Darf ich meine Wohnung untervermieten?

Der Vermieter muss einer Untervermietung vorab zustimmen. Er darf seine Zustimmung allerdings nicht verweigern, wenn Sie ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung haben. 

Stand:

Grundsätzlich gilt: Eine Untervermietung ist nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Vermieters erlaubt. Ohne die Erlaubnis des Vermieters kann eine Untervermietung im schlimmsten Fall zu einer fristlosen Kündigung führen.

Der Vermieter ist allerdings verpflichtet Ihnen die Zustimmung zu erteilen, wenn Sie ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung haben.

Wenn Sie Ihre Wohnung untervermieten wollen, stellen Sie einen schriftlichen Antrag auf die Erlaubnis zur Untervermietung bei Ihrem Vermieter. Darin schildern Sie Ihr berechtigtes Interesse und nennen den potentiellen Untermieter.

Was gilt als berechtigtes Interesse?

Das berechtigte Interesse ist häufig Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter. Folgende Fälle sind als berechtigtes Interesse zulässig:

  • Sie müssen die Wohnung aus finanziellen Gründen untervermieten.
  • Die Anzahl der in der Wohnung lebenden Personen hat sich durch Tod oder Auszug verringert.
  • Sie können die Wohnung berufs- oder studienbedingt für einen bestimmten Zeitraum nicht nutzen.
  • Sie wollen einen Lebenspartner in die Wohnung mit aufnehmen.
Information-Symbol

Die Umstände, aus denen sich das berechtigte Interesse ergibt, dürfen sich erst nach Unterzeichnung des Mietvertrags ergeben. 

Wenn an Ihrem Mietverhältnis mehrere Personen beteiligt sind, ist es ausreichend, wenn ein Mieter ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung vorweisen kann. 

Kein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung liegt vor, wenn Sie die Wohnung während eines längeren Urlaubs untervermieten möchten, um finanzielle Vorteile daraus zu ziehen.

Darf der Vermieter den Antrag trotz berechtigtem Interesse ablehnen?

Der Vermieter kann unter bestimmte Umständen den Antrag auf Untervermietung ablehnen, selbst wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Zulässig ist dies in folgenden drei Szenarien: 

  • Die Wohnung wäre mit einem Untermieter überbelegt (mehr als eine Person pro Zimmer).
  • Der Untermieter ist für den Vermieter nicht zumutbar. Die Unzumutbarkeit muss allerdings nachvollziehbar sein.
  • Einer Untervermietung der gesamten Wohnung muss der Vermieter nicht zustimmen. Ihr Lebensmittelpunkt muss allerdings nicht mehr in der Wohnung sein. Es genügt, wenn Sie zum Beispiel in einem Zimmer Möbel untergestellt haben oder ein Zimmer gelegentlich nutzen.

Lehnt der Vermieter Ihre Anfrage ohne ausreichende Begründung ab, steht Ihnen als Mieter ein Sonderkündigungsrecht zu. 

Was passiert bei einer unerlaubten Untervermietung? 

Der erste Schritt sollte immer die Anfrage beim Vermieter sein. Bei einer Untervermietung ohne Erlaubnis des Vermieters kann nach § 543 BGB im schlimmsten Fall sogar eine fristlose Kündigung die Folge sein. Der Vermieter wird Sie zunächst jedoch zur Beendigung der Untervermietung auffordern. 

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