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Handwerker behebt Mangel nicht trotz Garantie / Gewährleistung – was kann ich tun?

Zuletzt bearbeitet am

Zunächst einmal ist es entscheidend, ob Sie für den Mangel tatsächlich eine Garantie haben oder ob es sich um einen Gewährleistungsfall handelt. Denn Garantie und Gewährleistung sind zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Gewährleistung

Die Gewährleistung ist ein gesetzliches Recht, das Ihnen als Verbraucher zusichert, dass die vom Handwerker ausgeführten Arbeiten zum Zeitpunkt der Abnahme in einwandfreiem Zustand und frei von Mängeln sind. Dies gilt insbesondere für Mängel, die bei der Abnahme nicht sichtbar waren, bspw. ein defektes Rohr hinter einer Verkleidung.

Tritt ein Schaden auf, müssen Sie allerdings beweisen, dass das Problem durch den Handwerker verursacht wurde. Die Gewährleistung gilt nämlich nicht für alterstypische Verschleißerscheinungen oder wenn Sie oder ein Dritter den Schaden verursacht haben.

Seit 2018 haften Handwerker zudem nicht mehr für verarbeitete Materialien, die sich im Nachhinein als fehlerhaft herausgestellt haben. In diesem Fall ist der Hersteller des Materials in der Pflicht, die Kosten für die Reparatur zu übernehmen. Die Abwicklung sollte trotzdem über den Handwerker laufen, der die Arbeiten umgesetzt hat.

Im Streitfall liegt es im Ermessen eines Gerichts, wer oder was für einen Schaden verantwortlich ist. Wenn Ihnen ein Schaden auffällt, sollten Sie in jedem Fall sofort Fotos davon machen und sich einen Zeugen – idealerweise einen Sachverständigen – ins Boot holen.

Wie lange der Gewährleistungszeitraum andauert hängt von Art und Umfang der Arbeiten und den vertraglichen Vereinbarungen ab. Für kleinere Renovierungs-, Umbau- oder Instandsetzungsmaßnahmen gilt in der Regel eine zweijährige Gewährleistungsfrist. Für komplexe Arbeiten, die Auswirkung auf die Substanz eines Gebäudes haben, gilt dagegen eine fünfjährige Frist. Es kann aber vertragliche Abweichungen von diesen Zeiträumen geben.

Garantie

Im Gegensatz zur gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung ist eine Garantie eine freiwillige Zusicherung des Handwerkers, dass die durchgeführten Arbeiten während des gesamten Garantiezeitraums fehlerfrei bleiben, also nicht „von alleine“ kaputt gehen. Es spielt keine Rolle, ob der Schaden bei der Abnahme schon vorhanden war oder nicht.

Die Konditionen und Zeiträume einer Garantie sind frei verhandelbar. Es ist auch möglich, dass eine Garantie nur für einzelne Elemente oder bei bestimmten Schadensfällen gilt. Hat ein Handwerker aber eine Garantie ausgesprochen und ist diese Teil des unterschriebenen Vertrags, ist er rechtlich auch an die Einhaltung gebunden.

Kann ich zwischen Garantie und Gewährleistung wählen?

Die Gewährleistung gilt immer – unabhängig davon, ob eine Garantie vereinbart wurde.

Laufen sowohl Gewährleistung als auch Garantie noch, können Sie im Normalfall auswählen, auf welche Weise Sie den Schaden reklamieren möchten. Welche Vorgehensweise sinnvoller ist, hängt ganz entscheidend davon ab, wozu sich der Handwerker mit der Garantie verpflichtet hat.

Wie sollte ich einen Schaden melden?

Ist ein Mangel ein Garantie- oder Gewährleistungsfall, muss sich der Handwerker darum kümmern und den Schaden beheben. 

Als erstes sollten Sie den Schaden mit Fotos – idealerweise mit Zeugen – dokumentieren. Dann nehmen Sie mündlich, telefonisch, oder per E-Mail Kontakt mit dem Handwerker auf und bitten Sie um eine Behebung des Mangels. Machen Sie sich ein Protokoll von allen Ihren Aktivitäten und Telefonaten.

Hat dies keinen Erfolg, dann setzen Sie eine schriftliche Mängelrüge auf, in der Sie den Handwerker zur Nachbesserung auffordern. Darin müssen Sie den Mangel beschreiben. Es genügt, die Symptome zu nennen (bspw. „feuchte Stelle an der Wand“), Sie müssen diese nicht fachlich korrekt bezeichnen. 

Außerdem müssen Sie dem Handwerker eine angemessene Frist zur Behebung setzen. Was genau als „angemessen“ gilt, ist nicht klar geregelt. Im Normalfall sind wenige Wochen ein akzeptabler Zeitraum.

Sie müssen Ihrem Handwerker die Chance auf Nachbesserung geben. In der Regel hat er dafür ein bis zwei Versuche. Sollten Sie vor Ablauf der gesetzten Frist selbst aktiv werden oder einen anderen Handwerker beauftragen, können Sie den ursprünglichen Handwerker die entstandenen Kosten nicht in Rechnung stellen

Unterschreiben Sie für die Nachbesserung keinen zweiten Auftrag. Dies gehört zu den Pflichten, die sich aus dem ursprünglichen Vertrag ergeben. Die Kosten dafür dürfen Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden.

Achtung: Die Gewährleistungs- und Garantiezeiträume laufen auch während der gesetzten Frist zur Mangelbehebung weiter. Überschneiden sich die Zeiträume, sprechen Sie Ihren Handwerksbetrieb darauf an. Möglicherweise können Sie einen Verjährungsverzicht einfordern. Bei einem Bauvertrag wird die Verjährungsfrist nur dann durch eine Mängelrüge verlängert, wenn die Inhalte der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) in den Vertrag aufgenommen wurden.

Was kann ich tun, wenn sich der Handwerker weigert?

Wenn sich Ihr Handwerker weigert, die Verantwortung für den Schaden zu übernehmen, können Sie sich zunächst an die Streit-Schlichtungsstelle der örtlichen Handwerkskammer wenden. Dort können Sie sich beraten lassen und versuchen, sich über diesen Weg mit dem Handwerksbetrieb zu einigen.

Hilft dies nicht, müssen Sie größere Geschütze auffahren und einen Rechtsanwalt hinzuziehen. Dieser kann Sie auch dazu beraten ob es sinnvoll ist, ein kostenpflichtiges Gutachten erstellen zu lassen.

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