Maklerprovision – Was ändert sich am 23. Dezember 2020?

Am 23. Dezember 2020 tritt ein neues Gesetz in Kraft, dass private Käufer von den Kaufnebenkosten entlasten soll. Die Maklercourtage tragen dann in der Regel Käufer und Verkäufer zu gleichen teilen.

Stand:

Die Maklerprovision mit dem Besteller Prinzip war in der Vergangenheit oft ein Streitthema. Je nach Bundesland mussten die entstandenen Kosten von bis zu 8 Prozent des Kaufpreises teilweise oder sogar im Ganzen vom Käufer getragen werden – auch wenn dieser den Makler nicht bestellt hatte. Ab dem 23. Dezember 2020 tritt nun ein neues Gesetz in Kraft, dass vor allem private Käufer von Wohnimmobilien von den Kaufnebenkosten entlasten soll.

Die Provision kann dann durch das neue Gesetz nicht mehr vollständig dem Käufer aufgebürdet werden. Stattdessen trägt dieser in Zukunft höchstens 50 Prozent der vereinbarten Maklercourtage.

Gelten bestimmte Voraussetzungen?

Ja. Diese Regelung gilt ausschließlich für Maklerverträge von Wohnungen und Einfamilienhäusern (inklusive Doppelhaushälften). Auch muss der Käufer die Immobilie selbst bewohnt und darf sie nicht für gewerbliche Zwecke erwerben.

Neu ist außerdem, dass der Maklervertrag ausschließlich in Textform (beispielsweise E-Mail) geschlossen werden muss. Ein Handschlag oder die mündliche Abrede ist nicht länger gültig. 

Diese drei Varianten von Provisionsvereinbarungen sind möglich:

Mit dem neuen Makler Gesetz sind ab sofort noch diese drei Varianten, die Doppelprovision, die Provision mit Rückerstattung und die vollständige Provisionsübernahme einer Partei möglich. Sie gelten einheitlich fürs ganze Land. 

       1. Die Vereinbarung der Doppelprovision

Der Makler schließt einen Vertrag mit Verkäufer und Käufer ab. Hierbei sind die Provisionsvereinbarungen nur in gleicher Höhe möglich: Die Courtage wird zu gleichen Teilen, also jeweils 50 Prozent auf die beteiligten Parteien verteilt.

Sollte sich der Makler mit einer Partei auf eine unentgeltliche Tätigkeit geeinigt haben, kann er von der anderen Partei keine Maklergebühren verlangen. 

       2. Die Provisionsübernahme mit Rückerstattung 

Eine Partei, meist der Verkäufer, verpflichtet sich vertraglich zur vollen Provisionsübernahme – kann jedoch einen Teil der Provision wieder bekommen.

Bei dieser Abwälzung wird nur der Verkäufer vom Makler vertreten, der Käufer verpflichtet sich jedoch einen Teil der Maklerprovision zu übernehmen. In diesem Fall muss der Anteil mindestens so hoch wie der des Käufers sein. Der Verkäufer muss dementsprechend mindestens 50 Prozent der Maklercourtage übernehmen, kann jedoch auch mehr tragen.

        3. Vollständige Provisionsübernahme einer Partei

Weiterhin ist es möglich, dass nur eine Partei die Provision des Maklers übernimmt.

Auch nach dem erlassenen Gesetz vom 23.12.2020 gibt es keinen „Zwang“ zur Doppelprovision. Der Makler und der Verkäufer können eine reine Innenprovision vereinbaren, die den Verkäufer zur kompletten Übernahme der Courtage verpflichtet. Jedoch erfolgt dies nun nur über Absprache und kann nicht länger verpflichtend durchgeführt werden. 

Ebenfalls ist eine reine Außenprovision möglich, wenn der Käufer eine provisionspflichtige Suchanfrage stellt und der Makler zu dem Zeitpunkt die spätere Kaufimmobilie noch nicht akquiriert bzw. an der Hand hatte.

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