Können Vermieter Eigenleistungen von der Steuer absetzen?

Eigenleistungen, die vom Eigentümer für die Renovierung seiner vermieteten Immobilie erbracht wurden, können teilweise von der Steuer als Werbungskosten abgesetzt werden. Dies gilt für Material-, Fahrt-, Entsorgungs- und Verpflegungskosten – nicht aber für die eigene Arbeitsleistung. Es ist also nicht möglich, sich selbst einen Stundenlohn zu berechnen und diesen steuerlich geltend zu machen.

Stand:

Erzielt ein Eigentümer einer Immobilie Einnahmen aus einer Vermietung oder Verpachtung, kann er mögliche Eigenleistungen, die er für seine Wohnung erbracht hat, teilweise von der Steuer als Werbungskosten absetzen.

Was versteht man unter Eigenleistung?

Als Eigenleistung bezeichnet man die persönliche Arbeitsleistung. Das bedeutet: Alle Arbeiten, die man selbst erledigt hat, anstatt jemanden damit zu beauftragen. Neben der eigenen Muskelkraft zählen dazu auch Kosten für Material, Entsorgung, Fahrten sowie notwendige Verpflegungsausgaben. 

Kann ich meinen eigenen Stundenlohn von der Steuer absetzen?

Nein, die eigene Muskelkraft kann steuerlich nicht eingesetzt werden. Selbst dann, wenn Sie die fachliche Qualifikation vorweisen können, ist ein steuerlicher Einsatz ausgeschlossen.

Wer Inhaber eines Fachbetriebs ist, kann natürlich die eigene Firma beauftragen und so zumindest einen kleinen steuerlichen Vorteil erlangen.

Was kann ein Vermieter im Rahmen einer Eigenleistung absetzen?

Folgende Kosten kann der Vermieter als Werbungskosten absetzen:

  • Material, welches im Rahmen einer Renovierung benötigt wird (Geräte, Farbe, Tapete, Werkzeug).
  • Entsorgungskosten: Müll- bzw. Schuttentsorgung nach einer Renovierung, aber auch Gartenabfälle, die in Eigenleistung entsorgt wurden, zählen dazu.
  • Fahrtkosten: Kilometer, die im Rahmen einer Renovierung zurückgelegt wurden, können mit einer Kilometerpauschale zwischen 0,30-0,35 Euro pro gefahrenen Kilometer angerechnet werden. 
  • Verpflegungsmehraufwand: Maßgebend für die Höhe der Verpflegungspauschbeträge ist die Dauer der Abwesenheit am Tag. Bei mehr als acht Stunden Abwesenheit können sechs Euro pro Kalendertag beansprucht werden. Bei mehr als 14 Stunden erhöht sich der Betrag auf 12 Euro.

Bei den Punkten: Materialeinsatz, Entsorgungskosten und Fahrtkosten zeigt sich das Finanzamt in der Regel sehr kooperativ. 

Anders sieht es mit dem Verpflegungsmehraufwand aus – hier stellt sich das Finanzamt oftmals quer. Sollte das Finanzamt Ihren Verpflegungsmehraufwand in der Steuererklärung nicht anerkennen, können Sie auf den § 4, Absatz 4 EStG hinweisen. 

Beispiel

Fliesenleger Heinz baut ein neues Badeszimmer in seinem Einfamilienhaus ein, um dieses im Anschluss zu vermieten. Sämtliche Arbeiten werden eigenhändig erledigt. Dafür veranschlagt Heinz Gesamtkosten von 8.000 Euro. Diese teilen sich auf in:

  • Arbeitslohn: 50 Stunden x 60 Euro = 3.000 Euro
  • Material: 4.050 Euro
  • Entsorgung: 600 Euro
  • Fahrten: 300 Euro
  • Verpflegung: 50 Euro

Mit Ausnahme des Arbeitslohnes kann Heinz sämtliche Kosten als Werbungskosten von seiner Steuer absetzen. Insgesamt also 5.000 Euro. 

War dieser Beitrag hilfreich?

Bewertung: 0 / 5. Abgestimmt: 0

Noch keine Bewertungen.

Schade, dass Ihnen der Artikel nicht gefallen hat

Was können wir verbessern?

Antwort teilen

Ähnliche Fragen

Renovierung geplant?

Erhalten Sie kostenlose Angebote für einen Renovierungskredit.