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Kann ich einen Bauvertrag ändern, widerrufen oder kündigen?

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Das Wichtigste kurz und knapp

Sie können den Vertrag jederzeit kündigen, müssen aber die bis dahin entstandenen Kosten tragen. Änderungswünsche muss das Bauunternehmen berücksichtigen. Ein Widerruf ist nur in den ersten 14 Tagen nach Vertragsschluss möglich. 

Änderungen

Änderungswünsche des Bauherren müssen vom Bauunternehmen berücksichtigt werden. Dazu stellt das Bauunternehmen ein Nachtragsangebot. Können sich Bauherr und Bauunternehmer auf kein nachträgliches Angebot einigen, kann der Bauherr die Änderung zunächst in Textform anordnen. Bei Anordnungen können Unternehmen dann Abschlagszahlungen für erbrachte Leistungen von bis zu 80 Prozent auf Grundlage des Nachtragsangebots fordern.

Hier empfiehlt es sich, die Karten gleich zu Beginn offenzulegen. Sind Sie – zum Beispiel bei der Ausstattung – noch unsicher, können Sie auch die Expertise der Baufirma nutzen und gemeinsam nach der optimalen Lösung suchen und somit nachträgliche Änderungen vermeiden.

Widerruf

Haben Sie einen Bauvertrag abgeschlossen, steht Ihnen innerhalb der ersten 14 Tage ein Widerrufsrecht zu. Während dieser Zeit haben Sie das Recht, ohne Konsequenzen von dem Vertrag zurückzutreten. Danach gilt der Vertrag als wirksam und es bleibt Ihnen nur noch die Möglichkeit der Kündigung.

Kündigung durch den Auftraggeber

Als Auftraggeber haben Sie bis zur einvernehmlichen Endabnahme des Objektes jederzeit das Recht, den geschlossenen Vertrag auch ohne Angaben von Gründen zu kündigen. Allerdings entbindet eine Kündigung nicht von der im Vertrag festgehaltene Vergütung für das Bauunternehmen.

Dabei muss der Unternehmer sich laut Gesetz jedoch diejenigen Leistungen anrechnen lassen, die durch die Kündigung gespart werden. Sind also ein Großteil der vertraglich vereinbarten Leistungen zum Kündigungszeitpunkt noch nicht erbracht, müssen Sie diese auch nicht bezahlen. Ausnahme sind hier bereits bestelltes Material oder die Kosten für die Planung. Eine Kündigung sollte deshalb immer genauestens überlegt werden.

Kündigung durch den Auftragnehmer

Der Auftragnehmer hat ebenfalls ein Kündigungsrecht, benötigt aber im Gegensatz zum Auftraggeber eine ausreichende Begründung. Eine freie Kündigung gibt es für den Bauunternehmer also nicht. Im Falle einer Kündigung ist der Auftragnehmer grundsätzlich zu einer Abnahme des aktuellen Standes durch den Bauherren verpflichtet. Erweist sich die Kündigung des Auftragnehmers als nicht rechtmäßig oder nicht angemessen begründet, kann der Bauherr mit Schadensersatzforderung drohen. 

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