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Wir planen einen Umzug nach Italien – was müssen wir beachten und vorbereiten?

Zuletzt bearbeitet am

Ein Umzug nach Italien ist grundsätzlich unkompliziert. Als Mitglied in der EU legen die italienischen Behörden deutschen Auswanderern keine großem Hürden in den Weg.

Die Kultur und Lebensart der Italiener unterscheidet sich in einigen Punkten aber schon recht deutlich zu der deutschen. Auch gibt es einige Gesetze und Regelungen, die einem als Zugezogener etwas befremdlich vorkommen können.

Wohnsitz anmelden, Einreise, Dokumente und Unterlagen, Arbeiten, Krankenkasse und Auto: Hier haben wir für Sie alles zusammengefasst, was Sie für Ihren Umzug nach Italien wissen müssen und was Sie vorbereiten sollten.

Wohnen in Italien

Immobilie kaufen

Der Handel mit Immobilien läuft in Italien fast immer über einen Makler. Anders als in Deutschland muss ein italienischer Immobilienmakler sein Handwerk studieren oder eine Lehre in der Maklerkammer absolvieren.

Die Maklerprovision beträgt in Italien zwischen 2 und 4 Prozent, wobei es Käufer und Verkäufer selbst überlassen ist, ob sie sich den Betrag teilen. Abgewickelt wird der Kaufvorgang wie in Deutschland über einen Notar, für den nochmal 1 bis 2 Prozent des Kaufpreises anfallen.

Immobilien-Schnäppchen sind in Italien leider äußerst selten. Bedenken Sie außerdem, dass gerade bei italienischen Landhäusern häufig noch hohe Sanierungskosten dazu kommen, da diese selten auf dem in Deutschland verbreiteten Wohnstandard sind.

Der Kauf einer Immobilie verläuft in der Regel in drei Phasen:

  • Kaufangebot („impegnativa d’acquisto“): Mit der Abgabe eines schriftlichen Angebots bekräftigt der Kaufinteressent das Interesse an der Immobilie. Dies ist eine (für den Käufer) verbindliche Absichtserklärung, die häufig mit einer kleinen Anzahlung verbunden ist.
  • Vorvertrag („contratto preliminare“): Im Vorvertrag werden die wichtigsten Vertragsdetails festgehalten und ein Zeitraum für das Erledigen von restlichen Formalitäten bestimmt. Üblicherweise wird mit dem Vorvertrag eine Anzahlung („caparra“) von 10 Prozent des Kaufpreises fällig. Tritt der Käufer ohne triftigen Grund vom Vertrag zurück, darf der Verkäufer die Anzahlung als Vertragsstrafe behalten. Andersherum muss der Verkäufer dem Käufer die doppelte Summe zurückzahlen.
  • Notarvertrag: 1 bis 3 Wochen später wird der endgültige Kaufvertrag beim Notar unterschrieben. Mit der Unterschrift wird die Immobilie auf den neuen Besitzer übertragen und der Restbetrag des Kaufpreises wird fällig.

Um Vorvertrag und Kaufvertrag unterzeichnen zu können, benötigen Sie eine italienische Steuernummer („codice fiscale“). Diese brauchen Sie aber ohnehin, denn ohne die Steuernummer geht in Italien gar nichts. Beantragt wird die Nummer beim italienischen Finanzamt oder (falls Sie noch in Deutschland leben) bei der nächsten italienischen Auslandsvertretung.

Wohnung mieten

Ein ausgereiftes Mietsystem mit allen Rechten und Pflichten, wie wir es aus Deutschland kennen, gibt es in Italien nicht. Das Anmieten einer Wohnung sollten Sie sich unbedingt zusätzlich schriftlich bestätigen lassen, denn gelegentlich fordern italienische Behörden einen solchen Nachweis. Außerdem schützt es Sie vor einem plötzlichen Rausschmiss.

Übrigens: Steht in dem Wohnungsinserat die Angabe „solo referenziati“, benötigen Sie eine Empfehlung, um die Wohnung mieten zu können, bspw. vom Vormieter oder von Ihrem Arbeitgeber.

Bei Mietwohnungen gilt bezüglich des Renovierungsstands leider das gleiche wie bei Kaufimmobilien: Selten sind diese auf dem deutschen Standard. Oftmals sind einige Zimmer bspw. gar nicht beheizt.

Information-Symbol

Italienische Online-Portale

Zusätzlich zu dem Angebot auf deutschen Immobilienportalen finden Sie auf www.cercasicasa.it sowohl Immobilien zum Kauf („vendita“) als auch zur Miete („affitto“). Ein reines Mietportal ist www.mioaffitto.it.

Wohnsitz anmelden

Innerhalb von 20 Tagen nach dem Umzug müssen Sie beim zuständigen Einwohnermeldeamt („ufficio Anagrafe“) Ihren Wohnsitz („residenza“) anmelden. Sie müssen dabei Ihre Herkunftsgemeinde angeben sowie im Falle einer Lebens- oder Wohngemeinschaft den Namen der Person, die schon in Italien lebt.

Diese Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung:

  • Ausweis bzw. Identitätspapiere
  • Italienische Steuernummer / Steuerkarte
  • Nachweis über den Wohnsitz
  • Idealerweise Nachweis über die Herkunftsgemeinde
  • Bestätigung der Arbeitstätigkeit
  • Krankenversicherungskarte
  • Bescheinigung über die Zusammensetzung der Familie
  • Einschreibebestätigung einer öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten Bildungseinrichtung
  • Bestätigung über die Verfügbarkeit von ausreichend Geldmitteln für den Aufenthalt für sich selbst und die Familienangehörigen

Nach einigen Tagen oder Wochen wird ein Mitarbeiter der Behörde einen Kontrollbesuch durchführen, ob Sie an der angegeben Adresse auch wirklich wohnen. Anschließend wird der Wohnsitz genehmigt. Bis Sie das schriftliche Dokument in der Hand halten, kann es aber noch ein paar Monate dauern.

Wenn Sie Ihren deutschen Wohnsitz zunächst noch behalten möchten, können Sie beim Einwohnermeldeamt einen Aufenthalt für einen längeren Zeitraum anmelden („dichiarazione di domicilio temporaneo“). Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie in Italien nach einer Arbeitsstelle suchen möchten.

Einreise nach Italien

Haushaltswaren

Privates Übersiedlungsgut kann zoll- und steuerfrei eingeführt werden. Es gilt eine Beobachtungsfrist von 12 Monaten, in der die Gegenstände weder verkauft noch verschenkt werden dürfen. Auch der Verleih oder die Vermietung ist nicht zulässig.

Innerhalb der Europäischen Union (EU) finden nur noch sehr selten Grenzkontrollen statt. Trotzdem sollten Sie Ihr Umzugsgut in einer Liste aufführen (in italienischer Sprache). Auf Basis dieser Liste kann eine Gebühr für das Zollverfahren anfallen.

Genussmittel

Für Genussmittel gelten bestimmte Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen:

  • 800 Zigaretten
  • 400 Zigarillos
  • 200 Zigarren
  • 1 Kilogramm Tabak
  • 10 Liter Alkohol über 22 % vol.
  • 20 Liter Mixgetränke unter 22 % vol.
  • 90 Liter Wein (darunter maximal 60 Liter Schaumwein)
  • 110 Liter Bier

Bei größeren Mengen gehen die Behörden nicht mehr von einer privaten Nutzung aus. Eine steuerfreie Einfuhr ist dann nur möglich, wenn man nachweisen kann, dass die ungewöhnlichen Mengen für einen besonderen Anlass gebraucht werden, etwa eine private Feier.

Haustiere

Möchten Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nach Italien mitnehmen, gelten die EU-Bestimmungen:

  • Sie benötigen einen Nachweis über die Tollwut-Impfung. Die Erst-Impfung muss mindestens 21 Tage alt sein,
  • Jungtiere müssen mindestens 15 Wochen alt sein,
  • das Tier muss mit Mikrochip nach ISO-Standard 11784 gechipt sein, lesbar mit einem Lesegeräten nach ISO-Norm 1178,
  • Sie brauchen einen EU-Heiomtierausweis mit eingetragener Begleitperson (Besitzer) und dem Datum der Tollwutimpfung.

Meerschweinchen, Hamster und bis zu drei Kaninchen dürfen innerhalb der EU ohne besondere Vorschriften über die Grenzen reisen. Sittiche und Papageien benötigen einen Nachweis, dass sie frei von Krankheiten sind.

Generell darf eine Person aber mit maximal fünf Haustieren reisen und diese dürfen nicht für den Verkauf bestimmt sein, sonst gelten andere Bestimmungen.

Arbeiten in Italien

Als EU-Bürger mit Wohnsitz können Sie problemlos in Italien arbeiten, eine besondere Genehmigung benötigen Sie nicht.

Aber Achtung: Für einige Berufe gelten andere Bestimmungen als in Deutschland oder es sind Genehmigungen oder Mitgliedschaften in der Handelskammer notwendig.

Möchten Sie eine selbstständige Tätigkeit ausüben, müssen Sie beweisen, dass es sich dabei um ein legitimes Geschäft handelt. Außerdem müssen Sie eine Gewerbesteuernummer („Partita IVA“) beantragen.

In jedem Fall benötigen Sie Ihre italienische Steuerkarte bzw. die Steuernummer („codice fiscale“).

Leben in Italien

Sprache

Logischerweise ist es für das Leben in Italien hilfreich, die italienische Sprache zu beherrschen.

Englisch als Fremdsprache ist leider wesentlich weniger verbreitet als in Deutschland. Durch die vielen deutschen Touristen haben sich einige Italiener (z.B. in der Gastronomie) aber ein paar deutsche Schlüssel-Begriffe angeeignet.

Auto

Ende 2018 trat in Italien ein Gesetz in Kraft, dass in Italien wohnhafte Personen innerhalb von zwei Monaten ihr im Ausland zugelassenes Kraftfahrzeug auf ein italienisches Kennzeichen ummelden müssen.

Daran sollten Sie sich unbedingt halten, denn die italienischen Behörden greifen hier hart durch. Wer sich nicht daran hält und in eine Polizeikontrolle gerät, muss mit einer Geldstrafe von 700 bis 2800 Euro sowie der Beschlagnahme des Fahrzeugs rechnen.

Krankenversicherung

In Italien gibt es ein staatliches Gesundheitssystem, das mit Steuern finanziert wird und eine kostenlose bzw. sehr günstige medizinische Grundversorgung bietet. Umgesetzt wird dies vom nationalen Gesundheitsdienst SSN („Servizio Sanitario Nazionale“).

Um sich in Italien krankenversichern zu lassen, benötigen Sie den von Ihrer bisherigen Krankenkasse ausgefüllten Vordruck E121. Mit diesem Formular ist der nahtlose Übergang in das italienische Gesundheitssystem problemlos möglich.

Da der SSN nur eine Grundversorgung darstellt, haben viele Italiener noch Zusatzversicherungen bzw. eine private Krankenversicherung abgeschlossen.

Ärzte

Beim Eintritt in den staatlichen Gesundheitsdienst SSN müssen Sie sich für einen Hausarzt entscheiden.

Es gibt in Italien ebenso qualifizierte Mediziner wie in Deutschland. Leider ist das Problem mit der Sprache unter den Ärzten aber genauso verbreitet wie in anderen Bereichen des Landes – einen fließend Englisch sprechenden Arzt werden Sie kaum finden.

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