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Was darf ich als Mieter im Treppenhaus und Flur abstellen?

Zuletzt bearbeitet am

Kurz und knapp

Im Treppenhaus oder Flur abgestellte Gegenstände dürfen die anderen Bewohner nicht behindern, zur Gefahr für den Brandschutz werden oder Rettungskräften im Weg stehen. Für einige Gegenstände gelten spezielle Regeln. Üblicherweise sind im Mietvertrag oder in der Hausordnung Vorgaben enthalten, was im Treppenhaus stehen darf und was nicht.

In einem Mehrfamilienhaus wird das Treppenhaus von allen gemeinsam genutzt. Deshalb sollte gegenseitige Rücksicht selbstverständlich sein. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, an die sich Mieter und Vermieter halten müssen.

Es gelten zwei wichtige Grundregeln:

  • Allen Bewohnern muss der uneingeschränkte Zugang zu ihren Wohnungen möglich sein. Was im Treppenhaus oder Hausflur steht, darf niemanden stören.
  • Aus Sicherheits- und Brandschutzgründen muss das Treppenhaus zu jeder Tages- und Nachtzeit ungehindert betreten und verlassen werden können. Gegenstände, die den Rettungs- bzw. Fluchtweg versperren, Löscharbeiten behindern oder bei schlechter Sicht zu einer Stolperfalle werden können, haben im Treppenhaus nichts zu suchen.

Die Sicherheit im Treppenhaus ist Sache des Vermieters

Der Vermieter muss dafür sorgen, dass das Treppenhaus verkehrssicher ist. Das bedeutet, die Bewohner müssen Treppenhaus und Flur ohne Gefahr nutzen können. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft müssen alle Eigentümer eine gemeinsame Lösung finden.

Neben einem ordnungsgemäß befestigten Treppengeländer, rutschfesten Treppenstufen und einer funktionierenden Beleuchtung ist der Vermieter auch dafür verantwortlich, dass stets ein Fluchtweg freigehalten wird.

Wie breit dieser mindestens sein muss, ist in den Bauordnungen der Bundesländer festgelegt und außerdem von der Gebäudeart abhängig. In der Regel ist aber ein Fluchtweg mit einer Mindestbreite von einem Meter vorgeschrieben.

Was darf ich im Treppenhaus abstellen und was nicht?

Um die Sicherheit zu gewährleisten, geben Vermieter üblicherweise im Mietvertrag und in der Hausordnung Regeln zur Nutzung des Treppenhauses an. Sperrige Gegenstände sind in der Regel verboten – brennbares Material sowieso. 

Doch nicht alles darf verboten werden. Solange der Fluchtweg nicht versperrt ist, gelten für viele Gegenstände spezielle Regeln, die sich aus unterschiedlichen Gerichtsurteilen mit der Zeit ergeben haben.

Kinderwagen

Ein Kinderwagen nimmt viel Platz in Anspruch, doch Eltern sind meist auf ihn angewiesen.

In verschiedenen Gerichtsurteilen wurde entschieden, dass es Eltern nicht zugemutet werden kann, den Kinderwagen mehrfach am Tag die Treppen rauf und wieder runter zu tragen. Daher ist das Abstellen eines Kinderwagens im Treppenhaus erlaubt, wenn die anderen Mieter dadurch nicht gestört werden und der Fluchtweg nicht blockiert wird.

Gibt es im Haus aber einen Fahrstuhl, der für den Kinderwagen breit genug ist, kann der Vermieter verlangen, dass der Kinderwagen mit in die Wohnung gebracht wird. Gleiches gilt, wenn die Mieter im Erdgeschoss wohnen und den Wagen problemlos mit hinein nehmen können.

Wichtig: Auch wenn das Abstellen erlaubt ist, muss der Kinderwagen beweglich bleiben, damit er bei Bedarf aus dem Weg geschoben werden kann. Er darf nicht am Geländer festgekettet werden.

    Rollator und Rollstuhl

    Für Rollstühle, Rollatoren und andere Geh- und Mobilitätshilfen gelten meist die gleichen Regeln wie für Kinderwagen: Sofern ausreichend Platz vorhanden ist, ist das Abstellen im Treppenhaus erlaubt.

    Tipp: Zusammenklappbare Geräte finden auch in etwas engeren Treppenhäusern ausreichend Platz.

      Fahrrad und Roller

      Da ein Fahrrad als Transportmittel und nicht als notwendige Mobilitätshilfe angesehen wird, greifen die Regelungen zu Kinderwagen und Rollstühlen hier nicht. Das Abstellen im Flur oder Treppenhaus ist nur mit der Zustimmung des Vermieters erlaubt. Eine solche Zustimmung kann zudem jederzeit widerrufen werden.

      Ist im Mietvertrag oder in der Hausordnung ein bestimmter Bereich für Fahrräder vorgesehen (bspw. ein Fahrradkeller), müssen Sie sich daran halten. Gibt es im Haus keinen geeigneten Platz, darf ein Fahrrad mit in die Wohnung genommen werden – auch ohne die Zustimmung des Vermieters. Für besonders wertvolle Räder gilt diese Regel immer, auch dann, wenn ein Fahrradkeller oder Hof vorhanden ist.

      Fußmatte

      Eine Fußmatte gilt als übliche Nutzung des Treppenhauses und ist in aller Regel erlaubt, außer im Mietvertrag ist dies ausdrücklich verboten. Auch wenn die Matte erlaubt ist, sollte sie nicht die üblichen Maße überschreiten, da sie sonst schnell zur Stolperfalle werden kann.

      Schuhe

      Das Abstellen von nassen Schuhe vor der Wohnungstür zum Abtropfen ist üblich und daher kein Problem. Enthält Ihr Mietvertrag einen Abschnitt, der dies untersagt, ist die Klausel ungültig. Eine dauerhafte Lagerung der Schuhe vor der Tür ist allerdings nicht erlaubt.

        Schuhschrank, Regal und Garderobe

        Bei Schuhschränken und ähnlichen Möbelstücken sind sich die Gerichte nicht hundertprozentig einig. Gerichte urteilten bislang sowohl für als auch gegen die Zulässigkeit eines Schuhschranks im Treppenhaus.

        Auch hier gilt aber immer: Sobald der Schrank im Weg steht und andere Bewohner behindert, muss er weggeräumt werden.

        Schneeschieber und Besen

        Reinigungswerkzeug wie Schneeschieber und Besen gehören nicht in den Hausflur, da sie potenzielle Stolperfallen sind. Ein Schneeschieber hinterlässt zudem häufig Pfützen auf dem Boden, auf denen die Mieter ausrutschen könnten.

        Sind die Mieter für die Reinigung des Treppenhauses verantwortlich, können gemeinschaftlich genutzte Geräte aber dort abgestellt werden.

        Post und Päckchen

        Pakete und Päckchen dürfen vorübergehend im Hausflur abgelegt werden, wenn sie frühestmöglich mitgenommen werden. Auch die Zeitung bis vor der Wohnungstür gebracht zu bekommen ist erlaubt, solange sie dort nicht ewig liegen bleibt.

        Müll

        Mülltüten oder -tonnen gehören unter keinen Umständen ins Treppenhaus. Wer dies wiederholt nicht beachtet, riskiert eine Abmahnung oder sogar Kündigung des Vermieters.

        Für kleinere Abfälle wie ungewünschte Post kann der Vermieter einen Papierkorb im Eingangsbereich installieren.

        Bilder, Poster, Plakate

        Die Wände müssen frei bleiben. Gemälde, Fotos und andere Bilder dürfen nur mit der Zustimmung des Vermieters im Treppenhaus aufgehangen werden.

        Pflanzen und Blumentöpfe

        Auch das Abstellen von Pflanzen muss vom Vermieter genehmigt werden, ansonsten ist es nicht erlaubt.

        Haben Sie die Erlaubnis bekommen, sollten Sie sich auch um die Pflanze kümmern. Achten Sie beim Gießen aber darauf, dass der Boden nicht nass und damit zur Rutschgefahr wird.

        Dekoration

        Schlichte und vorübergehende Dekorationen zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Ostern sind erlaubt. Solange dies keinen anderen Hausbewohner übermäßig stört oder den Fluchtweg behindert, ist die Zustimmung des Vermieters nicht erforderlich.

        Auch ganzjährige Dekorationen können zulässig sein, wenn sie nicht über den Türrahmen hinausreichen und schlicht und dezent gehalten sind.

        Was kann ich tun, wenn sich meine Nachbarn nicht an die Regeln halten?

        Wenn Sie sich gestört fühlen, weil Ihre Nachbarn ständig die Fahrräder, Schuhe oder sogar Müllsäcke im Treppenhaus abstellen, sollten Sie als allererstes mit den betroffenen Personen reden. Vielleicht ist Ihren Mitmietern gar nicht bewusst, dass Sie sich gestört fühlen. Möglicherweise lässt sich ein Kompromiss finden.

        Versuchen Sie, sich dabei in die Lage Ihres Gegenübers zu versetzen. Geht es um einen Rollstuhl oder Kinderwagen, nehmen Sie etwas Rücksicht, schließlich ist Ihr Gegenüber darauf angewiesen. Das Lagern von Müll im Treppenhaus sollte dagegen nur in Ausnahmefällen toleriert werden.

        Hat ein Gespräch keinen Erfolg oder halten sich die Nachbarn nicht an die getroffene Vereinbarung, können Sie den Vermieter oder Hausverwalter einschalten. Ist Ihre Beschwerde berechtigt, kann er den Nachbar auffordern, den störenden Gegenstand wegzuräumen.

        Ist der Brandschutz gefährdet oder ein Fluchtweg zugestellt und der Mieter reagiert nicht auf die Aufforderung, darf der Vermieter selbst aktiv werden und den Gegenstand entfernen lassen. 

        In die Lage nicht zu klären, landen solche Fälle häufig vor Gericht. Kümmert sich Ihr Vermieter nicht um Ihre Beschwerde, können Sie ihm gegenüber Ihren „Erfüllungsanspruch auf Störungsabwehr“ gerichtlich geltend machen.

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