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Was ist ein Mietkauf und wann lohnt sich das?

Zuletzt bearbeitet am

Kurz und knapp

Beim Mietkauf wird im Mietvertrag vereinbart, dass der Mieter die Immobilie zu einem festgelegten Zeitpunkt erwirbt. Auch der Kaufpreis wird im Mietvertrag festgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnen Sie normal zur Miete, wobei ein Teil der Miete bereits als Anzahlung auf den späteren Kaufpreis angerechnet wird. 

Der klassische Mietkauf bedeutet, dass Sie mit Ihrem Vermieter vertraglich festhalten, die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Der spätere Kaufpreis und der Zeitpunkt des Kaufes werden bereits im Mietvertrag vereinbart. Bis zum vereinbarten Kaufdatum sind Sie kein Eigentümer der Immobilie, sondern bleiben Mieter.

Beim Mietkauf wird zwischen zwei verschiedenen Modellen unterschieden: dem klassischen Mietkauf und dem Optionskauf. 

Der klassische Mietkauf

Beim klassischen Mietkauf legen Sie als Mieter mit dem Vermieter bereits im Mietvertrag alle Konditionen fest. Dabei zahlen Sie zunächst wie gewohnt Miete, von der ein Teil bereits als Anzahlung für den Kauf angerechnet wird. Einen Teil dieser Anzahlung behält der Vermieter hier als Mietzins ein. Dabei wird ein Restkaufpreis vereinbart, zu welchem Sie die Immobilie nach Ablauf der vereinbarten Zeit kaufen. Alternativ können Sie auch vereinbaren, so lange die Miete zu zahlen, bis Sie die Immobilie mit dem Mietzins bezahlt haben. Diese Handhabung nimmt allerdings dementsprechend viel Zeit in Kauf. 

Der Optionskauf

Eine weitere Variante des Mietkaufs ist der Optionskauf, der häufig von Genossenschaften angeboten wird. Dabei erwerben Sie als Mieter das Recht, die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen, dieses müssen Sie allerdings nicht zwingend ausüben. Ein Optionskauf wird entgegen dem klassischen Mietkauf als Vorkaufsrecht ins Grundbuch eingetragen.

Lohnt sich ein Mietkauf?

Grundsätzlich ist ein Mietkauf nur sehr selten zu empfehlen und wird auch vom deutschen Mieterbund kritisch gesehen. Die wichtigsten Fakten zum Mietkauf:

  • Ein Mietkauf ist meist mit höheren Kosten verbunden als eine Immobilienfinanzierung, da die gezahlte Miete nicht zu 100 Prozent auf den Kaufpreis verrechnet wird. Die Konditionen können hier sehr unterschiedlich sein, weshalb Sie vor Vertragsabschluss genau klären sollten, wie viel Prozent der gezahlten Miete angerechnet wird.
  • Zusätzlich besteht immer die Gefahr der Insolvenz des Verkäufers. In diesem Fall können Sie Ihr bislang einbezahltes Geld verlieren.
  • Ein weiterer Nachteil ist die geringere Auswahl an Immobilien, da nur sehr wenige Objekte auf dem Markt für einen Mietkauf angeboten werden.
  • Auch bezogen auf die Fördermittel bietet ein Mietkauf keine Vorteile. Bei der Finanzierung gibt es diverse Fördermöglichkeiten, die bei einem Mietkauf dagegen nicht mehr angeboten werden.
Vor- und Nachteile des Mietkaufs in der Übersicht
Vorteile Nachteile
Kein Kredit für den Immobilienkauf notwendig. Kosten langfristig deutlich höher als bei Sofortkauf.
Finanzierung auch ohne Eigenkapital möglich. Wenn Verkäufer Insolvenz anmeldet ist das Geld in der Regel verloren.
Der Mietzins wird auf den Kaufpreis angerechnet. Hohes Einkommen benötigt, damit Miete und Anzahlung gedeckt sind.
Die Raten bleiben über den vereinbarten Zeitraum stabil. Tilgungsanteil der Miete muss hoch genug sein. Ansonsten lohnt es sich eher weiterhin zur Miete zu wohnen.
Beim Optionskauf sind Sie nicht zum Kauf der Immobilie verpflichtet. Vertrag muss notariell beglaubigt sein, ansonsten ist er unwirksam.
Keine staatlichen Fördermittel.
Geringe Auswahl an Immobilien.

Lohnt sich der Mietkauf also nie?

Ein Mietkauf kann unter Umständen eine Option sein, wenn Sie stattdessen keinen Bankkredit in Anspruch nehmen können und über wenig Eigenkapital verfügen. Speziell für junge Familien ist die Planungssicherheit durch die meist konstante Miethöhe verlockend.

Allerdings benötigen Sie hier ein sicheres und hohes Einkommen, um die monatliche Belastung und die Ansparung für den späteren Kauf stemmen zu können. 

Ein solcher Mietkauf ist unterm Strich deshalb äußerst risikoreich und in aller Regel nicht zu empfehlen.

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