Photovoltaikanlage planen: Was gibt es zu beachten?

Die inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema Solaranlagen wirft viele Fragen auf. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage gründlich zu informieren.

Stand:

Rechnet sich eine Solaranlage für mich? Erfüllt mein Haus bzw. mein Grundstück alle baulichen Voraussetzungen? Was kostet mich eine Photovoltaikanlage?

In 5 Schritten zu Ihrer Solaranlage

  • Eigenbedarf ermitteln
  • Ausführlich beraten lassen
  • Bauliche Voraussetzungen prüfen
  • Verschiedene Angebote einholen und vergleichen
  • Fördermöglichkeiten prüfen und Anträge stellen

Je nach Sonneneinstrahlung, Standort, Ausrichtung des Daches etc. kann eine Photovoltaikanlage jährlich zwischen 700 bis 1.100 kWh pro Quadratmeter erreichen.

Der große Vorteil einer Photovoltaikanlage ist die Unabhängigkeit von Energieversorgern und vom Stromnetz.

Überprüfen Sie, wie hoch Ihr durchschnittlicher Stromverbrauch in den letzten Jahren war. Ihre Anlage sollte so dimensioniert sein, dass Sie hierüber nahezu Ihren kompletten Stromverbrauch beziehen können.

Für 1 KiloWatt peak (Spitzenleistung der Anlage) benötigt man etwa 10 m² Dachfläche. 

Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht jährlich rund 4.000 kWh Strom. Daraus ergibt sich eine Photovoltaikanlage von circa 40 m² Fläche.

Die exakten Einstrahlungswerte für Ihren Standort ermöglichen eine genaue Berechnung.

Ein Stromspeicher speichert den Solarstrom. Damit können Sie den Strom auch dann nutzen, wenn keine Sonne scheint und sind unabhängig vom Energieversorger.

Erkundigen Sie sich im Vorwege sowohl über die unterschiedlichen Herstellermodelle als auch über die Betreibermodelle und lassen Sie sich ausführlich beraten, welches System für Sie am geeignetsten und am effizientesten ist.

Diese Fragen unterstützen Sie dabei:

  • Möchten Sie eine Insel- oder eine netzgekoppelte Anlage? 
  • Wünschen Sie eine Aufdach-, eine Freilandanlage oder eine gebäudeintegrierte Anlage?
  • Ist es für Sie wirtschaftlicher, den überschüssigen Strom für Ihren Eigenbedarf in einer Batterie oder einem Akku zu speichern oder in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen?
  • Gibt es in Ihrer Gemeinde eventuell eine kommunal verankerte Bürger-Solaranlage, an der Sie sich beteiligen können?

Prinzipiell ist die Sonneneinstrahlung überall in Deutschland stark genug, damit eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich arbeiten kann. Dennoch müssen Sie die individuellen Voraussetzungen Ihres Hauses überprüfen.

Idealerweise sollte Ihr Dach nach Süden ausgerichtet, direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und einen Neigungswinkel von 30° haben.

Je nach Stromverbrauch sollte Ihr Dach eine Fläche zwischen 30–50 m² bereitstellen. Auch die Dachlast muss hinreichend hoch sein.

Der Nutzungsgrad einer Photovoltaikanlage beschreibt die Effizienz der Nutzung, also das Verhältnis zwischen dem praktisch erzielbaren und dem theoretisch erreichbaren Ertrag der Anlage.

Mit dem Wirkungsgrad bezeichnet man den Prozentsatz der Sonnenenergie, den die Solarzellen in elektrische Energie umwandeln können. Der Wirkungsgrad ist von verschiedenen Faktoren abhängig und ist bei den verschiedenen Solarzellen sehr unterschiedlich.

Der Wechselrichter in der Photovoltaikanlage sorgt dafür, dass der Gleichstrom, der in den Solarzellen durch die Sonnenenergie erzeugt wird, in Wechselstrom umgewandelt wird.

 Dabei arbeiten die modernen Wechselrichter heutzutage so effizient, dass der Gleichstrom nahezu ohne Energieverlust in Wechselstrom umgewandelt wird.

Möchten Sie Ihre Anlage nur erweitern, empfiehlt es sich, einzelne Komponenten hinzuzukaufen.

Bei handwerklichem Geschick und professionellem Fachwissen zum Thema Solaranlagen können Sie die Einzelkomponenten kaufen und Ihre Anlage eigenständig planen.

Mit dem Kauf einer Komplettanlage inklusive Stromspeicher sind Sie auch als Laie auf der sicheren Seite und können Planung und Montage in die professionellen Hände einer Fachfirma geben.

Wenn Ihre Solaranlage nach Süden ausgerichtet ist, kann sie die Sonnenenergie optimal einfangen und liefert das Optimum an Erträgen.

Aber auch Dächer, die nach Südosten oder Südwesten ausgerichtet sind, können einen hohen Ertrag erzielen. Bei einer 30%igen Abweichung nach Osten oder Westen verringert sich der Ertrag gerade einmal um 5 Prozent.

Nicht das Alter sondern der Zustand und die Stabilität des Daches sind entscheidend bei der Installation einer Photovoltaikanlage.

Bedenken Sie, dass die Sanierung eines Daches mitsamt Solaranlage in der Regel nicht möglich ist. Das heißt, die Solaranlage müsste vorher demontiert und später wieder montiert werden. Das kann teuer werden!

Sanieren Sie zuerst das Dach und montieren Sie anschließend die Solaranlage. Erfolgen Sanierung und Kauf einer Photovoltaikanlage zeitgleich, kann man sich auch problemlos für eine Indachanlage entscheiden, die direkt auf dem Dachstuhl montiert wird.

Eine Anlage auf einem Ferienhaus, das auch tagsüber genutzt wird, wenn die Sonne scheint und viel Strom erzeugt wird, kann in der Regel kleiner ausfallen.

Vor allem bei Solaranlagen, die auf Berghütten oder auf Lauben in Schrebergärten etc. montiert werden, handelt es sich meistens um kostengünstigere Inselanlagen, die nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, sondern nur dem Eigenverbrauch dienen.

Für ein Einfamilienhaus benötigen Sie eine etwas größere, netzgekoppelte Anlage, die auf Ihren persönlichen Stromverbrauch abgestimmt sein sollte.

Empfehlenswert sind Anlagen mit einer Leistung von circa 3–5 kWp

Sind Sie und Ihre Familie werktags aus dem Haus und benötigen Sie deshalb vor allem abends Strom, ist es außerdem ratsam, eine Anlage mit Stromspeicher einbauen zu lassen.

Als Besitzer eines Mehrfamilienhauses macht es Sinn, sich eine Komplettanlage inklusive Stromspeicher anzuschaffen. Sie haben dann die Möglichkeit, den produzierten und gespeicherten Solarstrom an Ihre Mieter weiterzuverkaufen.

Bei einem Mehrfamilienhaus mit sechs Parteien sollten Sie sich beispielsweise für eine Solarstromanlage mit einer Leistung von 15–30 kWp entscheiden.

Vor allem Landwirte haben oftmals die Möglichkeit, auf einer Wiese einen Solar-Park einzurichten. Dabei wird in der Regel wesentlich mehr Strom produziert als man selber verbrauchen kann. 

Mit einer Komplettanlage können Sie den überschüssigen Strom entweder ins öffentliche Stromnetz einspeisen oder aber über Privatkabel an Ihre Nachbarn liefern und verkaufen.

Während die Solarzellen bei einer Aufdach-Montage über die Dachziegel gesetzt und mit speziellen Halterungen fixiert werden, werden die Solarzellen bei einer Indachanlage direkt auf dem Dachstuhl montiert.

Vereinbaren Sie am besten mit einem Solaranbieter einen Beratungstermin vor Ort – dieser kann die örtlichen Begebenheiten überprüfen und Ihnen so eine passende Solaranlage empfehlen.

Durch Zuschüsse amortisieren sich die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage wesentlich schneller und die Wirtschaftlichkeit wird deutlich verbessert.

Die KfW vergibt mit dem Programm 270 „Erneuerbare Energien Standard“ einen Förderkredit für neue Photovoltaikanlagen.

Zudem gibt es in einigen Bundesländern, Kommunen oder Städten regionale Förderungsprogramme.

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage bei der KfW-Bank und vor Ort nach regionalen Förderprogrammen.

Diese Checkliste hilft Ihnen dabei herauszufinden, für welches Angebot bzw. für welchen Solarteur Sie sich entscheiden sollten. Stellen Sie sich einfach diese 10 Fragen:

  1. Bietet der Solaranbieter vor Vertragsabschluss einen Beratungstermin an?
    Bevor der Solarteur Ihnen eine Solaranlage vorschlagen kann, die wirklich zu Ihnen, Ihrem Haus und Ihren Ansprüchen passt, muss er Ihre Wünsche, Ihren Stromverbrauch und Ihr verfügbares Budget kennen. Jede seriöse Firma wird Ihnen deshalb ein Beratungsgespräch anbieten.
  1. Berät mich der Solaranbieter darüber, welche Solaranlage für mich geeignet ist bzw. ob sie machbar ist?
    Eine professionelle Firma wird mit Ihnen darüber sprechen, welchen Bedarf Sie haben, welches Modell für Sie geeignet und welche Größe der Anlage erforderlich ist.

  2. Analysiert der Solaranbieter, ob sich eine Solaranlage für mich rechnet bzw. ob sie wirtschaftlich ist?
    Lassen Sie sich unbedingt ausrechnen, mit welchen Ausgaben Sie zu rechnen haben, welche Renditen erzielt werden können, wann sich die Anschaffungskosten amortisiert haben etc.

    Wichtig ist dabei natürlich, dass es sich bei den Berechnungen nicht um Beispielrechnungen handelt, sondern um Werte, die auf Ihrem Stromverbrauch und auf den Einstrahlungswerten an Ihrem Standort basieren.

  3. Schaut sich der Anbieter vor Vertragsabschluss die örtlichen Gegebenheiten an?
    Um feststellen zu können, ob bzw. wie sehr sich eine Photovoltaikanlage für Sie lohnt, muss der Solarteur die baulichen Gegebenheiten Ihres Hauses kennen und sie in die Berechnungen mit einfließen lassen.

    Folgende Fragen spielen bei der Entscheidungsfindung eine Rolle:

    – Reicht die Dachlast aus oder müssen Sie mit Zusatzkosten rechnen?
    – Ist der Neigungswinkel des Daches optimal? 
    – Ist das Haus nach Süden ausgerichtet? 
    – Liegt das Dach im Schatten hoher Bäume? 

    Ein seriöser Solarteur wird Ihnen sagen, ob sich Ihr Haus für eine Photovoltaikanlage eignet.

  4. Sind alle Kosten im Vertrag/Angebot deutlich aufgelistet?Schauen Sie genau, ob alle einzelnen Positionen explizit aufgelistet sind oder ob Sie noch mit „versteckten Kosten“, wie zum Beispiel Arbeitsstunden, Anfahrtskosten, Installationsarbeiten, Arbeiten am Dach etc. rechnen müssen.
  5. Klärt mich der Solarteur über finanzielle Fördermöglichkeiten auf?
    Ein seriöser Solaranbieter wird Ihnen auch bei der Finanzierung beratend zur Seite stehen und Sie zum Beispiel über staatliche Fördermöglichkeiten, Einspeisevergütungen, Solarkredite etc. aufklären.

  6. Bekomme ich vom Solarteur eine ausführliche Einweisung in den Betrieb der Solaranlage?
    Zu einer korrekten Übergabe einer Photovoltaikanlage gehören natürlich auch eine genaue Erklärung der Technik und eine Einweisung in den Betrieb. Nur, wenn Sie mit Ihrer Anlage vertraut sind, können Sie sie optimal nutzen.
  7. Gibt es Garantieleistungen?
    Viele Solaranbieter haben die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungspflicht von zwei Jahren auf fünf Jahre erhöht und bieten zudem noch eine Leistungsgarantie für bis zu 25 Jahre an.

  8. Kann der Solaranbieter Qualitätssiegel und Auszeichnungen vorweisen?
    Qualitätsmerkmale einer seriösen Firma sind nicht nur eine lange Unternehmensgeschichte und überzeugende Serviceleistungen, sondern auch Zertifizierungen, die auf hohe Qualitätsstandards schließen lassen.

  9. Gibt es positive Online-Bewertungen oder andere Referenzen zu dem Solaranbieter?
    Erkundigen Sie sich im Vorwege, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Bewertungen im Internet können Ihnen dabei ebenso helfen wie Erfahrungswerte und Empfehlungen aus dem Freundeskreis. Fragen Sie auch nach, ob Sie sich Referenzobjekte anschauen können.

 

In der Regel muss eine Photovoltaikanlage nicht genehmigt werden. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich vorher in Ihrem zuständigen Bauamt erkundigen.

Eine Ausnahme bilden denkmalgeschützte Häuser, da die Solaranlage das optische Erscheinungsbild des Gebäudes verändert. 

Wenn Sie Mitglied in einer Eigentümergemeinschaft sind, muss über die Montage einer Solaranlage meist mehrheitlich abgestimmt werden, da das Dach häufig Gemeinschaftseigentum ist.

Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz wird eine Photovoltaikanlage erst dann offiziell betrieben, wenn sie 

  1. fest an ihrem bestimmungsgemäßen Ort montiert ist
  2. an einen Wechselrichter angeschlossen ist
  3. erstmalig Strom verbraucht und Strom erzeugt hat.

Nein, laut Erneuerbare-Energien-Gesetz ist der Anlagenbetreiber nicht dazu verpflichtet, einen Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber abzuschließen.

Der Netzbetreiber hingegen ist jedoch dazu verpflichtet, den Strom aus Erneuerbaren Energiequellen vorrangig abzunehmen und entsprechend der Einspeisevergütung zu bezahlen. Zu bedenken ist jedoch, dass ein Vertrag das ganze Prozedere in der Regel vereinfacht und beschleunigt.

Nein, als Betreiber einer Photovoltaikanlage werden Sie an das wirtschaftlich günstigste Stromnetz in Ihrer unmittelbaren Umgebung angeschlossen. Dementsprechend bekommen Sie die Einspeisevergütung auch von dem entsprechenden Energieversorger, an dessen Stromnetz Ihre Anlage angeschlossen ist.

In der Regel sind Photovoltaikanlagen wetterfest. Dennoch kann es passieren, dass große Hagelkörner oder ein Blitzeinschlag die Solarmodule beschädigen. Sie sollten Ihre Anlage deshalb nach jedem größeren Unwetter auf mögliche Schäden überprüfen.

Um sich gegen Schäden durch Blitz, Hagel, Schnee, Wind oder Wasser abzusichern, ist es ratsam, eine Photovoltaikversicherung abzuschließen, die im Schadensfall haftet.

Bei Sturm kann es sein, dass der Wind unter die Solarzellen bläst und einen Pfeifton erzeugt. Grund dafür sind in der Regel Hohlräume, in die der Wind gelangt.

Gibt es im Montagesystem der Anlage offene Rohre etc. gibt, die sich problemlos verschließen lassen? 

Ist dies nicht der Fall, haben Sie die Möglichkeit spezielle Windabweiser zu montieren.

Die Solarmodule sind täglichen Witterungsbedingungen ausgesetzt und sollten regelmäßig von Laub, Moos etc. befreit werden, da diese die direkte Sonneneinstrahlung reduzieren. So verlängern Sie die Lebensdauer und erhöhen die Erträge.

Auch die Technik sowie die Stabilität des Montagesystems sollten regelmäßig überprüft werden. 

Insgesamt sind Photovoltaikanlagen aber sehr wartungsarm. Im Jahr kommen durchschnittlich 200 Euro Wartungskosten auf Sie zu.

Wenn sich Schnee auf Ihren Solarmodulen befindet, reduzieren sich die Erträge – zumal diese im Winter sowieso eher gering ausfallen. Deshalb ist es sinnvoll, den Schnee regelmäßig von den Modulen zu entfernen.

Sie können den Schnee zum Beispiel durch ein Dachfenster mit einem speziellen Schneeabzieher mit Teleskopstange oder mit einem weichen Handbesen abwischen. Vorsicht: Zerkratzen Sie die Solarzellen nicht!

Da PV-Module/Solaranlagen in Deutschland als Sondermüll gelten, gehören diese nicht in den Haushaltsmüll. Aus privaten Haushalten können die kaputten oder alten PV-Module/Solaranlagen einfach an einem fachgerechten Werkstoffhof entsorgt werden und somit gegebenenfalls recycelt werden.

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