z.B bei Wohnungswechsel oder Eigentumswechsel)

Es ist von Vorteil, den Wartungsvertrag mit der Firma abzuschließen, die auch die Heizungsanlage eingebaut hat. Zwingend erforderlich ist dies aber nicht. Gefällt Ihnen das Wartungs-Angebot Ihres Heizungsinstallateurs nicht, können Sie auch erstmal Vergleichsangebote anderer Firmen einholen.

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Vorsicht vor unseriösen Betrieben

Servicefirmen, die mit Sparangeboten locken, sind nicht immer qualifiziert. Am Ende kann das Lockangebot teurer werden als bei einem seriösen Anbieter. Oder wichtige Kontrollen an der Anlage werden vergessen, was negative Auswirkungen auf die Heizung haben kann.

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