Dürfen Banken ein Wertgutachten dem Käufer einer Immobilie in Rechnung stellen?

Die Bank erbringt dem Kunden damit keine Dienstleistung, sondern handelt im eigenen Interesse. Die Kosten für das Gutachten muss deshalb auch die Bank tragen.

Stand:

Eindeutige Antwort: Nein.

Wenn die Bank einen Gutachter für die Ermittlung des Beleihungswertes beauftragt, liegt das im Interesse der Bank. Durch das Gutachten wird der Beleihungswert der Immobilie ermittelt, mit dem sich die Bank absichern will. Die Bank erbringt dem Kunden damit keine Dienstleistung, sondern handelt im eigenen Interesse.

Deshalb darf die Bank die Kosten nicht auf Sie als Kreditnehmer übertragen. Mögliche Klauseln im Kreditvertrag, die Ihnen die Kosten übertragen, sind rechtswidrig. Die gleiche Regelung gilt auch für Bausparkassen. Dies wurde in verschiedenen Gerichtsurteilen bestätigt. Auch wenn die Bank von Ihnen verlangt, einen Gutachter zu beauftragen, müssen Sie dem nicht nachkommen.

Die BHW Bausparkasse hat in der Vergangenheit versucht, sich der Rechtssprechung zu entziehen, zum Beispiel indem „Kosten“ in „Auslagen“ umbenannt wurden. Selbstverständlich ändert dies nichts an der Sachlage und das Oberlandesgericht Celle verurteilte die BHW für eine solche Praxis zu einer Ordnungsstrafe von 100.000 Euro (OLG Celle, 10.06.2010 – AZ: 13 W 49/10).

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