Darf ich als Mieter meinen Partner in die Wohnung aufnehmen?

Ehepartner und eigene Kinder dürfen ohne Erlaubnis aufgenommen werden. Bei anderen Personen muss der Vermieter zustimmen, er darf seine Zustimmung aber nicht grundlos verweigern. 

Stand:

Die eigene Wohnung ist auf Dauer zu klein und man verbringt die meiste Zeit beim Partner. Warum also nicht zusammenziehen und warum nicht gleich in die Wohnung des Partners? Ganz so einfach ist es aber nicht, denn der Vermieter will natürlich wissen, wer da jetzt eigentlich in der Wohnung lebt.

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Die einfach Faustformel

Der Ehepartner oder die eigenen Kinder dürfen auch ohne die Erlaubnis des Vermieters aufgenommen werden – eine einfache Mitteilung ist ausreichend.

Bei unverheirateten Partnern ist Zustimmung des Vermieters notwendig

So einfach wie es bei Ehepartnern und Kindern ist, haben es unverheiratete Partner leider nicht: Der Vermieter muss vor dem Einzug um Erlaubnis gefragt werden. Das Mietrecht sieht den Lebenspartner hier als einen Dritten an (§ 540 BGB), für den nicht die Privilegien wie für enge Verwandte gelten. Dennoch ist der Nachzug des Partners in der Realität meist problemlos möglich.

Dazu setzen Sie ein Schreiben an den Vermieter auf und führen darin aus, wer in die Wohnung einziehen soll und welche Begründung Sie dafür anführen. Keine Sorge: Als Begründung ist hier die Tatsache ausreichend, dass Sie eine gemeinsame Lebensgestaltung anstreben.

Der Vermieter kann seine Erlaubnis dann auch nicht grundlos verweigern. 

Der Vermieter darf seine Erlaubnis verweigern, wenn

..die Wohnung durch den Einzug des Lebenspartners überbelegt wäre. Eine Überbelegung liegt immer dann vor, wenn mehr als eine Person pro Raum in der Wohnung leben oder diesen weniger als acht bis zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. 

..der Lebenspartner als Mieter nicht zumutbar wäre. Zum Beispiel wenn der neue Bewohner den Hausfrieden erheblich stören würde. Hier handelt es sich natürlich häufig auch um eine subjektive Wahrnehmung des Vermieters. Deshalb muss dieser die Unzumutbarkeit auch mit Fakten belegen können. 

Wenn der Vermieter seine Zustimmung mit einer der genannten Begründungen korrekt verweigert, haben Sie keine Wahl. In diesem Fall bleibt Ihnen nur der Auszug aus der Wohnung, wenn Sie mit Ihrem Partner zusammenleben wollen. Der Einzug ohne die Erlaubnis ist dagegen in keinem Fall zu empfehlen. Hier handelt es sich um eine Vertragsverletzung, die zu einer Abmahnung und im schlimmsten Fall zu einer fristlosen Kündigung führen kann. 

Die vertragliche Situation – Partner in den Mietvertrag aufnehmen

Erteilt der Vermieter seine Zustimmung, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die neue Situation mietvertraglich geregelt werden kann:

Der Partner wird in den Mietvertrag aufgenommen 
Das ist sicherlich die einfachste Variante. Der Partner wird vom Vermieter in den Mietvertrag aufgenommen und ist im Anschluss gleichberechtigter Hauptmieter. Das hat den Vorteil, dass der Partner nun genauso haftbar gemacht werden kann. Das ist beispielsweise bei Mietrückständen sinnvoll, da die Verantwortung sonst alleine beim bisherigen Hauptmieter liegt. 

Der Partner wird Untermieter
Mit dem bisherigen Hauptmieter wird ein eigener Untermietvertrag abgeschlossen. Der Partner ist also nicht nur selbst Hauptmieter, sondern wird auch gleichzeitig selbst Vermieter. 

Keine vertragliche Regelung
Wird keine vertragliche Regelung getroffen, kann das sowohl für den Partner (als alleinigen Hauptmieter) als auch für den Vermieter nachteilig sein. In diesem Fall haftet der Hauptmieter alleine und der Vermieter kann, zum Beispiel bei Mietrückständen, auch nur den Hauptmieter in Haftung nehmen. 

Kann der Vermieter die Miete erhöhen?

Wohnen mehr Personen in der Wohnung, erhöhen sich in aller Regel auch die Neben- oder Betriebskosten, da der Verbrauch steigt. In § 553 BGB wird dem Vermieter zugesichert, die Miete zu erhöhen, wenn ihm ansonsten die zusätzliche Überlassung der Wohnung nicht zuzumuten wäre. Mit einer Erhöhung der Kaltmiete müssen Sie im Normalfall aber nicht rechnen, höhere Nebenkosten sind dagegen fast unvermeidlich.

Wann wird aus einem Besucher ein Bewohner?

Als Mieter dürfen Sie grundsätzlich so viel und so oft Besuch empfangen wie Sie möchten. Dafür müssen Sie auch keine Erlaubnis des Vermieters einholen. Die Gäste dürfen selbstverständlich auch bei Ihnen übernachten. 

Hier gibt es allerdings auch eine Grenze: Diverse Gerichtsurteile haben festgelegt, dass ab einer Spanne von sechs Wochen am Stück, die eine Person in der Wohnung lebt, der Vermieter in jedem Fall nachfragen darf, ob es sich noch um Besuch und nicht um eine Untervermietung handelt. 

Die zulässige Besuchsdauer wird spätestens ab einer Dauer von drei Monaten in jedem Fall überschritten. In einem solchen Fall gilt der Aufenthalt aus rechtlicher Sicht als Untervermietung.

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