Nebenkosten Hauskauf

Die Nebenkosten variieren stark nach dem Kaufpreis, Bundesland und Zustand des Hauses

Stand:

Neben dem reinen Kaufpreis für ein Haus fallen noch verschiedene zusätzliche Kosten als Nebenkosten beim Hauskauf an. Diese müssen bei der Kalkulation sowie auch für die Finanzierung berücksichtigt werden. Üblicherweise setzen sich diese Zusatzkosten aus Grunderwerbssteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten, Maklerprovision und Kosten für das Immobiliengutachten zusammen. Hinzukommen können noch individuelle Modernisierungskosten für den Umbau des Hauses oder erforderliche Sanierungsmaßnahmen. Die Höhe der einzelnen Leistungen lassen sich prozentual vom Kaufpreis ableiten. 

In der folgenden Tabelle finden Sie beispielhaft die Nebenkosten, die beim Kauf eines Einfamilienhauses in Nordrhein-Westfalen mit 140 m² Wohnfläche und einem Kaufpreis von 349.000 Euro anfallen können:

Beispielrechnung der Nebenkosten beim Hauskauf
Grunderwerbsteuer6,5% des Kaufpreises22.685,00 Euro
Notarkostenca. 1% des Kaufpreises3.490,00 Euro
Grundbuchkostenca. 0,5% des Kaufpreises1.745,00 Euro
Maklerprovision3,57% des Kaufpreises (Neue BGB-Vorschriften zur Maklerprovision beim Immobilienkauf ab 23.12.2020)12.459,30 Euro
offizielles Immobiliengutachten1.500,00 Euro
Modernisierungskosten6.000,00 Euro
Summe47.879,30 Euro

Die beim Hauskauf anfallenden Nebenkosten gliedern sich in verschiedene Bereiche auf, die vorwiegend zusätzliche Leistungen und Vorschriften betreffen. 

 

Grunderwerbssteuer

Direkt nach dem Hauskauf wird die Grunderwerbsteuer fällig. Die Höhe der Steuer ist abhängig vom Bundesland und wird vom Finanzamt per Bescheid mitgeteilt. Basis der Berechnung bildet der Kaufpreis von Haus und Grundstück, nicht aber der vom mit gekauften Inventar wie Einbauküche, Sauna oder Öltank. Am niedrigsten ist die Steuerlast aktuell mit 3,5 % in Bayern, die höchste Grunderwerbsteuer von 6,5 % wird im Saarland, in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein fällig.

 

Notarkosten

Beim Hauskauf muss laut BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zwingend ein notarieller Kaufvertrag abgeschlossen werden. Die Notarkosten betragen ca. 1 % des Kaufpreises. Die Höhe der Kosten ist nicht frei verhandelbar, sondern sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt. Der dort angegebene Mindestsatz wird vom Notar je nach Aufwand vervielfacht, daraus ergibt sich ein Gebührensatz zuzüglich Umsatzsteuer.

 

Grundbucheintrag

Nach dem Verkauf wird eine Änderung im Grundbuch beim jeweiligen Amtsgericht vorgenommen, auch hierfür entstehen Kosten, die der Hauskäufer tragen muss. Die Grundbuchkosten bestehen aus Auflassungsvormerkung, Eintragung Eigentümer und Eintragung einer eventuellen Grundschuld und machen ca. 0,5 % des Kaufpreises aus und werden ohne zusätzliche Mehrwertsteuer fällig.

 

Maklerprovision

Kaufen Sie Ihr Haus über einen Immobilienmakler, erhält dieser bei einem erfolgreich abgewickelten Verkauf eine Maklerprovision, üblicherweise beträgt diese zwischen 3,57 % und 7,14 % des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Dabei gilt bislang das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt hat, zahlt auch die Gebühren und das ist in den meisten Fällen der Verkäufer. Ab 23.12.2020 ändern sich die Regeln, zukünftig muss die Provision zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden, jede Partei zahlt die Hälfte. Die Neuregelung gilt ausschließlich für private Hauskäufe, im gewerblichen Bereich kann die Bezahlung der Maklerprovision nach wie vor frei vereinbart werden.

 

Immobiliengutachten

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie vor Abschluss des Kaufvertrages ein offizielles Immobiliengutachten einholen. Der Gutachter bewertet die Bausubstanz, stellt fest, wo Renovierungsbedarf besteht und klärt ab, ob der verlangte Kaufpreis angemessen ist. Für das Immobiliengutachten können Sie mit Kosten zwischen 1.500 und 3.500 Euro rechnen. Beauftragen Sie mit der Begutachtung einen Makler oder Handwerker, wird es oft günstiger. Dann bezahlen Sie für diese Leistung in der Regel zwischen 400 und 600 Euro.

 

Modernisierungskosten

Ein sehr individueller Kostenfaktor beim Hauskauf sind die Modernisierungskosten. Sie richten sich nach dem Zustand des Hauses und dem damit verbundenen Renovierungsaufwand. Empfehlenswert ist es hier, sich bereits vor dem Kauf auf Basis des Immobiliengutachtens mehrere Angebote einzuholen, um die Gesamthöhe der Renovierungskosten mit einkalkulieren zu können. Dies ist wichtig für die Finanzierung des Hauskaufs.

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