Muss ich einen Zweitwohnsitz anmelden?

Jeder Haupt- und Nebenwohnsitz ist in Deutschland anmeldepflichtig. Sie sind also verpflichtet, auch einen Zweitwohnsitz anzumelden. Das Bundesmeldegesetz sieht allerdings einige Ausnahmen vor, in denen keine Anmeldung notwendig ist. 

Stand:

In Deutschland besteht für jede Haupt- und Nebenwohnung eine Meldepflicht. Auch bei einem Zweitwohnsitz muss diese Anmeldung innerhalb von 14 Tagen nach dem Einzug erfolgen. Im schlimmsten Fall droht Ihnen bei Missachtung dieser Frist sogar ein Bußgeld. 

Die Anmeldung ist in aller Regel kostenlos. Vereinzelt kann allerdings eine Anmeldegebühr erhoben werden. Diese liegt allerdings selten über 10 Euro.

Zur Anmeldung benötigen Sie das ausgefüllte Anmeldeformular, ihren Personalausweis sowie die Wohnungsgeberbestätigung.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt bei einem Zweitwohnsitz allerdings Ausnahmen, in denen keine Anmeldung notwendig ist. Das Bundesmeldegesetz sieht Ausnahmen für folgende Fälle vor:

  • Wenn Sie nicht länger als 6 Monate in der Wohnung bleiben werden, ist keine An- und Abmeldung notwendig.
  • Auch bei einigen Gemeinschaftsunterkünften ist keine Anmeldung notwendig. Vorausgesetzt, Sie beziehen eine Gemeinschaftsunterkunft oder eine andere dienstlich bereitgestellte Unterkunft, um
    • Wehrdienst zu leisten.
    • Bundesfreiwilligendienst zu leisten.
    • Zivildienst zu leisten.
    • eine Dienstleistung nach dem Vierten Abschnitt des Soldatengesetzes zu erbringen.
    • Dienst als Berufssoldat, Soldat oder Vollzugsdienst bei der Bundes- oder Landespolizei zu leisten (Nicht länger als 12 Monate).
    • als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst an Lehrgängen oder Fachstudien zur Aus- oder Fortbildung teilzunehmen

Welches ist eigentlich der Zweitwohnsitz?

Der Hauptwohnsitz wird als vorwiegend benutzte Wohnung des Einwohners definiert. Die Zweitwohnung ist also diejenige Wohnung, in der Sie weniger Zeit verbringen. 

Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich bei Ihrem Zweitwohnsitz um eine gemietete oder gekaufte Wohnung handelt. Auch Ferien- oder Wochenendhäuser gelten als Zweitwohnsitz. 

Auch hier gibt es aber natürlich diverse Sonderfälle, in denen die Aufteilung in Haupt- und Zweitwohnung anders geregelt ist und nicht anhand der Zeit bestimmt wird, in der Sie sich dort aufhalten. 

Sonderfall Ehepartner

Ehepartner haben Ihren Hauptwohnsitz grundsätzlich an dem Ort, an dem auch ihr Schwerpunkt der Lebensbeziehungen liegt, selbst wenn mehr Zeit in der Zweitwohnung verbracht wird. Der Gesetzgeber sieht den Standort an dem auch Ihr Ehepartner lebt als Ihren Hauptwohnsitz an.

Sonderfall berufsbedingter Zweitwohnsitz

Eine weitere Ausnahme ist der berufsbedingte Zweitwohnsitz. Hier steht der Mittelpunkt der Lebensinteressen im Vordergrund. Der Gesetzgeber nimmt dabei an, dass Familie, Freunde und Bekannte eine besondere Bindung zu Ihrem Heimatort herstellen. Auch hier ist deshalb nicht die Zeit entscheidend, die Sie in einer Wohnung verbringen, sondern der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen. 

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