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Was tun, wenn das Bauunternehmen Insolvenz anmeldet?

Zuletzt bearbeitet am

Das Wichtigste kurz und knapp

Hat Ihr Bauunternehmen Insolvenz angemeldet, sollten Sie sich umgehend an einen Fachanwalt für Baurecht wenden und die Situation besprechen. Auf keinen Fall dürfen Sie eine andere Baufirma mit der Fertigstellung beauftragen oder den Vertrag voreilig kündigen.

Die Insolvenz einer Baufirma ist leider nichts Ungewöhnliches. Wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, ist die Baubranche unter den Top 4 der Gewerbegruppen mit der höchsten Insolvenzquote. In absoluten Zahlen liegt das Baugewerbe mit 3.334 angemeldeten Insolvenzen im Jahre 2018 sogar an einsamer Spitze.

Die betroffenen Unternehmen trifft dabei gar nicht immer die Hauptschuld. Gerade bei kleinen Betrieben ist die Gewinnmarge häufig so gering, dass es schon zum Problem wird, wenn ein anderer Kunde die Zahlung verweigert. Ist dann kein Kapital im Hintergrund, um den Ausfall abzufangen, wird es problematisch.

Bekommt die Baufirma Liquiditätsprobleme und kann ihre Handwerker und Zulieferer nicht mehr bezahlen, kommt dies für Bauherren einer Katastrophe gleich. Der Bau steht still, Kreditraten und Mieten müssen trotzdem gezahlt werden und schon geleistete Zahlungen verschwinden in der Insolvenzmasse.

Auf welche Warnsignale muss ich achten?

Eine Insolvenz kommt nicht von heute auf morgen. In der Regel lässt sie sich schon vorher anhand einiger Warnsignale erkennen. Dazu gehören:

  • Es wird nicht weiter gebaut, obwohl die äußeren Umstände (Wetter etc.) gut sind.
  • Die Baustelle wirkt nicht ausreichend besetzt.
  • Es tauchen regelmäßig neue, fremde Subunternehmer auf der Baustelle auf.
  • Es wird kein neues Baumaterial mehr angeliefert.
  • Die Baustelle macht einen schlampigen Eindruck.
  • Das Bauunternehmen bittet um einen Vorschuss auf die nächste Abschlagszahlung.
  • Das Bauunternehmen stellt die Kommunikation ein und ist nie zu erreichen.

Als Bauherr sollten Sie unbedingt regelmäßig die Baustelle besuchen und den Baufortschritt kontrollieren. Idealerweise organisieren Sie sich einen unabhängigen Bausachverständigen als regelmäßige Begleitung.

Häufen sich die Anzeichen einer drohenden Insolvenz, können Sie möglicherweise mit einer außerordentlichen Kündigung das Schlimmste abwenden. Ist das Insolvenzverfahren erst einmal angelaufen, ist es dafür zu spät. Lassen Sie sich unbedingt von einem fachkundigen Rechtsanwalt beraten.

Baufirma ist insolvent – das Allerwichtigste: Ruhe bewahren

Ganz entscheidend ist es, ob auf Ihrem eigenen Grundstück gebaut wurde (mit Generalunternehmer bzw. -übernehmer) oder ob Sie einen Vertrag mit einem Bauträger haben. Im zweiten Fall nämlich gehört Ihnen zum Zeitpunkt der Insolvenz noch gar nichts, denn das Grundstück und das, was darauf gebaut wurde, wechselt erst nach der Fertigstellung den Besitzer.

Ist Ihr Bauunternehmen insolvent, ist erstmal das Wichtigste, dass Sie Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollten Sie:

  • auf eigene Faust weiterbauen bzw. eine andere Baufirma beauftragen
  • den Vertrag voreilig kündigen

Das Insolvenzrecht ist leider nicht sehr verbraucherfreundlich. Solange die Baufirma formal noch existiert, hat sie das Recht, das Haus fertig zu bauen. Wenn Sie ihr diese Möglichkeit nehmen, müssen Sie die potenziellen Einnahmen, die der Baufirma entgangenen sind, möglicherweise erstatten – auch wenn ein Weiterbau eigentlich unmöglich war.

Im schlimmsten Fall zahlen Sie dann doppelt – an die alte und an die neue Baufirma. Erst wenn der Insolvenzverwalter festgelegt hat, dass der Vertrag nicht aus der Insolvenzmasse erfüllt werden kann, können Sie aktiv werden.

So unbefriedigend es ist: Sie müssen Geduld bewahren. Ein Insolvenzverfahren kann sehr lange dauern, mindestens sechs Monate.

Sobald Sie von der Insolvenz Ihres Bauunternehmens erfahren haben, sollten Sie als erstes einen Fachanwalt für Baurecht einschalten. Dieser wird mit Ihnen die nächsten Schritte besprechen.

Dazu gehören:

  • Wert des Baus mittels Gutachten feststellen lassen: Welche Bauabschnitte wurden beendet, welche müssen noch erledigt werden? Welchen Wert haben Grundstück und Rohbau?
  • Rechtslage prüfen: Kann der Vertrag mit der Baufirma gekündigt werden?
  • Insolvenzverwalter kontaktieren: Wird der Bau trotz der Insolvenz noch fortgeführt? Kann eine andere Baufirma die Bauarbeiten beenden?
  • (Bau mit Bauträger) Eigentum sichern: Ist im Grundbuch eine Auflassungsvormerkung eingetragen? Kann das Grundstück und der Rohbau ohne Restzahlungen auf Sie überschrieben werden?
  • Schadensersatzansprüche erörtern und zur Insolvenztabelle anmelden: Welche Schäden sind Ihnen durch die Insolvenz entstanden? 
  • Materielle Schäden an der Bausubstanz verhindern: Was muss unternommen werden, damit der Rohbau keinen zusätzlichen Schaden durch Witterung etc. nimmt?

Der beste Schutz ist Vorsorge

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Pleite der Baufirma gibt es nicht. Ist das Kind schon in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen, geht es eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung.

Der beste Schutz vor einer insolventen Baufirma ist eine gute Vorsorge. Gesetzlich steht Ihnen nach der ersten Abschlagszahlung eine Sicherheit von fünf Prozent der Bausumme zu. Doch die Schäden, die durch die Insolvenz entstehen, sind in aller Regel wesentlich größer.

Etwas geschützter sind Sie mit einer Gewährleistungsbürgschaft einer Bank oder eines anderen Finanzinstituts. Diese erhöht die Kosten Ihres Bauvorhabens, ist aber eine finanzielle Absicherung, sollte Ihr Bauunternehmen Insolvenz anmelden müssen. Denn bei einem insolventen Unternehmen lässt sich die gesetzliche Gewährleistungspflicht nicht mehr durchsetzen.

Um sich so gut es geht abzusichern, ist es ratsam, Ihren Bauvertrag vor der Unterschrift von einem unabhängigen Sachverständigen oder Anwalt für Baurecht prüfen zu lassen und gegebenenfalls ergänzen zu lassen, zum Beispiel mit möglichen Vertragsstrafen bei Nichterfüllung.

Wichtig ist auch ein genauer Plan für die Abschlagszahlungen. Diese sollten stets im Einklang mit dem Wert der bis dahin erbrachten Leistung sein. Andernfalls ist zu viel gezahltes Geld bei der Insolvenz der Baufirma in der Regel verloren.

Suchen Sie sich Ihr Bauunternehmen also sorgfältig aus, sichern Sie sich vertraglich ab, besuchen Sie regelmäßig die Baustelle und achten Sie während der Bauphase auf Warnsignale wie Verzögerungen, geforderte Abschlagszahlungen und ausbleibende Kommunikation.

Auf insolvenzbekanntmachungen.de können Sie zudem jederzeit nachschauen, ob Ihr Bauunternehmen Insolvenz angemeldet hat.

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