Darf ich trotz Corona-Krise und Kontaktverbot umziehen?

Umzüge sind in Deutschland auch während der Corona-Krise grundsätzlich möglich. Die Kontaktsperre verbietet aber Ansammlungen von mehr als 2 Menschen, die nicht im selben Haushalt wohnen. Ob ein privat organisierter Umzug mit Freunden und Familie dazu zählt, ist nicht eindeutig geregelt. Umzugsfirmen arbeiten aber ohne Einschränkungen und auch die großen Autovermietungen bieten ihre Transporter weiterhin an.

Stand:

Es gibt fast täglich neue Regeln, die befolgt werden müssen. Trotz Corona-Krise kann überall in Deutschland umgezogen werden. Umzüge müssen wegen COVID-19 nicht grundsätzlich abgesagt werden. Allerdings gibt es deutliche Einschränkungen.

Bei der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 22. März 2020 wurde ein Kontaktverbot beschlossen. Kontakte zu anderen Menschen müssen auf ein Minimum reduziert werden.

Ansammlungen von mehr als 2 Personen in der Öffentlichkeit sind verboten.

Davon ausgenommen:

  • in einem Haushalt lebende Personen,
  • zwingende berufliche Gründe,
  • der öffentliche Nahverkehr,
  • Notbetreuung,
  • Beerdigungen.

In Bayern geht das Kontaktverbot sogar noch einen Schritt weiter: Zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten dürfen sich nicht in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten.

Es ist nicht klar geregelt, ob ein Umzug mit Freunden und Familie damit noch möglich ist. Streng genommen wäre dies natürlich eine Ansammlung von mehr als 2 Personen. Viele Ordnungsämter geben für private Umzüge aber trotzdem grünes Licht. Angehörige des eigenen Haushaltes dürfen dagegen auf jeden Fall beim Umzug mit anpacken.

Aufgrund der exponentiell steigenden Zahlen an Infizierten empfehlen wir Ihnen aber drinend, Ihren Umzug zu verschieben, sofern dies möglich ist.

Alternativ können Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen. Halten Sie aber unbedingt Abstand oder – wenn möglich – lassen Sie die Arbeiter anpacken und bleiben Sie dem Umzug fern.

Arbeiten Umzugsunternehmen noch?

Solange es bezüglich dem Coronavirus SARS-CoV-2 keine konkreten gesetzlichen Vorschriften gibt, arbeiten Umzugsunternehmen in der Corona-Krise ohne Einschränkungen. Berufliche Tätigkeiten sind weiterhin erlaubt – Die Umzüge müssen nicht storniert werden.

Aber natürlich kann es bei Umzugsfirmen zu Engpässen kommen, wenn deren Mitarbeiter erkranken oder sogar unter Quarantäne stehen. Zur Sicherheit sollten Sie sich daher mit Ihrem Umzugsunternehmen in Verbindung setzen und nachfragen, ob Ihr Umzug stattfinden kann.

Gibt es Besonderheiten für einen Umzug mit Umzugsunternehmen in der Corona-Zeit?

Einige Umzugsunternehmen haben Ihre eigenen Regeln aufgestellt, zum Beispiel:

  • Die Schlüssel zu der alten und der neuen Wohnung sollen am Vorabend in den Briefkasten gelegt werden.
  • Die Umzugsunternehmen fahren mit mehr Fahrzeugen, um den Mindestabstand der Mitarbeiter untereinander einzuhalten.
  • Die Auftraggeber sollen während des Umzuges fernbleiben.

Erfragen Sie am besten frühzeitig, ob für Ihren Umzug besondere Verhaltensregeln gelten. Sollten Sie oder ein Familienmitglied Anzeichen einer Corona-Infektion zeigen, teilen Sie dies Ihrem Umzugsunternehmen unbedingt mit.

Muss ich die Umzugsfirma bezahlen, wenn der Umzug wegen Corona ausfällt?

Wenn das Umzugsunternehmen von sich aus den Umzug absagt, dann fallen für Sie keine Kosten an.

Sollten Sie sich unsicher fühlen und Ihren Umzug lieber absagen wollen, dann sollten Sie umgehend mit der Umzugsfirma Kontakt aufnehmen.

In Anbetracht der besonderen Situation stehen Ihre Chancen gut, dass Ihre Umzugsfirma den Auftrag kostenlos storniert oder verschiebt. Einige Umzugsfirmen bieten zudem Lagerflächen an, in denen Sie Ihre Möbel für unbestimmte Zeit unterstellen können.

Wenn es hart auf hart kommt, werfen Sie einen Blick in die AGB der Umzugsfirma. Möglicherweise steht Ihnen unabhängig von der Corona-Krise das Recht zu, den Umzugs-Auftrag innerhalb einer gesetzten Frist kostenlos zu stornieren.

Darf ich meinen Umzug privat organisieren?

Solange keine strikte Ausgangssperre bzw. Bewegungssperre in Deutschland verhängt wird, kann ein Umzug grundsätzlich stattfinden.

Angehörige des eigenen Haushaltes sowie eine Person aus einem anderen Haushalt dürfen Ihnen beim Umzug auf jeden Fall helfen helfen. Weitere Personen aus anderen Haushalten streng genommen nicht, aber viele Ordnungsämter machen hier Ausnahmen. Fragen Sie sicherheitshalber bei dem für Sie zuständigen Amt nach.

Beachten Sie außerdem die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygieneregeln zu SARS-CoV-2 (häufig Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen, mindestens 1,5 Meter Abstand halten zu anderen Menschen).

Unser Rat: Wenn es irgendwie möglich ist, verschieben Sie Ihren privat organisierten Umzug.

Wie hoch ist die Gefahr der Ansteckung durch einen Umzug?

Nicht wesentlich größer als bei allen anderen Ansammlungen von Menschen. Corona-Erreger an einem Umzugskarton, den sonst niemand angefasst hat, sind unwahrscheinlich.

Neben dem Kontakt zu anderen Menschen besteht bei allen glatten Oberflächen, die man während eine Umzuges anfasst, die Gefahr einer Ansteckung. Türgriffe und Wasserhähne sollten daher unbedingt vorher und am besten auch während des Umzugs gereinigt werden.

Sollten Sie zu einer Risikogruppe gehören, ist es empfehlenswert, den Umzug zu verschieben.

Umzugs-Regeln in der Corona-Krise:

  • Planen Sie so wenig Helfer wie möglich ein.
  • Bestellen Sie Umzugskartons und anderes Material online statt in den Baumarkt zu fahren.
  • Halten Sie genug Abstand zueinander, mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter.
  • Achten Sie darauf, dass die Helfer nicht zu einer Risikogruppe gehören (sonstige chronische Erkrankungen, Alter über 60).
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
  • Stellen Sie Desinfektionsmittel bereit.
  • Tragen Sie Einweg-Hanschuhe.
  • Reinigen Sie vor dem Umzug alle Oberflächen in der alten und der neuen Wohnung.
  • Lüften Sie regelmäßig.

Arbeiten Autovermietungen noch?

Die großen Autovermietungen arbeiten ohne Einschränkungen weiter und bieten flexible Anpassungen und kostenlose Stornierungen für alle Kunden an.

Wenn Sie allerdings bei einem kleineren, regionalen Anbieter Ihren Umzugswagen gemietet haben, sollten Sie sich schnell mit der Autovermietung in Verbindung setzen. 

Was passiert mit unterschriebenen Mietverträgen?

Grundsätzlich ändert sich gar nichts. Sollten Sie den Mietvertrag für Ihre neue Wohnung schon unterschrieben haben, beginnt die Mietzeit ab dem vorgesehenen Datum.

Sprechen Sie aber unbedingt mit Ihrem zukünftigen Vermieter. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Ihnen Steine in den Weg legen wird, wenn Sie aufgrund der Corona-Krise umplanen müssen.

War dieser Beitrag hilfreich?

Bewertung: 5 / 5. Abgestimmt: 12

Noch keine Bewertungen.

Schade, dass Ihnen der Artikel nicht gefallen hat

Was können wir verbessern?

Antwort teilen

Ähnliche Fragen

Umzug geplant?

Erhalten Sie kostenlose Angebote von Umzugsfirmen aus Ihrer Region.