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Gibt es eine Gewährleistung für mangelhafte Handwerker-Arbeiten?

Zuletzt bearbeitet am

Das Wichtigste kurz und knapp

Die Gewährleistung gilt bei Handwerksarbeit in der Regel zwei Jahre, bei Arbeiten an einem Bauwerk sogar fünf Jahre. Davon ausgenommen sind Verschleißerscheinungen, Bedienfehler oder Schäden durch Dritte. 

Wenn Sie die Handwerker ordnungsgemäß beauftragt und bezahlt haben, haben Sie als Kunde einen Gewährleistungsanspruch. Im Gegensatz zur Garantie, die eine freiwillige Zusicherung der Unternehmer ist, ist die Gewährleistung gesetzlich vorgeschrieben.

Solange Sie den Mangel innerhalb der Gewährleistungsfrist melden, muss Ihr Handwerker sich um die Beseitigung kümmern. Die Frist beginnt mit der Abnahme und fällt je nach Handwerksarbeit unterschiedlich aus.

Wie lange gilt die Gewährleistungsfrist?

Wurde vertraglich nichts anderes vereinbart, gilt bei Werkleistungen bei einem Bauwerk eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren. Dies betrifft nicht nur die Errichtung eines Bauwerks, sondern auch unmittelbar damit zusammenhängende Arbeiten, die wesentlichen Einfluss auf die Erhaltung oder die Benutzbarkeit des Gebäudes haben und damit fest verbunden sind. Dazu gehören:

  • Der Einbau einer Zentralheizung
  • Der Einbau einer maßgefertigten Einbauküche, die nicht ohne weiteres wieder ausgebaut werden kann
  • Der Ersteinbau einer Klimaanlage
  • Die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach
  • Eine Komplett-Renovierung

Handelt es sich bei den Arbeiten des Handwerkers um einfache Reparaturen, Instandsetzungen, Renovierungen oder geringfügige Umbaumaßnahmen, beträgt die gesetzliche Gewährleistungspflicht dagegen nur zwei Jahre. Der Gewährleistungsanspruch gilt nicht bei natürlichen Verschleißerscheinungen, Bedienfehlern oder Schäden, die durch Dritte verursacht wurden.

Alternativ können sich Auftraggeber und Handwerker vertraglich darauf einigen, dass die Bestimmungen der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) gelten. In diesem Fall verkürzt sich die 5-jahres-Frist auf vier Jahre – die VOB bringt aber andere Vorteile mit sich.

Wie zeige ich einen Mangel richtig an?

Sind Sie mit der abgelieferten Arbeit nicht zufrieden, weil sie nicht den Absprachen entspricht, andere Materialien als vereinbart verbaut wurden oder einzelne Elemente nicht ordnungsgemäß funktionieren (zum Beispiel eine Heizung, die energiesparend sein soll, es aber nicht ist), müssen Sie schriftlich eine Mängelrüge formulieren und den Handwerker zur Behebung auffordern.

Die Mängelrüge muss enthalten:

  • Beschreibung des Mangels: Sie müssen keine Angaben zur Ursache für den Mangel machen oder ihn technisch korrekt beschreiben. Es genügt, das Symptom zu erläutern (zum Beispiel „feuchte Stelle“).
  • Angemessene Frist, in der der Mangel zu beheben ist: Es gibt keine genaue Regelung, wie lange dieser Zeitraum sein muss. Üblich sind wenige Wochen.

Innerhalb der gesetzten Frist müssen Sie dem Handwerker die Möglichkeit geben, den Schaden zu beseitigen. Sollten Sie die Arbeit von jemand anderem durchführen lassen, ohne dem Handwerker die Chance auf Nacherfüllung zu gewähren, können Sie dem Handwerker die entstandenen Kosten nicht in Rechnung stellen.

Sobald die Frist abgelaufen ist, haben Sie die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten, den Lohn zu mindern, ein anderes Unternehmen auf Kosten des ursprünglichen Handwerkers zu beauftragen oder Schadensersatz zu verlangen.

Was tun, wenn die Gewährleistung abläuft?

Ist die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen, muss der Handwerker Ihrer Aufforderung nachkommen.

Ist § 13 Abs. 5 VOB/B in den Bauvertrag aufgenommen worden, können Sie mit der Mängelrüge die Verjährungsfrist der Gewährleistung verlängern und eine Behebung einfordern, auch wenn der ursprüngliche Gewährleistungszeitraum während der Frist, die Sie dem Handwerker gesetzt haben, abläuft.

Theoretisch könnten Sie die Mängelrüge dem Handwerker also auch noch kurz vor Ende des Gewährleistungszeitraums zukommen lassen. Auf die für die Mangelbeseitigung erbrachte Leistung gilt wiederum eine neue 2-jährige Gewährleistungsfrist.

Bei einem herkömmlichen Bauvertrag hat die Mängelrüge dagegen keinen Einfluss auf die Verjährung der Gewährleistung. Wenn also die ursprüngliche Gewährleistungsfrist während der Zeit abläuft, die Sie dem Handwerker für die Behebung zugestehen müssen, verfällt Ihr Anspruch auf die Behebung des Schadens.

Möchten Sie die Verjährung Ihrer Ansprüche verhindern, müssen Sie gewisse Maßnahmen ergreifen. Wenn Sie Klage einreichen, ein Beweisverfahren einleiten oder der Handwerker einen Verjährungsverzicht abgibt, wird das Ablaufen des Gewährleistungszeitraums pausiert. Auch Verhandlungen mit dem Handwerker haben diese Wirkung, beinhalten aber ein Risiko, denn einschlafende Verhandlungen lassen die Verjährungsfrist weiterlaufen.

So gehen Sie bei mangelhaft ausgeführten Arbeiten vor

  • Reklamieren Sie den Mangel schriftlich, sobald er Ihnen auffällt.
  • Unterschreiben Sie kein Abnahmeprotokoll, wenn Ihnen Mängel bekannt sind.
  • Dokumentieren Sie die Mängel mit Fotos und ggf. Zeugen.
  • Setzen Sie schriftlich eine angemessene Frist zur Nacherfüllung.
  • Unterschreiben Sie keinen zweiten Auftrag. Die Kosten für die Nachbesserung dürfen Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden.
  • Halten Sie einen Teil des fälligen Rechnungsbetrags bis zur Beseitigung des Mangels ein.
  • Hält die Firma die gesetzte Frist nicht ein oder wird der Mangel nicht behoben, können Sie eine andere Firma beauftragen oder selbst tätig werden. Die entstehenden Kosten muss der ursprüngliche Vertragspartner tragen.
  • Wenden Sie sich im Zweifel an die örtliche Handwerkskammer. Dort gibt es Schlichtungsstellen für Streitfragen.

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