Muss ich vor meinem Haus den Schnee räumen?

An Werktagen müssen die Wege meist von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends geräumt sein. Für die Räumung der Gehwege ist in aller Regel der Eigentümer zuständig, dieser kann die Räum- und Streupflicht allerdings auch auf den Mieter übertragen.

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Der erste Schnee im Winter hüllt die Stadt in eine weiße Decke und man zieht sich am liebsten mit einem heißen Tee auf das Sofa zurück. Für Immobilienbesitzer bedeutet Schnee aber auch noch etwas ganz anderes: Arbeit. 

Wer ist für die Räumung zuständig?

Grundsätzlich sind die Gemeinden für die Schneeräumung auf öffentlichen Wegen zuständig. Diese Pflicht wird allerdings per Satzung auf die Anlieger übertragen. Die Schneeräumpflicht für die Gehwege vor dem Haus liegt deshalb bei den Eigentümern der Immobilie. Es bleibt den Besitzern selbst überlassen, diese Räum- und Streupflicht auf einen Hausmeister oder auch einen externen Dienstleister zu übertragen. 

Eigentümer haben jedoch auch die Möglichkeit, die Pflichten bei vermieteten Objekten auf die Mieter zu übertragen. Damit diese Übertragung wirksam ist, muss sie allerdings entweder direkt im Mietvertrag verankert sein oder in der Hausordnung festgehalten werden. Die Hausordnung muss in diesem Fall zusätzlich ausdrücklicher Bestandteil des Mietvertrags sein und nicht nur im Treppenhaus ausgehängt werden. 

Überträgt der Vermieter die Pflichten formal korrekt auf die Mieter, müssen Sie wohl oder übel zum Schneeschipper greifen. Bei mehreren Mietparteien müssen die Mieter untereinander einen Schneeräumungsplan aufstellen, um eine korrekte Räumung zu gewährleisten. 

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Vermieter hat trotzdem Verantwortung

Der Vermieter ist allerdings auch nicht von allen Pflichten befreit: Bei Mehrfamilienhäusern muss er die Gerätschaften und das Streugut bereitstellen.

Wann muss geräumt werden?

Die Räum- und Streupflicht gilt nicht 24 Stunden am Tag. In vielen Gemeinden müssen die Wege an Werktagen bis 7 Uhr morgens geräumt sein. Der Winterdienst endet in der Regel um 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen muss bis 8 Uhr morgens geräumt sein. 

Keine Sorge: Bei stetigem Schneefall müssen Sie nicht den ganzen Tag im Freien verbringen. In diesem Fall muss der Schnee erst geräumt werden, wenn sich die Wetterverhältnisse normalisiert haben. 

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Arbeitszeiten oder Abwesenheit

Wenn Sie für die Räumung verantwortlich sind und dieser über einen kurzen oder auch längeren Zeitraum nicht nachkommen können, müssen Sie sich um eine Vertretung kümmern. 

Ab wann gelten die Wege als geräumt?

In aller Regel gelten Fußwege als geräumt, wenn eine Breite von 1,20 bis 1,50 Metern vom Schnee befreit wurden. Als Faustregel gilt: Zwei Personen müssen gefahrlos aneinander vorbeilaufen können. 

Der Schnee darf dabei allerdings nicht einfach auf die Straße oder gar das Nachbargrundstück geschippt werden, sondern sollte am Straßenrand oder im Garten gesammelt werden. 

Muss auch gestreut werden?

Die Wege müssen für Bewohner und Passanten gefahrlos benutzbar sein. Bei Glätte gehört deshalb auch das Streuen zu den Pflichten der Eigentümer bzw. der Mieter. 

Achtung: Der Einsatz von Streusalz ist in vielen Kommunen mittlerweile verboten! Im Zweifel sollten Sie hier entweder bei der Stadt bzw. der Gemeinde nachfragen oder direkt auf anderes Streugut umsteigen. Mit Split sind Sie hier in aller Regel auf der sicheren Seite. Ungeeignet sind dagegen zum Beispiel Hobelspäne.

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Frühjahrsputz

Wenn der Schnee getaut ist und der Frühling langsam einzieht, gehört auch die Entsorgung des Streugutes dazu. Sie müssen den gestreuten Sand oder Split als zusammenfegen und entsorgen.

Es kommt zu einem Unfall – was jetzt?

Grundsätzlich gilt: Wer für den Winterdienst verantwortlich ist, muss auch für die Sicherheit sorgen. Kommt es zu einem Unfall auf den Gehwegen vor Ihrem Haus, müssen Sie unter Umständen dafür haften. Voraussetzung ist in diesem Fall, dass der Unfall nicht auf fahrlässiges Verhalten der betreffenden Person zurückzuführen ist, sondern auf ein unzureichendes Streuen oder Räumen.

In diesem Fall schützt Sie eine Haftpflichtversicherung, denn gerade bei Glätte kann es schneller zu Unfällen kommen als man denkt. Bei Eigentümern schützt eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung im Falle eines Unfalls. 

Tipp: Kosten von der Steuer absetzen

Wird vom Vermieter ein externen Winterdienst mit der Schneeräumung beauftragt, kann er diese Kosten in der Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegen. Als Mieter können Sie 20 Prozent der dafür anfallenden Lohnkosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Maximal dürfen hier 1.200 Euro pro Jahr abgesetzt werden. 

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