Darf ich meine Garage als Abstellraum nutzen?

Garagen sind zum Abstellen des Autos bzw. Fahrzeugs vorgesehen. Eine andere Nutzung (Lagerraum, Hobbykeller, Werkstatt) ist nicht erlaubt. Die Garagenverordnung macht genaue Angaben, wofür eine Garage genutzt werden darf und wofür nicht.

Stand:

Die eigene Garage wird von vielen zweckentfremdet und als zusätzlicher Abstell- und Lagerraum genutzt. Doch erlaubt ist eine solche Nutzung nicht und kann sogar zu einem Bußgeld führen. Dies gilt sowohl für Mieter einer Garage als auch für Eigentümer.

Wo ist festgelegt, was ich in meiner Garage machen darf?

Das Baurecht wird in Deutschland von den Bundesländern diktiert. Daher hat jedes Bundesland eigene Baubestimmungen, die unter anderem Sicherheit und Brandschutz gewährleisten sollen. Dies gilt auch für den Bau und die Nutzung von Garagen, wobei die verschiedenen Garagenverordnungen (GaVO oder GarVO) viele Gemeinsamkeiten haben.

Grundsätzlich werden Garagen in drei Kategorien eingeteilt, für die teilweise etwas unterschiedliche Bestimmungen gelten:

  • Kleingaragen: Fläche bis 100 m²
  • Mittelgaragen: Fläche von 100 m² bis 1000 m²
  • Großgaragen: Fläche über 1000 m² oder mehr als 50 Stellplätze

Was ist in der Garage erlaubt?

Die Garagenverordnungen schreiben vor, dass eine Garage in erster Linie für das Abstellen des Autos vorgesehen ist. Streng nach Vorschrift muss das in der Garage geparkte Auto sogar fahrtüchtig sein. Autos ohne Kennzeichen (zum Beispiel Oldtimer) oder mit Saisonkennzeichen sind also nicht erlaubt. 

Ebenso untersagt ist es, die Garage als zusätzlichen Abstellraum zu nutzen. Lediglich Autozubehör wie Ersatzreifen, Dachgepäckträger oder Spannseile dürfen in der Garage gelagert werden. Auch Werkzeuge wie Wagenheber und Pflege- und Putzmittel sind erlaubt.

Zudem dürfen Motorräder, Fahrräder und Mopeds abgestellt werden, solange sie das Einparken nicht behindern.

Sonderregel für brennbare Kraftstoffe

Das Aufbewahren von Benzin oder Dieselkraftstoff außerhalb von Kraftfahrzeugen ist nur in Kleingaragen und nur in begrenztem Maße erlaubt. Bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin dürfen in dicht verschlossenen und bruchsicheren Behältern gelagert werden.

Was ist mit Schränken und Regalen?

Das Aufstellen von Schränken und Regalen ist kein Problem, solange noch genug Platz für das Kfz vorhanden ist.

In der Garage erlaubt

  • Parken des Autos
  • Abstellen von Fahrrädern, Motorrädern oder Mopeds, solange diese das Einparken nicht erschweren
  • Lagern von Autozubehör
  • Lagern von Werkzeuge für das Auto, bspw. zum Reifenwechsel
  • Pflege- und Putzmittel für das Auto
  • Benzin (bis zu 20 Liter) und Dieselkraftstoff (bis zu 200 Liter) nur in Kleingaragen und nur in dicht verschlossenen und bruchfesten Behältern
  • Regale und Schränke, solange genug Platz für das Auto bleibt

Was ist in der Garage nicht erlaubt?

Einfache Faustregel: Passt kein Auto mehr rein, gilt die Garage als zweckentfremdet.

Alles, was nicht direkt mit dem Auto bzw. Fahrzeug zu tun hat, hat in der Garage nichts zu suchen. Insbesondere sperrige Dinge wie Gartenmöbel, Rasenmäher, Mülltonnen, Bierbänke oder die Skiausrüstung gehören in den Keller, auf den Dachboden oder in den Schuppen.

Auch bei brennbaren oder explosiven Stoffen sind die Vorgaben sehr strikt: Brennholz, Gasflaschen oder der Gasgrill sind tabu.

Ebenfalls darf die Garage nicht als Hobby-Werkstatt für Tischlerarbeiten umfunktioniert werden. Auch das Schrauben an einem Auto ist nicht erlaubt, da hierfür besondere umwelttechnische Richtlinien gelten, die eine normale Garage in aller Regel nicht erfüllt.

In der Garage verboten

  • Lagern von Gegenständen, die nicht in Verbindung mit dem Fahrzeug stehen
  • Aufbewahrung von brennbaren Stoffen wie Holz, Flüssiggas oder Benzin (nur in Kleingaragen in begrenztem Ausmaß)
  • Nutzung als Werkstatt, Hobbyraum, Büro, Heimkino oder Gästezimmer
  • Abstellen von nicht fahrtüchtigen Fahrzeugen

Was droht bei einem Verstoß gegen die Garagenverordnung?

Wer sich nicht an die Garagenverordnung hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wer seine Garage zu anderen Zwecken nutzen möchte, muss sich dies erst genehmigen lassen.

Kontrollen sind äußerst selten, können nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft aber durchaus vorkommen.

Was gilt bei angemieteten Garagen?

Zusätzlich zu den Vorschriften der Garagenverordnung kann der Vermieter die Nutzung der Garage im Mietvertrag vorschreiben.

Wichtig: Ist die Garage Teil der angemieteten Wohnung, werden Wohnung und Garage als Einheit betrachtet. Bei erheblichen Verstößen gegen die vorgegebene Garagennutzung droht Mietern im schlimmsten Fall die Kündigung der gesamten Wohnung.

Information-Symbol

Tipps für den Garagen-Mietvertrag

Vor der Vertragsunterzeichnung können viele Sachen geklärt werden. Genaue Formulierung im Mietvertrag, sind von Vorteil, doch der Hinweis auf die Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes setzt der Nutzung der Garage bereits enge Grenzen.

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