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Darf der Vermieter Haustiere in der Mietwohnung verbieten?

Zuletzt bearbeitet am

Das Wichtigste kurz und knapp

Der Vermieter darf Haustiere nicht generell verbieten, eine entsprechende Klausel im Mietvertrag ist ungültig. Für einige Tierarten (darunter auch Hund und Katze) muss der Vermieter aber vorher gefragt werden. Theoretisch kann er die Zustimmung verweigern, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt. Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder ein Goldfisch benötigen keine Erlaubnis, solange nicht ungewöhnlich viele Tier angeschafft werden.

Haustiere in der Wohnung sind ein häufiger Streitpunkt zwischen Vermieter und Mieter. Ein Gesetz, welches die Haltung von Haustieren grundsätzlich regelt, gibt es nicht. In der Regel enthalten Mietverträge einen Abschnitt zur Haltung von Haustieren.

Drei wichtige Regeln zur Tierhaltung in Mietwohnungen: 

  • Ein generelles Haustier-Verbot ist nicht zulässig, wie der Bundesgerichtshof bereits 1993 entschieden hat (Az.: VII ZR 10/9). Diese Rechtssprechung wurde in der Folgezeit in weiteren Urteilen bestätigt.
  • Haustier ist nicht gleich Haustier. Für unterschiedliche Tierarten gelten unterschiedliche Regeln.
  • Der Vermieter kann für einige Tierarten das Einholen seiner Zustimmung verlangen und die Tierhaltung unter gewissen Bedingungen einschränken.

Welche Vorgaben macht der Mietvertrag zur Haustierhaltung?

Entscheidend ist, was im Mietvertrag geregelt ist.

  • Haustiere verboten: Da ein generelles Verbot unzulässig ist, ist eine solche Klausel ungültig. Dies gilt auch, wenn einzelne Arten, bspw. Hunde und Katzen, generell ausgeschlossen werden.
  • Mit Zustimmung des Vermieters: Die meisten Vermieter halten sich die Möglichkeit offen, ihr Veto einzulegen, wenn sie ein Problem mit dem neuen Haustier sehen. Eine solche Klausel ist legitim und gängige Praxis.
  • Haustiere erlaubt: Sind Haustiere erlaubt, muss der Vermieter vor der Anschaffung nicht gefragt werden. Gemeint sind aber nur übliche Haustiere, also Hunde, Katzen und interessanterweise Hausschweine.
  • Keine Regelung: Steht im Mietvertrag gar nichts zur Tierhaltung, ist dies noch lange kein Freifahrtschein. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Mieter den Vermieter fragen.

Welche Haustiere sind erlaubt?

Eine einfache Faustregel besagt: Problemlos als Haustier gehalten werden dürfen Tiere, die

  • nur innerhalb der Wohnung gehalten werden,
  • von denen keine Gefahr ausgeht,
  • keine Belästigung für andere Mieter sind und
  • die Wohnung nicht beschädigen.

Das Mietrecht sieht hierfür den Begriff „Kleintiere“ vor. Die Bezeichnung ist allerdings etwas irreführend, denn nicht jedes kleine Tier gehört automatisch in diese Kategorie.

Kleintiere dürfen immer und ohne die Zustimmung des Vermieters als Haustier gehalten werden, denn ein Kleintier zu halten wird als vertragsgemäßer Gebrauch der Mietwohnung angesehen.

Zu den Kleintieren zählen Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Fische, Schildkröten oder Wellensittiche. Dagegen kann es bei anderen „kleinen“ Tieren problematisch werden, weshalb lieber die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden sollte. Dazu gehören:

  • Ratten: Es gab bereits Gerichtsurteile, die das Halten von Ratten verboten haben, da sich andere Hausbewohner vor Ratten ekelten.
  • Frettchen: Aufgrund ihrer recht starken Geruchsbelästigung wurde die Haltung von Frettchen ebenfalls bereits untersagt.
  • Papageien und andere Ziervögel: Vögel werden zum Problem, wenn Sie zu laut sind, insbesondere zu den Ruhezeiten.
  • Exoten wie Echsen, Schlangen und Vogelspinnen: Gegen Terrarien ist nichts einzuwenden, doch exotische und potenziell gefährliche Tiere müssen immer erst genehmigt werden.

Für alle Kleintiere gilt: Die Haltung ist nur im üblichen Maß ohne die Erlaubnis des Vermieters gestattet. Wer also einen privaten Kleintierzoo eröffnen möchte, muss dies erst mit dem Vermieter abklären.

Kann der Vermieter Hund und Katze verbieten?

Für unsere beiden liebsten Vierbeiner gilt: Generell verbieten kann der Vermieter die Haltung nicht. Dies hat der BGH in einem Urteil von 2013 nochmal bekräftigt (Az.: VIII ZR 168/12). Der Vermieter hat aber das Recht zu fordern, vor der Anschaffung um Erlaubnis gefragt zu werden.

Zu diesem Zweck steht in vielen Mietverträgen eine Klausel, die die Tierhaltung „nur mit Zustimmung des Vermieters“ zulässt. Theoretisch kann der Vermieter die Anschaffung eines Hundes oder einer Katze ablehnen. Er muss dies aber stichhaltig begründen können.

Eine solche Begründung kann sein, dass sich andere Mieter durch das besonders laute oder aggressive Verhalten des Tieres gestört fühlen, Allergien bekannt sind oder die Wohnung absolut ungeeignet ist.

Letztlich geht es immer darum, die Interessen gegeneinander aufzuwiegen. Eine Begründung aus reiner Lebenserfahrung heraus ist nicht ausreichend.

Hat der Vermieter sein OK gegeben, bezieht sich die Erlaubnis nur auf dieses eine Tier. Für ein weiteres Haustier muss erneut nachgefragt werden. Je mehr Tiere einziehen sollen, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Vermieter sein Veto einlegt, besonders für kleine Wohnungen.

Darf der Vermieter ablehnen, obwohl die Nachbarn auch Hunde haben?

Der Vermieter muss seine Mieter gleich behandeln, er darf nicht willkürlich entscheiden. Doch nicht alle Wohnungen sind gleich und natürlich auch nicht alle Hunde. Es kann durchaus sein, dass dem Nachbarn ein Pudel erlaubt wird, Ihnen ein Schäferhund aber nicht.

Kann der Vermieter eine Hundehaftpflichtversicherung verlangen?

Ja, der Vermieter kann seine Erlaubnis von dem Abschluss einer Hundehalterhaftpflichtversicherung abhängig machen. In einigen Bundesländern ist diese Versicherung aber ohnehin Pflicht für Hundebesitzer.

Gibt es Sonderregelungen für Assistenz- und Blindenhunde?

Auch wenn ein Mieter auf die Unterstützung eines Hundes angewiesen ist – bspw. bei einer starken Sehbehinderung – muss trotzdem der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Allerdings bräuchte er für eine Ablehnung schon sehr gewichtige Gründe und müsste diese auch beweisen können.

Mietrechtlich geht es bei der Frage nach einem Haustier immer darum, wessen Interessen als wichtiger anzusehen sind – die des Mieters oder die des Vermieters. In der Praxis muss der Vermieter einen Blinden- oder Assistenzhaus also so gut wie immer akzeptieren, da die Argumente für die Anschaffung wesentlich stärker sind als die Argumente gegen den Vierbeiner.

Voraussetzung ist natürlich eine ärztliche Bescheinigung und die offizielle Zulassung des Tieres als Assistenzhund.

Spinne, Schlange und Co. – was ist mit „gefährlichen“ Tieren?

Gilt das Tier als potenziell gefährlich (Vogelspinne, Skorpion, Gift- und Würgeschlange, Kampfhund etc.), muss der Vermieter immer um Erlaubnis gefragt werden. Außerdem ist eine gesetzliche Halteerlaubnis notwendig. Das gilt auch dann, wenn das Tier in einem verschlossenen Terrarium lebt.

Stellt sich der Vermieter quer, haben Mieter in der Regel schlechte Karten. Eine Ausnahme sind Tiere, die nachweislich ungefährlich sind, etwa Schlangen, die klein und ungiftig sind. Trotzdem gilt auch hier: Ohne die Zustimmung des Vermieters geht nichts.

Gerade Halter von offiziell als Kampfhund eingestuften Hunderassen haben es häufig schwer, selbst wenn das Tier eigentlich liebevoll ist. 

Kann der Vermieter die Zustimmung zurücknehmen?

Ja, eine einmal erteilte Erlaubnis kann widerrufen werden, wenn es dafür einen wichtigen Grund gibt. 

Ein wichtiger Grund wäre zum Beispiel:

  • Das Tier hat andere Mieter oder Besucher angegriffen bzw. verletzt.
  • Das Tier verschmutzt die gemeinschaftlichen Räume stark, bspw. indem es dort seine Notdurft verrichtet oder Jagdbeute ablegt (tote Mäuse, Vögel etc.).
  • Ein Hund, der so laut und aggressiv bellt, dass die Nachbarn verängstigt sind und der Hausfrieden stark eingeschränkt wird.

Verlangt der Vermieter, dass das Tier abgeschafft wird, haben Mieter dafür in der Regel etwa zwei Wochen Zeit. Bei einer akuten Gefahr kann es aber auch sein, dass es sofort weg muss. Mieter, die sich nicht daran halten, riskieren die Kündigung des Mietvertrags.

Vermieter lehnt ab – kann ich dagegen vorgehen?

Es ist keine gute Idee, das Verbot des Vermieters einfach zu ignorieren. Früher oder später wird der Vermieter sowieso von dem Haustier erfahren, was eine fristlose Kündigung nach sich ziehen kann.

Im Streitfall muss ein Gericht entscheiden, wessen Interessenlage gewichtiger ist.

Dürfen Tiere zu Besuch kommen?

Auch wenn die Tierhaltung nicht gestattet wurde – der Besuch von Menschen, die ihren tierischen Begleiter mitbringen, kann nicht verboten werden. Natürlich kommt es dabei aber auf die Art des Tieres an. Ein Hund ist in aller Regel kein Problem.

Voraussetzung ist, dass sich das Tier benimmt und den anderen Bewohnern nicht in ungewöhnlichem Maße zur Last fällt. Außerdem muss es sich tatsächlich um einen Besuch handeln. Ein Aufenthalt von einem Monat oder länger kann wohl kaum noch als Besuch angesehen werden.

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