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Renovieren, Sanieren, Modernisieren: Kosten, Tipps und Anleitungen

So bringen Sie neuen Schwung in Ihr Haus und schützen sich vor Schimmel & Co.


Ihr Haus nutzt sich ab und zerfällt mit der Zeit

Dies führt zu Wertverlust, Unbewohnbarkeit und hohen Investitionskosten. Doch es gibt Mittel und Wege, sich davor zu schützen – mit der richtigen Pflege halten Sie Ihre Immobilie in Schuss.

Was kann ich selber renovieren, wofür brauche ich Handwerker?

Wie viel Zeit benötigt die Kernsanierung eines Altbaus und was kostet das?

Wie viel Energie und Geld kann ich mit moderner Haustechnik sparen?

Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Renovierung, Sanierung und Modernisierung?

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre Immobilie zukunftsfähig machen. Wir helfen Ihnen bei der Handwerkersuche, bieten Anleitungen für Heimwerker und verraten wertvolle Alltags- und Finanzierungstipps, damit Ihr Renovierungsprojekt nicht zur Kostenfalle wird.

Es gibt viele gute Gründe, am Eigenheim Hand anzulegen: Behebung von Schäden, Steigerung des Wohnkomforts, gesetzliche Pflichten, Erhalt der Altersvorsorge, Senkung von Energiekosten oder einfach das Beheben von Kleinigkeiten, die einen schon immer gestört haben.

Damit Sie nicht über Ihr eigenes Projekt stolpern, sollten Sie stets vier grundsätzliche Schritte befolgen.

Vier Schritte einer erfolgreichen Renovierung

  • Motivation: Was will ich erreichen? Was stört mich?
  • Bestandsaufnahme: Wie ist der aktuelle Zustand? Was muss gemacht werden?
  • Finanzierung: Wie viel Geld steht zur Verfügung? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?
  • Maßnahme: Welche Optionen habe ich? Wer hilft mir bei der Umsetzung?

Renovieren, Sanieren, Modernisieren – Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Renovierung, Sanierung und Modernisierung werden gerne artverwandt genutzt. Dafür gibt es auch einen einfachen Grund: eine Maßnahme bedingt häufig eine andere. Arbeiten am Dach oder an Wänden beispielsweise sind häufig Sanierung und Modernisierung zugleich. Der darauf folgende Anstrich ist dann eine Renovierungsmaßnahme.

Die Grenzen sind also fließend. Streng genommen beschreiben die drei Begriffe aber Verschiedenes.

Renovieren heißt Verschönern

Renovierungen sind in erster Linie optischer Natur – zum Beispiel das Beheben kleinerer Makel und Mängel, die durch die tägliche Nutzung eines Hauses entstehen. Dies ist nicht zwingend nötig, sorgt aber für einen höheren Wohnkomfort. Man spricht daher auch von Schönheitsreparaturen.

Renovierungsarbeiten sind zwar arbeitsintensiv, benötigen aber meist kein tiefergehendes Fachwissen. Daher kann hier Vieles eigenhändig erledigt werden.

Typische Renovierungsmaßnahmen

  • Tapezieren
  • Streichen
  • Bodenbelag erneuern
  • Wände neu verputzen

Sanieren heißt Reparieren

Eine Sanierung behebt ernsthafte Schäden. Bleiben diese unbehandelt, können sie sich weiter ausbreiten oder die Bausubstanz des Gebäudes gefährden.

Das Ziel einer reinen Sanierung ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Qualität, gegebenenfalls angepasst an moderne Baustandards. Wichtig dabei ist es, nicht nur den Schaden selbst, sondern auch dessen Ursache zu beheben. Um dies in ausreichendem Maße umzusetzen, ist Erfahrung und Fachkenntnis gefordert, weshalb man die Arbeiten lieber in professionelle Hände gibt.

Typische Sanierungsmaßnahmen

  • Schimmel entfernen
  • Keller trockenlegen
  • Undichtes Dach reparieren
  • Risse in Putz oder Wand beheben

Modernisieren heißt Verbessern

Eine Modernisierung macht das, was der Name schon andeutet: die Immobilie auf einen modernen Stand bringen. Dazu muss nicht zwingend ein Schaden vorliegen.

Das Ziel ist meist die Steigerung des Wohnkomforts und die Senkung der laufenden Kosten. Modernisierungsmaßnahmen bedeuten eine Wertsteigerung, wodurch sich die Kosten bei einem nachfolgenden Verkauf häufig refinanzieren.

In vielen Modernisierungsbereichen gelten gesetzliche Vorgaben. Bauunternehmen und Architekten bieten in der Regel eine Beratung an, welche Maßnahmen erlaubt, möglich oder sinnvoll sind.

Typische Modernisierungsmaßnahmen

  • Dach und Außenwände dämmen
  • Wärmeschutzfenster einsetzen
  • Moderne Heizungsanlage einbauen
  • Brand- und Schallschutz verbessern

Typische Maßnahmen einer Renovierung, Sanierung und Modernisierung


Schön, energetisch, barrierefrei – Warum möchte ich renovieren?

Die erste Frage, die Sie sich vor jedem Projekt stellen sollten: Was möchte ich erreichen – ein schöneres, ein effizienteres oder ein wertvolleres Zuhause?

Unterschiedliche Ziele benötigen unterschiedliche Maßnahmen mit ganz unterschiedlichem Aufwand – zeitlich und finanziell. Viele Arbeiten lassen sich aber kombinieren. Was in nächster Zeit ohnehin ansteht, kann gleich mit erledigt werden – So sparen Sie Zeit und Geld. Denken Sie dabei auch an die kleinen optischen Makel, an denen Sie sich schon immer stören und doch nie dazu kommen, sie zu entfernen.

Ich will mehr Wohnkomfort

Einer der häufigsten Gründe für Renovierungen, Um- oder Anbauten ist so simpel wie bedeutend zugleich: das Wohlfühlgefühl im eigenen Zuhause.

Mehr Platz, der Einsatz technischer Hilfsmittel, weniger Lärmbelästigung oder einfach die Umgestaltung des bisherigen Wohnraums aus ästhetischen Gründen – welche Maßnahmen notwendig sind, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Haus ist nicht gleich Haus und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Genau genommen übersteigen komplexere Vorhaben die Möglichkeiten einer Renovierung und sind eher als Sanierung, Modernisierung oder kompletten Umbau zu verstehen. Der Baustoff einer Immobilie lässt sich schließlich nicht einfach austauschen. Die Themen Schallschutz und Klimatisierung werden optimalerweise schon beim Hausbau geplant und umgesetzt – eine Nachrüstung ist kompliziert und die Optionen sind meist begrenzt.

Ein neuer Anstrich oder Tapetenwechsel kann dagegen auch in Eigenregie umgesetzt werden und wahre Wunder für das Wohlbefinden bewirken. Auch der Durchbruch einer Wand ist häufig unkompliziert, muss aber vorher unbedingt von einem Statiker geprüft werden.

Besonders spannend sind die Möglichkeiten, die der Einsatz von Smart Home Technologie ermöglicht. So können Heizung, Licht, Fenster und Multimedia-Systeme bequem von der Coach aus gesteuert werden oder erledigen die Arbeit gleich ganz von alleine.

Was beim Smart Home wichtig ist

Idealerweise wird der Einsatz intelligenter Technologie schon beim Hausbau eingeplant. Worauf es ankommt, was möglich ist und wie viel das Ganze kostet, lesen Sie in unserem Hausbau-Ratgeber.

Ich will mehr Sicherheit

Eng verknüpft mit dem Thema Technikeinsatz für mehr Wohnkomfort ist der Bereich Sicherheit.

Mehr Sicherheit im Haushalt

Die Einbruchszahlen in Deutschland sind konstant hoch, die Aufklärungsquote vergleichsweise niedrig. Gegen finanzielle Schäden kann man sich versichern – immaterielle Werte und das Sicherheitsgefühl lassen sich dagegen nicht aufwiegen.

Bewährte Maßnahmen zum Schutz vor ungebetenen Gästen sind:

  • Überwachungskameras
  • Bewegungs- und Öffnungsmelder
  • Sicherheitstüren und -fenster
  • Gute Ausleuchtung aller Eingangsbereiche

Der effektivste Schutz aber ist die Abschreckung. Wer per automatischer Lichtsteuerung Anwesenheit vortäuscht, vor Hunden warnt (ob real oder nicht) und Kamera-Attrappen aufstellt, reduziert das Einbruchsrisiko deutlich.

Doch Sicherheit geht über den Einbruchschutz hinaus: Miteinander vernetzte Rauchmelder, intelligente Sturz- und Notfallerkennungssysteme und sogenannte Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) schützen vor Unfällen oder organisieren Hilfe, wenn diese benötigt wird. Bei Altbauten sollten typische Gefahrenquellen wie marode Stromleitungen unbedingt erneuert werden, um Kabelbrände und andere Bedrohungen zu verhindern.

Ich will den Wert meiner Immobilie erhöhen

Immobilien gelten als eine der sichersten Geldanlagen. Dafür gibt es gute Gründe: Neben dem ideellen Wert für die Bewohner kann sich auch der reelle Wert mit der Zeit steigern – allerdings nicht immer automatisch.

Immobilien sind Nutzgegenstände und wenn man sich nicht um die Pflege und Instandhaltung kümmert, passiert das genaue Gegenteil: sie verlieren ihren Wert.

Die Basis einer Wertsteigerung ist daher der Werterhalt – Schäden sollten sofort behoben werden oder – noch besser – gar nicht erst entstehen. Der wichtigste Punkt dabei: Wetterfestigkeit bzw. Schutz vor eindringender Feuchtigkeit.

Vor dem Verkauf einer Immobilie kann es sich lohnen, noch etwas Geld hinein zu stecken. Ein top Zustand steigert nicht nur den Wert, sondern lockt auch mehr Interessenten an. Häufig refinanzieren sich Investitionen auf diesem Weg von alleine oder bedeuten sogar einen Gewinn.

Zukunftssicher investieren

Welche Investitionen sind sinnvoll? Dafür lohnt sich ein Blick in die Zukunft: Gibt es besondere Trends bei Baustoffen und Einrichtung? Wie sieht das Haus der Zukunft aus? Die Expertise eines Immobilienprofis ist dafür logischerweise äußerst wertvoll.

Ich will weniger Barrieren für mehr Lebensqualität

Für Käufer ist der Erwerb einer Immobilie meist auch Teil der Altersvorsorge. Mietfreies Wohnen spart Geld und gibt Planungssicherheit. Doch was, wenn Körper und Zuhause nicht mehr zusammenpassen?

Steile Treppen, Schwellen an Durch- und Übergängen oder schwer erreichbare Schalter und Griffe – mögliche Hindernisse gibt es viele. Ebenso lang ist die Liste der Einschränkungen, die das Leben erschweren können und ganz unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen. Die Lösung: barrierefreies Wohnen.

Auf die Bezeichnung kommt es an

Barrierefreiheit ist ein gesetzlich definierter Begriff und in der Baunorm DIN 18040-2 festgelegt – Begriffe wie „altersgerecht“, „barrierearm“ oder „schwellenreduziert“ nicht. Bei Handwerkerangeboten daher immer auf die genaue Bezeichnung achten.

Übrigens: „Barrierefrei“ bedeutet nicht automatisch auch „rollstuhlgerecht“. Die DIN 18040-2 macht dazu gesonderte Vorgaben, die die Definition der Barrierefreiheit ergänzen. Eine rollstuhlgerechte Wohnung ist automatisch barrierefrei, nicht aber umgekehrt. Die korrekte Bezeichnung lautet: „barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“.

Ich will Energie (und Geld) sparen

Mit einer energetischen Sanierung lassen sich die laufenden Kosten einer Immobilie zu großen Teilen reduzieren. Das Stichwort lautet: Energieeffizienz.

Entscheidendes Kriterium ist der Primärenergiebedarf einer Immobilie. Dieser errechnet sich anhand verschiedener Faktoren:

  • Heizung: Die Basis jedes Energiekonzeptes ist die Heizanlage.
  • Wärmedämmung: Gut gedämmte Wände und Fenster sorgen dafür, dass produzierte Wärme nicht nach außen drängt.
  • Lüftung: Durch gute Lüftungsanlagen wird der Wärmeverlust beim Lüften reduziert bzw. Wärme zurückgewonnen.
  • Stromerzeugung: Wer seinen eigenen Strom erzeugt, braucht sich diesen nicht mehr von Energieversorgern einkaufen.
  • Warmwasserbereitung: Veraltete Warmwassersysteme sind ineffizient und vergeuden Energie.

Den rechtlichen Rahmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren hat die Bundesregierung mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) abgesteckt. Ursprünglich sollten diese Anfang 2018 im Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammengeführt werden. Dieser Plan wurde zunächst verschoben und soll nun Anfang 2019 umgesetzt werden.

Das Energiekonzept eines Hauses besteht aus dem Zusammenspiel von Heizung, Dämmung, Lüftung, Strom und Warmwasser

Was kostet eine hohe Energieeffizienz?

Moderne Energiekonzepte haben ihren Preis, amortisieren sich aber mit der Zeit. Außerdem sorgt ein geringerer Energiebedarf für Unabhängigkeit von Veränderungen der Energiepreise. Was sich finanziell lohnt, ist also ein Rechenspiel aus Kosten für Anschaffung und Wartung auf der einen Seite und geringeren monatlichen Ausgaben auf der anderen.

Wer sich für eine energetische Sanierung entscheidet, kann von den Förderprogrammen der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) profitieren. Diese vergibt Zuschüsse und zinsgünstige Kredite zur Finanzierung von modernen Energiekonzepten.

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt das Energiesparen, bspw. den Einbau moderner Heizsysteme oder den Einsatz erneuerbarer Energien.

Mehr dazu lesen Sie unter dem Punkt Modernisierung in diesem Ratgeber.


Kann ich Renovierungskosten von der Steuer absetzen?

Jein – laut Einkommenssteuergesetz können Aufwendungen für den privaten Bereich eines Steuerpflichtigen grundsätzlich nicht steuermindernd eingesetzt werden. Doch keine Regel ohne Ausnahmen:

  • Eigenheimbesitzer können Handwerkerkosten für selbstgenutzten Wohnraum in gewissem Umfang steuerlich geltend machen.
  • Ist eine Immobilie fremdvermietet, kann der Vermieter die Kosten von seinen Mieteinnahmen abziehen und damit das zu versteuernde Einkommen senken.

Renovierung von selbstgenutztem Wohnraum

Wer im Eigentum wohnt, kann 20 Prozent der Kosten für Renovierungs-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen steuerlich absetzen. Dies gilt allerdings nur für Lohn-, Anfahrts- und Maschinenkosten – das Material kann nicht angerechnet werden. Nicht ohne Grund ist die Höhe des Prozentsatzes vergleichbar mit der Umsatzsteuer: Der Gesetzgeber möchte damit Schwarzarbeit bekämpfen.

Für die steuerliche Ermäßigung gilt ein Höchstbetrag von 1.200 Euro pro Kalenderjahr, was Handwerkerkosten von 6.000 Euro entspricht. Alles was darüber liegt, kann nicht mehr eingesetzt werden.

Tipp: Renovierungen strecken

Es kann sich lohnen, größere Renovierungsarbeiten auf zwei oder mehr Jahre zu verteilen. So können Sie in jedem Jahr den maximalen Betrag absetzen. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Zahlung – nicht der Zeitpunkt der Ausführung.

Außerdem ist zu beachten, dass die Ermäßigungen nicht in Anspruch genommen werden können, wenn die Arbeiten öffentlich gefördert wurden, bspw. durch Kredite oder Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Ein Rechenbeispiel

Für die Renovierung eines Eigenheims wird tapeziert, gestrichen und ein neuer Bodenbelag verlegt. Neben den Materialkosten werden folgende Beträge fällig:

 TapezierenStreichenBoden
Arbeitslohn1.785 €2.380 €3.570 €
Maschinenkosten59,50 €59,50 €178,50 €
Anfahrtskosten59,50 €59,50 €119 €
Summe1.904 €2.499 €3.867,50 €
Gesamtbetrag: 8.270,50 €

Die Summe der anrechenbaren Kosten beträgt also 8.270,50 Euro. 20 Prozent davon: 1.654,10 Euro.

Da dies den jährlichen Maximalbetrag von 1.200 Euro übersteigt und der Jahreswechsel kurz bevor steht, wird vereinbart, dass der Bodenverleger seine Bezahlung erst im kommenden Jahr erhält. Auf diesem Wege kann der komplette Betrag (8.270,50 Euro) steuerlich gelten gemacht werden. Die Einkommenssteuer wird um 1.654,10 Euro reduziert, aufgeteilt auf zwei Jahre mit jeweils 880,60 und 773,50 Euro.

Lohn- und Materialkosten müssen getrennt sein

Damit es mit dem Fiskus klappt, müssen in der Handwerkerrechnung die Kosten für Material gesondert angegeben sein. Außerdem muss die Bezahlung per Überweisung auf das Konto des Handwerkers erfolgen – nicht in bar.

Renovierung wegen außergewöhnlicher Belastungen

Grundsätzlich ist es möglich, dass die Kosten für Renovierungsmaßnahmen aufgrund außergewöhnlicher Belastungen steuerlich geltend gemacht werden können. Entscheidend ist, ob die Renovierung einen „existenznotwendigen Bedarf“ wiederbeschafft oder repariert und als „aus tatsächlichen Gründen zwangsläufig“ angesehen wird.

Ein solcher Fall kann vorliegen, wenn:

  • der bisherige Zustand eine Gesundheitsgefährdung (Asbest, Allergien etc.) darstellt, weder selbst- noch fremdverschuldet ist und zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erkennbar war
  • ein unausweichliches Ereignis zugrunde liegt: Brand, Hochwasser, Kriegseinwirkung, Vertreibung oder politische Verfolgung

Auch private Katastrophen können Gründe für außergewöhnliche Belastungen darstellen, wie in einem BFH-Urteil zu einem Wasserschaden durch Rückstau in einer Drainage entschieden.

Ein möglicher steuerlicher Abzug muss immer im Einzelfall geprüft werden und ist kein verlässlicher Weg, sich Renovierungskosten erstatten zu lassen. Schon eine nicht abgeschlossene Versicherung kann bspw. als Verschulden bewertet werden.

Renovierung von vermietetem Wohnraum

Etwas einfacher ist es, Renovierungsmaßnahmen in vermieteten Immobilien steuerlich einzusetzen. Mieteinnahmen gelten als „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“. Renovierungen, die dem Erhalt der Immobilie dienen, können als Werbungskosten direkt von den Einkünften abgezogen werden, was die zu versteuernde Summe verringert.

Steuerrechtlich wird unterschieden zwischen Erhaltungsaufwendungen, Anschaffungskosten, Herstellungskosten und sogenannten anschaffungsnahen Herstellungskosten.

Wann gilt was?

Nicht immer ist die Zuordnung einer Baumaßnahme eindeutig, weswegen es gerne mal zu Streitigkeiten zwischen Vermietern und Finanzamt kommt.

Nur Erhaltungskosten können als Werbungskosten angegeben werden – alle anderen Kosten müssen über die Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben werden – meist über 50 Jahre. Das bedeutet, die Kosten werden auf mehrere Jahre verteilt, wodurch der abzugsfähige Betrag logischerweise niedriger ausfällt.

Als Anschaffungs- und Herstellungskosten gelten Ausgaben, die eine Immobilie wesentlich verbessern oder etwas Neues (zusätzliche Wohn- oder Nutzfläche, Balkon, Wintergarten etc.) schaffen – auch der Kauf selbst zählt dazu.

Zusätzlich definiert das Finanzamt vier Ausstattungs-Kernbereiche:

  • Heizung
  • Sanitär
  • Elektro-Installation
  • Fenster

Eine Verbesserung oder Erweiterung von drei dieser vier Bereiche bewertet das Finanzamt als „Standardhebung“, also als wertsteigernde Maßnahme. Die Kosten können dann nicht als Werbungskosten angegeben werden, sondern werden als Herstellungsaufwand den ursprünglichen Kauf- oder Baukosten hinzugerechnet und dann Jahr für Jahr abgeschrieben.

Sonderfall Einbauküche

Der Bundesfinanzhof hat 2016 geurteilt, dass eine Einbauküche ein „eigenständiges und einheitliches Wirtschaftsgut“ darstellt. Die Kosten für eine vollständige Erneuerung müssen über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben werden.

Kompliziert, kompliziert – geht das auch einfacher?

Das dachte sich der Gesetzgeber wohl auch und hat daher die Vereinfachungsregel aufgestellt. Diese besagt, dass sämtliche Baumaßnahmen, die ohne Umsatzsteuer nicht mehr als 4.000 Euro betragen, als Erhaltungsaufwand behandelt und direkt als Werbungskosten abgezogen werden können.

Diese Regel gilt auch für zeitgleich ausgeführte Baumaßnahmen, die nicht miteinander zusammenhängen, etwa der Einbau einer Gästetoilette und eines neuen Bades vom selben Handwerker. Wenn die Nettokosten jeweils unter der 4.000 Euro Grenze liegen, greift die Vereinfachungsregel zweimal und der volle Bruttobetrag kann im Jahr der Zahlung abgezogen werden.

Und was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?

Ein steuerrechtlicher Sonderfall sind Baumaßnahmen, die direkt nach dem Erwerb einer vermieteten Immobilie stattfinden. Für diesen Fall wurden die anschaffungsnahen Herstellungskosten definiert.

Damit werden „Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“ beschrieben, die innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb durchgeführt werden und in Nettosumme 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen. Diese werden steuerrechtlich als Herstellungskosten betrachtet, wodurch ein sofortiger Werbungskostenabzug nicht möglich ist.

15 %-Grenze gilt auch rückwirkend

Bei einem nachträglichen Überschreiten können Bescheide der vorigen Jahre rückwirkend vom Finanzamt korrigiert werden, was möglicherweise Nachzahlungsforderungen mit sich bringt.

Der Bundesfinanzhof hat 2016 geurteilt, dass auch Schönheitsreparaturen zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten zählen. Nur Aufwendungen für Erweiterungen im Sinne des § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB und Aufwendungen für jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten werden bei der Prüfung der 15 Prozent-Grenze ausgeschlossen.

Steuer-Tipp: Renovierung verschieben

Wenn möglich, verschieben Sie Teile Ihrer Renovierungen auf einen Zeitpunkt nach den ersten drei Jahren. So vermeiden Sie eine unnötige Überschreitung der 15 Prozent-Grenze.


Mietwohnung renovieren – Welche Pflichten bei Ein- und Auszug?

Während Eigenheimbesitzer ihren Wohnraum weitestgehend nach Belieben gestalten können, stellen sich Mieter häufig die gleichen Fragen: Was darf ich machen? Was muss ich machen? Was kann ich von meinem Vermieter verlangen? Und wer bezahlt das eigentlich alles?

Renovieren vor dem Einzug

In den meisten Fällen gilt: Gemietet wie gesehen.

Mit der Unterschrift des Mietvertrags akzeptiert der Mieter den Zustand der Wohnung als vertragsgemäß, auch wenn die Wohnung unrenoviert ist. Ein Recht auf nachträgliche Renovierungsmaßnahmen existiert nicht, außer dies wurde vertraglich vereinbart.

Auch ein Rücktritt aus dem Mietvertrag aufgrund von Renovierungsbedarf ist ohne entsprechende Klausel in der Regel nicht möglich – nur bei besonderen, außerordentlichen Gründen. Diese können sein:

  • Die Wohnung ist zum vereinbarten Einzugstermin nicht im vertragsgemäßen, bezugsfertigen Zustand
  • Der Vermieter hat schwere Mängel arglistig verschwiegen, die die Nutzung der Wohnung unmöglich machen oder zumindest erheblich einschränken
  • Es existiert eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung, die das Bewohnen unzumutbar macht

Schadenersatz für nicht bezugsfertige Wohnung

Der vertraglich vereinbarte Start des Mietverhältnisses ist selbstverständlich für beide Seiten verbindlich. Entstehen Mietern durch eine Verzögerung zusätzliche, unvermeidbare Kosten, haben sie Anspruch auf Schadenersatz. Kann die Wohnung teilweise bezogen werden, ist eine Mietminderung möglich.

Liegen schwerwiegende Mängel vor, sind diese meist auch bei der Wohnungsbesichtigung erkennbar. Daher besteht in der Praxis in aller Regel kein Widerrufsrecht von Mietverträgen – vorausgesetzt, die Wohnung wurde tatsächlich komplett gesehen, einschließlich der Nebenräume und des Kellers (wenn vorhanden).

Für Renovierungsmaßnahmen gilt Ähnliches. Es gibt keine gesetzlichen Bestimmungen, mit welcher Ausstattung und in welchem Zustand eine Wohnung vermietbar ist – es müssen lediglich Wände, Dach, Boden sowie Wasser- und Stromanschluss vorhanden sein.

Alles darüber hinaus muss vertraglich vereinbart sein, damit Mieter ein Recht auf Nachbesserung haben. Dies sollte schriftlich festgehalten und vom Vermieter oder der Hausverwaltung (nicht vom Makler oder Hausmeister) unterzeichnet sein – je präziser desto besser. Eine mündliche Zusage lässt sich im Streitfall kaum beweisen.

Gibt es keine solche Vereinbarung oder können Mieter diese nicht nachweisen, müssen sie Schönheitsreparaturen und Änderungen selber umsetzen und auch die Kosten dafür tragen. Entschieden wird aber zwischen wesentlichen und unwesentlichen Mängeln.

Ab wann sind Mängel wesentlich?

Unwesentliche Mängel sind Mietersache. Dazu gehören typische Schönheitsreparaturen wie Flecken auf dem Teppich, kleine Risse im Laminat, Kratzer auf den Fliesen und der Arbeitsplatte oder Sprünge in Boden- und Wandfliesen. Nicht erforderliche Modernisierungen muss der Vermieter ebenfalls nicht umsetzen, auch wenn diese den Wohnkomfort zweifellos erhöhen würden, bspw. eine Heizung in der Küche.

Wesentliche Mängel dagegen haben deutlichen Einfluss auf die Wohnqualität.

Entdeckt man nach dem Abreißen der Tapete eine feuchte, schimmelige Wand, muss der Vermieter sich darum kümmern. Zudem muss übergebene Ausstattung funktionstüchtig sein: Wenn der Backofen nicht heizt oder man beim ersten Bad feststellt, dass das Wasser nicht abläuft, dürfen Mieter verlangen, dass das Problem behoben wird.

Schriftliche Aufforderung

Teilen Sie Ihrem Vermieter einen wesentlichen Mangel am besten schriftlich mit und fordern Sie die Beseitigung. Kommt der Vermieter seiner Pflicht nicht nach, kann eine Mietminderung oder die eigenständige Beseitigung auf Kosten des Vermieters möglich sein.

Wie kann ich mich absichern?

Vor dem Einzug wird üblicherweise ein Wohnungsübergabeprotokoll erstellt, in dem der Zustand der Wohnung und alle erkennbaren Mängel festgehalten werden. Wichtig: Sie sind keineswegs verpflichtet, das Protokoll zu unterschreiben. Wenn es aber vollständig ist und sämtliche Mängel genau beschreibt, sind Sie auf der sicheren Seite.

Im Übergabeprotokoll kann auch gleich geregelt werden, dass der Vermieter die Schäden noch behebt oder sonstige Renovierungsarbeiten oder Umbauten durchführt. Unser Rat: Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Absprachen! Es ist völlig legitim, dass Sie Zusagen schriftlich bestätigt haben wollen. Wenn Ihr Vermieter zögert, ist dies kein gutes Zeichen.

Vollständig heißt vollständig

Jeder Schaden sollte dokumentiert sein, auch wenn es sich nur um eine kleine Schramme handelt. Im Streitfall müssen Sie beweisen, dass Sie den Schaden nicht verursacht haben. Achten Sie darauf, dass Sie ein vom Vermieter unterschriebenes Exemplar des Protokolls erhalten.

Machen Sie zusätzlich noch Fotos der aufgefallenen Mängel. Idealerweise haben Sie eine Begleitperson dabei, die im Zweifelsfall als Zeuge fungiert. Wird vom Vermieter kein Übergabeprotokoll vorbereitet, können Sie dies mit Ihrer Begleitung auch eigenhändig erstellen.

Unrenovierte Wohnung – Darf der Vermieter eine Anfangsrenovierung verlangen?

Nein, Sie sind nicht zu einer Renovierung verpflichtet. Es steht Ihnen also frei, kleinere Schäden zu beheben oder zu ignorieren.

Eine entsprechende Klausel ist in aller Regel unwirksam, denn dies würde Mieter verpflichten, die Abnutzungen des Vormieters zu beseitigen – auch dann, wenn zwischen Mieter und Vormieter eine „Renovierungsvereinbarung“ getroffen wurde, wie der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom August 2018 festlegte. Ein Ausnahmefall kann bestehen, wenn der Mieter für seinen Aufwand einen angemessenen Ausgleich erhält und durch die Maßnahmen nicht übermäßig belastet wird.

Einbauten vom Vormieter - Achtung: Rückbaupflicht

Ist im Mietvertrag geregelt, dass Inventar vom Vormieter übernommen wird, kann beim späteren Auszug trotzdem eine Rückbaupflicht bestehen. Wer das verhindern möchte, muss den Vermieter dazu bewegen, schriftlich auf die Rückbauverpflichtung zu verzichten.

Renovieren im laufenden Mietverhältnis

Schon kleine Veränderungen können große Auswirkung auf die Wohnqualität haben, weswegen viele Mieter durchaus bereit wären, ihre Mietwohnung selbst zu renovieren. Einfach drauf los ist aber keine gute Idee, denn häufig hat der Vermieter ein Wort mitzureden.

Als Faustregel lässt sich sagen: Renovierungsmaßnahmen, die beim Auszug problemlos wieder rückgängig gemacht werden können und die keine bauliche Veränderung darstellen, dürfen ohne Zustimmung des Vermieters umgesetzt werden.

Voraussetzung ist, dass vorhandenes Inventar nicht einfach entfernt wird – dafür benötigt es die Einwilligung des Vermieters. Dieser hat außerdem das Recht, bei einem späteren Auszug zu verlangen, dass die Veränderungen rückgängig gemacht werden. Die Kosten trägt übrigens immer der Mieter.

Diese Maßnahmen dürfen Mieter beim Renovieren einer Mietwohnung umsetzen

Darf der Vermieter Farbvorgaben machen?

Nein, während der Mietzeit hat der Mieter freie Wahl, was die farbliche Gestaltung der Wände und Decken angeht – entsprechende Klauseln sind unwirksam. Beim Auszug müssen Mieter allerdings gegebenenfalls neu streichen.

Wofür braucht es die Zustimmung des Vermieters?

Alle Arbeiten, die die Wohnung substanziell verändern würden und nicht so einfach rückgängig gemacht werden können, muss der Vermieter vorher genehmigen.

Wird ohne den Segen des Vermieters drauf los saniert, kann dieser den Rückbau verlangen. Im schlimmsten Fall ist auch eine fristlose Kündigung möglich.

Diese Maßnahmen sind für Mieter beim Renovieren von Mietwohnung tabu

Vermieter lehnt Renovierung ab – was nun?

Verweigerte Renovierungsmaßnahmen sind schon häufiger vor Gericht gelandet. Dabei gilt es stets zwei grundlegende Interessen miteinander zu vereinbaren:

  • Der Vermieter möchte den Erhalt seines Eigentums wahren
  • Der Mieter darf seinen Lebensmittelpunkt individuell gestalten

Wenn man vergangene Urteile betrachtet, haben die Interessen des Mieters eine durchaus starke Position. Eigentümer müssen begründen können, warum sie ein Vorhaben ablehnen, etwa weil sie die Bausubstanz gefährdet sehen. Die willkürliche Ablehnung einer angemessenen Veränderung ist nicht möglich.

Angemessen sind zum Beispiel Umbauten, die eine Wohnung oder deren Einrichtung altersgerechter oder leichter mit Rollator und Rollstuhl zugänglich machen. Doch auch in diesen Fällen gilt: Der Vermieter muss erst das ok geben und hat das Recht, einen Entfernungsvorbehalt zu erklären, also die Versetzung in den alten Zustand bei einem späteren Auszug. Zu diesem Zweck darf er außerdem verlangen, dass der Mieter eine Sicherheit angibt, damit der Rückbau finanziert werden kann.

Vermieter stimmt zu – wie geht es weiter?

Wie so häufig gilt: Verlassen Sie sich nur auf schriftliche Vereinbarungen. In einem Renovierungsvertrag können Umfang und Umsetzung der Arbeiten sowie die Übernahme der Kosten geregelt werden.

Die Kosten hat zunächst erstmal der Mieter zu tragen – eine Beteiligung des Vermieters ist aber gut möglich, schließlich erhöhen Renovierungen auch den Wert einer Immobilie. Gängige Regelungen sind bspw. eine Herabsetzung der Miete und eine Abschlagszahlung im Falle des Auszugs.

Fachgerechte Ausführung

Der Vermieter kann nicht vorschreiben, dass Renovierungen nur von einem Handwerksunternehmen umgesetzt werden dürfen – wohl aber, dass fachgerecht gearbeitet wird. Wer also die sprichwörtlichen zwei linken Hände hat, sollte lieber einen Profi beauftragen.

Gibt es eine Renovierungspflicht?

Nicht immer lautet die Frage, was gemacht werden darf. Viel wichtiger kann sein, was denn gemacht werden muss. Es gibt gesetzliche Pflichten zur Renovierung – sowohl auf Mieter- als auch auf Vermieterseite.

Sanierung: Instandhaltungspflicht vs. Sorgfaltspflicht

Vermieter sind verpflichtet, das Gebäude und die darin liegende(n) Wohneinheit(en) instand zu halten – Mieter müssen damit sorgfältig umgehen. Bedeutet: Neben grundsätzlichen Zuständigkeitsbereichen spielt eine wichtige Rolle, wer einen Schaden und die damit verbundenen Kosten verursacht hat.

Besonders bei Sanierungsfällen ist die Schuldfrage ein häufiger Streitpunkt. Zunächst mal unterliegen diese der Instandhaltungspflicht des Vermieters. Wenn dieser aber nachweisen kann, dass der Mieter für den Schaden verantwortlich ist, dreht sich die Zuständigkeit um.

Ein Beispiel: In einer Wohnung bereitet sich ein Schimmelpilz aus. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch gesundheitsgefährdend. Der Vermieter hat dafür zu sorgen, dass die Wohnung bewohnbar – also schimmelfrei – ist.

Liegt die Ursache in einer mangelhaften Bausubstanz, ist der Fall klar. Wenn nun aber der Vermieter argumentiert, dass der Schimmelbefall durch das Wohnverhalten des Mieters entstanden ist – etwa durch das Heizverhalten, ungenügender Lüftung oder feuchter Wäsche innerhalb der Wohnung – kann er den Mieter in die Pflicht nehmen.

Schimmel nach Fenstertausch

Hat der Austausch eines oder mehrerer Fenster häufigere Lüftungsphasen erforderlich gemacht, der Vermieter aber nicht darauf hingewiesen, trifft den Mieter keine Schuld an dem entstandenen Schimmelpilz.

Nun muss ein Gericht entscheiden, wer die Kosten für die Schimmelbeseitigung zu tragen hat. Häufig wird auch eine Kombination aus Baumangel und Fehlverhalten als Ursache angesehen. In der Regel werden die Kosten dann geteilt.

Verschleiß vs. Verschulden

Es ist ganz normal, dass sich eine Wohnung und deren Einrichtungsgegenstände mit der Zeit abnutzen. Für diesen Verschleiß hat der Mieter bereits mit der Kaltmiete gezahlt – daher ist die Reparatur Angelegenheit des Vermieters.

Anders sieht es aber aus, wenn die Abnutzung durch das Mieterverhalten wesentlich beschleunigt wurde. Ein alter Teppich bspw. muss irgendwann ausgetauscht werden – ist dieser aber voll mit Brandlöchern oder Dellen von Stöckelschuhen, handelt es sich nicht um normalen Verschleiß.

Trotzdem muss der Mieter nicht den vollen Preis eines neuen Teppichs zahlen. Entscheidend ist der Zeitwert, also der Wert, den der Teppich zum aktuellen Zeitpunkt mit normalen Verschleißerscheinung gehabt hätte. Nur diesen Wert muss der Mieter bezahlen.

Modernisierung: Wertsteigerung ist Vermietersache

Eine Modernisierung geht über die Instandhaltung hinaus, denn das Ziel ist nicht die Reparatur, sondern die Verbesserung einer Wohnung oder Teilen davon. Damit liegen solche Maßnahmen immer in der Hand des Vermieters.

Von den Kosten einer Modernisierung – auch wenn sie gegen den Wunsch des Mieters umgesetzt wurde – kann der Vermieter 11 Prozent auf die Jahresmiete umlegen. Auf dem Wohngipfel 2018 wurde beschlossen, dass in Regionen mit Wohnungsmangel zukünftig nur noch 8 Prozent möglich sein sollen.

Wurde eine Index- oder Staffelmiete vereinbart, ist eine Umlage nicht möglich. Auch gibt es die Möglichkeit, eine modernisierungsbedingte Mieterhöhung vertraglich auszuschließen.

Mietern steht ein Mindeststandard der Wohnqualität zu, bspw. ein Stromnetz, das den gleichzeitigen Betrieb eines Großverbrauchers (Waschmaschine etc.) und eines Normalverbrauchers (Staubsauger etc.) ermöglicht. Modernisierungen auf diesen Standard kann der Vermieter nicht umlegen, außer im Mietvertrag ist ausdrücklich angegeben, dass die Wohnung unter dem Mindeststandard liegt und der Mieter dies als gegeben hinnimmt.

Sanierung und Modernisierung in Einem

Der Mieter hat ein altes Fenster zerbrochen. Als Ersatz kommt nur eine moderne Variante in Frage, denn der veraltete Standard wird gar nicht mehr verbaut – Was nun? Eine praktikable Lösung wäre die Teilung der Kosten, bzw. eine Abschlagszahlung des Mieters in Höhe der geschätzten Kosten für einen gleichwertigen Ersatz.

Renovierung: Entscheidend ist der Mietvertrag

Renovierung im Mietrecht bedeutet Schönheitsreparatur – also Maßnahmen, die ausschließlich optischen Zwecken dienen. Laut Gesetz ist auch dafür der Vermieter zuständig. Aber: Der Vermieter kann die Pflicht mit einer Klausel im Mietvertrag auf den Mieter übertragen – was die meisten Vermieter auch tun.

Eine solche Klausel kann den Mieter verpflichten, Wände und Decken zu tapezieren, Fußböden zu reinigen und Wände, Decken, Heizkörper, Heizungsrohre, Fenster und Türen zu streichen – in gewissen Abständen. Die Kosten trägt der Mieter.

Es gelten einige Besonderheiten, die eine Klausel zu Schönheitsreparaturen unwirksam machen können:

  • Starre Fristen: An festgelegte Renovierungsfristen müssen sich Mieter nur halten, wenn nach Ablauf der Frist tatsächlich auch ein Bedarf besteht. Gerade bei älteren Mietverträgen kommen solche starren Fristen häufiger vor. Übrigens: Der gleiche Grundsatz gilt auch für die Endrenovierung vor dem Auszug.
  • Kurze Fristen: Zu kurz gewählte Fristen sind ebenfalls ungültig. Von Gerichten üblicherweise anerkannte Zeiträume liegen zwischen fünf und zehn Jahren, je nach Raumnutzung.
  • Einzug in unrenovierte Wohnung: Vom Mieter kann nicht verlangt werden, die Wohnung in besserem Zustand als beim Einzug zurückzugeben. Eine Ausnahme kann nur bestehen, wenn der Mieter für die Anfangsrenovierung einen angemessenen Ausgleich bekommen hat.
  • Renovierung durch Fachleute: Der Vermieter kann eine fachgerechte Ausführung fordern, nicht aber den ausschließlichen Einsatz professioneller Handwerker.

Selbst bei Verschleißerscheinungen kann der Mieter zur Kasse gebeten werden. Nämlich dann, wenn der Mietvertrag eine sogenannte Kleinreparaturklausel enthält.

Was sind Kleinreparaturen?

Kleinreparaturen betreffen vom Mieter häufig genutzte Gegenstände wie Lichtschalter, Steckdosen, Wasserhähne, Duschköpfe, Rollläden, Tür- und Fensterverschlüsse – die Klausel gilt allerdings nur, wenn dabei verhältnismäßig geringe Kosten entstehen und die Obergrenze im Mietvertrag festgelegt ist.

Zur genauen Höhe der Reparaturkosten gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Urteile, in der Regel gelten 75 bis 100 Euro als zulässig. Der jährliche Gesamtbetrag ist auf 6 bis 8 Prozent der Jahreskaltmiete begrenzt.

Differenzzahlungen sind nicht zulässig

Ist der Rechnungsbetrag einer einzelnen Reparatur höher als die festgesetzte Obergrenze, muss der Vermieter den gesamten Betrag übernehmen. Der Mieter darf nicht anteilsmäßig beteiligt werden.

Kann man eine Renovierung einfordern?

Ja, sowohl Mieter als auch Vermieter können verlangen, dass der Vertragspartner seinen Pflichten nachkommt. Bei Nichteinhaltung können Mieter eine Mietminderung, Vermieter Schadensersatzansprüche geltend machen. Die Rückgabe der Wohnung kann ein Vermieter aber nicht verlangen.

Bei Renovierungsforderungen gilt der Grundsatz der Bedarfsnotwendigkeit auch für Vermieter. Mieter können verlangen, dass sich der Eigentümer um kaputte Fliesen oder eine aufgerauhte Badewanne kümmert – auch nach relativ kurzer Zeit. Rein optische Gründe oder der Wunsch nach einer modernen Ausstattung reichen dagegen nicht aus.

Freundlich währt am längsten

Auch wenn Sie wissen, dass Sie im Recht sind – Mit einer freundlichen und höflichen Frage kommen Sie in den meisten Fällen weiter als mit der Verpflichtungs-Keule. Natürlich können Sie sich nebenher trotzdem rechtlichen Beistand organisieren.

Kann man auch eine Modernisierung verlangen?

Nein, über Modernisierungen entscheidet allein der Vermieter (solange der Mindeststandard erfüllt ist). Neben dem Umlegen von 11 Prozent der Kosten ist auch eine Mieterhöhung möglich – selbst wenn der Mieter sich gegen die Modernisierung ausgesprochen hat. In Regionen mit Wohnungsmangel sollen zukünftig nur noch 8 Prozent der Kosten umgelegt werden können – dies wurde auf dem Wohngipfel 2018 beschlossen.

Raus-Modernisierung - Was kann man dagegen tun?

Mieter mit stark erhöhten Mieten aufgrund von Modernisierungen zum Auszug zu bewegen ist kein seltener Fall. Sich gegen eine solche „Entmietung“ zu wehren, kostet viel Zeit und Kraft – und ist in den meisten Fällen leider zwecklos.

Renovieren vor dem Auszug

Als Faustregel kann man festhalten: Mieter müssen die Wohnung in einem vergleichbaren Zustand wie beim Einzug hinterlassen – wenn der Mietvertrag eine entsprechende Klausel enthält. Das bedeutet: Von ihnen verursachte Schäden sind zu beheben, Einbauten und Installationen müssen entfernt werden.

Der Vermieter hat das letzte Wort

Sie können versuchen, sich mit Ihrem Vermieter zu einigen. Besteht dieser aber darauf, dass der eigens eingebaute Badezimmerschrank oder das verlegte Laminat entfernt werden, müssen Sie dem nachkommen.

Darüber hinaus gehende Renovierungsmaßnahmen können nicht verlangt werden. Auch die Forderung einer Beteiligung an der nächsten Renovierung nach dem Auszug ist nicht rechtens – die sogenannten Abgeltungsklauseln hat der Bundesgerichtshof für unzulässig erklärt.

Der Mieter kann aber verpflichtet werden, die Wohnung in einer neutralen Farbgestaltung zurückzugeben. Dies heißt nicht zwingend weiß – tatsächlich darf der Vermieter einen reinen Weiß-Anstrich gar nicht verlangen – in der Regel sind Sie damit aber auf der sicheren Seite.

Unnötig repariert - Geld zurück?

Der BGH hat entschieden, dass Mieter Kosten für selbst durchgeführte Renovierungen zurückfordern können, wenn die entsprechende Vertragsklausel gar nicht gültig war.


Renovierung – Wie kann ich mein Haus verschönern?

Renovierungsarbeiten haben überwiegend optische Gründe. Sie sind also in erster Linie eine Investition in das eigene Wohlbefinden.

Aber auch zur Vorbereitung eines Verkaufs sind einige Verschönerungen sinnvoll: Flecken an den Wänden, abgenutztes Laminat und bröckelnder Putz machen keinen guten Eindruck – eine frisch renovierte Immobilie wird immer mehr Kaufinteresse wecken.

Grundsätzlich lassen sich viele Renovierungsarbeiten auch selber durchführen, ein Mindestmaß an handwerklichem Geschick vorausgesetzt. Die Schwierigkeit liegt eher in der Vielzahl der Möglichkeiten.

Wir geben Ihnen Denkanstöße, Tipps und Kostenschätzungen, damit Ihre Immobilie in Zukunft wieder so richtig strahlen kann – und Sie selbst gleich mit.

Tipp: Werkzeug gleich reinigen

Der erste Tipp gleich vorweg: Egal woran Sie gearbeitet haben, genutztes Werkzeug direkt im Anschluss reinigen. Wenn Farbe, Putz und Co. verhärten, können Sie das Werkzeug häufig wegschmeißen.


Wand & Decke – Putz, Tapete, Farbe oder alternative Gestaltung?

Die großen Vier der Wandgestaltung sind Tapete, Farbe, Putz und Fliesen. Doch damit nicht genug: Farbarten, Material und verschiedene Techniken bieten haufenweise Optionen, das Ambiente eines Raumes in die gewünschte Richtung zu lenken.

Bei der Wandgestaltung stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl - Tapete, Farbe, Putz und Wandbespannung

Regelmäßige Pausen

Wandarbeiten sind nicht kompliziert, aber zeitaufwendig und anstrengend. Damit Ihre Arme nicht den Rest der Woche streiken, gönnen Sie ihnen regelmäßige Erholungspausen.

Bevor es an die Gestaltung geht, muss aber erstmal die Grundlage geschaffen werden.

Wie bereite ich eine Wand optimal vor?

Schritt 1: Tapetenreste entfernen

Die alte Tapete muss restlos entfernt werden. Dazu wird die gesamte Fläche eingefeuchtet – mit Wasser oder einem speziellen Tapetenlöser. Nach kurzer Einwirkzeit, lässt sich die Tapete mit einem Spachtel von der Wand lösen. Hartnäckige Stellen werden nochmal extra befeuchtet.

Schritt 2: Lose Putzreste entfernen

Beim Ablösen der Tapete lösen sich oft auch Teile des Putzes. Mit einer Stahlbürste entfernen Sie sämtliche Rückstände an beschädigten Stellen. Sind davon sehr viele vorhanden, ist es wahrscheinlich sinnvoller, den kompletten Putz abzuschlagen.

Schritt 3: Risse und Löcher verspachteln

Feine Risse werden zunächst ausgekratzt und V-förmig erweitert, im Anschluss dann gründlich gereinigt und entstaubt. Zum Befüllen nutzen Sie herkömmliche Spachtelmasse aus dem Baumarkt – aus der Tube oder zum Anrühren. Danach die behandelten Stellen mit leichtem Druck gleichmäßig glatt ziehen. Große oder tiefe Flächen werden in mehreren Durchgängen verspachtelt, mit entsprechender Trocknungszeit dazwischen.

Schritt 4: Flecken behandeln

Farbreste, Schimmel, Rost- und Wasserflecken werden mit Lösemitteln bzw. Isoliergrundierung behandelt, sonst scheinen diese möglicherweise durch die neue Tapete oder den neuen Anstrich durch. Reste von Lack- oder Ölfarben müssen abgeschliffen werden. Dies ist aber ohnehin sinnvoll, da Sie so eine maximal glatte Oberfläche erreichen.

Schritt 5: Entstauben und Trocknen

Entfernen Sie Staub und Schmutzreste gründlich und lassen Sie die Wand anschließend trocknen. Bevor es weiter gehen kann, muss der Untergrund sauber, eben, frei von Rissen, tragfähig und trocken sein. Um die Festigkeit zu testen, können Sie stichprobenartig Klebeband auftragen und dieses ruckartig abziehen. Bleiben keine Putzreste daran kleben, ist die Wand bereit für die weitere Gestaltung.

Achtung, Strom!

Ob Verputzen, Tapezieren oder Streichen – Für alle Nassarbeiten gilt: Erst am Sicherungskasten die Stromversorgung trennen. Aufgrund ihrer Konsistenz sind Tapetenkleister und Co. optimale Stromleiter.

Eine Wand verputzen

Putz glättet das Mauerwerk und bietet damit eine optimale Grundlage für weitere Arbeiten. Heutzutage hat sich Putz aber auch als eigenständige Form der Wandgestaltung etabliert. Statt die Wand im Anschluss zu tapezieren oder zu streichen, wird der Putz direkt in der gewünschten Farbe und Struktur aufgetragen.

Putz - der Alleskönner?

Putzvarianten aus Lehm oder Kalk nehmen Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und helfen so bei der Regulierung des Raumklimas. Einige Spezialvarianten haben zudem besondere Eigenschaften in den Punkten Brandschutz, Wasserdruckbeständigkeit, Schall- und Wärmedämmung.

Durch das Versetzen mit Farbpigmenten sind der Kreativität hier kaum Grenzen gesetzt. Auch andere Materialien können eingearbeitet werden, bspw. Glitter. Reibeputz enthält außerdem Naturkörnungen, die einer Wand automatisch Struktur verleihen.

Wer künstlerisch begabt ist, kann nach dem Auftragen in den noch leicht feuchten Putz Muster einarbeiten. Durch Wachsen und Polieren lässt sich ein leichter Glanz erzeugen. Mit einer abschließenden Versiegelung schützt man die poröse Oberfläche vor eindringender Feuchtigkeit und Schmutz.

Putz als Element der Wandgestaltung hat zwei große Vorteile: Er ist preiswert und relativ einfach aufzutragen, auch auf geschwungenen Oberflächen. Um gerade Kanten zu behalten, benötigen Sie aber zusätzliche Kantprofile.

Was muss ich bei der Wahl des Putzes beachten?

Putze sind gebundene Stoffe, deren Hauptbestandteil in der Regel Sand und Wasser ist. Zusätzlich enthalten sie ein namensgebendes Bindemittel, bspw. Gips. Um einzelne Eigenschaften zu verbessern oder Optik und Haptik zu verändern, werden weitere Stoffe hinzu gemischt.

Für den Einsatz im Innenbereich wird meist ein fertiges Gemisch genutzt, das nur noch mit Wasser angerührt werden muss. Einige Varianten werden auch verarbeitungsfertig verkauft, enthalten also schon Wasser. Da sie dadurch wesentlich schwerer sind, werden sie meist nur für kleinere Flächen oder als Dekoelement eingesetzt.

Feuchter Putz ist unbrauchbar

Trockenes Putzmaterial muss stets vor Feuchtigkeit abgeschirmt sein. Kommt es mit Regenwasser oder sonstiger Feuchtigkeit in Kontakt, ist es nicht mehr zu gebrauchen. Zu lange Lagerzeiten wirken sich ebenfalls negativ auf die Qualität aus.

Als Bindemittel werden Gips, Kalk, Zement, Lehm oder Mischformen verwendet, jeweils mit unterschiedlichen Ausprägungen und Einsatzgebieten. Ein vergleichsweise junger Baustoff sind Kunstharzputze, die aufgrund ihrer hohen Elastizität und Widerstandsfähigkeit gerne als Wand-Oberschicht eingesetzt werden.

Mehrlagige Putze (Putzsysteme) bestehen aus verschiedenen Putzarten, die nacheinander aufgetragen werden: Der Unterputz (Grundputz) bildet Basis und Haftgrund, der Oberputz (Dekorputz) hat in erster Linie schützende und dekorative Funktion.

Achtung: Nicht immer kombinierbar

Für Unter- und Oberputze gelten unterschiedliche Anforderungen. Daher können Putzarten nicht beliebig kombiniert werden. Achten Sie auf die Herstellerangaben oder lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

Ob nur Unterputz, nur Oberputz oder beide in Kombination – vor der Wahl müssen Sie sich diese vier Fragen stellen:

  • Auf welchem Untergrund wird der Putz aufgetragen?
  • Wo bzw. in welchem Raum soll verputzt werden?
  • Sind spezielle Eigenschaften erforderlich?
  • Was kommt auf den Putz – Tapete, Farbe oder eine weitere Putzschicht?

Klassischerweise wird Putz mithilfe einer Kelle auf der Wand verteilt. Rollputz dagegen wird, wie der Name schon sagt, „gerollt“, vergleichbar mit dem Streichen einer Wand. Die Oberfläche der Rolle gibt dabei dem Putz automatisch eine gleichmäßige dekorative Struktur. Rollputz ist damit eine gute Lösung für Wände, an denen weder Fliesen noch Tapete in Frage kommen.

Streichputz auftragen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Der Untergrund muss sauber, fest und trocken sein. Heizen Sie den Raum auf Zimmertemperatur.

Schritt 2: Putzleisten und Eckprofile

Diese dienen als Orientierung und sorgen für gerade Kanten und eine plane Oberfläche.

Schritt 3: Grundierung

Nun wird der Haftgrund aufgetragen. In Neubauten reicht es eventuell, die Wand nur zu nässen – in Altbauten sollte grundiert werden. Die Grundierung muss 24 Stunden lang trocknen.

Schritt 4: Anrühren

Den Putz nach Angaben des Herstellers klumpfrei anrühren. Dazu nutzen Sie am besten eine Bohrmaschine mit Rührquirl.

Schritt 5: Auftragen

Decken Sie den Fußboden mit Malerfolie ab. Nun wird der Putz auf die Wand aufgetragen, üblicherweise mit Maurerkelle oder Spachtel. Streichen Sie diesen alle 2 – 3 Quadratmeter mit einer Glättekelle glatt.

Schritt 6: Zweite Schicht

Eventuell ist eine zweite, dünnere Putzschicht sinnvoll. Dazu die erste Schicht komplett austrocknen lassen.

Schritt 7: Glätten und Strukturieren

Mit einer Kartätsche oder einem Abziehbrett wird die Wand geglättet. Mit Schablonen, Bürsten und anderem Werkzeug können nun dekorative Strukturen hinzugefügt werden.

Schritt 8: Nachbehandlung

Ist der Putz vollständig trocken und rissfrei, kann er versiegelt werden. Nach dem Verputzen den Raum einige Tage lang belüften.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verputzen brauchen

Eine Wand tapezieren

Der Klassiker der Wanddekoration – langlebig, günstig, schnell und einfach anzubringen: Die Tapete. Noch dazu werden kleine Risse und Unebenheiten einfach überdeckt.

Doch muss es immer die weiße Raufaser sein? Ganz und gar nicht. Vinyl, Metall, Bambus, Kork, Grasfaser – einfarbig, gemustert oder als Foto-Tapete – in fester oder in flüssiger Form – wer an Gestaltung und Dekoration Freude hat, kann sich auf dem Tapetenmarkt ausgiebig austoben.

Das Aussehen ist nicht alles

Dämmtapeten, etwa aus Thermovlies, tragen zur Senkung der Heizkosten bei, indem Sie Wärme in den Raum zurückreflektieren. Aber Achtung: Tapeten sollten nur ergänzend zur Dämmung eingesetzt werden, nicht als einzige Lösung.

Die Qual der Tapetenwahl
 EigenschaftenEinsatzbereichVerarbeitungPreis pro m² (ca.)
PapiertapeteBei schlechter Qualität recht empfindlich (je schwerer desto hochwertiger), große VielfaltTrockene RäumeEinfach2 - 5 €
RaufasertapeteLanglebig, robust, körnige Oberfläche, auch als Vlies-VarianteTrockene RäumeSehr einfachab 0,50 €
VliestapeteSehr robust, leicht samtige Oberfläche, spezieller Kleister erforderlichVariabel, auch Bad und KücheSehr einfach5 €
FototapeteIndividuelle Gestaltungsmöglichkeiten gegen Aufpreis, auch als Vlies-VarianteWohnräume, KinderzimmerMittelab 30 €
Vinyl- und KunststofftapeteAbwaschbar, wasserdicht, schmutzresistentFeuchträume, Bad, Küche, Treppenhaus, FlurEinfachAb 2 €
Texti- und NaturtapeteAufwendige Herstellung, langlebig, raumklima-regulierend, schalldämmendWohnräume, ArbeitszimmerEinfach5 - 150 €
Struktur- und ProfiltapetenPapier- oder Vliestapete mit PVC-Schicht, spür- und sichtbarer 3D-EffektWohnräumeMittel2 - 7 €
GlasfasertapeteSehr robust und schmutzresistentSchmutzanfällige Räume, Flur, Treppenhaus, Gewerbe, KücheSehr schwierig2 - 5 €
MetalltapeteWirkt edel und ausgefallen, Oberfläche aus AluminiumWohnräumeSchwierig7 - 10 €
VelourtapeteEdler und hochwertiger Look, weiche OberflächeWohnräumeMittelab 7 €

Wieviel Tapete brauche ich?

Die Standard-Tapetenrolle ist 10,05 Meter lang und 53 cm breit – gerade spezielle Varianten weichen aber häufig von diesen Maßen ab. Haben Sie die Maße aller zu tapezierenden Räume und die Maße der Tapete Ihrer Wahl, lässt sich die benötigte Tapetenmenge recht einfach berechnen.

Seien Sie bei der Kalkulation ruhig großzügig: Für Verschnitt geht einiges verloren, vor allem bei gemusterten Tapeten. Ohnehin ist es sinnvoll, für spätere Ausbesserungsarbeiten noch eine extra Rolle zu haben. Viele Händler nehmen ungeöffnete Rollen zur Not auch wieder zurück.

Eine Wand tapezieren – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Heizen Sie den Raum auf Zimmertemperatur und schließen Sie alle Fenster, um Zugluft zu vermeiden. Die Verkleidung von Steckdosen und Lichtschaltern am besten abschrauben. Stark saugende und sandende Untergründe mit Grundierung behandeln.

Schritt 2: Abdecken und Abkleben

Türen, Fenster und Decken abkleben, den Fußboden mit Folie auslegen und Möbel aus dem Raum tragen oder in die Raummitte stellen und ebenfalls abdecken.

Schritt 3: Bahnen schneiden

Anhand der Raummaße werden die Bahnen geknickt und anschließend abgeschnitten. Dazu am besten eine Markierung auf dem Tapeziertisch anlegen. Bei allen Bahnen 5 – 10 cm Überstand addieren.

Schritt 4: Anrühren

Den Kleister nach Angaben des Herstellers anrühren. Für spezielle Materialien ist eventuell spezieller Kleister notwendig.

Schritt 5: Einkleistern

Die zugeschnittenen Bahnen werden großzügig auf der Rückseite mit Kleister eingestrichen, auch die Ränder und Ecken. In einigen Ausnahmefällen (zum Beispiel Vliestapeten) wird der Kleister direkt auf der Wand aufgetragen.

Schritt 6: Einweichen

Schlagen Sie die Bahnen locker zusammen, sodass sich die bekleisterten Seiten berühren. Wichtig: Legen Sie Kante auf Kante, damit die Außenränder nicht austrocknen. Vermeiden Sie außerdem scharfe Knicke. Nach 10 bis 15 Minuten ist der Kleister eingezogen und es kann weitergehen. Weichen Sie nur so viele Bahnen ein, wie Sie innerhalb dieser Zeit verarbeiten können.

Schritt 7: Ankleben

Die Bahnen werden an der oberen Wandkante mit einem Überstand von 2 bis 3 cm angebracht. Sitzt eine Bahn gerade, wird sie mit einer weichen Bürste von oben nach unten und von der Mitte nach außen glatt gestrichen – dabei herausquillenden Kleister sofort abwischen. Entstehen Blasen oder Überlappungen, wird die Bahn nochmal neu justiert.

  • Begonnen wird üblicherweise in der Nähe eines Fensters und dann hin zu den dunkleren Bereichen. Bei Tapeten, die Stoß auf Stoß geklebt werden, ist dies aber kaum von Bedeutung.
  • Die erste Bahn gibt die Richtung vor, daher sollte hier besonders darauf geachtet werden, dass die Kanten senkrecht verlaufen. Dazu am besten die Seitenlinien mit Lot oder Wasserwaage und einem Bleistift vorzeichnen. Jede weitere Bahn wird direkt an die Kante der vorigen gelegt. Vliestapeten sollten aber leicht überlappen.
  • Ist eine Wand schief, lässt sich ein leichtes Überlappen nicht immer verhindern. Bei dünnen Tapeten fällt dies kaum auf, dicke Tapeten sollten entsprechend zurecht geschnitten werden.
  • Lassen Sie bei Ecken einen Überstand von 1 bis 2 cm stehen. Bei Innenecken wird die nächste Bahn dann einfach drüber geklebt. Bei Außenecken wird weiterhin Stoß an Stoß tapeziert.
  • Dicke Tapeten sollten auch in Ecken auf Kante gelegt werden. Dazu diese zunächst überlappen lassen und dann mithilfe einer Schiene einen geraden Schnitt durchführen, sodass von beiden Bahnen ein Stück abgetrennt wird.
  • Heizkörper entweder vorher entfernen, oder die Bahnen so weit wie möglich dahinter legen und noch offene Stellen mit einzelne Tapetenstreifen bekleben.
  • Steckdosen und Lichtschalter werden einfach überklebt und hinterher ausgeschnitten. Stromkabel aber unbedingt direkt durch einen kleinen Einschnitt hindurchführen.

Schritt 8: Abschneiden

Hängen die Bahnen korrekt ausgerichtet an der Wand, werden die überstehenden Enden oben und unten abgeschnitten. Am besten eignet sich dazu ein Cuttermesser. Seien Sie aber vorsichtig – eingeweichtes Tapetenpapier kann schnell reißen.

Schritt 9: Trocknen

Lassen Sie Fenster geschlossen und heizen Sie den Raum nicht zusätzlich auf. Tapete und Kleister trocknen sonst ungleichmäßig, was zu Spannungen und Rissen führen kann.

Schritt 10: Nachbehandeln

Während des Trocknens ist es nicht ungewöhnlich, dass an der Tapete Blasen entstehen. Sollten diese nicht von alleine verschwinden, muss nachgeholfen werden. Entweder ist zu viel oder zu wenig Kleister verwendet worden. In beiden Fällen hilft ein kleiner Einstich – je nachdem drücken Sie den Kleister raus oder spritzen mittels Einwegspritze eine kleine Menge nach.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Tapezieren brauchen

Eine Wand streichen

Ein frischer Anstrich ist die unkomplizierteste Art und Weise, das Zuhause zu verschönern und kann meist problemlos selbst erledigt werden. Das Wichtigste ist, sich im Voraus bewusst zu machen, was man eigentlich möchte. Denn wie auch im Tapetendschungel, sind die Möglichkeiten der Farbwahl und -gestaltung gigantisch.

Die am häufigsten eingesetzt Farbe im Innenbereich ist Dispersionsfarbe, in der Regel ein Gemisch aus Kunstharzen, Wasser und farbgebender Pigmente. Ihre Beliebtheit kommt nicht von ungefähr: Sie ist für alle Untergründe geeignet, leicht zu verarbeiten und kann beliebig kombiniert und überstrichen werden.

Für Flächen mit besonderen Ansprüchen kommen meist Strapazierfarben zum Einsatz. Diese sind wasserabweisend und scheuerfest, wodurch sie sich gut für Nutzflächen wie Flure und Treppenhäuser eignen. Häufig spricht man auch von „Latexfarben“, obwohl heute in der Regel gar kein Latex mehr enthalten ist.

Spezielle Feuchtraumfarben gehen noch einen Schritt weiter. Diese sind wasserabweisend, aber trotzdem wasserdampfdurchlässig, was die Entstehung von Kondenswasser verhindert – Schmutzpartikel, Bakterien und Pilze können sich nicht verbreiten. Daher sind solche Farben auch für Allergiker eine gute Wahl.

Woran erkenne ich Qualität bei Farben?

Eine qualitative Einteilung erfolgt über die Norm EN 13300. Diese teilt Farben unter anderem nach ihrer Nassabriebbeständigkeit ein, also wie gut sie zu reinigen sind. Klasse 1 kann problemlos auch im Bad genutzt werden, Klasse 5 ist eher etwas für Keller und Garage. Was früher als „waschbeständig“ galt, fällt heute unter Klasse 3.

Die drei häufigsten Probleme beim Streichen:

  • Absplitternde Farbreste: Überprüfen Sie vor dem Streichen den Untergrund, am einfachsten mit ruckartig abgezogenem Klebeband. Bleiben Farbreste daran hängen, wird der Untergrund wahrscheinlich beim Streichen abbröckeln und sollte eventuell komplett entfernt und gegebenenfalls neu verputzt werden.
  • Farbnasen: Bei zu viel Farbe auf der Rolle, läuft diese die Wand herunter und es bilden sich Farbnasen. Ein Abstreifgitter hilft.
  • Flecken: Die meisten Flecken entstehen durch eine falsche Streichtechnik. Streichen Sie nass-in-nass, mit genügend (aber nicht zu viel) Farbe, erst senkrecht, dann kreuz und quer und dann nochmal senkrecht. Auch die Qualität der Farbrolle ist entscheidend. Zudem sollten Farbe und Streichwerkzeug stets für die Beschaffenheit der Wand geeignet sein.

Qualität zahlt sich aus

Streichen muss nicht teuer sein. Trotzdem sollten Sie nicht unbedingt nach den günstigsten Produkten im Baumarktregal greifen. Eine hohe Qualität von Pinsel, Roller und der Farbe selbst erstickt viele Probleme schon im Keim.

Welche Farbe passt zu mir? Acht Tipps zur farblichen Gestaltung

Farbe ist eine Sache des Geschmacks – und dieser ist bekanntlich verschieden. Welche Farbe also die richtige für Sie ist, können Sie sich letztlich nur selbst beantworten. Trotzdem geben wir Ihnen hier ein paar Tipps, welche Gestaltungsweisen sich bewährt haben und wie Sie auch architektonische Problemfälle optisch ausgleichen können.

Mit dem richtigen Einsatz von Wandfarben können Sie ganz unterschiedliche Wirkungen erzielen

Tipp 1: Weiß ist neutral

Zarte Farbtöne sind ruhig, können aber mit der Zeit langweilig wirken – ein kräftiges Rot ist ein Hingucker, kann aber auch schnell erdrücken. Wer weiß streicht, schafft sich eine neutrale Basis, die dann mit einzelnen Akzenten erweitert werden kann. Greifen Sie dabei ruhig zu intensiven Farben. Der Kontrast zum dezenten Weiß wirkt belebend, ohne gleich zu erschlagen.

Tipp 2: Dunkle Farbe – tiefe Decke

Die meisten Altbau-Fans lieben die charakteristischen hohen Decken. Wer diese aber als ungemütlich empfindet, kann mit dunklen Farbtönen die gefühlte Deckenhöhe etwas verringern. Dazu streichen Sie die Wände in einem entsprechend hellem Kontrast, deren oberen Rand aber in Deckenfarbe.

Tipp 3: Helle Farbe – hohe Decke

Das gleiche Prinzip funktioniert auch umgekehrt: Wem die Decke sprichwörtlich auf den Kopf fällt, sollte diese möglichst hell, die Wände eher dunkel streichen.

Tipp 4: Kleine Räume vergrößern

Ein ähnliches Konzept lässt sich auch bei kleinen Räumen anwenden. Helle Wände und Decken im Kontrast zu einem dunklen Fußboden lassen einen Raum größer wirken. Es gilt die Faustregel: Je größer der Raum, desto kräftiger darf die Farbgestaltung ausfallen.

Tipp 5: Dachschrägen ausgleichen

Dachschrägen sind häufig eine gestalterische Hürde. Je nach Länge können diese sehr dominant wirken und einen Raum einengen. Um dem etwas entgegenzusteuern, sollten lange Dachschrägen in Wandfarbe, kurze Dachschrägen in Deckenfarbe gestrichen werden.

Tipp 6: An die Lichtverhältnisse anpassen

In besonders sonnigen Räumen auf der Südseite eines Hauses können kältere Farben einen Temperaturausgleich schaffen. Auf der Nordseite ist dies keine gute Idee, außer man möchte diesen Effekt gezielt erreichen. Rot- und Gelbtöne wirken in der aus dem Westen strahlenden Abendsonne besonders weich und gemütlich.

Tipp 7: Farben ergänzen die Raumfunktion

Warme, heitere Farben passen besonders zu geselligen Räumen wie Wohn- oder Esszimmer – Grüntöne wirken befreiend und machen sich gut im Arbeitszimmer – Und ein sanftes Blau sorgt im Schlafzimmer für eine beruhigende Stimmung. Dabei gilt aber: Stets den Gesamteindruck des Hauses im Blick behalten. Zu viel Farbvarianz wirkt schnell chaotisch.

Tipp 8: Auch Möbel und Deko bringen Farbe

Die farbliche Gestaltung eines Raumes hört nicht bei Wand und Decke auf. Sofa, Sessel, Schränke, Teppich, Kissen, Vorhang, Bilder, Pflanzen, Bücher – alles bringt Farbe in einen Raum. Daher ist es ratsam, bei der Wahl der Wandfarbe zu beachten, womit ein Raum später „befüllt“ wird und mit Kontrasten zunächst etwas zurückhaltender umzugehen. Einzelne Akzente können auch im Nachhinein noch gesetzt werden.

Tipp: Farben ausprobieren

Baumärkte bieten Kärtchen mit verschiedenen Farbnuancen zum Mitnehmen an. Mithilfe dieser können Sie die Farbe von Wand und Einrichtung genau abstimmen bzw. sich inspirieren lassen. Alternativ können Sie auch kleine Flächen testweise streichen und auf sich wirken lassen.

Die Wahl der Technik – Wie erziele ich beim Streichen das beste Ergebnis?

Bevor es losgehen kann, müssen sich Heimwerker für eine Streichtechnik entscheiden, denn diese diktiert das weitere Vorgehen. Im Wesentlichen stehen dabei zwei Möglichketien zur Wahl: Rollen und Sprühen.

Der Rollenanstrich – einfach, aber mühsam

Der Klassiker der Streichtechniken: Mit einer Farbrolle wird die Farbe Bahn für Bahn auf die Wand aufgetragen. Ecken, Winkel und Übergänge werden mit einem Pinsel bearbeitet.

Der Vorteil: Für einen solchen Anstrich sind keinerlei spezielle Kenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich. Lediglich Rücken, Muskel und Gelenke melden sich irgendwann zu Wort. Mit regelmäßigen Pausen beugen Sie Schmerzen vor.

Um die typischen Problemstellen wie Farbnasen und Flecken zu vermeiden, sollten Sie trotzdem diese fünf Hinweise beachten:

1. Die Qualität des Werkzeugs ist entscheidend

Haarende Pinsel und fusselnde Farbrollen sind nicht nur nervig, sondern sorgen auch für schlechtere Streichergebnisse. Es gilt: Qualität hat ihren Preis und dieser bietet beim Streichwerkzeug tatsächlich eine gute Orientierung.

In den meisten Fällen ist eine Farbrolle aus Lammfell die beste Wahl. Diese nehmen die Farbe am besten auf und sorgen für ein gleichmäßig gutes Ergebnis. Für lackierte Flächen dagegen sind Schaumstoffrollen sinnvoll. In jedem Fall sollten Sie auf die Empfehlung des Farbherstellers achten.

Welcher Pinsel am besten ist, hängt neben dem Einsatzbereich auch von der Art der Farbe ab. So eignen sich Pinsel mit Naturborsten gut für Farben, die auf Kunstharzbasis, mit Alkohol oder Verdünnern hergestellt werden, da sie Flüssigkeiten gut aufsaugen. Für Acrylfarben nutzen Sie dagegen lieber synthetische Borsten.

Pinsel richtig vorbereiten

Selbst der beste Pinsel kann bei der ersten Benutzung ein paar Haare verlieren. Um dies zu verhindern, ziehen Sie den Pinsel ein paar Mal über ein Schleifpapier – so werden lose Borsten direkt entfernt. Außerdem sollte jeder Pinsel vor dem ersten Einsatz ausgewaschen werden.

2. Farbe gut verrühren

Vor dem Streichen sollten Sie die Farbe gründlich umrühren, vor allem dunkle Farben, da sich die Farbpigmente mit der Zeit am Boden des Eimers absetzen. Allerdings nicht zu schnell, sonst bilden sich kleine Luftbläschen, die man kaum noch rausbekommt. Am besten nutzen Sie eine Bohrmaschine mit Rührquirl auf der niedrigsten Stufe.

3. Farbgitter benutzen

Die mit Farbe getränkte Rolle immer auf einem Abstreifgitter abrollen. Zu viel Farbe auf der Rolle produziert Farbnasen, die getrocknet einen unschönen Eindruck machen.

4. Senkrecht – quer – senkrecht

Das beste Streichergebnis erzielen Sie, wenn Sie zunächst senkrecht, dann kreuz und quer und dann wieder senkrecht streichen. Auf diese Weise vermeiden Sie störende Flecken durch ungleichmäßige Farbverteilung.

5. Nass-in-nass

Eine Wand wird nass-in-nass gestrichen. Das bedeutet, dass jede Bahn die vorige teilweise überlagert, während diese noch feucht (nass) ist. Lässt man eine Bahn trocknen, entstehen am Übergang sichtbare Kanten. Längere Pausen machen Sie also am besten immer erst, wenn eine Wand komplett fertig gestrichen ist.

Der Sprühanstrich – Schnell, aber aufwendig

Wer die Rolle scheut, kann zur Sprühpistole greifen. Diese bringt einige Vorteile mit sich:

  • Schnell: Das eigentliche Auftragen der Farbe geht wesentlich zügiger von der Hand als mit Pinsel und Rolle. Daher ist Sprühen vor allem bei großen Flächen sinnvoll.
  • Flächendeckend: Auch Ecken, Winkel und Kanten lassen sich mit Sprühpistole gut erreichen. Pinsel werden kaum noch gebraucht.
  • Kräfteschonend: Geringere Anstrengung schont Rücken, Gelenke und andere Problemzonen.
  • Sparsam: Moderne Sprühsysteme verbrauchen vergleichsweise wenig Farbe.

Demgegenüber stehen im Wesentlichen zwei Nachteile:

Damit ein Anstrich mit Sprühpistole gleichmäßig wird, ist etwas Übung erforderlich. Anfänger werden sehr wahrscheinlich die typischen Fehlerbilder produzieren: Farbnasen, Flecken, verwackelte Linien und sichtbare Kanten und Übergänge. Wer außerdem künstlerische Verzierungen und farbliche Akzente einbauen möchte, sollte lieber zum Pinsel greifen oder einen Fachbetrieb beauftragen.

Zudem erfordert Sprühen eine gründliche Vorbereitung und einige Schutzmaßnahmen. Der gesamte Raum muss gründlich abgedeckt und abgeklebt werden, da sich sonst feine Farbpartikel auf Fußboden und Möbeln niederlegen. Auch darf im Raum keinerlei Zugluft herrschen. Wer sprüht sollte außerdem immer Feinstaubmaske und Schutzbrille tragen.

Wie sprühe ich richtig?

Das Sprühgerät wird im 90-Grad-Winkel mit einem Abstand von 25 bis 30 Zentimeter zur Wand gehalten. Gesprüht wird nur in Bewegung, sonst entstehen Ungleichmäßigkeiten und Farbtropfen. Das bedeutet: Eine einzelne Fläche sollte immer in einem Rutsch komplett bearbeitet werden.

Ist die Farbe getrocknet, folgt ein zweiter Durchgang. Nach der Benutzung oder vor langen Pausen muss das Werkzeug gründlich gereinigt werden.

Ist die Farbe zum Sprühen geeignet?

Die verwendete Farbe darf nicht zu dickflüssig sein, da die Sprühpistole sonst verstopft. Achten Sie auf die Herstellerangaben oder lassen Sie sich vom Händler beraten.

Wann ist ein Sprühanstrich sinnvoll?

  • Bei großen Flächen
  • Für ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Verzierungen oder Akzente (Übung erforderlich)
  • Wenn auch die Decke gestrichen werden muss

Dekorationstechniken – Das besondere „Etwas“

Mit diversen Wisch- und Tupftechniken können Sie Ihrer Wand den besonderen „Touch“ verleihen. Dazu gibt es im Fachhandel spezielle Rollen, Pinsel und Schablonen, die für ganz eigene Strukturen und Muster sorgen.

Beliebt ist auch die Schwammtechnik, bei der Sie mit einem Maler- oder einfachen Naturschwamm eine gestrichene Wand mit zusätzlicher Farbe betupfen. Dabei entsteht eine strukturierte, „schwammige“ Oberfläche. Mit ein wenig Übung lassen sich auch Farbverläufe kreieren.

Eine Wand mit Rolle streichen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Vor dem Aufbringen der Farbe muss der Untergrund sauber, trocken, staubfrei und tragfähig sein. Wischen Sie mit einem Tuch über die Wand – falls sich ein kreidiger Abrieb löst, waschen Sie die Wand mit einer Bürste und Wasser ab. Kleine Schäden und Unebenheiten (Bohrlöcher etc.) werden mit Spachtel- oder Fugenmasse ausgebessert und glatt gestrichen. Gestrichen wird bei normaler Zimmertemperatur und möglichst ohne Zugluft.

Schritt 2: Abdecken und Abkleben

Je nachdem ob Sie Sprühen oder Rollen, müssen Sie entweder den gesamten Raum oder nur „gefährdete“ Bereiche abdecken. Fenster, Türen und Fußleisten werden abgeklebt, am besten mit Malerkrepp. Lampen, Lichtschalter und Steckdosen sollten abmontiert werden.

Schritt 3: Grundieren

Unbehandelte oder stark saugende Materialien wie Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten sollten mit Tiefgrund behandelt werden. Ansonsten saugt die Wand ungleichmäßig Farbe auf oder es können sich Farbpigmente lösen. Die Folge sind störende Flecken. Rost- oder Wasserflecken sollten mit Isolierfarbe oder Fleckendecker behandelt werden.

Schritt 4: Farbe vorbereiten

Die Farbe muss gründlich umgerührt werden, am besten mit einer Bohrmaschine und Rührquirl auf niedrigster Stufe. Pinsel und Rolle etwa zehn Minuten in der Farbe einweichen.

Schritt 5: Ecken und Winkel

Als erstes werden die Übergänge von Wand zu Wand, Wand zu Decke und Wand zu Rahmen / Leisten mit einem Pinsel gestrichen.

Schritt 6: Rest der Wand

Streichen Sie zunächst in Längsrichtung, dann kreuz und quer und dann nochmal längs.

Schritt 7: Aufräumen

Entfernen Sie das Klebeband während die Farbe noch feucht ist, sonst können sichtbare Kanten entstehen.

Schritt 8: Zweiter Anstrich

Bei gut deckender Farbe ist ein zweiter Anstrich in der Regel nicht notwendig. Lassen Sie die erste Schicht auf jeden Fall erstmal ordentlich trocknen. Häufig sieht eine frisch gestrichene Wand fleckig aus, nach dem Trocknen aber nicht mehr.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Streichen brauchen

Eine Wand verfliesen

Der letzte Punkt unserer großen Vier der Wandgestaltung ist das Verlegen von Fliesen. Und auch hier gilt: Sie müssen kein Profi sein – das richtige Werkzeug, ein wenig handwerkliches Geschick und Ausdauer reicht aus, um ein ansehnliches Ergebnis zu erzielen.

Traditionell sind Fliesen aufgrund ihrer wasserabweisenden Natur vor allem in Bädern, Küchen und anderen Feuchträumen das Mittel der Wahl. Doch damit sind die Einsatzgebiete noch nicht erschöpft. Diverse Form-, Farb- und Strukturvarianten machen sie auch in Wohnbereichen zu einer ernsthaften Wandgestaltungs-Alternative.

Wirken Fliesen nicht kalt und ungemütlich?

Moderne Wandfliesen sind mehr als nur weißer Wasserschutz: Marmor-, Holz-, Schiefer-, Kalk-, Kork-, Leder- oder Metalloptik – die Auswahl ist riesig. Auch Sonderanfertigungen sind möglich.

Gerade in Wohnbereichen sollte aber stets das Gesamtbild des Raumes im Auge behalten werden. Stimmen Sie die Wahl der Fliesen also mit der restlichen Wandgestaltung sowie Möbeln und Einrichtungsgegenständen ab. Wählen Sie außerdem eine passende Fugenmasse, denn auch hier gibt es neben funktionalen auch optische Unterschiede.

Tipp: Fliesen kombinieren

Im voll verfliesten Bad sorgen Mosaikmatten oder eine Bordüre in anderer Farbe für ein optisches Highlight. Weiß geflieste Wände bekommen so einen modernen und wohnlichen Touch.

Wandfliesen in Wohnbereichen haben überwiegend dekorative Funktion – bringen aber weitere Vorteile mit sich: Sie sind leicht zu reinigen und sehr strapazierfähig. Gerade für verschmutzungsanfällige Bereiche, bspw. rund um den Kamin.

Woran erkenne ich gute Wandfliesen?

Für Wandfliesen gibt es kaum relevante Qualitätsmerkmale. Lediglich einheitlich, wasser- und feuchtigkeitsabweisend sollten sie sein – in Nassräumen sowieso, in Wohnräumen erleichtert dies die Reinigung.

Für Bodenfliesen gelten wesentlich strengere Vorgaben. Das bedeutet: Bodenfliesen können immer auch als Wandfliesen eingesetzt werden – nicht aber andersherum.

Nicht am falschen Ende sparen

Noch mehr als beim Streichen und Tapezieren, kommt es beim Verfliesen auf die Qualität des Werkzeugs an. Hochwertige elektrische Nassschneider mit Laser sind etwas teurer, machen sich aber gerade bei problematisch geschnittenen Räumen bezahlt.

Wieviele Fliesen brauche ich?

Egal für welchen Raum – Fliesen benötigen eine gründliche Planung. Zuallererst sollten Sie den zu verfliesenden Bereich festlegen, ausmessen und skizzieren. Auf dieser Basis und anhand der Größe der ausgewählten Fliesen können Sie nun den Materialbedarf ermitteln.

Als Faustformel gilt:

Quadratmeter / Fliesengröße + 10 % für Verschnitt und Bruch

Zwischen den Fliesen liegen Fugen, deren Maße (2 bis 5 mm) streng genommen noch eingerechnet werden müssten. Der Einfachheit halber lassen wir dies aber weg: Auf einen Meter Wandfläche kommen nur ca. 1 bis 5 cm Fugenbreite.

Ratsam ist es, mindestens ein zusätzliches Paket für spätere Reparaturen zu kaufen. Ein etwas ausgefalleneres Design ist dann nämlich möglicherweise gar nicht mehr auf dem Markt.

Die Wahl des Fliesenklebers

Kleber ist nicht gleich Kleber – entscheidend ist der Untergrund. Achten Sie daher unbedingt auf die Herstellerangabe. Grundierung und Fugenmasse wählen Sie bestenfalls vom gleichen Hersteller.

Ich weiß, wieviel Fliesen ich benötige – wie geht es nun weiter?

Bevor es losgehen kann, muss der Untergrund vorbereitet werden. Sind noch alte Fliesen an der Wand? Dann runter damit. Bröckelt der Putz? Dann muss dieser neu aufgetragen werden. Sind kleinere Löcher und Risse in der Wand? Dann ist erst einmal Verspachteln angesagt. Stark saugende Untergründe wie Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten werden vor dem Fliesenlegen mit Tiefengrund behandelt.

Mit einigen Tricks können Sie die Tragfähigkeit des Untergrundes testen:

  • Ritztest: Ritzen Sie mit einem Schraubenzieher, Messer oder Nagel ein kleines Stück der Wand ein. Entstehen dabei deutliche Einkerbungen, ist die Wand nicht ausreichend tragfähig.
  • Wassertest: Tragen Sie mit einem Pinsel etwas Wasser auf die Wand auf. Zieht dieses schnell ein, muss grundiert werden.
  • Wischtest: Wischen Sie mit einem Tuch, möglichst in Kontrast zur Wandfarbe, über die Wand. Bleiben kreidige Rückstände daran hängen, muss die Wand gründlich abgewaschen werden.
  • Klebebandtest: Ziehen Sie ein Stück Klebeband ruckartig von der Wand ab. Bleiben daran Putz- oder Farbreste haften, muss der Belag neu gemacht bzw. entfernt werden.

Test: Ist der Untergrund tragfähig?

Die Wand hat allen Überprüfungen Stand gehalten bzw. Sie haben entsprechend ausgebessert? Dann folgt ein letzter Test: Ist der Untergrund eben?

Dazu nehmen Sie eine Richtlatte und halten Sie an verschiedenen Stellen gegen die Wand. Die Latte sollte an beiden Enden plan aufliegen – falls nicht, sollten Sie die buckligen Stellen abschleifen.

Wichtig ist auch, ob unter der Latte Hohlräume zu sehen sind. Achten Sie auf Bereiche, an denen Licht durch die aufliegende Lattenkante hindurch scheint. Kleine Dellen werden einfach mit Fliesenkleber ausgeglichen. Für größere Löcher nutzen Sie am besten Ausgleichsmörtel.

Vorsicht mit Spachtelmasse

Einfache Spachtelmasse besteht üblicherweise aus einer Gipsmischung. Da Gips auch nach dem Trocknen noch sehr wasserempfindlich ist, ist er als Ausgleichsmasse in Nassräumen ungeeignet.

Kann ich auch Fliese auf Fliese verlegen?

Ja, das ist durchaus möglich. Ist ausreichend Tragfähigkeit vorhanden, können Fliesen einfach überklebt werden. Damit dies klappt, müssen Sie vier Punkte beachten:

  • Geeigneter Kleber: Achten Sie auf die Herstellerangabe. Kunststoffvergütete Fliesenkleber (Flexkleber) auf Zementbasis oder Dispersionskleber sind in der Regel eine gute Wahl.
  • Keine Hohlräume: Klopfen Sie die Fliesen ab, bspw. mit einem Hammerstiel. Ein dumpfer Klang deutet auf Hohlräume hin. Hohlliegende Fliesen müssen raus, beschädigte ebenso.
  • Sauberer Untergrund: Oft sammeln sich an Fliesen Fettablagerungen und andere Verschmutzungen. Diese müssen mittels Fliesenreiniger und Bürste restlos entfernt werden.
  • Haftende Oberfläche: Da der alte Fliesenbelag meist glatt und nicht saugend ist, wird eine Haftgrundierung aufgetragen.

Fliesen verlegen – Wie mache ich es richtig?

Das Wichtigste bei der Fliesenplanung ist eine symmetrische Einteilung der Wandfläche. Ein guter Startpunkt ist die Mitte einer Fenster- oder Nischenkante, von der aus gleichmäßig in beide Richtungen gefliest wird. Für Fliesen in Bad oder Küche können Sie sich auch an Waschbecken oder anderen Einrichtungen orientieren.

Erst die Planung - dann die Umsetzung

Bevor die erste Fliese angebracht wird, erstellen Sie einen Verlegungsplan für die komplette zu verfliesende Fläche. Dabei müssen Sie die Breite der Fugen bedenken, da wenige Millimeter Verschiebung schon unsymmetrisch wirken können.

Soll eine Wand nur bis zu einer festgelegten Höhe gefliest werden, beginnen Sie mit der oberen Reihe. Setzen Sie sich dazu Markierungen mithilfe einer Wasserwaage. Tipp: Kleben Sie die Oberkante mit einem Kreppband ab. Wenn Sie dieses nach dem Auftragen des Klebers abziehen, erhalten Sie eine sichtbare Orientierungshilfe.

Ist Ihnen die Höhe der Fliesenkante nicht ganz so wichtig, können Sie auch einfach unten anfangen und sich nach oben arbeiten. Bei besonders großen Formaten ist dies ohnehin sinnvoll, da die Fliesen dadurch nach unten gestützt sind und nicht verrutschen.

Möchten Sie dagegen deckenhoch fliesen, setzen Sie die Startmarkierung etwa auf Kinnhöhe und berechnen Sie den Rest der Fläche. Sollte sich herausstellen, dass an Ober- oder Unterkante nur ein sehr kleiner Streifen übrig bleibt, passen Sie den Ansatzpunkt entsprechend an.

Tipp: Kreuzlinienlaser

Laser-Messgeräte helfen einerseits bei der Raumvermessung, andererseits projizieren sie eine waagerechte Linie an die Wand, an der Sie Ihre Fliesenkante ausrichten können.

In Innenecken werden Fliesen entsprechend zugeschnitten und an der angrenzenden Seite mit dem Reststück fortgesetzt. Denken Sie dabei an die Eckfugen, die hinterher mit Silikon gefüllt werden. Wenn möglich, setzen Sie an Außenkanten ganze Fliesen an.

Für Lichtschalter, Steckdosen, Armaturen und Anschlüsse müssen Sie möglicherweise ein Loch ausschneiden. Aussparungen an anderen Problemstellen werden auf den Fliesen vorgezeichnet und dann per Winkelschleifer ausgeschnitten. Wichtig: Bei der Arbeit mit dem Winkelschleifer immer eine Schutzbrille tragen!

Ist alles geplant, der Untergrund vorbereitet und Verkleidungen abmontiert, kann es mit dem Verfliesen losgehen.

Eine Wand verfliesen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig, eben, staub- und fettfrei sein.

Schritt 2: Abdichten

Nassbereiche rund um Dusche, Wanne, Ceranfelder, Wasch- und Spülbecken werden mit Streich- oder Flüssigfolie vor durchdringender Nässe geschützt. Im Fachhandel finden Sie komplette Abdichtsysteme, die neben der Folie auch Dichtband, Ecken und Manschetten enthalten.

Schritt 3: Grundieren

Stark saugender Untergrund muss mit Tiefengrund behandelt werden – Putz oder Estrich am besten immer grundieren. Für sehr glatte Flächen (Fliesen) oder Beton verwenden Sie Haftgrund.

Schritt 4: Kleber anrühren

Beachten Sie die Herstellerangaben zur Wassermenge und Reifezeit. Zum klumpenfreien Verrühren nutzen Sie am besten eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz. Dispersionskleber sind bereits gebrauchsfertig.

Schritt 5: Kleber auftragen

Mit einer Glättekelle wird der Kleber gleichmäßig auf die Wand aufgetragen und anschließend mit einem Zahnspachtel durchkämmt – in den meisten Fällen in waagerechten Linien. Die Tiefe der Zahnung hängt von der Fliesengröße, des Rückseitenprofils und dem Untergrund ab. Für eine gleichmäßige Zahnung halten Sie die Zahnkelle stets in gleichem Winkel

  • Wichtig: Tragen Sie nur so viel Kleber auf, wie Sie in ca. 30 Minuten verfliesen können, da dieser sonst zu schnell austrocknet.

Schritt 6: Fliesen anbringen

Bringen Sie die Fliesen gemäß Ihrem Verlegungsplan an die Wand an. Jede Fliese wird zunächst direkt an die vorige angelegt und dann auf den Fugenabstand zurecht geschoben. Für gleichmäßige Abstände verwenden Sie in den Zwischenräumen Fliesenkreuze aus Kunststoff.

  • Etappenweise vorarbeiten: Teilen Sie die Fläche in kleine Bereiche ein. Sind Sie mit einem Bereich fertig, tragen Sie die nächste Schicht Kleber auf. Kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder mit einer Wasserwaage, ob die Fliesen waagerecht verlaufen – solange der Kleber feucht ist, können Sie noch korrigieren. Für besseren Halt, klopfen Sie die Fliesen mit einem Gummihammer leicht an.
  • Problemstellen: Fliesen an Rändern und rund um Problemstellen (Armaturen, Lichtschalter etc.) werden gesondert angebracht. Dazu den Kleber direkt auf die Fliesenrückseite auftragen.

Schritt 7: Fugen auskratzen

Kratzen Sie die Bereiche zwischen den Fliesen nach kurzer Pause (ca. 60 Minuten) sauber.

Schritt 8: Aushärten lassen

Ist die letzte Fliese angebracht, muss der Kleber erstmal trocknen. Die genaue Trocknungszeit entnehmen Sie den Angaben des Herstellers – in der Regel mindestens einen Tag. Besonders schnell trocknender Kleber kann auch schon nach wenigen Stunden ausgehärtet sein.

Schritt 9: Verfugen

Entfernen Sie zunächst sämtliche Fugenkreuze und Keile. Verfugt wird von oben nach unten – wieder etappenweise. Dabei unbedingt Gummihandschuhe tragen. Tragen Sie die Masse mit einem Fugbrett oder Fuggummi und etwas Druck diagonal zu den Fliesenfugen auf. Überschüssige Masse direkt entfernen.

Verbleibende Reste werden nach etwas Antrocknungszeit mit einem feuchten Schwamm oder Schwammbrett abgewaschen. Dabei darauf achten, dass die Fugen nicht ausgewaschen werden. Nach der angegebenen Trocknungszeit werden letzte Schlieren auf den Fliesen mit einem sauberen, trockenen Tuch abgewischt.

Schritt 10: Silikonfugen ziehen

Fugen in Ecken und bei Anschlüssen werden nicht mit Fugenmasse gefüllt, sondern speziell abgedichtet, in der Regel mit Silikon.

  • Optimalerweise grundieren Sie die Fuge mit einem Dichtungsvorstrich, da dadurch der Bereich entfettet wird und das Silikon besser haftet. Bei besonders tiefen oder breiten Fugen ist es möglicherweise sinnvoll, diese schon vorab mit etwa Silikon zu füllen und dieses trocknen zu lassen.
  • Kleben Sie die Fugen beidseitig mit Kreppband ab und spritzen Sie das Silikon mittels Kartuschenpistole gleichmäßig in die Fuge.
  • Entfernen Sie überschüssiges Silikon und streichen Sie die Fuge glatt.
  • Ziehen Sie das Klebeband vorsichtig ab und lassen Sie das Silikon eine kurze Zeit trocknen.
  • Besprühen Sie die Fläche mit einem Gemisch aus Spülmittel und Wasser und bringen Sie das Silikon mit einem Finger oder Hilfsmittel in seine endgültige Form.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verlegen von Wandfliesen brauchen

Wandbespannung – Die alternative Tapete

Eine gar nicht so neue, aber in der letzten Zeit wieder beliebter werdende Form der Wandgestaltung ist das Bespannen mit textilen Stoffen.

Dabei wird eine Wand teilweise oder komplett mit Stoff verkleidet, der zwischen Kunststoff- oder Holzschienen gespannt wird. Das sieht nicht nur schick aus – von Farben, Mustern, Glanz- und 3D-Effekten bis hin zu eigenen Motiven oder Urlaubsbildern ist alles möglich – Moderne, wandfüllende Bespannungssysteme bringen auch Vorteile bei Wohnkomfort und Energieeffizienz mit sich.

Vorteile der Wandbespannung

  • Freie Wahl des Designs
  • Sorgt für ein verbessertes Raumklima
  • Schall- und wärmeisolierend
  • Keine aufwendige Vorbereitung des Untergrundes notwendig
  • Schnelle Montage

Für eine Wandbespannung muss eine Wand nicht gesondert vorbereitet werden. Verputzen, Grundieren, Streichen und die jeweiligen Trockenzeiten entfallen. Auch ist keine spezielle Raumtemperatur oder Schutz vor Zugluft notwendig.

Zwischen Wand und Stoff wird eine Unterbespannung angebracht, bestehend aus Vlies oder Molton, die sowohl Wärme- als auch Schalldämmung unterstützt. Der Bespannungsstoff selbst kann je nach Material Elektrosmog abweisen, besonders schwer entflammbar sein oder sich positiv auf das Raumklima auswirken: Naturstoffe wie Baumwolle oder Leinen nehmen Luftfeuchtigkeit auf und geben diese wieder ab, sobald der Raum trockener wird.

Bei der modernen Bespannungsmethode wird der Stoff an Boden, Decke und Wänden montierten Kunststoffleisten fixiert. Es entsteht eine ebene Fläche ohne Wellen, Flecken oder ungleichmäßiger Farbverteilung. Die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten erlauben eine optimale Abstimmung auf Lichteinfall und andere Einrichtung.

Wandbespannung – Das Nonplusultra?

Was spricht also gegen die Bespannung als Tapetenersatz? Wie so häufig gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille.

Zunächst mal muss der „Stoff-Look“ nicht jedem gefallen. Etwas objektiver dagegen sind aber zwei andere Nachteile: Empfindlichkeit und Preis.

Leichte Verunreinigungen lassen sich mit Bürste, Staubsauger und Schwamm behandeln. Was aber wenn das Kind den Filzstift auspackt, Schlamm und Essensreste verteilt oder die Katze die Wand als neuen Kratzbaum entdeckt? Zwar sind die meisten Stoffe grundsätzlich waschbar – einfach abnehmen und wieder einsetzen ist aber nicht immer möglich.

Bei den gängigen Spannsystemen wird der Stoff auf die Wandgröße passgenau zugeschnitten. Wird dieser nun abgenommen, kann er nicht wieder eingespannt werden. Dann bleibt nur der Neukauf – und der ist nicht ganz günstig.

Ein Komplettsystem bekommt man ab ca. 50 Euro pro Quadratmeter. Dekostoff alleine gibt es als Meterware schon ab ca. 7 €, hochwertige Stoffe oder individuelle Anfertigungen sind natürlich teurer.

Dazu kommen Kosten für den Einbau. Wer handwerklich geschickt ist und Erfahrung mit Textilen hat, kann die Bespannung selbst anbringen. Für Laien ist dies aber nicht ratsam – Problemstellen wie Lichtschalter, Raumöffnungen oder schiefe Wände erfordern fachmännisches Know-How.

Ist eine Wandbespannung etwas für mich?

Preislich liegen Bespannungssysteme im mittleren bis oberen Tapetenbereich. Wer die Kosten nicht scheut, etwas Eleganz in die eigenen vier Wände bringen möchte oder einfach mal etwas neues ausprobieren mag, findet in der textilen Bespannung eine Alternative zu Tapete und Anstrich.

Gestaltung der Decke – Gelten die gleichen Regeln wie für Wände?

Die Decke hat als fünfte Wand mindestens genauso viel Einfluss auf die Wirkung eines Raumes. Zwar gelten ähnliche Regeln wie beim Renovieren von Wänden, doch die Arbeit über Kopf ist bei Heimwerkern besonders unbeliebt, da sie wesentlich anstrengender und zeitaufwendiger ist.

Möglichkeiten der Deckengestaltung - Tapezieren, Streichen, Abhängen und Spanndecken

In den meisten Fällen wird eine Decke einfach weiß gestrichen und gegebenenfalls vorher tapeziert. Weiß ist neutral und lässt sich mit sämtlichen Wandfarben oder Farbakzenten kombinieren. Wer es etwas ausgefallener mag, kann eine andere Farbe wählen. Dabei sollte man aber etwas vorsichtig sein – dominante Farben können schnell ein erdrückendes Raumgefühl auslösen.

Eine Alternative bietet das Abhängen, also Verkleiden der Decke mit Paneelen bzw. Platten aus Styropor, Holz, Gips oder anderem Material. Dies hat den großen Vorteil, dass der Untergrund nicht aufwendig vorbereitet werden muss. Im Zwischenraum von Verkleidung und Decke finden Kabellagen der Deckenbeleuchtung oder eine Dämmschicht Platz.

Verputzen, Tapezieren, Streichen – Besonderheiten bei der Arbeit über Kopf

Das Wichtigste bei der Deckenarbeit ist Ihre Sicherheit. Eine Teleskopstange und eine rutschfeste Leiter gehören zur Grundausstattung – noch besser ist es, mit einem mobilen Gerüst zu arbeiten.

Die Arbeit über Kopf strapaziert Nackenbereich und Armmuskeln, vor allem bei körperlich untrainierten Menschen. Das andauernde Auf- und Absteigen auf die Leiter wirkt zudem schnell ermüdend, was das Sturzrisiko erhöht.

Der beste Tipp für die Arbeit an der Decke ist daher: Arbeiten Sie immer zu zweit. Eine Decke alleine zu tapezieren, kann zur Qual werden. Auch beim Streichen ist eine zweite Person eine große Hilfe – und wenn es nur darum geht, die Leiter festzuhalten.

Die Decke kommt zuerst

Egal ob Verputzen, Tapezieren oder Streichen – Kümmern Sie sich immer erst um die Decke, dann um die Wände. Andernfalls riskieren Sie Farbspritzer oder andere Missgeschicke an der frisch renovierten Wand.

Bevor es losgeht, sollte der gesamte Raum inklusive aller Möbel mit Plastikplane abgedeckt werden. Am besten geeignet dafür ist Malervlies. Dieses saugt Farbspritzer auf und eine Folienschicht an der Unterseite verhindert, dass die aufgesaugte Farbe bis zum Fußboden durchsickert.

Noch wichtiger als bei Wänden ist die gründliche Vorbereitung des Untergrundes. Dieser muss frei von jeglichem Staub, Schmutz, Fett, Rauch, bröckelndem Putz oder Tapetenresten sein. Spachteln Sie sämtliche Löcher zu und sorgen Sie für eine ebenmäßige Fläche. Für eine bessere Haftung benutzen Sie eine entsprechende Grundierung bzw. Haftvermittler. Holzdecken müssen vorab meist abgeschliffen werden.

Um Streifen und Kanten zu vermeiden, arbeiten Sie immer längs zum Lichteinfall, begonnen am Fenster. Beim Tapezieren hilft ein Besen, um die Tapete in Position zu halten. Beim Streichen sollten Sie darauf achten, feste Farbe / Deckenfarbe zu benutzen, da diese bei korrekter Anwendung nicht tropft.

Tropfschutz selber basteln

Verfügt Ihr Teleskopstab nicht über einen Tropfschutz, können Sie sich diesen mit einem Stück Pappe und etwas Klebeband einfach selber basteln. Dazu den Stab durch die Pappe führen, welche dann mit Klebeband unterhalb der Rolle fixiert wird.

Eine Decke verkleiden

Streng genommen ist das Tapezieren auch eine Form des Verkleidens. Wer aber die Vorbereitungsarbeiten scheut, hohe Decken nicht mag oder einfach mal etwas anderes ausprobieren möchte, installiert einfach eine zweite Decke unter der bestehenden.

In Altbauwohnungen lässt sich auf diesem Wege sogar Geld sparen, denn die typisch hohen Räume verschlingen viel Heizenergie – insbesondere bei schlechter Isolierung. Eine abgehängte Decke verkleinert den zu beheizenden Raum und spart Heizkosten. Wird eine zusätzliche Dämmschicht angebracht, lässt sich dieser Effekt noch verstärken. Auch eine bessere Schallisolierung ist möglich.

Neben den praktikablen Vorteilen bieten sich auch zahlreiche optische Gestaltungsmöglichkeiten: Zum Einen kann eine niedrigere Deckenhöhe für ein schöneres Ambiente sorgen. Zum Anderen können im Raum zwischen Verkleidung und Decke Klimakanäle und Installationsleitungen für Beleuchtung oder Hi-Fi-Systeme versteckt werden.

Wer mit der Deckenhöhe zufrieden ist, kann trotzdem über eine Verkleidung nachdenken – meist reichen bereits wenige Zentimeter. Möglich sind auch elegante Stuckverzierungen, wie man sie sonst nur noch in Altbauten finden kann, wenn überhaupt.

Womit verkleidet man eine Decke?

Verschiedene Materialien stehen zur Auswahl: Gips, Leichtbeton, Holz, Styropor oder Stoff sind die gängigsten. Je nach Einsatzgebiet sind einige mehr, einige weniger gut geeignet.

Auch bei der Verarbeitung gibt es Unterschiede. Einige Varianten klebt man einfach an die Decke. Für die meisten Abhängsysteme wird aber eine Unterkonstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen angebracht, an die die Paneele oder Platten dann befestigt werden. Einige müssen noch verspachtelt, tapeziert oder gestrichen werden, andere sind sofort einsatzbereit.

Einfache und unkompliziert – Styropor-Platten

Styropor-Platten werden direkt an die Decke geklebt. Das ist einfach und kostengünstig. Der Nachteil: Ähnlich wie beim Tapezieren, muss der Untergrund sorgfältig vorbereitet werden.

Tapeten- und Farbreste müssen entfernt und Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Kleinere Risse können Sie in der Regel ignorieren. Um zukünftige Renovierungen zu vereinfachen, sollten Sie die Decke vorab mit Tiefengrund behandeln.

Die Platten werden mit einem Dispersionskleber bestrichen und an die Decke gedrückt. Im Anschluss müssen die Fugen noch verspachtelt werden. Streichen Sie die gesamte Fläche dann mit Dispersionsfarbe – so bleibt die Oberfläche atmungsaktiv. Nicht gestrichene Styropor-Platten vergilben außerdem schnell.

Stuck aus Styropor

Stuckleisten aus Styropor bieten eine einfache Möglichkeit, ein wenig Altbau-Flair in Ihr Zuhause zu bringen. Ebenso wie Styropor-Platten, werden diese an die Decke geklebt. Für Nassräume sollten Sie aber Varianten aus Kunststoff wählen.

Was sind die Vor- und Nachteile von Styropor-Platten?

Styropor-Platten für die Deckenverkleidung haben zwei wesentliche Vorteile: Sie sind einfach anzubringen und vergleichsweise kostengünstig. Allerdings muss der Untergrund sauber und eben sein, was zeitaufwendige Vorarbeiten mit sich bringen kann. Außerdem gibt es keine Möglichkeit für eine in die Decke integrierte Beleuchtung oder das Verstecken von Kabeln und Haustechnik.

Der besondere Look – Spanndecken

Ähnlich wie Wände können auch Decken zur Verkleidung bespannt werden. Dazu werden an allen Wand-Oberkanten Profilleisten angebracht, zwischen die dann eine Folie gespannt wird. Meistens kommen dabei Kunstofffolien aus PVC zum Einsatz, die per Heizstrahler geglättet werden. Wer PVC scheut, kann auf Spanndecken aus textilem Gewebe zurückgreifen.

Bei der Wahl der Deckenfarbe gibt es kaum Grenzen – auch Muster oder Motive sind möglich. Ein besonderer Hingucker sind leicht durchsichtige Folien mit dimmbaren und farbwechselnden Leuchtelementen dahinter. So entsteht eine indirekte Raumbeleuchtung, die in Wohnräumen für ein gemütliches Ambiente sorgt.

Für eine Spanndecken-Verkleidung von Profis muss man mit Kosten von ca. 120 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei günstigeren Angeboten ist Vorsicht geboten. Minderwertiges Material kann unangenehm riechen oder sogar gesundheitsgefährdend sein. Wer Geld sparen will, kann sich auch selbst versuchen. Für ein wirklich gleichmäßiges Ergebnis ist allerdings etwas Übung erforderlich, gerade bei sehr verwinkelten Räumen mit mehreren Lampen.

Was sind die Vor- und Nachteile von Spanndecken?

Eine Deckenbespannung ist nicht kompliziert, für Laien aber nur schwer umzusetzen. Ein geübtes Team benötigt für einen normal großen Raum in der Regel maximal acht Stunden. Der Einbau verursacht kaum Schmutz, daher müssen Möbel nicht abgedeckt oder verrückt werden, außer sie blockieren den Zugang zur Wand. Die bestehende Decke bleibt unangetastet.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig, auch Kabel lassen sich verstecken. Nachträgliche Wartungsarbeiten an der Elektrik sind aber nicht möglich. Durch die begrenzte Foliengröße kommt eine Bespannung auch nicht für jeden Raum in Frage.

Vielfältig und langlebig – Unterlattung und Abhängsysteme

Bei schwierigen Deckenverhältnissen bietet eine Verkleidung mit Unterkonstruktion eine stabile und vielseitige Alternative.

Die einfachste Form der Unterkonstruktion ist eine Unterlattung. Dabei werden Holzlatten an die Decke angebracht, an der dann Paneele, Kassetten oder weitere Latten zur Verkleidung montiert werden. Diese können Sie dann im nächsten Schritt weiter bearbeiten, bspw. mit Styropor bekleben.

Vorsicht bei Feuchtigkeit

Deckenpaneele bestehen meist aus Gips oder Holz. Im Bad sind diese keine gute Wahl, da sie durch die Luftfeuchtigkeit ein erhöhtes Schimmelrisiko besitzen oder instabil werden können.

Mit Distanzklötzen können Unebenheiten der Decke ausgeglichen werden. So wird der Zwischenraum außerdem besser belüftet und die Gefahr der Schimmelbildung sinkt. Bei großen Unebenheiten sollten Sie eine zusätzliche Konterlattung anbringen. Auch in Feuchträumen ist dies ratsam, da die Durchlüftung zusätzlich gefördert wird. Zudem sollte dort eine Dampfsperrfolie eingesetzt werden.

Bringen Sie die Unterlattung in Abständen von 60 bis 80 Zentimetern an der Decke an. Wichtig ist, dass die Paneele mindestens an den Enden und in der Mitte befestigt werden, um ein Durchhängen zu verhindern. Zur einfachen Anbringung sind einige Paneele mit Nut und Feder ausgestattet, wodurch sie sich einfach ineinander schieben lassen.

Laminat für die Decke

Wer eine Holzoptik haben möchte, kann als Deckenpaneele auch Laminat einsetzen. Im Grunde verläuft die Verlegung genauso wie auf Böden, nur müssen die Leisten verschraubt werden.

Mehr Platz für das Verstecken von Kabellagen und Haustechnik sowie Schichten zur Schall- und Wärmedämmung hat man mit Abhängsystemen. Bei diesen werden Deckenabhänger aus Metall an der Decke angebracht, die zusammen mit UD-Profilen an der Wand eine tragfähige Konstruktion bilden. Als Verkleidung kommen in der Regel Gipskartonplatten zum Einsatz.

Eine Decke verkleiden mit Abhängsystem und Gipskartonplatten – Schritt für Schritt

Schritt 1: Wandprofile anbringen

Verwenden Sie unbedingt eine Wasserwaage oder einen Kreuzlaser, damit die Profile waagerecht ausgerichtet sind. Achtung: Insbesondere bei Altbauten sind vorhandene Decken keine gute Orientierungshilfe, da sie häufig nicht gerade sind.

Schritt 2: Deckenabhänger anbringen

Legen Sie die Position der Abhänger per Schlagschnur fest. Beachten Sie die vom Hersteller des Abhängsystems empfohlenen Abstände zueinander und zur Wand.

Schritt 3: Grundlattung montieren

An den Deckenabhängern wird nun die Grundlattung angebracht. Kontrollieren Sie zwischendurch mithilfe einer Wasserwaage, dass die Latten nicht durchhängen.

Schritt 4: Dämmung einlegen

Möchten Sie eine zusätzliche Dämmschicht einsetzen, wird diese jetzt in die Grundlattung eingelegt. In Räumen mit hoher Feuchtigkeit oder einem Kaltbereich darüber (z.B. Dachboden) wird eine Dampfsperre benötigt.

Schritt 5: Traglattung anbringen

Die Traglattung verläuft quer zur Grundlattung. An diese werden später die Deckenplatten angebracht. Die Abstände sind abhängig von der Länge der Platten, die Sie verwenden möchten, sollten aber nicht mehr als 50 Zentimeter betragen.

Schritt 6: Gipsplatten zurechtschneiden

Müssen die Platten noch angepasst werden, ritzen Sie diese mit einem Cuttermesser an und brechen Sie sie dann über eine scharfe Kante. Im Anschluss werden die Schnittkanten mit Hobel oder Messer geglättet.

Schritt 7: Gipsplatten montieren

Nun werden die Platten quer zur Traglattung angebracht. Nutzen Sie zum Verschrauben bei Latten aus Metall Feingewinde, bei Latten aus Holz Grobgewinde. Um sicher und exakt zu arbeiten, organisieren Sie sich eine Hilfsperson, die die Platten an der Decke hält, während Sie sie verschrauben. Legen Sie Reihe für Reihe, immer versetzt um mindestens 40 Zentimeter zur vorherigen. So vermeiden Sie Kreuzfugen.

Schritt 8: Schnittkanten grundieren

Behandeln Sie die Schnittkanten zwischen den Platten mit Tiefengrund, damit die Spachtelmasse beim Verfugen nicht einfällt.

Schritt 9: Fugen verspachteln

Tragen Sie die Spachtelmasse quer zur Fuge auf. Eventuelle Schraublöcher verspachteln Sie ebenfalls. Im Anschluss ziehen Sie überschüssige Masse ab. Nach der Trocknungszeit stoßen Sie noch vorhandene Grate und Ansätze ab.

Schritt 10: Endverspachteln

Auch gute Spachtelmasse schwindet ein wenig beim Trocknen. Daher wiederholen Sie den Vorgang und ziehen Sie die Fläche mit einer Glättekelle glatt.

Schritt 11: Abschleifen

Auch wenn die Fläche glatt aussieht, schleifen Sie sie zum Abschluss noch einmal mit Schleifpapier glatt, am besten per Hand. Viele Unebenheiten sieht man erst nach dem Streichen oder tapezieren, doch dann können diese nicht mehr problemlos ausgeglichen werden.

Schritt 12: Grundierung auftragen

Damit weitere Beschichtungen später gleichmäßig gut haften, tragen Sie Tiefengrund auf die gesamte Fläche auf. Ansonsten kann es passieren, dass die verspachtelten Bereiche durch die überliegende Schicht hindurch schimmern.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verkleiden einer Decke brauchen


Boden & Treppe – Wie verlegt man Laminat, Teppich und PVC?

Einen Boden neu zu machen bedeutet in der Regel auch den alten los zu werden. Soll der alte Wohnzimmerteppich ausgetauscht werden, muss er erstmal restlos entfernt werden, anstatt ihn einfach mit einer neuen Belagsschicht abzudecken. 

Möglichkeiten der Bodengestaltung - Textil, elastisch, Holz und Fliesen

Wie bereite ich den Untergrund optimal vor?

Alten Belag entfernen

Fest verklebter Teppich kann einen schon mal vor die Zerreißprobe stellen. Um den oftmals mühsamen Arbeitsschritt so gut wie möglich zu überstehen, schneiden Sie den Teppich in möglichst schmale Streifen und lösen ihn mithilfe einer Reißklaue vom Untergrund. Je schmaler der Streifen, desto einfacher lässt sich der Teppich herausreißen.

Es kommt auf den Teppichrücken an: Häufig bleiben Gewebefasern am Estrich haften. Rückstände können mithilfe von Handschabern entfernt werden. Wenn dies zu mühsam ist, hilft ein sogenannter Stripper, eine Art Rasenmäher für Teppichbelag. Da hochwertige Stripper recht teuer sind, lohnt es sich, im Baumarkt nach einem Leihgerät zu fragen.

Untergrund reinigen und prüfen

Bevor ein neuer Belag verlegt wird, muss der Untergrund auf Unebenheiten und Beschädigungen geprüft werden: Je nach Art (Beton, Estrich, Holzdielen, Spanplatten, Fliesen und Steinböden) kann dieser gesaugt oder feucht gewischt werden. Ist der Boden eben, sauber und tragfähig kann mit der Verlegung des neuen Belags begonnen werden.

Unebenheiten ausgleichen 

Unebenheiten müssen mithilfe einer Ausgleichsmasse ausgeglichen werden, ansonsten können diese den neuen Belag beschädigen oder beim Begehen spürbar sein – besonders bei textilen und elastischen Bodenbelägen. Die Art der Ausgleichsmasse ist abhängig von der Höhe, die ausgeglichen werden muss, dem Material des Untergrundes und der erforderlichen Belastbarkeit für die spätere Nutzung.

Wer besonders starke Unebenheiten ausgleichen muss oder sich die Trocknungszeit sparen möchte, kann auf Trockenestrich zurückgreifen. Dieser wird in Form von Platten auf dem Untergrund verlegt und ist eine gute Wahl, wenn eine Fußbodenheizung installiert werden soll. Aber Achtung: Auch ohne Fußbodenheizung benötigt Trockenestrich einige Zentimeter Aufbauhöhe. 

Unebenheiten ausgleichen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Zunächst mal wird der Untergrund abgeschliffen, entweder mit einem Handschleifstein oder bei groben Unebenheiten mit der Schleifmaschine. Im Anschluss wird er gereinigt und dann mit Tiefengrund grundiert. Bei der Wahl der Grundierung achten Sie auf die Herstellerangaben, ob sie zur Beschaffenheit des Untergrundes passt.

Nun muss die Grundierung erstmal gemäß der Herstellerangabe trocknen. Achtung: Begehbar heißt noch nicht verlegereif. Da sich der Fußboden bei Wärme ausdehnt, was zu Spannungen und Rissen führen kann, sind Dehnungsfugen notwendig. Hierfür nutzen Sie Randdämmstreifen, die rundherum an der Wand angebracht werden.

Zimmertemperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Trocknungszeit und spätere Qualität der Arbeit und des Materials. Sorgen Sie für die vom Hersteller empfohlenen Bedingungen, bevor die Ausgleichsmasse aufgetragen wird. 

Schritt 2: Anrühren

Die Ausgleichsmasse vermengen Sie mit einem Quirl in einem großen wassergefüllten Kübel. Für das richtige Mischverhältnis beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben. Zu wenig Wasser beeinträchtigt die Verarbeitung – zu viel Wasser führt zu geringer Festigkeit und Rissen.

Quirl-Regel

Das sorgfältige Vermengen ist wichtig, da sonst Klumpen in der Masse entstehen, die für neue Unebenheiten im Untergrund sorgen. Unsere Empfehlung: 2 Minuten bei voller Leistung quirlen – eine halbe Minute Pause – dann Masse noch einmal kurz aufrühren.

Schritt 3: Ausgießen und verteilen

Gießen Sie die Nivelliermasse aus dem Kübel auf den Untergrund. Da die Masse nach dem Ausgießen verläuft, sollten Sie immer nur so viel ausgießen, wie Sie auch mit wenigen Handgriffen kontrollieren können. 

Verteilen Sie die Masse mithilfe eines Spachtels, einer Kelle oder Zahnrakel gleichmäßig. Aufgrund ihrer Zahnung sind die Rakel die bedienungsfreundlichste Variante. Diese sind in unterschiedlichen Höhen erhältlich, sodass die Schichtdicke der Ausgleichsmasse gut eingehalten werden kann. 

Beginnen Sie an der hinteren Wand eines Raumes und arbeiten sich zur Zimmertür hin vor. Begehbar ist die Nivelliermasse in der Regel nach 3 – 4 Stunden, belegt werden kann sie meist nach 24 Stunden.

Schritt 4: Abschleifen

Während des Trocknens steigt in der Masse enthaltene Luft an die Oberfläche und kann kleine Blasen und Pickel hinterlassen. Diese können mit einem Handschleifstein schnell entfernt werden. 

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Ausgleichen von Unebenheiten eines Bodens brauchen

Ist der Untergrund optimal vorbereitet, geht es an das Verlegen des finalen Bodenbelags.

Die Wahl des Bodenbelags – Vor- und Nachteile
 VorteileNachteileEinsatzbereichPreis pro m² (ca.)
TeppichFußwarm, schalldämmend, rutschfest, große VielfaltSchmutzempfindlichTrockene Räume8 - 20 €
LaminatStrapazierfähig, einfache Verarbeitung, große VielfaltKaum trittschalldämmend, kann nicht geschliffen werdenTrockene Räume7 - 18 €
PVCWasserfest, antistatisch, einfache Verarbeitung, schalldämmendEmpfindlich gegenüber Kratzern und Druckstellen, Untergrund muss komplett eben sein, oft schlechte UmweltbilanzVariabel, auch Bad und Kücheab 5 € 
KorkNatürlich und 100% recyclebar, warm, gut für Allergiker, gesundes WohnklimaDehnt sich natürlich aus, Versiegelung notwendigVariabel, auch Bad und Küche20 - 75 €
ParkettLanglebig, vielseitige Designs, Naturmaterial, gesundes Wohnklima, abschleifbarHoher Pflegeaufwand, teuer in der AnschaffungTrockene Räume15 - 75 €
VinylExtrem robust und pflegeleicht, geräuscharmUntergrund muss eben sein, Umweltbelastende EntsorgungVariabel, auch Bad und Kücheab 20 €
LinoleumExtrem robust und pflegeleicht, fußwarm umweltfreundlich, hygienischZeitintensive Verlegung, teuer in der Anschaffung, Untergrund muss eben seinVariabel, auch Bad und Küche20 - 45 €
FliesenLanglebig, sehr robust, große Vielfalt, pflegeleichtFußkalt, schlechte Schalldämmung, empfindlich gegenüber SchlägenVariabel, auch Bad und Kücheab 20 €

Fasern, Garne, Vliese – Textile Bodenbeläge

Textile Bodenbeläge sind facettenreich: als Bahn, Läufer oder Fliese – von kratzig bis weich. Die Eigenschaften des Textilbelags sind so unterschiedlich wie seine Herstellung.

Teppich ist vor allem wegen seinem angenehmen, fußwarmen Laufgefühl beliebt. Um dies zu klassifizieren werden Teppiche in fünf Komfort-Klassen eingeteilt – Maßstab ist der LC-Wert („Luxury Class“). Je höher der Wert, desto dicker / dichter und damit komfortabler ist der Teppich. Ist kein LC-Wert angegeben, dient die Florhöhe als Orientierung. Je höher der Flor, desto flauschiger ist der Teppich in der Regel.

Neben dem Laufkomfort bringt Teppich als Bodenbelag noch zwei weitere große Vorteile mit sich: Er ist schalldämmend und stellt im Gegensatz zu Fliesen oder Holzböden keine Rutschgefahr dar. Die Rutschfestigkeit wird mit dem R-Wert angegeben. Auch hier gilt: Je höher, desto besser.

„T“ steht für Qualität

Wer bei der Qualität auf Nummer sicher gehen möchte, orientiert sich am roten „T“ auf dem Teppichrücken. Dieses Siegel der Europäischen Teppichgemeinschaft steht für unabhängig geprüfte Qualität.

Die unterschiedlichen Stärken und Schwächen eines Textilbelags erlauben verschiedene Einsatzbereiche. So ist Teppich nicht nur für das Verlegen auf ebenen Fußböden geeignet, sondern dient auch als rutschsichere Lösung auf Treppenstufen. 

Teppich als Treppenbelag 

Treppe rauf, Treppe runter – als interne Verkehrsfläche werden die Treppenstufen schnell in Mitleidenschaft gezogen. Abgenutzte oder womöglich lose Bereiche auf den Stufen stellen eine große Gefahr dar, besonders im Alter.

Die Erneuerung des Treppenbelags wird früher oder später fällig. Auch Treppen, die zuvor ohne textilen Bezug ausgekommen sind, können nachträglich belegt werden. Neben der Rutschsicherheit reduziert Teppich auch den Trittschall auf den Stufen.

Welcher Belag für die Stufen?

Nicht jeder Textilbelag kann für Treppenstufen genutzt werden. Beachten Sie die auf der Rückseite angegebenen Zusatzeignungen. Auch beim Kleber gibt es Unterschiede. Dieser muss für die Rückseite des Teppichs und das Material der Treppe geeignet sein.

Vor dem Belegen muss der Untergrund eben, sauber und trocken sein. Klebereste, alte Trittschalldämmung oder sonstige Rückstände des Vorgängers müssen restlos entfernt werden. Den neuen Teppich legen Sie am besten schon einige Tage vor der Verlegung aus, damit er sich schon mal glätten kann.

Machen Sie sich zu jeder Trittstufe eine Schablone – zum Beispiel aus Karton. Beim Zuschneiden gilt: lieber zu viel als zu wenig. Addieren Sie am besten immer einen Überstand von ca. 2 cm – die exakte Anpassung geschieht dann direkt auf den Stufen. Nummerieren Sie Treppenstufen und Schablonen, um diese später einander zuordnen zu können. Markieren Sie auch die vordere und hintere Kante.

Tipp: Schablonen-Recycling

Alte Stufenzuschnitte bieten wunderbare Schablonen für den neuen Belag. Gehen Sie daher beim Entfernen behutsam vor – möglicherweise müssen zunächst Nägel entfernt werden.

Das Beziehen der Treppe

Bei Treppen arbeiten Sie am besten von oben nach unten, immer abwechselnd Tritt- (waagerecht) und Setzstufe (senkrecht). Tragen Sie den Kleber nach Herstellerangaben auf. Bei doppelseitigem Klebeband ist darauf zu achten, dass der Klebestreifen besonders an den Außenkanten ausreichend und sehr genau aufgetragen wird. 

Teppich weist stets eine sogenannte Laufrichtung auf: Der Flor des Teppichs legt sich in eine bestimmte Richtung. Auf Treppen sollte diese abwärts verlaufen. Das bedeutet von der hinteren zur vorderen Kante der Stufe.

In den meisten Fällen kann die Florrichtung mit Hand gefühlt oder sichbar gemacht werden. Alternativ hilft die Hammerprobe: Ein Hammer wird in einem Winkel von 90 Grad zur Bahnenlänge aufgestellt. Der Stiel wird in Richtung Bahnenbreite fallen gelassen – Die Sprungrichtung des Hammerstiels verrät die Florrichtung. 

Nach dem Einkleben drücken Sie den Teppich gut fest: ein Handroller leistet Unterstützung. Nun kann der Teppich mithilfe eines Teppichmessers mit Hakenklinge passend zugeschnitten werden. Verfahren Sie so Stufe für Stufe, bis das Ende der Treppe erreicht ist. Die Klinge stumpft je nach Teppich schnell ab und sollte regelmäßig gewechselt werden, damit sich die Maschen nicht auflösen und der Teppich beschädigt wird

Elastische Bodenbeläge 

Zu den elastischen Bodenbelägen gehören unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Eigenschaften und Qualitäten. In Wohnbereichen sind dies beispielsweise PVC, Linoleum, Kork- und Vinylbeläge. Streng genommen zählen auch Laminate zu den elastischen Bodenbelägen.

Viele Beläge sind als Fliesen oder Platten erhältlich und werden wie Laminat mit Klicksystem verlegt. Häufiger kommt aber Bahnenware zum Einsatz, die im Grunde in ähnlicher Art und Weise wie Teppichböden verlegt wird. Wie auch bei anderer Meterware, sollte zunächst berechnet werden, wie viel Belag benötigt wird. 

Vermessen Sie den Raum von Wand zu Wand – Denken Sie dabei auch an Tür- und Heizungsnischen. Zu dem ermittelten Raummaß addieren Sie auf allen Seiten einen Überstand von etwa 10 cm. 

Schiefe Wände

Gerade in Altbauten sind die Wände selten hundertprozentig parallel zueinander. Messen Sie den Abstand daher an mehreren Stellen.

Beim Verlegen ist ein ebener Untergrund enorm wichtig: selbst kleine Steinchen können sich durch die dünne Oberfläche drücken und Beschädigungen hinterlassen – in jedem Fall entsteht aber ein unschönes Gesamtbild. Außerdem neigt das Material schnell dazu  einzureißen oder, im Fall von Linoleum, zu brechen. Auch Knicke sind ein Problem, da sie sich nicht immer glätten lassen und im Endergebnis sichtbar bleiben. 

PVC verlegen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Akklimatisieren

Den PVC-Belag im Raum ausrichten und 24 Stunden lang akklimatisieren lassen. Besonders bei Belägen mit Mustern ist es von Bedeutung, dass diese parallel, bzw. senkrecht zur Wand liegen.

Schritt 2: Grob zuschneiden

An allen Rändern und in den Nischen sollte ein Überstand von ungefähr 10 cm übrig bleiben. Für das Fixieren oder Verkleben wird der Belag nun bis zur Hälfte zurückgeschlagen. Bei leichten Belägen die jeweils andere Seite erschweren, damit der PVC nicht verrutscht. 

Schritt 3: Fixieren oder verkleben

PVC kann fest verklebt oder lose in den Raum gelegt werden, fixiert mit Matten oder Klebestreifen. Muss der Belag in absehbarer Zeit (bspw. beim Auszug) wieder entfernt werden, ist eine lose Verlegung zu empfehlen. Räume mit über 20 Quadratmetern oder nur spärlicher Möblierung sollten immer verklebt werden, da es sonst zu Verschiebungen und Wellenbildung kommt.

  • Zur vollflächigen Verklebung tragen Sie mit einem Zahnspachtel die Klebemasse auf den Untergrund auf. Für Trocknungs- und Verarbeitungszeiten beachten Sie stets die Herstellervorgaben.
  • Soll nicht verklebt werden, wird der Belag großzügig mit doppelseitiges Klebeband fixiert.

Schritt 4: Andrücken

Nun schlagen Sie die umgeschlagene PVC-Hälfte vorsichtig zurück und drücken Sie fest an den Untergrund, um Beulen und Wellen zu vermeiden. Nutzen Sie hierfür eine Farbrolle oder besser noch: ein Anreibewerkzeug aus Kork. Arbeiten Sie sich von der Raummitte zu den Wänden vor und streichen Sie eventuelle Luft hinaus. Wiederholen Sie dies nun auf der anderen Seite des Raumes.

Schritt 5: Anpassen

Mithilfe eines Teppichmessers mit Trapezklinge wird entlang der Wände der überstehende Belag abgeschnitten. Damit nicht zu viel abgeschnitten wird, immer darauf achten, dass der Bodenbelag sich im Winkel zwischen Boden und Wand befindet. Zwischen Wand und Belag sollten circa 1-2 mm Luft entstehen, damit sich der Belag im Laufe der Zeit noch ausbreiten kann.

  • Überlappende Kanten werden mit einem Doppelnahtschnitt angepasst: Mit einer scharfen Klinge wird entlang einer Führungsschiene durch beide Bahnen hindurch geschnitten. Fixieren Sie die Naht mit doppelseitigem Klebeband.
  • Nähte legen Sie am besten immer in Richtung Fenster – Das einfallende Licht kaschiert die Schnittstelle. Bedenken Sie außerdem, dass Möbel die Nähte später verdecken können.

Schritt 6: Verfugen oder verschweißen

Zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit können Sie die Nähte verschweißen, vorausgesetzt das gewählte Material unterstützt dies (Linoleum). Zunächst wird die Naht wird mit einem Fugenhobel vergrößert, anschließend wird ein Schmelzdraht eingeführt. Dieser wird nun mit einem Handschweißgerät erhitzt und der Boden dadurch dicht verschlossen. Alternativ kann auch mit einer Kartusche verfugt werden, ähnlich wie dies bei Fliesen gemacht wird.

Schritt 7: Abschlussarbeiten

Die Übergänge von verschiedenen Bodenbelägen oder im Türbereich werden mit Profilen überdeckt. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben, Formen und Dekoren, sowie Materialien. Befestigt werden diese mit Dübeln und Schrauben im Untergrund. 

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verlegen von PVC brauchen

Natur pur – Bodenbeläge aus Holz

Edles Parkett, rustikale Dielen oder robustes Holzpflaster aus Eiche, Walnuss oder Kiefer. Vielfältige Möglichkeiten, die alle eines gemeinsam haben: Massivholzböden sind langlebig und haben durch ihre Natürlichkeit eine warme Wirkung auf den Raum. 

Wer sich für einen Belag aus massiven Holz entscheidet, sollte bedenken, dass Formveränderungen der einzelnen Bretter möglich sind. Das natürliche Material arbeitet und nimmt Feuchtigkeit aus dem Raum auf. Dabei quillt das Holz auf –  sinkt die Luftfeuchtigkeit, trocknet das Holz und zieht sich wieder zusammen. Fugen sind nicht vermeidbar. 

Holzbeläge sind dauerhaft, bedürfen jedoch auch einiger Pflege. Wie beständig und belastbar ein Holzbelag ist, hängt von der Holzart und der Verarbeitung ab. Sind die Spuren der Abnutzung an der Oberfläche zu deutlich, lassen sich die Beläge abschleifen und erneut versiegeln. 

Ein besonders hochwertiger – aber auch recht kostspieliger – Belag ist Parkett. Wer die Parkettoptik mag, aber nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, kann zu Laminat greifen.

Laminat besteht aus mehreren miteinander verklebten Schichten. Die obere Dekorschicht ist versiegelt, wodurch der Belag vor Beschädigungen geschützt wird – je aufwendiger die Oberfläche behandelt wird, desto mehr Belastung kann ein Laminatfußboden aushalten.

Hieraus ergibt sich jedoch gleichzeitig ein Nachteil: Die Oberfläche kann nicht wie beim Holzparkett abgeschliffen werden, da unter der Dekorschicht direkt das Trägermaterial liegt. Das bedeutet: Laminat ist weniger langlebig als teurere Alternativen.

Laminat verlegen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Der Untergrund muss sauber, trocken und eben sein. Besonders neuer Estrich weist häufig eine Restfeuchte auf. Diese muss zunächst komplett austrocknen.

Schritt 2: Akklimatisieren

Das Laminat muss sich an den Raum gewöhnen, sonst entstehen später unschöne Wellen und Verformungen. Dazu lagern Sie es 48 Stunden lang unausgepackt und waagerecht in der Mitte des Raumes, in dem es verlegt werden soll. Die Raumtemperatur sollte mindestens 18 Grad Celsius betragen, bei maximal 70 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Schritt 3: Dampfsperre

Von mineralischen Untergründen steigt mit der Zeit Feuchtigkeit auf. Das Laminat muss davor geschützt werden. Dazu wird eine Dampfsperren ausgelegt, in der Regel PE-Folie. Diese wird in Längsrichtung des Laminats ausgerollt und sollte an den Wänden jeweils 10 cm überstehen. Für einen ausreichenden Schutz sollten die Bahnen ca. 20 cm überlappen und mit Klebeband fixiert werden.

Schritt 4: Trittschalldämmung

Über die Dampfsperrfolie wird eine Schicht aus Kork, Filz oder PE-Schaumfolie gelegt, die störende Laufgeräusche reduziert. Einige Laminat-Produkte sind bereits mit integrierter Trittschalldämmung erhältlich.

Schritt 5: Die erste Reihe

Verlegt wird in Längsrichtung zur Hauptlichtquelle. Entfernen Sie mit einer Säge Feder oder Nut (je nach Verlege-Art) und legen Sie die Paneele mit der beschnittenen Seite zur Wand. 

  • Holz und Laminat „arbeiten“ – sie passen sich den Temperaturen an und dehnen sich aus bzw. ziehen sich zusammen. Daher wird Laminat schwimmend verlegt. Kontakt zur Wand, Heizungsrohren oder sonstigen Objekten muss vermieden werden. Halten Sie an allen Rändern einen Abstand von 10 – 15 mm ein. Abstandskeile helfen dabei, den korrekten Abstand einzuhalten.
  • Bei einer Verlegefläche von mehr als 8 m Länge oder Breite sind Bewegungsfugen mit einer Mindestbreite von 2 cm erforderlich. Ansonsten verliert eine solche Fläche an Stabilität.
  • Wände sind nicht immer parallel. Übertragen Sie den Verlauf der schiefen Wand auf die erste Reihe und sägen Sie sie entsprechend zu. Überlegen Sie vorher, wo im Raum eine gerade Optik besonders wichtig ist, bspw. an Treppenaufgängen und nicht möblierten Seiten.
  • Das letzte Paneel der ersten Reihe muss in der Regel zugeschnitten werden. Ideal dafür ist eine Tischkreissäge oder ein Laminatschneider. Damit die Schnittkante auf der Unterseite liegt, legen Sie die Dekorschicht auch beim Sägen nach oben.

Schritt 6: Die weiteren Reihen

Die nächste Reihe beginnt mit dem Reststück der vorigen. Achten Sie darauf, dass dabei immer ein Versatz entsteht – nebeneinander liegende Paneele sollten nicht gleich lang sein. Laminat wird mit Nut und Feder ineinander gesteckt. Dabei entsteht ein „Klick“-Geräusch – weshalb auch häufig von „Klick-Laminat“ gesprochen wird. Sollten die Fugen nicht sauber ineinandergreifen, kann vorsichtig mit Schlagklotz und Hammer nachgeholfen werden.

Schritt 7: Die letzte Reihe

Die abschließende Reihe muss meist längsseitig zugesägt werden. Denken Sie dabei an die Abstandsfuge. Beim Einsetzen der Paneele hilft ein Zugeisen.

Schritt 8: Heizungsrohre

Zeichnen Sie ein Bohrloch auf dem Lamiinatstück an (Rohrdurchmesser plus 20 – 30 mm) und sägen Sie es mit einem Forstnerbohrer aus. Sägen Sie bis zum Kopf des Paneels ein Stück frei, dass nach dem Verlegen wieder eingesetzt und mit Leim fixiert wird. Das Loch rund um das Rohr wird im Anschluss mit einer Heizungsrosette verkleidet.

Schritt 9: Übergänge

Der Übergang zu anderen Räumen oder Böden wird mit Übergangsprofilen kaschiert. Ist im angrenzenden Raum ebenfalls Laminat verlegt, müssen Sie an beiden Enden die Dehnungsfuge beachten. Testen Sie vorsichtig, ob sich eine dazwischen liegende Tür noch problemlos öffnen und schließen lässt. Muss die Tür angehoben werden, können Unterlegscheiben auf der Türangel helfen. Reichen diese nicht aus, muss das Türblatt gegebenenfalls von unten abgeschliffen werden. 

Schritt 10: Türrahmen

Kürzen Sie den Türrahmen soweit, dass Laminatbrett mitsamt Trittschalldämmung darunter passen. Alternativ können Sie entsprechende Aussparungen in das Laminatpaneel schneiden und die Fuge mit farblich passendem Acryl abdichten.

Schritt 11: Sockelleisten

Zum Abschluss befestigen Sie rundherum die Sockelleisten. Die Befestigung kann mit Stahlstiften, Kleber oder einem Klick-System erfolgen. Um sogenannte Schattenfugen zwischen Leiste und Bodenbelag zu vermeiden, drücken Sie die Sockelleiste vor der Befestigung möglichst gut nach unten. Für Innen- und Außenecken gibt es entsprechende Profile.

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verlegen von Laminat brauchen

Bodenfliesen

Fliesen sind pflegeleicht und sehr langlebig. Das Verlegen geschieht in mehreren Schritten und beansprucht einige Arbeitstage.

Zunächst mal müssen Sie die passende Fliese finden. Die Auswahl ist riesig und sollte stets auf den Einsatzbereich abgestimmt werden. Im Gegensatz zu Wandfliesen sind bei Bodenfliesen neben optischen Vorstellungen einige Qualitätskriterien besonders entscheidend:

  • Abriebklasse 1 – 5: Je höher die Abriebklasse, desto strapazierfähiger sind die Fliesen.
  • Trittsicherheit R9 – R13: Je höher der R-Wert, desto rutschfester sind die Fliesen. Für Barfuss-Nassbereiche wird zusätzlich in die Klassen A (trockene Böden) bis C (Schwimmbäder) eingeteilt.
  • Wasseraufnahme E: Gibt an, wieviel Wasser die Fliesen in Relation zu ihrem eigenen Gewicht aufnehmen können – je geringer, desto besser. Eine gute Wahl sind Feinsteinzeug-Fliesen, deren Wasseraufnahmevermögen unter 0,5 % liegt.
  • Chargennummer und Brandfarbe: Auch „gleiche“ Fliesen können bei Farbton und Größe leicht voneinander abweichen. Daher möglichst Fliesenpakete mit identischer Chargennummer wählen.

Mehr Trittsicherheit = mehr Arbeit

Ein hoher R-Wert bedeutet eine rauere Oberfläche und damit meist auch eine aufwendigere Reinigung. Für Badezimmer ist ein R-Wert von 10 bis 11 mit der Barfuss-Klassifizierung B ein guter Kompromiss.

Wie viele Fliesen brauche ich?

Um den Fliesenbedarf zu ermitteln, rechnen Sie auf die Gesamtfläche des Raumes weitere 10 % für Verschnitt und Bruch. Da auch bei Fliesen ständig neue Kollektionen zur Auswahl stehen und alte Modelle aussortiert werden, ist es sinnvoll, für spätere Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten ein zusätzliches Paket Fliesen aufzubewahren. 

Wie bei allen Bodenbelägen ist es auch für Fliesen absolut notwendig einen ebenen und sauberen Untergrund zu schaffen. In Nassbereichen wie beispielsweise dem Badezimmer ist es ratsam, diesen vor den Verlegearbeiten mit einer Abdichtung zu grundieren. 

Die Wahl der Technik – Wie werden Fliesen verlegt?

Fliesen werden nicht nur mit unterschiedlichen Mustern, Formaten und Designs angeboten: auch die Verlegetechniken beeinflussen die spätere Raumoptik. Die beliebtesten Techniken sind die Parallel- und die Diagonalverlegung. 

Techniken zum Verlegen von Bodenfliesen - Parallelverlegung und Diagonalverlegung

Erst lose, dann fest

Für beide Techniken gilt: Legen Sie die ersten Reihen zunächst lose aus. Wenn alles passt, beginnen Sie mit dem Verkleben.

Parallelverlegung

Für Laien mit wenig Erfahrung ist das parallele Verlegen ein guter Einstieg. Gearbeitet wird dabei entlang sogenannter Richtschnüre von innen nach außen. Um die Richtschnur zu spannen, ermitteln Sie bei rechtwinkligen Räumen jeweils die Mitte der Seitenwände und verbinden diese miteinander. Mit dem Verlegen beginnen Sie in der Raummitte, wo sich die Richtschnüre überkreuzen. 

Die erste Reihe verlegen Sie von hier aus entlang der längeren Schnur in Richtung Wand. Dort angekommen führen Sie das Verlegen entlang der Wand fort, sodass eine L-Form entsteht. Sind die Wände ebenfalls gefliest, weichen Sie von Ihrer Richtschnur ab und – wenn möglich – passen den Fugenverlauf aneinander an. So entsteht ein optisch stimmiges Gesamtbild. Dies gilt auch bei angrenzenden Räumen. 

Diagonalverlegung 

Fortgeschrittene können sich an das diagonale Verlegen wagen. Die Technik eignet sich besonders für quadratische Räume und kaschiert schiefe Wände. Wie bei der Parallelverlegung markieren Sie mithilfe der Richtschnüre die Mitte der Seitenwände. Bilden Sie zusätzlich im Winkel von 45° jeweils die Diagonalen. 

Startpunkt ist erneut die Raummitte: Verlegen Sie die Fliesen entlang der längeren Schnur so, dass sich bloß ihre Ecken berühren. Die zweite Fliesenreihe verläuft entlang der diagonalen Richtschnur. Die Fliesen entlang der Mittellinien liegen Ecke an Ecke. Die Fliesen entlang der Diagonallinien liegen Kante an Kante. 

Warum überhaupt in der Mitte anfangen?

Häufig sind Wände nicht hundertprozentig parallel. Wer in der Mitte beginnt vermeidet ein schräges Verlegemuster. In Neubauten oder bei kleinen Räumen können Sie sich auch einfach an den Wänden orientieren und auf das Spannen der Richtschnüre verzichten.

Gefälle einplanen

In Waschküchen, Duschkabinen, der Terrasse und auf dem Balkon muss stets ein Gefälle in Richtung Abfluss hergestellt werden.

Nachdem Sie den Raum vermessen, sich für eine Technik entschieden und gegebenenfalls die Schnüre gespannt haben, kann das Verlegen beginnen.

Bodenfliesen verlegen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Vorbereitung

Die gesamte Fläche muss sauber, trocken, staub- und fettfrei, tragfähig und eben sein. Behandeln Sie saugende Untergründe mit Tiefengrund, nicht saugende oder sehr glatte Flächen mit Haftgrund.

Schritt 2: Lose Verlegung

Legen Sie die ersten Fliesenreihen gemäß der gewählten Verlegetechnik lose auf. Wenn alles passt, markieren Sie sich den Startpunkt und sammeln Sie die Fliesen wieder ein.

Schritt 3: Fliesenkleber auftragen

Mischen Sie den Kleber mit Bohrmaschine und Rührquirl strikt nach Herstellerangaben klumpenfrei an. Wichtig: Ist der Raum mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, benötigen Sie Flexkleber.

  • Nach kurzer Reifezeit wird der Kleber mit einer Kelle oder Traufel 5 bis 10 mm dick gleichmäßig auf dem Boden aufgetragen.
  • Im Anschluss wird der Kleber mit einem Zahnspachtel durchkämmt – Die geeignete Zahnhöhe (6 bis 12 mm) hängt von der Fliesengröße ab: bis 10 cm Kantenlänge verwenden Sie eine Zahnung von 6 mm – Bei 10 bis 20 cm Kantenlänge eine Zahnung von 8 mm usw.
  • Tragen Sie nur so viel Kleber auf, wie Sie verarbeiten können bevor der Kleber trocknet. Ein guter Richtwert sind 1 bis 1,5 m².
  • In Außenbereichen bringen Sie den Fliesenkleber am besten auch auf der Fliesenrückseite an.

Schritt 4: Fliesen verlegen

Drücken Sie die Fliesen nun mit einer Drehbewegung leicht in das Klebebett. Mit einem Gummihammer können Sie anschließend nachhelfen, drücken Sie die Fliese aber nicht bis auf den Boden herunter. Prüfen Sie immer wieder die korrekte Lage – solange der Kleber nicht angezogen hat, können Sie noch korrigieren.

  • An den Eckpunkten legen Sie Fliesenkreuze aus. Diese sorgen dafür, dass die Fugenbreite gleichmäßig eingehalten wird. Die Breite liegt bei mindestens 2 mm, ist jedoch von Fliese zu Fliese unterschiedlich. Der Hersteller gibt hierzu genaue Angaben.
  • Damit Farbunterschiede nicht sichtbar werden, sollten Fliesen aus unterschiedlichen Paketen im Wechsel verlegt werden.

Schritt 5: Fliesen schneiden

Die letzte Fliese einer Reihe muss zugeschnitten werden. Verwenden Sie hierfür einen speziellen Fliesenschneider – zunächst wird die Fliese auf der Glasurkante angeritzt, dann gebrochen. Lassen Sie auch zur Wand einen Fugenabstand.

  • Für runde Aussparungen nutzen Sie eine Fliesenlochzange oder eine Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz.
  • Bei kleineren Unebenheiten, können Sie sich mit einer Fliesenbrechzange Stück für Stück durch die Fliese „knabbern“, bis der Zuschnitt perfekt sitzt.

Schritt 6: Verfugen

Zunächst befreien Sie die Fugen von den Resten des Fliesenklebers. Eine gute Methode ist das Herauskratzen mit einem Holzkeil. Ist alles sauber, lassen Sie dem Kleber Zeit zu erhärten: in der Regel sollten mindestens 24 Stunden Trocknungszeit eingeplant werden. Bei der Arbeit mit Fugenmasse schützen Sie sich unbedingt mit Gummihandschuhen.

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Fugenmmörtel zum verwendeten Kleber passt.
  • Mischen Sie den Fugenmörtel nach Herstellerangaben zu einem sämigen Brei an und gießen ihn etappenweise über die verlegten Bodenfliesen. Mit einem Fugengummi ziehen Sie die Masse gleichmäßig und diagonal zum Fugenverlauf über die Fläche. Danach entfernen Sie überschüssige Masse mit einem Gummiwischer oder Fliesenwaschbrett.
  • Sofern sich die Fliesenkreuze tief genug zwischen den Fliesen befinden, können diese einfach mit der Fugenmasse überzogen werden. Andernfalls müssen sie entfernt werden, bevor der Kleber getrocknet ist.

Schritt 7: Reinigen

Ist der Fugenmörtel matt angetrocknet, reinigen Sie die Oberfläche mit einem feuchten Schwamm. Verwenden Sie nicht zu viel Wasser, da sonst der Mörtel wieder aus den Fugen herausgeschwemmt wird. Die gewischte Fläche polieren Sie im Anschluss mit einem trockenen Tuch nach. Sollte ein Schleier aus Zement verbleiben, entfernen Sie diesen nach circa vierzehn Tagen mit einem Zementschleier-Entferner. 

Schritt 8: Fugen abdichten

Die Fugen zwischen Boden und Wand werden nicht mit Mörtel abgedichtet, sondern mit elastischer Dichtmasse (Silikon). Achten Sie bei Marmor- oder Natursteinfliesen darauf, dass das Silikon dafür geeignet ist.

  • Kleben Sie zunächst die Ränder mit Klebenband oder Malerkrepp ab.
  • Wenn nicht schon geschehen, sollten poröse und sehr saugfähige Untergründe mit einer Grundierung vorbehandelt werden.
  • Das Silikon wird mit einer Kartusche gleichmäßig in die Fugen gefüllt. Wenn Sie darin keine Erfahrung haben, starten Sie an weniger sichtbaren Stellen.
  • Mit einem Fugenglätter entfernen Sie überschüssiges Silikon und streichen die übrige Masse glatt. Ein besonders sauberes Ergebnis erhalten Sie, wenn Sie den Glätter mit etwas Spülwasser benetzen.
  • Für einen sauberen Fugenabschluss ziehen Sie das Klebeband im Anschluss vorsichtig seitlich und schräg nach hinten ab. 

Einkaufsliste mit Material und Werkzeug, welches Sie zum Verlegen von Bodenfliesen brauchen

Sockelleisten als Abschluss

Den wortwörtlichen Abschluss der Bodenarbeiten bilden die Sockelleisten. Diese verdecken die Dehnungsfuge und sorgen für einen eleganten Übergang von Boden zu Wand. Zudem lassen sich unschöne Kabellagen dahinter verstecken.

Wie auch bei der Wand-, Decken- und Bodengestaltung ist die Vielfalt groß. 

 MaterialEigenschaftenEinsatzbereich
MassivholzleisteHolzLanglebig, passen sich dem Raumklima anParkett- und Dielenböden
Folierte SockelleisteMDF oder Echtholz mit Starkfolie ummanteltLanglebig und pflegeleichtLaminatböden
Furnierte SockelleisteFichtenholz mit EchtholzfurnierStabil gegen VerformungenParkett- und Korkböden
Leiste aus KunststoffHart-PVCFlexibel, günstig, wasserabweisendPVC-Böden
TeppichsockelleisteHart-PVC mit TeppichstreifenHoher Pflegeaufwand, teuer in der AnschaffungTeppichböden
KettelleisteTeppichbelagExtrem flexibel, kein zerkratzenTeppichböden
FliesensockelleisteFliesenExtrem robust und pflegeleichtFliesenböden

Wie werden Sockelleisten montiert?

Für die Montage eignen sich unterschiedliche Techniken. Während Sockelleisten aus Vollholz aufgrund ihrer Eigenschaften besser in die Wand gedübelt werden, gibt es für die meisten anderen Leisten bereits die komfortable Clip-Technik. Die Clips werden dabei an die Wand geschraubt und die Sockelleiste muss lediglich eingeklickt werden. Kettel- und Teppichsockelleisten können einfach mit doppelseitigem Klebeband an die Wand geklebt werden. 


Küche & Bad – Wie plane ich eine Renovierung richtig?

Die Hülle eines Raumes ist die eine Seite, das Innenleben die andere. Im besonderen Fokus von Renovierungsarbeiten stehen meist die Nutzräume Küche und Bad.

Komplettlösungen sind in beiden Fällen teuer. Selbst in einfachen Ausführungen können die Kosten schnell fünfstellig werden. Wer selber anpackt kann natürlich sparen, doch die großen Aufgaben sollte man lieber in professionelle Hände geben. Mit laienhaften Wasser- und Elektroarbeiten gefährden Sie nicht nur Ihr Haus, sondern auch sich selbst.

Bad- und Küchenplaner können Sie vor der handwerklichen Umsetzung hinsichtlich Ausstattung und Material beraten. Was Ihnen aber niemand abnehmen kann, ist die Entscheidung, was Sie eigentlich möchten. Die entsprechenden Musterräume in Baumärkten helfen bei der Ideenfindung. Bevor es aber so richtig los geht, empfehlen wir diese sechs Planungsschritte.

Sechs Schritte zur Planung der Renovierung  von Küche und Bad

Schritt 1: Ideensammlung

Nicht nur im Baumarkt gibt es Inspiration.

  • Schauen Sie in Onlineshops und Blogs.
  • Notieren Sie sich Einzelheiten, die Ihnen bei Freunden, in Hotels oder Ferienwohnungen besonders gefallen.
  • Ausstellungen und Messen bieten haufenweise Einrichtungsideen. Vielleicht ist eine in Ihrer Nähe?

Schritt 2: Wunschzettel

Sie wissen jetzt, was Sie schön finden – doch was brauchen Sie eigentlich? Machen Sie sich eine Liste, welche Anforderungen das neue Bad oder die neue Küche erfüllen soll.

  • Wird der Raum von mehreren Personen gleichzeitig genutzt?
  • Baden Sie gerne oder reicht eine Dusche im Bad?
  • Möchten Sie in der Küche auch essen?
  • Wird sich die Familie noch vergrößern?
  • Wünschen Sie sich besondere Komfort- oder Medienelemente?
  • Was fehlt Ihnen bei der jetzigen Ausstattung, was möchten Sie beibehalten?

Schritt 3: Rahmenbedingungen

Die nächste Frage ist: Was ist überhaupt möglich? Dabei stehen weniger Raumgröße und -beschaffenheit im Fokus, sondern vor allem Zeit und Geld.

  • Wie hoch ist das Budget? Wo liegt die absolute Schmerzgrenze?
  • Kommt eine Kreditfinanzierung in Frage? Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
  • Wie lange darf die Renovierung dauern? Haben Sie eine Ausweichoption?
  • Ist ein bestimmtes Zeitfenster besonders sinnvoll?

Schritt 4: Skizzieren

Halten Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen grafisch fest. Messen Sie den Raum grob aus und machen Sie sich eine Skizze. Nun zeichnen Sie sämtliche Einrichtungsgegenstände an ihrer jeweiligen Wunschposition ein – Das hilft nicht nur Ihnen, sondern später auch den Handwerkern. Denken Sie dabei auch an Fenster, Türen, Nischen, Dachschrägen und Leitungen.

Online-Planer

Im Internet finden Sie verschiedene Plattformen, mit denen Sie bequem am PC Bad- und Küchenskizzen erstellen können, bspw. auf onlinebadplaner.at und kuechen-atlas.de.

Schritt 5: Handwerkersuche

Sie wissen nun was Sie möchten und was Sie sich erlauben können. Doch wer setzt das Ganze um? Einige Vorarbeiten wie das Abschlagen alter Fliesen können Sie selber erledigen. Für alles Weitere gehen Sie lieber auf Handwerkersuche.

  • Fragen Sie Freunde, Nachbarn und Verwandte nach Empfehlungen.
  • Schauen Sie nach Betrieben mit guten Online-Bewertungen.
  • Prüfen Sie die Angebote der Baumärkte in Ihrer Nähe.
  • Nehmen Sie Kontakt auf und vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin inklusiver einer Kosteneinschätzung.
  • Für ein stimmiges Gesamtbild geben Sie die komplette Umsetzung in eine Hand, statt verschiedene Handwerker mit Einzelarbeiten zu beauftragen.

Wer fragt, gewinnt

Seien Sie sich nicht zu schade, in Preisverhandlungen nach Rabatten zu fragen. Es ist durchaus möglich, dass sich Handwerksbetriebe solche Optionen in der Hinterhand halten, um zweifelnde Käufer überzeugen zu können. Ungefragt wird es aber keine Nachlässe geben.

Schritt 6: Einrichtung auswählen

Erst jetzt geht es an die konkrete Auswahl der Einrichtung. Wählen Sie aus einem Katalog oder direkt im Baumarkt – stets in Absprache mit dem Fachbetrieb Ihres Vertrauens.

Wichtig dabei: Achten Sie nicht nur auf den Preis. Gute Qualität muss nicht zwangsläufig teuer sein – Das günstigste Angebot ist aber höchstwahrscheinlich nicht das beste. Wer gut und trotzdem günstig einkaufen will, schaut sich nach schlichten Standardmodellen renommierter Markenhersteller um.

Online ist’s günstiger

Bad- und Kücheneinrichtung ist in Onlineshops häufig deutlich günstiger als im Baumarkt oder Fachgeschäft. Bevor Sie etwas kaufen, holen Sie sich aber das OK von Ihrem Handwerksbetrieb ab.

Sparen, sparen, sparen – oder nicht?

Spartipps sind beliebt – logisch. Eine Komplettrenovierung ist immer teuer, auch wenn Sie vieles selbst in die Hand nehmen. Schön, wenn man den Geldbeutel dabei nicht unnötig strapazieren muss.

Wir machen aber nun das Gegenteil: Bei diesen vier Dingen sollten Sie lieber nicht sparen:

  • Prioritäten: Teilen Sie Ihren Wunschzettel auf – Was ist Ihnen besonders wichtig? Was wäre einfach nur nett? Was hohe Priorität hat, sollte nicht eingespart werden.
  • Zentrale Elemente: Dusche und Kühlschrank sind für viele die Wohlfühl-Mittelpunkte von Bad bzw. Küche. Erfüllen Sie sich Designwünsche – außerdem macht sich durch einen geringeren Energie- und Wasserverbrauch ein höherer Anschaffungspreis schnell bezahlt.
  • Stauraum: Sparen Sie an Design, nicht an Menge. Aufgeräumte Nutz- und Arbeitsflächen tragen viel zur Wohnqualität bei.
  • Pflegeleichtes Material: Wer ständig putzen muss, hat weniger Zeit zum Genießen. Achten Sie auf beschichtete Oberflächen, die sich einfach und unkompliziert reinigen lassen.

Renovierungstipps für Heimwerker

Eine Komplettrenovierung ist Ihnen zu teuer? Mit diesen Tipps können Sie auch als ungeübter Heimwerker mit geringem Kostenaufwand für frischen Wind in Bad und Küche sorgen.

5 Tipps zur Badrenovierung

  • Fliesen: In die Jahre gekommene Fliesen müssen nicht immer erneuert werden. Manchmal reicht ein Anstrich mit speziellem Fliesenlack oder das Bekleben mit Fliesenfolie.
  • Kleine Schäden: Für Kratzer in der Badkeramik gibt es Reparatursets, schimmelige Fugen können Sie auskratzen und neu befüllen. Eine gesprungene Fliese kann auch einzeln ausgetauscht werden.
  • Armaturen: Moderne Wasch-, Dusch- und Badewannenarmaturen sehen nicht nur gut aus und sind praktisch zu bedienen, sondern verbrauchen auch weniger Wasser.
  • Dekoration: Dekorationen und Accessoires wie beleuchtete Spiegel, Wandverzierungen oder einzelne Badmöbel können große Veränderungen für vergleichsweise geringen Aufwand bedeuten.
  • Ordnung: Herumfliegende Handtücher, Shampooflaschen, Haarbürsten und Seifenreste sorgen für Chaos und Unruhe. Ordnungshelfer wie Schubladeneinsätze oder ganz einfach zusätzlicher Stauraum schaffen Abhilfe.

5 Tipps zur Küchenrenovierung

  • Fronten: Die Fronten sind das „Gesicht“ der Küche. Da Einbauküchen meist aus genormten Elementen bestehen, ist ein Austausch unkompliziert. Auch ein neuer Anstrich kann Wunder wirken.
  • Arbeitsfläche: Der Austausch der Arbeitsplatten bewirkt einen ähnlich großen Effekt, wenn auch mit etwas mehr Aufwand verbunden. Neben dem Material ist auch eine optimale Arbeitshöhe wichtig.
  • Griffe: Möbelgriffe sind die wohl einfachste Art, mit wenig Aufwand eine große Veränderung zu erzielen. 
  • Geräte und Accessoires: Auch die Ausstattung der Küche hat großen Einfluss auf den Wohlfühlfaktor. Hochwertige Geräte auf dem neuesten Stand der Technik machen Spaß, kleine Geräte und Accessoires runden die Kücheneinrichtung ab.
  • Beleuchtung: Leuchtstoffröhren und LED-Lampen an und in Schränken sorgen für Licht-Akzente. Besonders gemütlich sind indirekte Lichtquellen – vor allem, wenn die Küche auch als Essbereich genutzt wird bzw. an diesen angeschlossen ist.

Barrierefreiheit – Soll ich darauf achten und was kostet mich das?

Weniger Barrieren bedeuten mehr Lebensqualität – insbesondere im Badezimmer. Ein barrierefreies Bad muss keineswegs eine sterile Krankenhaus- oder Pflegeheimatmosphäre ausstrahlen – ganz im Gegenteil.

Viele Grundkonzepte der Barrierefreiheit wie ebenerdige Duschen gelten heutzutage ohnehin als moderne Badgestaltung. Noch dazu winken für den barrierefreien Umbau attraktive Förderprogramme, die Ihnen die Finanzierung erleichtern.

Welche Vorteile hat ein barrierefreies Bad?

  • Unabhängigkeit: Das Bad ist bis ins hohe Alter nutzbar – Auch bei körperlichen Einschränkungen bleibt die Eigenständigkeit erhalten.
  • Komfort: Großzügige Bewegungsflächen und eine einfache Bedienbarkeit sorgen für mehr Wohnkomfort.
  • Sicherheit: Schwellenlose Übergänge bedeuten weniger Sturzgefahr.
  • Modernität: Ein barrierefreies Bad ist nicht nur funktional, sondern auch schick.
  • Wertvoll: Ein nach den gesetzlichen Vorschriften der Barrierefreiheit gestaltetes Bad erhöht den Wert einer Immobilie.

Barrierefrei, barrierearm, behinderten- und altersgerecht – Ist das alles das Gleiche?

Nein, ganz und gar nicht. Wenn es um Förderprogramme oder Wertermittlung geht, ist die genaue Bezeichnung sogar ganz entscheidend. Behinderungen gibt es viele und was für den einen im Alter ein großes Hindernis darstellt, ist für den anderen gar kein Problem. Für Rollstuhlfahrer gelten nochmal ganz eigene Anforderungen.

Barrierefreiheit ist ein gesetzlich definierter Begriff und für den privaten Wohnraum in der Baunorm DIN 18040-2 festgelegt. Begriffe wie „altersgerecht“, „barrierearm“ oder „schwellenreduziert“ bieten dagegen Raum für Interpretationen. Allerdings heißt barrierefrei nicht automatisch auch rollstuhlgeeignet.

Die Bezeichnung ist entscheidend

Achten Sie bei Handwerkerangeboten darauf, dass der Anbieter tatsächlich von „barrierefrei“ bzw. der Baunorm DIN 18040-2 spricht. Ganz auf Nummer sicher gehen Sie mit der Bezeichnung „barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“.

Wie sieht ein barrierefreies Bad aus?

Eine der wichtigsten Bedingungen ist Bewegungsfreiheit. Daher gilt: Je mehr Platz Sie zur Verfügung haben, desto besser. Doch auch in kleinen Bädern mit 3.5 Quadratmetern ist ein barrierefreier Umbau möglich. Um rollstuhlgerechte Standards erreichen zu können, benötigen Sie ca. 5,5 Quadratmeter Grundfläche.

  • Zwischen den Sanitärelementen müssen mindestens 20 cm frei bleiben, zur Wand hin 30 cm. Davor muss jeweils eine Bewegungsfläche von mindestens 120*120 cm sein, für Rollstuhlfahrer 150*150 cm.
  • Türen müssen ausreichend breit sein (80 bzw. 90 cm) und nach außen hin öffnen.
  • Griffe, Lichtschalter und Türklinke sollten 85 cm über dem Fußboden liegen.
  • Der Boden muss rutschhemmend und möglichst frei von Spiegelungen und Blendungen sein.
  • Das gesamte Bad darf keine scharfe Kanten enthalten, muss über ausreichend Halte- und Stützgriffe verfügen (Tragkraft von 100 kg) und sollte kontrastreich gestaltet und gut ausgeleuchtet sein.

100 % barrierefrei?

Auch wenn Barrierefreiheit sehr genau definiert ist, eine auf jeden Menschen perfekt zugeschnittene Lösung gibt es nicht. Einschränkungen können ganz individuelle Anforderungen mit sich bringen und nicht zuletzt spielen auch Körpergröße und Statur eine wichtige Rolle.

Für die einzelnen Einbauelemente gelten jeweils noch eigene Vorgaben:

  • Armaturen: Sämtliche Armaturen müssen in gut erreichbarer Höhe angebracht und leicht zu bedienen sein. Empfehlenswert sind Einhebelarmaturen, alternativ auch berührungslos steuerbare mit Näherungssensor – diese müssen aber auf maximal 45 Grad Celsius begrenzt sein.
  • Waschtisch / Waschbecken: Der Waschtisch muss unterfahrbar (Rollstuhl) und im Sitzen nutzbar sein. An einem frei liegenden Siphon kann man sich dabei schnell die Knie verbrühen. Außerdem ist großzügige Abstellfläche und ein Spiegel unmittelbar über dem Waschbecken erforderlich. Eine optimale Lösung sind höhenverstellbare Systeme.
  • WC: Spülung und Toilettenpapierhalter müssen im Sitzen gut erreichbar sein. Klappbare Stützgriffe und eine Rückenlehne erleichtern die Benutzung. Die Höhe des Sitzes ist zwar mit 46 bis 48 cm festgelegt, optimal ist aber eine höhenverstellbare Variante. Bei stark eingeschränkter Bewegungsfähigkeit kann ein Dusch-WC sinnvoll sein, welches den Intimbereich säubert und anschließend trocken föhnt.
  • Dusche: Die Dusche muss bodengleich, mit einem maximalen Niveauunterschied von 2 cm – in jedem Fall aber ohne Stufe erreichbar sein. Im Duschbereich sind Haltegriffe und ein klappbarer Duschsitz notwendig.
  • Badewanne: Das wichtigste sind Einstiegshilfen, bspw. ein Wannenlift. Eine Alternative sind Duschbadewannen, die über eine Tür betreten und in geschlossener Form trotzdem als Badewanne genutzt werden können. Sitzwannen mit höhenverstellbarer Sitzfläche sind besonders für Senioren eine sinnvolle Wahl.

DIN 18040-2 im Detail

Eine detaillierte Auflistung der Vorgaben in der DIN 18040-2 finden Sie auf nullbarriere.de.

Was kostet ein barrierefreies Bad?

Für einen Komplettumbau können Sie bei einer Badgröße von sieben Quadratmetern mit etwa 10.000 Euro rechnen. Dies ist allerdings nur ein grober Durchschnittswert und die tatsächlichen Kosten können stark abweichen.

Spartipp: Anti-Rutsch-Beschichtung

Ein rutschfester Bodenbelag ist elementar für ein barrierefreies Bad. Die komplette Neuverfliesung des Bodens ist teuer und zeitintensiv – eine günstigere Alternative sind rutschfeste Beschichtungen.

Im genannten Preis gehen wir von diesen Basisarbeiten aus:

  • Stufenlos begehbare Dusche
  • Höhenangepasstes WC
  • Unterfahrbarer Waschtisch mit Beinfreiheit und verputztem Siphon
  • Stütz- und Haltegriffe
  • Rutschfester Bodenbelag
  • Neuer Heizkörper
  • Demontage und Entsorgung vorhandener Sanitärobjekte
  • Erforderliche Fliesen-, Maler- und Elektroarbeiten

Individuelle Wünsche und Anforderungen, eine abweichende Badgröße sowie regional unterschiedliche Stundenlöhne können deutliche Mehrkosten bedeuten. Ein typischer Kostentreiber sind zum Beispiel Verrohrungsarbeiten, etwa wenn Anschlüsse aufwendig verlegt werden müssen. Für einzelne Teilarbeiten wie Haltegriffe werden dagegen meist nur wenige hundert Euro fällig.

Vorsicht bei schwammigen Bezeichnungen

Um die Kostenvoranschläge verschiedener Anbieter aussagekräftig vergleichen zu können, achten Sie auf eine möglichst detaillierte Beschreibung aller angebotenen Leistungen.

Gibt es Fördermöglichkeiten für ein barrierefreies Bad?

Ja, sowohl Kranken- und Pflegekasse als auch Kfw-Bank sowie kommunale Programme und Stiftungen fördern den barrierefreien Badumbau.

Pflegekasse

Die Pflegekasse vergibt Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro an pflegebedürftige Menschen, die einen Pflegegrad haben. Wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, kann jeder den vollen Förderbetrag beantragen – bis zu einer Obergrenze von 16.000 Euro.

Krankenkasse

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für bestimmte Anschaffungen, wenn dafür eine ärztliche Verordnung vorliegt. Voraussetzung ist, dass es sich um ein anerkanntes Hilfsmittel handelt. Dazu gehören zum Beispiel Stütz- und Haltegriffe, ein Badewannenlift, ein Duschstuhl oder eine Toilettensitzanpassung.

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die staatliche KfW-Bank unterstützt im Rahmen der Programme „Altersgerecht Umbauen“ Maßnahmen für ein barrierefreies Bad. Im Programm 455-B werden 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu einer Maximalhöhe von 6.250 Euro bezuschusst. Alternativ kann mit dem Programm 159 ein zinsgünstiger Kredit von bis zu 50.000 Euro beantragt werden.

So klappt der KfW-Antrag

Für die KfW-Förderung steht ein jährlich begrenztes Kontingent zur Verfügung. Stellen Sie Ihren Antrag daher so früh wie möglich. Zwingend erforderlich ist die Einhaltung der DIN-Norm 18040-2 bzw. der Mindestanforderungen der KfW-Bank.

Förderungen von Bund, Ländern und Kommunen

Die Bundesländer und Kommunen haben mitunter eigene Programme zur Förderung barrierefreier Umbauten. Einen ersten Überblick über mögliche Unterstützungen erhalten Sie mit der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Sozialhilfeträger

Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch Träger von Rehabilitationsmaßnahmen als Finanzierungshilfe in Frage. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrer zuständigen Servicestelle beraten. Hier finden Sie die jeweiligen Ansprechpartner.

Sonstige Förderprogramme

Auch über Stiftungen und Vereine ist eine Förderung möglich, zum Beispiel bei der Aktion Mensch.

Erst der Antrag, dann der Umbau

Egal um welchen Kostenträger es geht – beginnen Sie den Umbau niemals vor der Antragstellung. Eventuell ist auch eine Genehmigung der Baubehörde und bei einem Mietverhältnis die Zustimmung des Vermieters notwendig.


Sanierung – Wie bekämpfe ich Schimmel & Co. in einem Altbau?

Im Gegensatz zur Renovierung, dient eine Sanierung dem Werterhalt einer Immobilie – oder ihrer Wiederherstellung.

Ist eine Altbau-Kernsanierung eine Alternative zum Neubau?

Wer sich einen Neubau mit dem urbanen Flair des Stadtlebens wünscht, steht vor einem Problem: Bauland ist rar oder extrem teuer. Eine Alternative kann der Kauf eines „gebrauchten“ Hauses sein. Ob sich diese Variante lohnt, hängt im Wesentlichen vom baulichen Zustand der Immobilie ab.

Bei sehr heruntergekommenen Häusern ist möglicherweise eine Kernsanierung erforderlich. Dabei wird das Gebäude im Grunde in seinen Rohbauzustand zurückgesetzt: Böden, Fenster, Leitungen, Heizung, Putz, Fliesen, Dachziegel, Sanitärbereich – alles wird geprüft und gegebenenfalls entfernt bzw. erneuert. Ein kernsaniertes Haus kommt einem Neubau gleich.

Warum überhaupt einen Altbau kaufen?

Altbauten liegen oft zentraler als Neubausiedlungen. Die Strukturen sind über Jahre gewachsen, der Garten ist bereits angelegt und die Nachbarschaft ist schon vor dem Kauf weitestgehend bekannt.

In Wohnsiedlungen ist die Infrastruktur in der Regel gut entwickelt, der Käufer spart also Kosten für die Erschließung an Straßennetz und Versorgungsleitungen. Zudem wird der typische Altbaucharme heute einfach nicht mehr gebaut, oder ist mit hohen Kostenaufschlägen verbunden.

Demgegenüber stehen in erster Linie zwei Nachteile: eingeschränkte Gestaltungsfreiheit und hohe Kosten.

An die Vorgaben des Bebauungsplan muss sich jeder Bauherr halten, egal ob Neu- oder Umbau. Ein Altbau liefert aber zusätzliche Hürden: Bausubstanz, Statik, Denkmalschutz oder ganz einfach verfügbarer Platz können die Umsetzung der persönlichen Wohnwünsche erschweren oder auch gänzlich unmöglich machen.

Der zweite große Nachteil sind die ungewissen Kosten. Ein abgewohnter Altbau ist nicht ohne Grund günstiger zu haben – Renovierung und Sanierung können teuer werden – in schwerwiegenden Fällen übersteigen die Kosten dafür sogar den Kaufpreis. So kann sich ein vermeintliches Schnäppchen schnell zur Kostenfalle entwickeln.

Wie kann ich mich vor einer Kostenexplosion schützen?

Vor dem Kauf sollten Sie sich ein sehr genaues Bild vom Zustand des Hauses machen. Bestenfalls geschieht dies mit fachmännischer Unterstützung. Für Laien ist es meist schwer abzuschätzen, was alles noch gemacht werden muss und wie viel Aufwand dies tatsächlich bedeutet.

Hilfe bekommen Sie beim Architekten und Bauingenieur Ihres Vertrauens. Weitere Anlaufstellen sind der Verband Privater Bauherren, der Bauherrenschutzbund und die Verbraucherzentralen. Die dabei entstehenden Kosten ist die Absicherung gegen unschöne Überraschungen auf jeden Fall wert.

Vor Täuschung ist man als Käufer grundsätzlich geschützt. Wird ein Mangel absichtlich verschwiegen, verharmlost oder sogar das Gegenteil behauptet, gilt dies als arglistige Täuschung und der Verkäufer ist in der Pflicht. Das Problem ist nur, dass man dies erstmal nachweisen muss.

Tipp: Zeugen zur Besichtigung

Auch wenn Sie auf professionelle Hilfe verzichten – bringen Sie zum Besichtigungstermin trotzdem eine Begleitperson mit. Sollte es zu rechtlichen Streitigkeiten mit dem Verkäufer kommen, kann man sich auf den Zeugen berufen.

Wie plane ich eine Kernsanierung?

Ob mit oder ohne Unterstützung: Vor dem Beginn der Arbeiten sollte ein Sanierungsfahrplan erstellt werden. Welche Einzelschritte sind kombinierbar oder voneinander abhängig? Im Idealfall gehen Handwerksarbeiten Hand in Hand – ein Handwerker macht dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat.

Sanieren - Einzug - Renovieren

Vor dem Einzug sollten sämtliche Sanierungsarbeiten vollständig abgeschlossen sein, da diese eine erheblicher Beeinträchtigung des Wohnkomforts über einen langen Zeitraum bedeuten. Kleinere Renovierungsarbeiten wie Streichen oder Tapezieren können auch nach dem Einzug erledigt werden.

Bevor es losgehen kann, muss zunächst der gesetzliche Rahmen abgesteckt werden.

Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es bei der Sanierung?

Wie auch ein Neubau muss eine erworbene Immobilie gewisse Energiestandards erfüllen. Tut sie dies nicht, ist der Käufer zur Ausbesserung verpflichtet. Innerhalb von zwei Jahren nach Erwerb müssen die Vorgaben umgesetzt sein. Die Grundlage dafür bildet die Energieeinsparverordnung (EnEV).

Stichtag: 1. Februar 2002

Wer sein Eigenheim schon vor 2002 bewohnt hat, muss die Vorgaben der EnEV nicht erfüllen. Soll trotzdem saniert werden, muss man sich nach der EnEV richten.

Der Verkäufer oder Makler ist nicht verpflichtet, auf eine etwaige Sanierungspflicht nach dem Kauf hinzuweisen. Hat der bisherige Eigentümer das Haus aber schon vor Februar 2002 bewohnt, ist es gut möglich, dass nicht sämtliche EnEV-Vorgaben erfüllt sind.

Allerdings muss spätestens bei der Hausbesichtigung der Energieausweis vorgelegt werden. Dieser gibt einen Überblick über den Energieverbrauch und nennt Sanierungsempfehlungen. Ein Gang durch das Haus ist trotzdem ratsam. Dazu sollten Sie einen Energieberater beauftragen. Für eine staatliche Finanzierungshilfe ist dies ohnehin Voraussetzung.

Vorschriften gelten auch für Erben

Wer eine Altbau geerbt hat, muss sich ebenfalls um die Sanierung kümmern. Nur Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Erbe eine schon vor 2002 selbst bewohnt hat, sind von den Regelungen befreit.

Sanierungspflichten der EnEV:

Austausch der alten Heizung: Öl- und Gasheizungen haben nach 30 Jahren Laufzeit ausgedient. Ausgenommen davon sind Niedrigtemperatur- und Brennwert-Heizkessel sowie Heizungsanlagen mit einer Leistung von unter vier oder über 400 Kilowatt.

Dämmung des Daches: Das Dach oder wahlweise die oberste Geschossdecke eines Altbaus muss ausreichend gedämmt werden. Als ausreichend gilt ein Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin oder geringer.

Ausnahmen gelten für besonders wärmeundurchlässige Geschossdecken (nach DIN 4108-2) oder für Gebäude, die weniger als vier Monate im Jahr auf über 19 Grad Celsius beheizt werden, bspw. Ferienwohnungen. Auch denkmalgeschützte Immobilien sind von der Dämm-Vorschrift ausgenommen, wenn das Denkmal dadurch beeinträchtigt werden würde.

Dämmung der Leitungen: Wärmeführende Leitungen in nicht beheizten Räumen (Keller) müssen ebenfalls gedämmt werden. Wie dick die Dämmung sein muss, hängt vom Innendurchmesser der Rohre und der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes ab.

Achtung: Hohe Strafen

Die Einhaltung der Sanierungspflichten wird von Schornsteinfeger und Bauamt überprüft. Werden die EnEV-Vorgaben nicht beachtet, können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro fällig werden.

Was kostet eine Altbau-Kernsanierung?

Im Zentrum der Planungen stehen natürlich die Kosten. Ein stark sanierungsbedürftiges Haus ist häufig schon für einen Bruchteil des Preises eines Neubaus zu erwerben. Nicht selten wird für die Sanierung aber nochmal die gleiche oder sogar eine höhere Summe fällig.

Bei den reinen Material- und Arbeitskosten bleibt es nicht. Sind mit den Jahren wichtige Unterlagen verloren gegangen, müssen diese neu beschafft werden – eventuell müssen Teile des Hauses zunächst abgerissen werden – und auch der Sondermüll muss entsorgt werden.

Außerdem: Je älter ein Gebäude ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Sanierungsketten kommt – Während ein Problem gelöst wird, taucht ein neues auf. So können sich die Renovierungskosten schnell in ungeahnte Höhen aufstapeln und zu einem ernsthaften Stolperstein werden.

Option: Abriss

Bei einem sehr heruntergekommenen Haus ist der Abriss und Neuaufbau eventuell die günstigere Variante. Aber Achtung: Bebauungsplan beachten. Hat dieser sich geändert, ist ein identischer Wiederaufbau gar nicht möglich.

Bei einem Abriss geht der beliebte Altbaucharme in der Regel verloren, denn dieser entspricht nicht mehr den heutigen Baustandards. Wer also auf hohe Decken, Dielenböden und Stuck nicht verzichten mag, sollte sich nach Alternativ-Objekten umschauen. Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, kommt ein Abriss ohnehin nicht in Frage.

Bringt der Denkmalschutz auch Vorteile?

Ja, der eingeschränkte Handlungsspielraum wird mit hohen Steuervergünstigungen ausgeglichen: Kosten für Sanierung und Restaurierung können als Absetzung für Abnutzung (AfA) über mehrere Jahre steuerlich geltend gemacht werden – mit hohen Abschreibungssätzen.

Kapitalanleger oder Selbstnutzer?

Die vollen steuerlichen Vorteile bekommt nur, wer eine Denkmal-Immobilie vermietet. Doch auch Selbstnutzer profitieren: Bis zu 90 Prozent der Sanierungskosten können über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden.

Die Kosten müssen allerdings „der Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung“ dienen. Gefördert werden also der Einbau einer neuen Heizung, neue Fenster, Arbeiten an der Fassade oder eine Dachsanierung – nicht aber eine zusätzliche Garage, Grünanlagen oder Einrichtungsgegenstände.

Achtung: denkmalgeschützte Fassade

Steht nicht das gesamte Haus unter Denkmalschutz, sondern nur einzelne Elemente, gelten die steuerlichen Vorteile auch nur für diese Bereiche.

Sämtliche Sanierungsarbeiten müssen von der örtlichen Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. Gibt diese grünes Licht, muss das Finanzamt die steuerlichen Vergünstigungen gewähren.

Die wichtigste Regel bei der Denkmalsanierung lautet daher: Immer erst die Genehmigung – dann die Arbeit.

Keine Doppelförderung

Neben der Denkmal-AfA bieten einige Gemeinden Zuschüsse für Denkmal-Sanierungen. Um eine Doppelförderung zu verhindern, werden diese aber von der steuerlich absetzbaren Summe abgezogen.

Fazit: Lohnt sich eine Altbau-Kernsanierung?

Der Kauf eines sanierungsbedürftigen Altbaus beinhaltet immer ein Risiko, je älter die Immobilie desto größer ist dieses.

Das soll nicht heißen, dass sich der Kauf eines Altbaus in keinem Fall lohnt. Mit etwas Glück kann man auch im überlaufenen Immobilienmarkt noch Schnäppchen ergattern, etwa bei einer Zwangsversteigerung.

Voraussetzung ist aber, dass man sich sehr detailliert mit dem Zustand der Immobilie beschäftigt und sich nicht von einem vermeintlich geringen Preis blenden lässt. Ist ein Abriss oder Teilabriss geplant, ist es ratsam, ein Abriss-Gutachten erstellen zu lassen.

Eine präzise Beurteilung erfordert viel Fachwissen. Wer sich ernsthaft mit dem Kauf eines Altbaus beschäftigt, sollte sich daher unbedingt professionelle Unterstützung organisieren. Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, müssen sämtliche Sanierungsarbeiten zudem mit der zuständigen Behörde abgeklärt sein.

Die 7 häufigsten Sanierungsfallen bei Altbauten

Natürlich ist Altbau nicht gleich Altbau. Trotzdem gibt es einige Schadensbilder und Anfälligkeiten, die bei älteren Gebäuden immer wieder auftreten – insbesondere bei einem ähnlichen Baujahr.

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie besonders achten sollten, wie Sie Schäden erkennen und was die Behebung kosten wird.

Trotzdem gilt:

Auf der sicheren Seite sind Sie nur, wenn Sie einen Immobilien- und Sanierungsfachmann zu Rate ziehen, der die Immobilie auf Herz und Nieren prüft.

Sanierungsfalle 1: Marode Elektroinstallation

Anforderung und Nutzungsintensität des Stromnetzes haben sich mit den Jahren stark gewandelt. Häufig genügt die Elektroinstallation in Altbauten nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards oder ist ganz einfach nicht leistungsstark genug.

Eine Überbelastung, etwa wenn mehrere Haushaltsgeräte gleichzeitig angeschaltet werden, kann dann schnell zu Kurzschlüssen und Kabelbränden führen. Zudem wurden in älteren Häusern häufig keine FI-Schalter verbaut. Diese unterbrechen den Stromkreis bei starken Unterschieden in der Stromstärke und verhindern damit Unfälle durch Stromschläge.

Woran erkenne ich eine veraltete Elektroinstallation?

Eine geringe Anzahl Steckdosen ist ein erster Hinweis auf ein in die Jahre gekommenes Stromnetz. Werfen Sie bei der Hausbesichtigung auf jeden Fall einen Blick in den Sicherungskasten. Finden Sie dort nur ein paar alte Schraubsicherungen, steht ganz sicher ein Umbau an.

Was kostet ein neues Stromnetz?

Die Höhe der Kosten hängt vom aktuellen Zustand und der Bausubstanz ab. Als groben Richtwert kann man von 45 bis 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ausgehen. Eine teilweise Sanierung ist nicht sinnvoll.

Unbedingt Fachmann engagieren

Einige vorbereitenden Arbeiten können auch in Eigenregie durchgeführt werden. Der Anschluss der Stromkreise und sonstige Arbeiten an den Leitungen sind aus Sicherheits- und Gewährleistungsgründen aber tabu und gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

Sanierungsfalle 2: Feuchtigkeit und Schimmel

Schimmelbefall ist der Klassiker unter den Baumängeln und bei Altbauten natürlich ein prominentes Thema.

Diese Bereiche eines Hauses sind besonders anfällig für Schimmel und Feuchtigkeit

Eindringende Feuchtigkeit beschädigt die Bausubstanz. Der entstehende Schimmelpilz ist zudem gesundheitsgefährdend und breitet sich mit der Zeit immer weiter aus. Erdberührende Bauteile sind davon besonders betroffen, denn Grund- und Regenwasser drücken von außen auf Bodenplatte und Wände.

Daher ist der Keller eines Hauses Problemkind Nummer eins. Anfällig sind grundsätzlich aber alle Bereiche, an denen Feuchtigkeit entstehen oder sich sammeln kann. Auch eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum erhöht die Chance für einen Schimmelbefall.

Ist das Dach von eindringender Feuchtigkeit betroffen, kann es besonders teuer und auch gefährlich werden. Dort verbaute Holzbauteile werden mit der Zeit morsch und verlieren ihre Tragfähigkeit. Dauerhaft feuchtes Holz ist der ideale Nährboden für Pilze, die das Material schädigen und innerhalb der Hauswand wachsen können, wie etwa der Hausschwamm.

Hausbock und Holzwurm

Holzelemente haben neben Feuchtigkeit und Pilzen noch einen weiteren großen Feind: Holzwürmer und andere Schädlinge. Diese fressen sich durch das Holz und zerstören so die Bausubstanz. Oft müssen befallene Bauteile komplett ersetzt werden.

Das fiese bei Schimmel und anderen Pilzen ist, dass diese nicht immer in vollem Maße sichtbar sind. Wurde in der Vergangenheit ein Befall behandelt, aber nicht komplett entfernt, kann er immer wieder neu auftreten, denn die Wurzeln sitzen in den Wänden.

Woran erkenne ich Feuchtigkeit und Schimmelbefall?

Bei der Hausbesichtigung sollten Sie alle typisch-feuchten Regionen nach oberflächlichen Schimmelspuren absuchen. Dazu gehören neben Keller- und Außenwänden auch Heizkörpernischen, Laibungen von Fenstern und Balkontüren, Raumecken, schwer zugängliche Bereiche hinter großen Möbelstücken, Vorhänge, Küche, Bad und Dusche. Außerdem können Sie Schimmelbefall anhand eines leicht modrigen Geruchs in der Luft erkennen.

Finden Sie Spuren, muss dies einen Hauskauf nicht automatisch ausschließen. Sie sollten aber unbedingt einen Experten zu Rate ziehen, der Art und Auswuchs des Pilzes unter die Lupe nimmt. Auch können Sie eine Abklatschprobe machen und diese untersuchen lassen. Für beide Varianten ist die vorherige Zustimmung des Eigentümers erforderlich.

Ein Feuchtigkeitsproblem lässt sich auch anhand von Salzausblühungen und damit verbundenen Beschädigungen des Putzes an den Außenwänden erkennen, sowohl von innen als auch von außen.

Um Sanierungsarbeiten am Dach vorzubeugen, erfragen Sie am besten, wann dort zuletzt Hand angelegt wurde. Ein nach aktuellen Standards gedämmtes Dach ist ein gutes Zeichen, dass dieses auch witterungsbeständig ist.

Was kostet die Bekämpfung von Feuchtigkeit und Schimmel?

Um einen Schimmelbefall wirklich loszuwerden, kommt man um professionelle Hilfe nicht drumherum. Diese kann je nach Arbeitsumfang einige tausend Euro verschlingen. Wird der Pilz aber nicht vollends entfernt, breitet er sich wieder neu aus.

Genauso wichtig ist aber die Behandlung der Ursache. Durch die Wände dringende Feuchtigkeit liegt meist an einer fehlenden oder beschädigten Außenabdichtung. Um diese nachträglich anzubringen, müssen die Außenwände komplett freigelegt werden. Einfacher ist eine Abdichtung von innen, diese ist allerdings nicht empfehlenswert, da die Wände dann von außen dauerhaft feucht bleiben. Beschädigte Holzbauteile müssen in der Regel komplett ausgetauscht werden.

Feuchtigkeitsbekämpfung kann sehr teuer werden, fünfstellige Beträge sind keine Seltenheit. In extremen Fällen können die Sanierungskosten so hoch sein, dass ein Abriss und Neuaufbau des Hauses wirtschaftlicher ist.

Sanierungsfalle 3: Veraltete Heizung

Heizungen haben eine Lebenszeit von 30 Jahren, danach müssen sie ausgetauscht werden. Nur für selten beheizte Immobilien, bspw. Ferienwohnungen, oder Brennwert- und Niedrigtemperatur-Heizkessel gibt es Ausnahmen. Ob der Hausbesitzer dieser Pflicht nachgekommen ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Wie erkenne ich ein sanierungsbedürftiges Heizsystem?

Der Energieausweis gibt Auskunft über Art und Alter des Heizsystems. Auch im Prüfprotokoll des Schornsteinfegers ist das Baujahr vermerkt.

Was kostet eine moderne Heizanlage?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten gehen je nach eingesetzter Technik weit auseinander – von einigen tausend bis hin zu 25.000 Euro und mehr. Abgesehen von der gesetzlichen Pflicht ist der Austausch eines alten Heizkessels aber ohnehin höchst sinnvoll.

Die Heizkosten machen einen Großteil der laufenden Kosten eines Gebäudes aus. Moderne Heizsysteme verbrauchen wesentlich weniger Energie und amortisieren sich häufig schon nach wenigen Jahren. Zu einem effizienten Energiekonzept gehören aber weitere Faktoren, wie Dämmung und Lüftung, die erst im Zusammenspiel die Höhe der Energiekosten ausmachen. Daher empfehlen wir, die Expertise eines Energieberaters zu nutzen.

Tipp: Nachverhandeln

Wurde der Heizkessel nicht pflichtgerecht nachgerüstet oder steht ein Austausch in absehbarer Zeit an, kann man dies als Grundlage für Verhandlungen mit dem Verkäufer nutzen und so den Preis eventuell etwas drücken.

Sanierungsfalle 4: Verkalkte Wasserleitungen

Im Laufe der Zeit setzt sich immer mehr Kalk in Wasser- und Abwasserleitungen fest. Diese müssen bei Altbauten häufig ausgetauscht werden, denn Schäden durch Kalkablagerungen und Korrosion verringern den Wasserdruck und können zu Problemen mit der Abführung von Abwasser und Rohrbrüchen führen.

Bleifreie Verrohrung

Früher wurden Wasserleitungen aus Blei verbaut, heute ist dies nicht mehr zulässig. Käufer sollten darauf achten, dass solche Rohre ausgetauscht wurden. Vor allem dann, wenn das Gebäude eine längere Zeit leer stand.

Wie erkenne ich verkalkte Wasserleitungen?

Hundertprozentige Sicherheit gibt nur ein Blick in das Innere der Leitungen. Da dies für Kaufinteressenten kaum möglich sein wird, bleibt nur der Blick auf Verschraubungen und Ventile. Wenn dort Kalkspuren zu sehen sind, ist das in der Regel ein guter Hinweis auf den Zustand des gesamten Leitungsnetzes.

Ist die Immobilie schon erworben, ist es ratsam, einen Fachmann stichprobenartig die Leitungen untersuchen zu lassen. Verbindungsstücke zum öffentlichen Netz können eventuell auch per Kamerabefahrung untersucht und gegebenenfalls gereinigt werden.

Was kosten neue Wasserleitungen?

Für eine Komplettsanierung müssen Sie einige tausend Euro einplanen. Wieviel genau, hängt von der Anzahl der Geschosse, der Bauweise des Gebäudes sowie natürlich dem Zustand der Leitungen ab.

Auch bei leichten Schäden oder Abnutzungserscheinungen kann der Austausch sinnvoll sein. Ein Rohrbruch in einem bewohnten Gebäude kann große Schäden anrichten und die Behebung sehr kostspielig sein.

Sanierungsfalle 5: Risse in der Fassade

Nicht jeder Riss in der Fassade bedeutet ein schwerwiegendes Problem. Entscheidend ist vor allem die Ursache dafür. Diese reicht von Erschütterungen über Feuchtigkeitswechsel und Temperaturunterschiede einzelner Bauelemente bis hin zur Absenkung des Untergrundes.

Dünne Haarrisse sind in der Regel nur ein optischer Mangel. Größere und tiefere Risse führen dagegen zu Feuchtigkeitsproblemen oder weisen auf ernsthafte Probleme der Statik hin.

Woran erkenne ich gefährliche Risse?

Grundsätzlich kann man sagen: Je tiefer und größer ein Riss ist, desto höher ist der Sanierungsbedarf.

Die durch ein Absenken des Erdreiches entstehenden Setzungsrisse erkennt man an ihrer typischen Form: Sie verlaufen meist treppenförmig über einer größeren Bereich hinweg. Beschädigungen durch Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen verlaufen entlang der Mauerwerksfugen oder treten häufig rund um die Fenster herum auf.

Für die Behebung ist entscheidend, ob ein Riss ruhend oder noch in Bewegung ist, sich also weiter ausbreitet. Um dies festzustellen, muss der Riss eine Weile lang beobachtet werden. Erst wenn die Rissbildung abgeschlossen ist, sind Sanierungsmaßnahmen sinnvoll.

Was kostet die Behebung von Rissen in der Fassade?

Die Beseitigung des Risses ist die eine, die Bekämpfung der Ursache die andere Seite. Für eine einfache Verputzung zur Behebung optischer Makel können Sie mit 30 – 60 Euro pro Quadratmeter rechnen. Müssen Risse zusätzlich verspachtelt werden steigen die Kosten auf rund 80 Euro. Ist auch die unter dem Putz liegende Dämmschicht beschädigt, kommen weitere 20 – 50 Euro dazu. Wer (einfache) Arbeiten selbst erledigt, spart natürlich die Kosten für den Handwerker.

Reichen die Risse bis ins Mauerwerk, wird die Behandlung deutlich teurer. Setzungsrisse können bspw. durch defekte Abwasserleitungen, Nachbarbaustellen oder einem ungeeigneten Baugrund auftreten und erfordern zusätzliche Maßnahmen.

Vorsicht bei der Statik

Bei einem schwerwiegenden Statikproblem, sollten Sie sich von einem Fachmann beraten lassen, wie Sie das Problem angehen bzw. ob Sie nicht lieber Abstand vom Kauf nehmen sollten.

Sanierungsfalle 6: Asbest

Aufgrund seiner Temperaturbeständigkeit und guter Dämmeigenschaft wurde Asbest in den 1960er und 70er Jahren häufig beim Hausbau eingesetzt. Fußbodenbeläge, Fassadenplatten, Dachdämmung, Putz, Rohre, Brandschutzmatten, Klebstoffe – Das Einsatzgebiet war vielfältig.

Zwar wurde schon früh eine mögliche Gesundheitsgefährdung erkannt, verboten wurde der Baustoff aber erst 1993. Werden Asbestfasern eingeatmet, können sie Lungenkrebs und andere Krankheiten verursachen.

Immobilien im Ausland

In anderen europäischen Ländern wurde der Einsatz von Asbest teilweise früher, teilweise aber auch erst später untersagt. Ein EU-weites Verbot trat erst 2005 in Kraft.

Wie kann ich Asbest erkennen?

Da Asbest meist nicht direkt sichtbar ist, keinen Geruch oder Strahlung abgibt und im Verbund mit anderen Materialien verbaut wurde, ist er für Laien schwer zu erkennen. Asbesthaltiges Baumaterial ist in der Regel grau oder grau-grün, Klebstoffe schwarz-braun. Auch die typisch faserige Struktur ist ein Anzeichen.

Das Problem: Wenn Sie die Asbestfasern sehen können, sollten Sie sich diesen gar nicht erst nähern.

Das wichtigste Indiz ist das Baujahr des Hauses. Ein in den späten 60er Jahren errichtetes Gebäude, das seitdem nicht saniert wurde, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit asbesthaltig. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Fachmann mit einer umfassenden Untersuchung beauftragen.

Zeit für Panik?

Selbst wenn Sie Asbestprodukte in Ihrem Haus vermuten, gesundheitsgefährdend ist dieser erst, wenn die entsprechenden Bauteile beschädigt und die Fasern freigesetzt werden. Das bedeutet aber auch: Selbst Hand anlegen ist tabu!

Was kostet eine Asbestentfernung?

Aufgrund der vielen möglichen Bauteile, in denen Asbest vorkommen kann, fallen die Kosten für die Beseitigung ganz unterschiedlich aus: von wenigen tausend bis hin zu 25.000 Euro und mehr. Wichtig dabei: Asbest darf nur von dafür zugelassenen Fachleuten entfernt und entsorgt werden.

Sanierungsfalle 7: Schwarzbau

Die Bau- und Immobilienbranche war schon immer ein lukratives Feld. Und wo Geld zu holen ist, tummeln sich nunmal auch die schwarzen Schafe. Wer ein Haus erwirbt, dass ohne die erforderliche Genehmigung erbaut wurde, steht vor einem Problem: Im schlimmsten Fall muss das Gebäude abgerissen werden.

Die gute Nachricht: Eine Baugenehmigung kann noch nachträglich beantragt werden. Stellt sich bei der Prüfung aber heraus, dass das Haus grundsätzlich nicht genehmigungsfähig ist, ist ein Abriss kaum zu verhindern.

Kein Bestandsschutz für Schwarzbauten

Der Bestandsschutz gilt nur für Gebäude, die zu dem Zeitpunkt ihrer Errichtung genehmigt wurden – für Schwarzbauten also nicht.

Theoretisch ist es möglich, einen sogenannten passiven Bestandsschutz zu erwirken. Dazu muss nachgewiesen werden, dass ein Gebäude zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit vollständig den damals geltenden Bauvorschriften entsprach. In der Praxis gelingt dies aber selten – In der Regel gibt es gute Gründe dafür, dass die Baugenehmigung nicht eingeholt wurde.

Wie kann ich einen Schwarzbau erkennen?

Kaufinteressenten können bei der zuständigen Baubehörde anfragen, ob für ein Gebäude eine Baugenehmigung vorliegt. Eine Vollmacht des Eigentümers ist dafür nicht zwingend erforderlich.

Was kostet eine nachträgliche Baugenehmigung?

Das hängt von den Gesamtbaukosten eines Hauses ab. Außerdem wichtig: Eine nachträgliche Genehmigung wird immer nach dem zur Zeit geltenden Baurecht erteilt.

Das bedeutet: Das Haus muss möglicherweise Anforderungen erfüllen, die es zum Zeitpunkt des Baus noch gar nicht gab. Dadurch entstehen fast immer zusätzliche Kosten, etwa wenn Einzelheiten angepasst werden müssen.

Schwarzbau geerbt - Was nun?

Erben von Schwarzbauten haben möglicherweise ein Schlupfloch: Wer nachweisen kann, dass der Baubehörde das Gebäude schon länger als Schwarzbau bekannt war und dies trotzdem geduldet wurde, kann sich im Rechtsstreit darauf berufen.

Baualtersstufen und ihre typischen Schadensfälle

Der Hausbau hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Technologischer Fortschritt, neue Anforderungen oder äußere Umstände haben dafür gesorgt, dass einzelne Epochen jeweils typische Bauweisen hervorgebracht haben – mit typischen Schwachpunkten.

Die klassischen Sanierungsfälle – Haustechnik, Dämmung, Schallschutz, Feuchtigkeit – sind bei Altbauten immer ein Thema. Wer außerdem aber die Stiltypischen Merkmale kennt, kann Potential, Aufwand und Risiko einer Altbausanierung besser einschätzen.

  • Fachwerkhäuser: Hoher Holzanteil und damit Anfällig für Verwitterung und Schädlinge, schiefe Wände, durchhängende Decken
  • Gründerzeit (1900): Keine Abdichtung des Kellers, Schäden an Fassade, Stuck und Mauerwerk, Schädlingsbefall an Holzelementen
  • Moderne (1920er – 30er Jahre): Ähnliche Mängel wie bei Häusern aus der Gründerzeit, Wärmebrücken an Balkontüren
  • Nachkriegsbauten (1950er – 60er Jahre): Geringe Materialqualität durch sparsames Bauen, Wärmebrücken an Balkontüren, undichtes Dach
  • Industrieller Bau (1970er – 80er Jahre): Zu den genannten Mängeln kommt der Einsatz von asbesthaltigem Baumaterial. Erst nach der Wärmeschutzverordnung 1977 wurden Gebäude besser gedämmt.

Modernisierung – Wie viel Energie spart eine moderne Heizung?

Während Renovierung und Sanierung vorwiegend optische oder werterhaltende Gründe haben, soll eine Modernisierung in der Regel eine Wertsteigerung bewirken. Natürlich gehen die Grenzen ineinander über – eine frisch renovierte Immobilie ist mehr wert als eine abgewohnte und auch ein neues Bad wirkt sich direkt auf den Marktwert aus.

Modernisierungsmaßnahmen lassen sich aber häufig in konkrete Zahlen umrechnen – Schallbelastung ist messbar und eine Senkung des Energieverbrauchs macht sich direkt im Geldbeutel bemerkbar. Beide Bereiche haben Einfluss auf den Marktwert einer Immobilie.

Energetische Modernisierung – Ist moderne Technik sparsamer?

Nicht grundsätzlich. Wird ein Haus modernisiert, ist eine Verbesserung der Energieeffizienz aber meist im Fokus. Entweder durch einen geringeren Verbrauch oder indem weniger der produzierten Energie verloren geht. Zeitgemäße Haustechnik ist dabei nur einer der Wege zum Ziel.

Einsparpotential durch energetische Modernisierungen von Decke bis Keller

Energetisches Gesamtkonzept

Grundsätzlich lassen sich energetische Modernisierungen auch in Einzelschritten durchführen. Die Energieeffizienz eines Hauses besteht aber aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Auch die beste Heizung nützt wenig, wenn ein Großteil der Wärme verloren geht.

Heizung

Energiesparpotential: Hoch

Die Heizanlage ist die Basis eines häuslichen Energiekonzepts. Dementsprechend hoch ist hier das Einsparpotential. Moderne Heiztechnik ist allerdings auch recht kostspielig. Je nachdem in welchem Zustand sich das alte System befindet, kommen noch Kosten für die Installation einer neuen Pumpe, die Dämmung der Leitungen und den Austausch der Heizkörper hinzu.

Tipp: Ineffiziente Heizanlage erkennen

Ein gutes Indiz dafür, dass das Heizgerät ausgetauscht werden sollte, ist ein warmer Heizungskeller. Der Grund: Die produzierte Wärme drängt in den Raum, statt in die Leitungen.

Für den Umstieg auf eine Holzpelletheizung etwa entstehen Kosten von 20.000 Euro oder mehr, die jährlichen Einsparungen sind aber auch entsprechend hoch. Die Preise der unterschiedlichen Heizsysteme gehen von Anbieter zu Anbieter auseinander. Zudem schwanken die Brennstoffkosten und für Reparatur und Wartungsarbeiten verlangen Heizungsfirmen ebenfalls unterschiedliche Preise.

Die nachfolgende Tabelle ist daher nur eine grobe Orientierungshilfe.

 Anschaffungskosten (einmalig)Wartungskosten (pro Jahr)Heizkosten (pro kWh)
Ölheizung5.000–9.000 Euro120–250 Euro7–8 Cent
Gasheizung4.000– 8.000 Euro100–200 Euro7 Cent
Pelletheizung17.000–25.000 Euro200–300 Euro4–5 Cent
Holzzentralheizung20.000–25.000 Euro200–300 Euro3 Cent
Elektroheizung200–1.000 Euro0 Euro29 Cent
Wärmepumpe12.000– 25.000 Euro50 Euro5–6 Cent
Solarthermie8.000–10.000 Euro20–50 EuroKeine
Brennstoffzelle25.000–55.000 Euro300-1.000 Euro7–10 Cent

Steuerungs­- und Regelungstechnik

Nicht nur die Heizanlage selbst, sondern auch deren Steuerung trägt zur Senkung des Energieverbrauchs bei. Mit intelligenter Technik können Räume automatisch nach Bedarf und unabhängig voneinander optimal temperiert werden, inklusive einer Absenkung nachts und bei Nichtanwesenheit.

Warmwasserversorgung

Energiesparpotential: mittel

Die Warmwasserbereitung macht durchschnittlich etwa 8 bis 12 Prozent des Energieverbrauchs aus. In Einfamilienhäusern sind in der Regel zentrale Systeme verbaut – in Verbindung mit der Heizung. Je länger aber die Leitungswege sind, desto größer ist der Wärmeverlust.

Eine sparsamere Lösung sind dezentrale Durchlauferhitzer, die quasi direkt vor den Wasserhahn gesetzt werden. Anschaffung, Installation und Wartung sind allerdings teurer und aufwendiger.

Kaltwasserverbrauch

Mit wassersparenden Hahnaufsätzen, Duschköpfen, WC-Spülkästen, Wasch- und Spülmaschinen können Sie Ihren Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Die größte Verbrauchsquelle aber sind menschliche Gewohnheiten.

Regenerative Energien

Energiesparpotential: mittel bis hoch

Die geringsten Energiekosten verursacht die Nutzung der Sonnenenergie, nämlich gar keine. Diese kann sowohl zur Unterstützung der Heizung und Warmwasserbereitung (Solarthermie) als auch zur Stromerzeugung (Photovoltaikanlage) genutzt werden.

Wie effektiv diese Anlagen sein können, hängt natürlich von der Menge an Sonnenstrahlen ab. Bei klimatisch bedingten wenigen Sonnenstunden oder einer ungünstigen Haus- oder Dachausrichtung ist eine Solaranlage in der Regel nicht sinnvoll.

Bei nur leichten Abweichungen kann eine Unterständerung oder die Anbringung an der Hauswand helfen. Eine effektiv arbeitende Solaranlage kann bis zu 65 Prozent des Energiebedarfs für Warmwasser und ca. 50 Prozent des Stromverbrauchs abdecken.

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Modelle, Anbieter, Kosten, Förderprogramme und was Photovoltaik eigentlich bedeutet lesen Sie in unserem Ratgeber zu Photovoltaikanlagen.

Eine Alternative zur Sonnenenergie sind Biomasseheizungen. Die Bezeichnung Biomasse vereint alle pflanzlichen und tierischen Naturprodukte, bei deren Verbrennung Energie gewonnen wird.

Als Brennstoff kommt meist Holz zum Einsatz (z.B. Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz). Aber auch flüssige (z.B. Pflanzenöl, Biodiesel) oder gasförmige Stoffe (z.B. Biogas) können als Energieträger dienen. Welcher Brennstoff sinnvoll verwendet werden kann, hängt ganz wesentlich vom örtlichen Angebot ab, denn lange Lieferwege kosten Zeit und Geld.

Alles zum Heizungswechsel

Heizsysteme im Vergleich, eine Übersicht der Fördermöglichkeiten, Energiespartipps sowie eine Checkliste zur Anbietersuche finden Sie in unserem Ratgeber zum Heizungskauf.

Dämmung

Wärme zu produzieren ist die eine Sache, sie in der Wohnung zu halten die andere. Gerade ältere Gebäude weisen häufig einen hohen Transmissionswärmeverlust auf – Die der Raumluft zugeführte Energie geht über die Gebäudehülle verloren. Um den Wärmeverlust zu minimieren, muss der beheizte Bereich gedämmt werden.

Als Dämmstoff stehen verschiedene Materialien zur Wahl. Entscheidend für die Qualität ist der Wärmedurchgangskoeffizient, auch „U-Wert“ genannt. Dieser beschreibt, wie viel Wärme bei einer Temperaturdifferenz von 1° Celsius zwischen Innen- und Außenluft durch ein Bauteil mit einer Fläche von 1 Quadratmeter fließt. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.

Anschaffungspreis vs. Sparpotential

Eine Dämmung ist eine langfristige Investition. Daher sollten Sie bei der Wahl des Dämmstoffes nicht nur auf den Preis achten – Ein höherwertiges Material kann sich über Jahre gesehen gleich mehrfach auszahlen. Zudem sind bei günstigen Stoffen häufig mehrere Dämmschichten erforderlich.

Neben dem U-Wert und der benötigten Dämmdicke ist auch die Baustoffklasse ein wichtiger Faktor. Diese teilt Dämmstoffe nach ihrer Entflammbarkeit ein. Empfehlenswert ist es, ein Material zu wählen, das mindestens die Klasse A2 (nicht brennbar, aber versetzt mit entflammbaren Stoffen), besser noch A1 (keinerlei Brandrisiko) erfüllt.

Neben Feuer ist die größte Bedrohung für die Dämmung Feuchtigkeit. Egal ob von außen (Regen) oder von innen (Luftfeuchtigkeit) – feuchtes Material hat eine größere Wärmeleitfähigkeit und damit eine verringerte Dämmwirkung. Zudem kann Feuchtigkeit zur Schimmelbildung führen, was Dämm- und Baumaterial angreift.

Um dem entgegenzuwirken, kann eine zusätzliche Dampfsperre bzw. Dampfbremse eingesetzt werden. Dies betrifft nicht nur die üblichen Nassräume – auch zum Trocknen aufgehängte Wäsche, Pflanzen und normale Hausarbeit produziert Feuchtigkeit.

Dämmung ist nichts für Laien

Aufgrund des hohen Risikos von teuren Folgeschäden bei unsachgemäßer Arbeit, ist das Anbringen von Dämmschicht und Dampfbremse nur etwas für Fachleute.

An welchen Stellen muss ein Gebäude gedämmt werden?

Ein Haus kann in alle Richtungen gedämmt werden – nach oben, zu den Seiten und auch nach unten. 

Dämmung des Daches

Energiesparpotential: mittel bis hoch

Ob und wie Dächer gedämmt werden müssen, hängt von der Nutzung des obersten Geschosses ab, also dem Raum direkt unterhalb des Daches. Soll dieser als beheizter Wohnraum oder lediglich als Abstellfläche dienen?

Als einfache Grundregel kann man sagen: Der obere Abschluss des beheizten Bereiches muss gedämmt werden. Dies können die Dachschrägen, aber eben auch die Decke unterhalb des Dachbodens sein. Eine Dachdämmung ist allerdings deutlich aufwendiger und teurer.

Gesetzliche Dämmpflicht

Die Dämmung der obersten Geschossdecke (bzw. des Daches) ist nicht nur energetisch und klimatisch sinnvoll, sondern seit dem 1. Januar 2016 auch gesetzliche Pflicht. Ausgenommen davon sind nur Eigentümer von Häusern mit maximal zwei Wohnungen, die ihr Haus schon vor 2002 bewohnt haben.

Ob ein Dach gut gedämmt ist oder nicht, kann man in den Wintermonaten ganz einfach erkennen: Schmelzen Reif und Schnee schneller als bei umliegenden Häusern, drängt zu viel Wärme von innen durch das Dach.

Dämmung der Außenwände

Energiesparpotential: hoch

Eine Fassade kann sowohl von außen als auch von innen gedämmt werden. Aus energetischer Sicht ist eine Außendämmung die bessere Wahl: Wärmebrücken werden weitestgehend vermieden, das Hausinnere bleibt während der Arbeiten bewohnbar und es geht kein Wohnraum verloren.

Die einfachste (und günstigste) Variante ist die Dämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Auf die bestehende Wand wird eine weitere Schicht aufgebracht, die im Anschluss verputzt wird. Alternativ kann eine hinterlüftete Fassadenkonstruktion angebracht werden, mit der die Dämmschicht verkleidet wird.

Bei einer denkmalgeschützten Fassade oder aus anderen bautechnischen oder -rechtlichen Gründen kommt eine Außendämmung aber möglicherweise gar nicht in Frage. In diesem Fall muss von innen gedämmt werden. Die Anschlüsse an Fenstern, Decken und Böden werden dabei gerne zum Problem, denn hier entstehen häufig Wärmebrücken.

Dämmung der Kellerdecke

Energiesparpotential: gering

Analog zu Dachböden gilt: Werden Kellerräume nicht beheizt, sollten sie gedämmt werden – entweder unter dem darüber liegenden Bodenbelag oder unter der Kellerdecke. Der Übergang zum Wohnbereich sollte zudem immer abgeschlossen sein.

Fenster

Energiesparpotential: gering

Fenster sind Teil der Außenwand und damit ebenso wichtiger Bestandteil der Wärmedämmung. Trotzdem ist das Sparpotential hier vergleichsweise gering. Warum? Auch „einfache“ Fenster haben schon eine Dämmwirkung. Außerdem sind heutzutage bereits viele Fenster mindestens doppelt verglast. Mit einer modernen Dreifach-Wärmeschutzverglasung lassen sich die Wärmeverluste aber noch weiter reduzieren.

Für eine optimale Dämmung sind nicht nur die Fensterscheiben, sondern auch der Rahmen wichtig. Daher werden für die Fensterkomponenten getrennte U-Werte angegeben: Ug („glazing“ – Verglasung) und Uf („frame“ – Rahmen). Gemeinsam bilden sie den Uw-Wert („window“ – Fenster).

Bei einer Fenstermodernisierung sollte stets darauf geachtet werden, dass sowohl Glas als auch Rahmen eine gute Dämmwirkung besitzen. Für einen optimalen Energiespareffekt ist meist der Austausch des kompletten Fensterelementes sinnvoll.

Kann ich Fenster auch mit Isolierfolie dämmen?

Hersteller solcher Produkte versprechen gerne große Einsparungen zu niedrigen Kosten. Tatsächlich ist Isolierfolie eine recht günstige Art und Weise, einen Dämmeffekt zu erzielen – allerdings nur bei schlecht isolierten Fenstern. Eine hochwertige Verglasung ersetzt sie in keinem Fall.

Schimmel durch neue Fenster

Nach dem Einbau neuer Fenster kann es vermehrt zu Schimmelbildung kommen. Der Grund: Waren die alten Fensterrahmen undicht, wurde sozusagen automatisch gelüftet. Bei den neuen, dichteren Fenstern entfällt dies. Die einfachste Lösung sind häufigere Lüftungsphasen.

Lüftung

Energiesparpotential: mittel

Eine luftdichte Gebäudehülle sorgt dafür, dass produzierte Wärme nicht mehr verloren geht. „Verbrauchte“ Luft muss aber regelmäßig mit frischer Luft ausgetauscht werden, sonst sinkt die Wohnqualität und die Schimmelgefahr steigt. Dieser Luftwechsel kann mit dem Einbau einer Lüftungsanlage automatisiert und optimiert werden.

Abluftanlagen saugen verbrauchte Luft ab und lassen Außenluft durch Frischlufteinlässe ins Gebäude. So wird das Raumklima verbessert, beim Energiesparen hilft dies allerdings noch nicht, denn die neue, kalte Luft muss nun erstmal von der Heizanlage aufgeheizt werden.

Eine Weiterentwicklung sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung: Der Abluft wird die Wärme entzogen und diese über einen Wärmetauscher auf die einströmende Zuluft übertragen. So wird die frische Luft vorgewärmt, ganz ohne zusätzliche Heizenergie.

Das beste Ergebnis erzielen Sie mit einer zentralen Anlage, die Wärme aus einem Raum in einen anderen übertragen kann. Das Problem: Die Lüftungskanäle benötigen Platz, der bei Bestandsimmobilien häufig nicht vorhanden ist oder nur mit großem Aufwand geschaffen werden kann.

Lässt sich der Einbau realisieren, trägt eine Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung einen großen Teil zur Energieeinsparung bei. Allerdings ist die Anschaffung recht kostspielig und die Anlage muss regelmäßig gewartet werden.

Eine alternative sind dezentrale Lüftungssysteme, die jeweils nur einen Raum belüften. Auch hier ist der Einsatz eines Wärmetauschers möglich – das Sparpotential ist allerdings etwas geringer.

Achtung, Stromverbrauch

Achten Sie bei der Wahl der Lüftungsanlage auf eine hohe Energieeffizienzklasse, sonst werden die mühsam ersparten Heizkosten nur auf die Stromrechnung umgelagert.

Energetisch modernisieren – Was ist sinnvoll und was nicht?

Erfahrungsgemäß können erste Maßnahmen schon einen großen Effekt erzielen. Wie groß dieser im Einzelnen ist, hängt natürlich vom Zustand der Immobilie bzw. dem bisherigen Energieaufwand ab.

Alles muss gedämmt sein - aber wo fang ich an?

Mithilfe von Wärmebildkameras können Sie sehen, an welchen Stellen Ihres Hauses die meiste Heizenergie verloren geht. Dazu werden sogenannte Thermografie-Aufnahmen gemacht, die kalte und warme Bereiche farblich kennzeichnen.

Was Sie immer im Blick behalten sollten: Energieeffizienz ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Schließlich bringt die effizienteste Heizanlage für viele tausend Euro nichts, wenn die produzierte Wärme durch eine undichte Gebäudehülle direkt wieder verloren geht.

Einige Maßnahmen lassen sich ohnehin sinnvoll kombinieren, etwa die Dämmung der Außenwände und das Einsetzen neuer Fenster. Wer zudem langfristig plant und Modernisierungs-, Sanierungs-, und Renovierungsarbeiten zusammenlegt, spart viel Zeit und Geld.

Link-Tipp

Mit dem ModernisierungsCheck von co2online können Sie die Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsmaßnahmen an Ihrer Immobilie prüfen und Einsparpotenziale entdecken.

Smart modernisieren – Was kann Smart Home-Technik?

Smarte Haustechnik hat den Status einer technischen Spielerei längst überschritten. Ein intelligentes Zuhause nimmt seinen Bewohnern nicht nur Arbeit ab und steigert Sicherheit und Wohnkomfort, sondern hilft auch beim Energiesparen.

Die größten Energieverschwender: Gewohnheiten

Das Kinderzimmer muss nicht beheizt werden, wenn der Sprössling in der Schule ist. Auch Bad und Schlafzimmer können tagsüber runtergeregelt werden. Elektronische Kontroll- und Steuerungssysteme helfen dabei, den Energieverbrauch bedarfsgerecht anzupassen.

Wer das eigene Haus modernisieren möchte, sollte sich unbedingt informieren, was heutzutage mit technischen Hilfsmitteln alles möglich ist – zeitgesteuerte Heizungsanlagen und selbstregulierende Lüftungssysteme sind nur der Anfang.

Smart Home - Vorteile und Kosten

Was Smart Home-Technik kann und wo sie zum Einsatz kommt, lesen Sie in unserem großen Hausbau-Ratgeber.

Die Frage des Geldes – Wer hilft bei der Finanzierung von Modernisierungen?

Energetische Sanierungen und Modernisierungen werden von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Bedingung ist, dass der KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht wird. Effizienzhäuser werden in drei Klassen eingeteilt: 55, 40 und 40 Plus. Die Werte geben den Primärenergiebedarf eines Hauses als prozentualen Anteil von einem theoretischen Vergleichsgebäude an. Je niedriger der Wert, desto höher die Energieeffizienz.

Je nach Art und Umfang der Sanierung sind Kredite von bis zu 100.000 Euro und Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro je Wohnung möglich. Die genauen Konditionen erfragen Sie am besten direkt bei der KfW-Bank.

Kredit - Investitionszuschuss - Baubegleitung

Die KfW fördert energieeffizientes Sanieren mit den Programmen 151 & 152 (Kredit), 430 (Investitionszuschuss), 431 (Baubegleitung) und 167 (Ergänzungskredit für Heizungsanlagen).

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt das Energiesparen, bspw. den Einbau moderner Heizsysteme oder den Einsatz erneuerbarer Energien.

Die KfW bietet zudem noch Zuschüsse für andere Vorhaben an:


Von Maler bis Dachdecker – Was kostet ein guter Handwerker?

Handwerker gibt es viele, egal für welche Aufgabe. Doch nicht nur die Preise schwanken – auch die Qualität. Wie unterscheidet man also gute und schlechte Angebote? Wo fängt man mit der Suche an? Worauf sollte man achten, wenn die Handwerker im Haus sind? Und was tun, wenn der Fachmann Mist gebaut hat? Hier finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen.

Profi oder selber machen?

Mit unseren Renovier- und Einrichtungstipps können Sie viele Aufgaben selbst übernehmen. Für aufwendige Arbeiten, die die Statik, Bausubstanz, Gebäudehülle oder Haustechnik betreffen, sollten Sie aber lieber einen Fachmann beauftragen.

Bei Schadensfällen wie Schimmelbefall oder Rissen im Mauerwerk geht es nicht nur um die Behebung des Schadens, sondern vor allem auch um das Finden der Ursache – diese kann weitreichende Folgen haben.

Für diese Aufgaben benötigen Sie einen Handwerker

  • Entfernen von Wänden
  • Elektro-Arbeiten
  • Sanitär-, Rohr- und Heizungsinstallation
  • Dach decken
  • Dach und Außenwänden dämmen
  • Austausch von Haustür und Fenstern
  • Risse im Putz und Mauerwerk beheben
  • Schimmel entfernen

Diese Aufgaben können Sie selbst erledigen

  • Einfaches Streichen und Tapezieren
  • Anbringen von Wandfliesen
  • Verlegen von einfachen Bodenbelägen
  • Gipskartonwände einziehen
  • Abflüsse und Siphon reinigen
  • Kleine Löcher und Kratzer an Wand und Boden reparieren

Seien Sie realistisch

Überschätzen Sie nicht Ihre handwerklichen Fähigkeiten und übernehmen Sie nur Arbeiten, die Sie sich wirklich zutrauen. Schäden aufgrund mangelhafter Arbeit bedeuten meist ein Vielfaches der ursprünglichen Kosten.

Wo finde ich einen guten Handwerker?

Wenn es sich nicht gerade um einen Notfall handelt, nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit für die Handwerkersuche. Ortsansässige Betriebe sparen Anfahrtskosten, sind aber nicht immer die beste Wahl. In jedem Fall sollten Sie sich mehrere Angebote einholen und diese gründlich vergleichen.

Vor der Suche: Was soll der Handwerker machen?

Je konkreter Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen formulieren, desto genauer kann der Handwerker das Angebot erstellen und die Kosten kalkulieren. Es schadet nicht, wenn Sie sich vorab grob über übliche Materialien und Arbeitsweisen informieren.

Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis

Ihr erster Ansprechpartner sollten Freunde, Kollegen und Nachbarn sein, die optimalerweise genau das gleiche Projekt haben machen lassen. So erhalten Sie ungeschminkte Erfahrungsberichte aus erster Hand, vielleicht können Sie sich sogar das Ergebnis anschauen.

Stellen Sie diese Fragen: Wurden sämtliche Vorgaben umgesetzt? Hat der Handwerker Impulse und Empfehlungen gegeben? Wurde das Budget eingehalten? Gab es unvorhergesehene Problemstellen und wie wurde damit umgegangen?

Empfehlungen anderer Handwerker

Viele Handwerker sind gut vernetzt und können Kollegen für andere Aufgaben empfehlen. Waren Sie mit Ihrem Anbieter bei einem vergangenen Bauprojekt zufrieden? Dann fragen Sie dort doch einmal nach – häufig erhält man auf diesem Wege eine fachmännische Empfehlung.

Internetsuche und Branchenverzeichnisse

Eine einfache Google-Suche nach Ihrem Vorhaben und Wohnort liefert schon erste Ergebnisse. Über Handwerkerverzeichnisse erhalten Sie Listen von Fachbetrieben aus Ihrer Umgebung, für die Sie dann gezielt nach Bewertungen suchen oder sich auf deren Webseite ein genaueres Bild verschaffen können.

Gute Quellen sind das Handwerkerradar oder die Anbietersuche auf co2online.de. Auch über die Kreishandwerkerschaften können Sie fündig werden.

Online-Portale und Handwerkerbörsen

Bei Handwerkerportalen und -börsen läuft die Suche andersherum: Sie geben an, was in Ihrer Immobilie zu tun ist und die Handwerker melden sich bei Ihnen. Das ist bequem und einfach – hat aber auch seine Tücken: Die Auswahl der Anbieter ist wesentlich kleiner als bei der Suche über Branchenverzeichnisse. Zudem ist bei größeren Vorhaben eine sehr genaue Auftragsbeschreibung wichtig.

Facebook

Zum einen sind einige Handwerksbetriebe mittlerweile auch im sozialen Netz aktiv und pflegen ihre Auftritte dort aktiver als ihre eigentliche Webseite. Zum anderen gibt es auf Facebook etliche regionale Handwerker-Gruppen, in denen Sie Ihr Gesuch veröffentlichen können. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass es sich bei den Interessierten um professionelle Anbieter handelt. Hier sind auch viele Privatleute unterwegs, die sich nebenher etwas dazuverdienen möchten.

Woran erkenne ich einen guten Handwerker?

Nun haben Sie eine Übersicht über alle in Frage kommenden Handwerker in Ihrer Nähe – und wahrscheinlich sind dies recht viele. Woran erkennt man nun, welcher davon etwas taugt, und von welchem man lieber die Finger lässt?

Es spricht nichts dagegen, sich erstmal mehrere Angebote und Einschätzungen einzuholen. Ganz im Gegenteil – Auf diese Weise erhalten Sie eine Vergleichsbasis. Die Handwerksbetriebe wissen, dass sie wahrscheinlich nicht Ihr einziger Ansprechpartner sind. Sie müssen sich zu nichts verpflichtet fühlen.

Anhand dieser Fragen erkennen Sie einen guten Handwerker

  • Seit wann existiert der Betrieb?
  • Kann er Referenzen und Erfolge nachweisen?
  • Macht der Internetauftritt einen guten Eindruck?
  • Ist der Betrieb spezialisiert oder kann spezielle Zertifikate vorweisen?
  • Wie sind die Online-Bewertungen von bisherigen Kunden?
  • Gibt es Fotos von bisherigen Arbeiten?
  • Ist die Beratung leicht verständlich und informativ?
  • Ist der Kontakt freundlich und zuverlässig?

Arbeiten kombinieren

Handwerker sind häufig vielseitig begabt und können auch (einfache) Aufgaben erledigen, die nicht in ihren primären Bereich fallen, bspw. Malen und Tapezieren. Je mehr Aufgaben in einer Hand liegen, desto günstiger wird in der Regel der Gesamtpreis.

Worauf sollte ich bei der Handwerkerwahl besonders Wert legen?

Das wichtigste fachliche Merkmal im Handwerk ist Erfahrung. Das muss nicht bedeuten, dass ein junger Betrieb auf jeden Fall schlechtere Arbeit abliefert als ein alter Hase. Gerade bei einfachen Arbeiten kann die Qualität durchaus auf einem Level sein – und der jüngere Betrieb ist meist etwas günstiger.

Online-Bewertungen können ebenfalls ein guter Anhaltspunkt sein, sind aber sehr subjektiv geprägt und daher stets mit Vorsicht zu genießen – sowohl positive als auch negative. Wertvoller sind Erfahrungsberichte aus dem Bekanntenkreis.

Ein Angebot oder Kostenvoranschlag sollte immer kostenlos sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen Sie sich dies vorab von Ihrem Handwerker bestätigen. Ein seriöser Handwerker wird immer einen Besichtigungstermin vereinbaren, bevor das Angebot erstellt wird – mit Ausnahme von kleinen Reparaturarbeiten. Dabei sollten auch Problemstellen wie schwer erreichbare Ecken besprochen werden.

Gute Handwerker haben volle Terminkalender

So blöd es klingt, aber wenn ein Handwerker sofort mit der Arbeit loslegen kann, ist dies häufig kein gutes Zeichen. Zumindest sollten Sie nachfragen, vielleicht ist nur ein anderes Projekt kurzfristig abgesagt worden.

Was kostet ein guter Handwerker?

Dies pauschal zu beantworten, ist nicht ganz so einfach. Verschiedene Handwerker berechnen ganz unterschiedliche Stundensätze. Der Grund: schwankende Tariflöhne zwischen den Gewerben. Auch die benötigten Maschinen, der Raumbedarf und nicht zuletzt der Wettbewerb am Markt wirken sich auf die Preise aus.

Handwerker-Stundensätze
  
Maler30 bis 40 Euro
Schreiner35 bis 45 Euro
Maurer35 bis 50 Euro
Elektriker40 bis 55 Euro
Heizungsinstallateur45 bis 60 Euro
Dachdecker55 bis 70 Euro

Wie berechnet ein Handwerksbetrieb den Stundensatz?

Der veranschlagte Stundensatz ist keineswegs als Bruttolohn des ausführenden Handwerkers zu verstehen. Ein Handwerksunternehmen muss davon eine Reihe an Kosten decken. Dazu gehören:

  • Verwaltungspersonal
  • Abnutzung von Werkzeug und Fahrzeugen
  • Sonstige fixe Betriebsausgaben wie Miete, Heiz- und Stromkosten
  • Sozialversicherung des Handwerkers
  • Tarifliche Sozialaufwendungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Stundenlohn des Handwerkers

Unterm Strich bleibt ein Gewinnanteil von ca. 2 bis 6 Prozent. Bei einem Stundensatz von 50 Euro sind dies also zwischen 1 und 3 Euro.

Wie kann ich prüfen, ob die Handwerker tatsächlich die ganze Zeit gearbeitet haben?

Nun, hundertprozentig können Sie das nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, ihr Handwerker habe Pausen mitberechnet oder Arbeitszeiten unangemessen aufgerundet, sollten Sie dies ansprechen. In Streitfällen ist die Schlichtungsstelle der Handwerkskammern vor Ort ein guter Anlaufpunkt.

Viele Handwerker berechnen ihre Leistung aber gar nicht nach Stunden, sondern nach der Arbeit selbst. So rechnen Maler oder Bodenleger häufig nach Quadratmetern ab – auch im Maurer- und Dachdeckergewerbe ist eine solche Vorgehensweise üblich. Der Endpreis ist so für Kunden leichter nachzuvollziehen.

Möchten Sie ganz auf Nummer sicher gehen, sollten Sie sich vorab ein verbindliches Angebot inklusive Festpreis erstellen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?

Ein schriftliches Angebot ist für den Handwerker in der Regel verbindlich. Das heißt, der Handwerker bietet an, die Aufgaben zum angegebenen Preis zu erledigen. Ein Kostenvoranschlag dagegen ist eher als fachmännische Einschätzung des Aufwands zu verstehen und im Regelfall unverbindlich, außer beim „garantierten“ Kostenvoranschlag.

Ein Angebot gilt als Festpreis, ein einfacher Kostenvoranschlag kann im Nachhinein überschritten werden. Bedeutet: Der Handwerker kann mehr fordern als vorher angegeben – allerdings nicht unbegrenzt.

Von Äpfeln und Birnen

Um sich abzusichern, werden Handwerker Angebotspreise meist etwas höher ansetzen als Kostenvoranschläge. Vorsicht also, wenn Sie beides miteinander vergleichen.

Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen unwesentlichen und wesentlichen Überschreitungen. Erstere muss der Verbraucher akzeptieren. Auf eine wesentliche Überschreitung muss der Handwerker rechtzeitig hinweisen. Wo genau die Grenze liegt, ist nicht klar definiert – 10 bis 20 Prozent gelten aber im Regelfall als „wesentlich“.

Der Kunde kann eine wesentliche Überschreitung akzeptieren, oder den Vertrag daraufhin kündigen und nur die bis dahin erbrachte Leistung bezahlen. Theoretisch sind auch Schadensersatzansprüche seitens des Verbrauchers möglich, in der Praxis aber meist schwer umzusetzen, da dazu dem Unternehmen ein Fehler bei der Kalkulation und ein dadurch entstandener Schaden nachgewiesen werden müsste.

Aus Verbrauchersicht ist für eine Preiseinschätzung ein Angebot immer die bessere Wahl. Die Erstellung ist in beiden Fällen in der Regel kostenlos, außer eine Vergütung ist branchenüblich (z.B: im Kfz-Bereich). Ist für einen Kostenvoranschlag ein besonders großer Aufwand erforderlich, kann der Handwerker bei Nicht-Annahme eine Vergütung fordern, allerdings nur, wenn dies vorher abgestimmt war.

Vorsicht bei mündlichen Angeboten

Ein mündliches Angebot ist nur zum Zeitpunkt der Abgabe verbindlich. Schriftliche Angebote sind daher immer die bessere Wahl.

Angebot vs. Kostenvoranschlag
 AngebotKostenvoranschlag
InhaltNennung eines Gesamtbetrags, mit oder ohne Auflistung von Arbeitsschritten und MaterialienFachmännische Einschätzung der erforderlichen Arbeitsschritte und Materialien - mit detaillierten Mengen- und Preisangaben und einem Gesamtbetrag
VerbindlichkeitSchriftlich befristet verbindlich, mündlich nur zum Zeitpunkt der AbgabeUnverbindlich, außer er ist als “garantiert” ausgewiesen
KostenKostenlosKostenlos, außer eine Vergütung ist branchenüblich oder wurde vorher vereinbart
GültigkeitFrei festgelegt, üblicherweise ein bis drei Monate.Frei festgelegt

Prüfen und Vergleichen – Woher weiß ich, ob ein Angebot gut ist?

Sie haben mehrere Angebote erhalten, doch diese sehen alle gleich aus?

Als Laie ist es nicht immer einfach, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen. Seriosität und Qualität lässt sich schließlich schwer im Voraus beurteilen. Als wirkliches Vergleichskriterium bleibt häufig nur der Preis, doch der sollte nicht allein ausschlaggebend sein.

Ein gutes Angebot enthält eine genaue Arbeitsbeschreibung, Angaben zum Zeitaufwand und Bearbeitungszeitraum und eine Aufschlüsselung der Lohn-, Material- und Fahrtkosten. Es ist umfangreich und trotzdem übersichtlich und verständlich.

Fahrtkosten können kilometergenau oder in Entfernungspauschalen angegeben werden, bei kleineren Arbeiten können sie auch als Teil der Arbeitszeit berechnet werden. Die Lohnkosten sollten aber in jedem Fall gesondert aufgeführt werden, bei der späteren Bezahlung ist dies auch aus steuerlichen Gründen wichtig.

Vereinbaren Sie, dass Material-Quadratmeterpreise auch für schwierige Ecken gelten. Wichtig ist auch, ob alle Nach- und Nebenleistungen im Angebot enthalten sind oder diese unter Umständen gar nicht benötigt werden, bspw. der Aufbau eines Gerüsts.

Grobe Mängelprüfung

Die fachlichen Einzelheiten können Laien kaum beurteilen. Treten aber grobe Logiklücken auf, etwa mehr Ventile als Heizkörper oder eine völlig falsche Quadratmeterangabe, sollten Sie nachfragen.

Die Höhe des Stundensatzes legt jeder Betrieb gemäß der Vertragsfreiheit selbst fest. Ob diese angemessen ist, lässt sich über einen Angebotsvergleich herausfinden oder im Zweifelsfall bei der Handwerkskammer erfragen.

Die freie Gestaltung hat aber auch den Vorteil, dass der Preis verhandelbar ist. Seien Sie sich nicht zu schade, bei größeren Projekten nach einem Nachlass zu fragen. Es kann durchaus sein, dass die Unternehmen sich dies als Bonus in Verhandlungen in der Hinterhand behalten – ungefragt geben sie dies aber nicht heraus.

Keine schwammigen Angaben

Achten Sie auf Formulierungen wie „geschätzt“, „voraussichtlich“ und „oder Ähnliches“. Hier drohen zusätzliche Kosten oder Einbußen bei der Qualität.

Nicht zuletzt spielen auch Sympathie und Vertrauen eine wichtige Rolle. Außerdem gilt immer: Sollten Sie irgendwelche Angebotsdetails nicht verstehen oder diese Ihnen unstimmig vorkommen, sprechen Sie Ihren Handwerker darauf an.

Abnahme und Zahlung – Wie kann ich die Handwerksarbeiten überprüfen?

Ein guter Handwerker geht seine erbrachte Leistung mit Ihnen Schritt für Schritt durch und korrigiert kleinere Mängel umgehend. Bei schweren Mängeln können Sie die Abnahme und Zahlung verweigern – für kleinere Probleme können Sie einen Teil des fälligen Betrags bis zur Behebung einbehalten.

Schwerwiegende Probleme sollten unbedingt schriftlich, fotografisch und am besten mit einem Zeugen zusammen festgehalten werden. Sind Sie sich sehr unsicher, ziehen Sie einen zusätzlichen Experten zu Rat – dies sollte aber möglichst zeitnah geschehen.

Ein Loch bis zum Nachbarn?

Ihr Handwerker hat einen Schaden am Nachbarhaus verursacht? Blöd für Sie, denn der Auftraggeber haftet. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom Februar 2018 entschieden. Dabei ging es um einen vom Handwerker verschuldeten Brand, der ein benachbartes Haus erheblich beschädigte.

Auf der Rechnung sollten Sie die berechnete Arbeitszeit nochmal überprüfen. Pausen sowie überhöhtes Aufrunden auf volle Stunden müssen Sie nicht bezahlen. Gleiches gilt für Zeiten, die bereits in einer Pauschale enthalten sind, bspw. Fahrtkosten.

Muss der Handwerker während der Arbeit nochmal zurück zur Firma, ist der Grund entscheidend. Zusätzliche Zeit für vergessenes Werkzeug oder Material müssen Sie nicht bezahlen. Wurde erst während der Arbeit ersichtlich, dass Spezialwerkzeug oder Ersatzteile benötigt werden, müssen Sie die Abrechnung der Sonderfahrt aber akzeptieren. Bedeutet dies eine unangemessen lange Wartezeit, können Sie auf einen neuen Termin bestehen.

Gezahlt wird in der Regel nach Abschluss der Arbeiten. Bei großen Projekten sind Abschlagszahlungen nach abgeschlossenen Teilarbeiten aber durchaus üblich. Wurde bei der Arbeit gepfuscht, steht Ihnen eine Nachbesserung zu. Erfolgt diese nicht, dürfen Sie auf Kosten des Betriebs einen anderen Handwerker beauftragen.

Bei Streitfragen können Sie sich an die zuständige Handwerkskammer wenden. Diese versuchen Konflikte zu schlichten und einen Kompromiss zwischen Auftraggeber und Handwerksbetrieb zu vermitteln.

Gesetzlicher Gewährleistungszeitraum

Wenn vertraglich nicht anders vereinbart, beträgt die Gewährleistungsfrist für Renovierungsarbeiten zwei Jahre ab dem Zeitpunkt der Abnahme. Wurde ein Mangel behoben, beginnt für diese Leistung eine neue zweijährige Frist.

Mein Handwerker hält sich nicht an Termine – was nun?

Das kennen viele – trotz einem vereinbarten Termin kommt der Handwerker nicht oder viel zu spät. Besonders ärgerlich, wenn man sich extra einen Urlaubstag genommen hat oder dadurch einen anderen Termin absagen muss.

Um diesbezügliche Streitigkeiten im Keim zu ersticken, sollten Termine klar fixiert und Bestandteil des Vertrags sein. In diesem kann auch eine Strafe für die Nichteinhaltung enthalten sein.

Wie lange muss ich warten?

Eine halbe Stunde Wartezeit ist noch vertretbar. Umgekehrt gilt dies übrigens nicht: Sind Sie zum vereinbarten Termin nicht anwesend, darf der Handwerker wieder fahren und Ihnen die Fahrtkosten in Rechnung stellen.

Kann ich für nicht eingehaltene Termine Schadenersatz fordern?

Das hängt davon ab, ob Ihnen tatsächlich ein bezifferbarer – also in Geld messbarer – Schaden entstanden ist. Konnten Sie aufgrund der Verspätung einen eigenen Termin nicht einhalten und können einen daraus resultierenden Verdienstausfall nachweisen, haben Sie gute Chancen auf eine Entschädigung.

Dies gilt aber nur, wenn der Handwerker die Terminprobleme verschuldet hat. Bei Arbeitsausfällen aufgrund von Erkrankungen, Unfällen oder „höherer Gewalt“ verfällt Ihr Anspruch. Auf einen neuen Termin innerhalb einer angemessenen Frist können Sie aber trotzdem bestehen.

Mit Rechnung oder ohne? Das Problem mit der Schwarzarbeit

Der Handwerker erhält seinen Lohn direkt Bar auf die Hand und Sie sparen sich Steuer und Sozialabgaben – eine Win-Win-Situation also? Der Gesetzgeber sieht dies verständlicherweise etwas anders und erhebt hohe Strafen auf solche Machenschaften.

Im Handwerk entgehen dem Staat durch Schwarzarbeit jährlich hohe Milliardenbeträge. Allerdings gilt nicht jede auf die Hand bezahlte Arbeit auch als Schwarzarbeit.

Ab wann ist eine Beschäftigung Schwarzarbeit?

Nachbarschaftshilfe und Gefallen unter Freunden sind kein Problem, auch wenn diese geringfügig entlohnt werden. Bei umfangreichen Projekten oder sollte mit der Arbeit ein größerer Gewinn erwirtschaftet werden – eventuell sogar in regelmäßiger Routine – sieht die Lage anders aus.

Das Gesetz macht dabei keine Angaben zu einem maximal zulässigen Stundenlohn – entscheidend ist, dass die Tätigkeit „nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtet“ sein darf. Außerdem darf zwischen Auftraggeber und -nehmer kein „Direktionsverhältnis“ (Abhängigkeit) bestehen.

Ihr Nachbar darf Ihnen also beim Tapezieren und Streichen helfen und dafür auch etwas Geld erhalten. Die Komplettrenovierung des Hauses mitsamt einer entsprechenden Entlohnung wäre aber ein anderer Fall.

Grauarbeit gibt es nicht

Wurden Arbeiten nur zu Teilen schwarz ausgeführt, gilt trotzdem der komplette Vertrag als nichtig und ist damit unwirksam.

Welche Strafen werden für Schwarzarbeit erhoben?

Das hängt vom Ausmaß ab. Schwere Fälle können Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Vorenthalt von Sozialabgaben, Freiheitsstrafen und hohe Bußgelder nach sich ziehen – für Auftraggeber und Schwarzarbeiter.

Daneben drohen Probleme mit der Haftpflichtversicherung, für den Auftragnehmer ein Zahlungsausfall und für den Auftraggeber der Wegfall des Gewährleistungsschutzes. Auch die Krankenversicherung springt bei etwaigen Unfällen nicht ein – Im Extremfall wird eine Unfallrente fällig, die der Auftraggeber zu tragen hat.


Kleiner Handwerker-Knigge – Wie muss ich mich verhalten?

Ein Handwerker-Besuch ist für viele eine stressige Angelegenheit. Im Grunde auch verständlich, schließlich kommt da ein Fremder in das eigene Heiligtum. Wie sollte ich mich verhalten? Darf ich Handwerker alleine lassen? Darf ich das Ausziehen der dreckigen Schuhe verlangen? Und muss ich ihnen Getränke anbieten?

Unser kleiner Handwerker-Knigge klärt alle Unklarheiten beim Handwerker-Besuch.

1. Das wichtigste vorweg: Freundlichkeit zahlt sich aus

Auch Handwerker sind Menschen – klingt etwas plump, sollte aber nicht vergessen werden. Verpflichtet sind Sie zu kaum etwas, doch ein Basis-Level des menschlichen Miteinanders sollte selbstverständlich sein.

Außerdem: Sind Sie freundlich zu Ihrem Handwerker, ist dieser auch freundlich zu Ihnen und wird motivierter an die Arbeit gehen. Vielleicht schraubt er Ihnen im Anschluss an seine Arbeit noch eben die schon ewig locker sitzende Schranktür fest oder kümmert sich um den tropfenden Wasserhahn.

2. Muss ich meine Wohnung aufräumen und putzen?

Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass Leute ihre Wohnung sauber machen, um bei den Handwerkern keinen schlechten Eindruck zu machen. Natürlich ist dies nicht nötig und Ihnen völlig freigestellt. Der betreffende Raum oder zumindest der Arbeitsbereich sollte aber auf jeden Fall aufgeräumt und frei zugänglich sein – niemand wühlt sich gerne durch Berge von Schmutzwäsche.

Ohnehin ist es auch in Ihrem Interesse, wenn der Handwerker zügig mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann. Muss er den betreffenden Bereich erst noch freiräumen, zählt dies alles zu seiner Arbeitszeit, die er Ihnen in Rechnung stellen wird. Auch einfache Vorarbeiten können Sie bereits im Voraus erledigen und so ein wenig Geld sparen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob der freigeräumte Platz ausreichend ist, fragen Sie einfach bei dem beauftragten Betrieb nach.

3. Kann ich den Handwerker alleine lassen oder muss ich die ganze Zeit dabei sein?

Idealerweise sollte immer ein Ansprechpartner vor Ort sein – Sie selbst oder eine Person Ihres Vertrauens. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass die Arbeiten nach Ihren Vorstellungen durchgeführt werden und stehen für Fragen und Unklarheiten zur Verfügung.

Dauern die Arbeiten einen ganzen Tag lang oder ist es Ihnen schlicht nicht möglich, über den gesamten Zeitraum anwesend zu sein bzw. jemanden damit zu beauftragen, sollten Sie zumindest den Beginn der Arbeiten überschauen.

4. Muss ich den Handwerkern Essen und Getränke anbieten?

Nein, müssen Sie nicht – in der Regel haben Handwerker auch selbst etwas zu Trinken dabei. Trotzdem kommt es immer gut an, wenn Sie Wasser, Kaffee oder sogar Saft und Tee bereitstellen – am besten zur Selbstbedienung. Nicht anbieten sollten Sie Bier und Co. – wenn überhaupt, dann erst abends nach Feierabend.

Wer für eine Extra-Portion Motivation und gute Laune sorgen möchte, bietet einen kleinen Snack in Form von belegten Broten oder ein paar Keksen an. Erwartet wird dies aber auf keinen Fall.

5. Darf ich verlangen, dass die Handwerker ihre schmutzigen Schuhe ausziehen?

Sie haben Angst um Teppich und Fliesen? Dann können Sie nachfragen, ob die Handwerker die Wohnung ohne die verdreckten Schuhe betreten können. In den meisten Fällen wird dies aber verneint werden – aus arbeitsrechtlichen Gründen dürfen sie Ihre Arbeits- bzw. Schutzkleidung nämlich häufig gar nicht ausziehen.

Natürlich können Sie um ein gründliches Abklopfen bitten, ein wenig eingeschleppter Dreck wird sich aber kaum vermeiden lassen. Decken Sie also empfindliche Möbel und Bodenbeläge lieber ab oder Entfernen diese aus dem Gefahrenbereich. Auch müssen Sie damit rechnen, dass Sie Schmutz- und Staubspuren am Ende selber entfernen müssen.

Überschreiten die Verschmutzungen ein gewöhnliches Maß oder wurde sogar etwas beschädigt, machen Sie umgehend Fotos und wenden sich an den beauftragten Betrieb – grobe Mängel muss dieser beheben.

6. Muss ich den Handwerkern meine Toilette anbieten?

Auch hier gilt: Nein, müssen Sie nicht – sollten Sie aber. Nicht nur ist es grob unfreundlich, die Nutzung Ihres WCs zu untersagen, sondern es kostet auch Zeit (und Geld), wenn der Handwerker die Notdurft beim Café um die Ecke erledigen muss.

Die Ansage, dass die Handwerker die Toilette doch bitte im Sitzen benutzen sollen, ist dagegen völlig in Ordnung und legitim. Am besten weisen Sie direkt zu Beginn der Arbeiten darauf hin.

7. Darf ich Smalltalk unterbinden?

Ein kurzer Plausch über das Wetter oder andere mehr oder weniger belanglose Themen hebt die Stimmung. Hört Ihr Handwerker aber gar nicht mehr auf zu quatschen, können Sie freundlich darauf hinweisen, dass Sie „noch viel zu tun haben und im Arbeitszimmer zu erreichen sind“ oder den Handwerker „nicht weiter von seiner Arbeit ablenken möchten“.

Macht Ihr Handwerker einen blöden Spruch, gehen Sie nicht gleich auf die Barrikaden – wahrscheinlich war es gar nicht böse gemeint. Benimmt er sich weiterhin daneben, sprechen Sie dies ruhig direkt an. Ist die für Sie tolerierbare Grenze schon lange überschritten, können Sie ihn auffordern, Ihre Wohnung zu verlassen. Informieren Sie dann am besten umgehend das zuständige Unternehmen.


Heimwerker Grundausstattung – Welche Werkzeuge brauche ich?

Sie haben genug von Handwerkern und möchten doch alles selber machen? Neben dem Spezialwerkzeug für ihr geplantes Vorhaben sollten Sie sich auf jeden Fall eine Werkzeug-Grundausstattung zulegen.

Der wichtigste Grundsatz:

In Qualität investieren bedeutet langfristig sparen.

Diese Werkzeuge brauchen Sie

  • Bohrmaschine und Akkuschrauber mit Aufsatz-Sets
  • Rutschfeste Leiter
  • Kreuzschraubendreher (Set)
  • Schlitzschraubendreher (Set)
  • Inbusschlüssel (Set)
  • Schraubenschlüssel von 8 – 17mm
  • Hammer
  • Kneifzange, Flachzange, Rohrzange
  • Seitenschneider
  • Sägen für Holz und Metall
  • Feilen für Holz und Metall
  • Cuttermesser
  • Wasserwaage
  • Maßband oder Zollstock
  • Gummihandschuhe
  • Bleistift

30 nützliche Life Hacks für die Heimwerker-Renovierung

Streichen und Tapezieren

  • Mit einem Stück Pappe und etwas Klebeband können Sie sich einen Tropfschutz für Ihre Teleskopstange selber basteln.
  • Schmieren Sie Nägel und Scharniere mit Vaseline ein, statt diese umständlich abzukleben. Sie können die Fettcreme im Anschluss einfach wieder abwischen.
  • Spannen Sie ein Gummiband über Ihren Farbeimer, um überschüssige Farbe vom Pinsel abzuwischen. Auf diese Weise bleibt der Rand sauber und der Eimer lässt sich wieder schließen.
  • Wickeln Sie Pinsel oder Farbrollen in Plastik ein, um sie für maximal 24 Stunden aufzubewahren. Am nächsten Tag können Sie ohne eingetrocknete Geräte weiter streichen.
  • Kleiden Sie Ihre Farbwanne mit einer Plastiktüte oder Alufolie aus, damit sie sauber bleibt.
  • Ein Klebeband am unteren Rand des Pinsels verhindert lästiges Tropfen.
  • Entfernen Sie bei alten Farbdosen die Haut der Oberfläche und rühren Sie diese gut auf. Übriggebliebene Klumpen können Sie durch einen alten Nylonstrumpf filtern.
  • Um in geraden Linien zu tapezieren, können Sie ein Gewicht an einer Schnur mit einem Nagel von der Wand hängen lassen und an der Schnur entlang Markierungen für die Tapete setzen.
  • Luftblasen unter der frisch geklebten Tapete können Sie mit einem feinen Messer anschneiden und mit einem Pinsel und Tapetenkleister die Blase bestreichen. Anschließend gut festdrücken und mit einem feuchten Tuch wieder abwischen.
  • Altes Malerkrepp wird wie neu, wenn Sie es für 10 Sekunden in die Mikrowelle legen.
  • Bewahren Sie die Farbwalze nach dem Streichen in einer leeren Chipsrolle auf.

Bohren, Schrauben und Nageln

  • Benutzen Sie eine Wäscheklammer oder eine Spitzzange, um kleine Nägel zu fixieren und die Finger zu schützen.
  • Kleben Sie Malerkrepp auf Ihre Fliesen, um beim Bohren nicht abzurutschen.
  • Ein Kaffeefilter oder ein gefalteter Klebezettel eignen sich gut als Staubfänger beim Bohren an der Wand.
  • Für das Bohren an der Decke empfiehlt es sich, einen aufgeschnittenen Tennisball über den Bohrer zu stülpen. So fällt einem der Staub nicht ins Gesicht.
  • Nutzen Sie Malerkrepp als Schablone für die Abstände von Bohrlöchern. Einfach die Entfernung der Schrauben mit dem Kreppband am Gegenstand abmessen und danach an die Wand kleben.
  • Um nicht zu tief in die Wand zu bohren, kleben sie die gewünschte Bohrtiefeauf dem Bohrer mit Klebeband ab.
  • Wenn der Schraubenzieher bei ausgefransten Schrauben nicht mehr greift, können Sie ein Einmachgummi auf die Schraube legen.
  • Kleben Sie einen Magnet mithilfe eines doppelseitigen Klebebands an die Unterseite Ihres Hammers, um Nägel ständig griffbereit zu haben.
  • Ein Kamm als Fixierungshilfe lässt Sie an schwer zugänglichen Stellen Schrauben und Nägel anbringen.
  • Um ein Bild an die richtige Position zu bringen, schmieren Sie an die Rückseite auf Höhe der gewünschten Nagelposition etwas Zahnpasta und drücken es an die Wand. Die Zahnpasta können Sie danach einfach abwischen.
  • Stumpfen Sie Nägel mit einem Hammer ab, bevor diese in Holzleisten geschlagen werden, um das Holz nicht aufzuspalten.
  • Damit Sie beim Schrauben nicht so häufig abrutschen, können Sie den Schraubenkopf mit etwas Kreide versehen. 

Allgemeine Hacks

  • Mit Leim und Sägespänen lassen sich Dellen und Löcher im Holz füllen.
  • Saubere Dichtungsfugen gelingen mit Malerkrepp ober- und unterhalb der Kante.
  • Verhindern Sie Schleifspuren unter schweren Möbelstücken, indem Sie Pappe oder Handtücher um die Beine des Möbelstücks legen.
  • Festsitzende Dübel in der Wand lassen sich mit einem Korkenzieher entfernen.
  • Um Abdrücke einer Schraubzwinge auf dem Holz zu vermeiden, fixieren Sie einen Flaschendeckel zwischen Zwinge und Holz.
  • Um eine gerade Linie mit einer Stichsäge zu sägen, klemmen Sie einen geraden Holzstreifen mit einer Schraubzwinge an das Holzstück, das Sie sägen möchten. Führen Sie dann den Fuß der Stichsäge daran entlang.
  • Dübellöcher können Sie bei Raufasertapeten einfach mit einem Knäuel Watte füllen und anschließend wieder mit Wandfarbe übertupfen.

50 häufige Fragen (FAQ) zum Renovieren, Sanieren, Modernisieren

Viele Fragen – viele Antworten. Zu allen 50 Fragen finden Sie tiefergehende Informationen im entsprechenden Kapitel dieses Ratgebers.

Was ist der Unterschied zwischen Renovierung, Sanierung und Modernisierung?

Als Faustformel kann man sagen: Renovieren heißt verschönern – Sanieren heißt reparieren – Modernisieren heißt verbessern. Die Grenzen sind aber fließend und überlagern sich teilweise.

Was sind typische Renovierungsmaßnahmen?

Renovierungen sind vorwiegend optischer Natur, man spricht auch von Schönheitsreparaturen. Dazu gehören:

  • Tapezieren
  • Streichen
  • Bodenbelag erneuern
  • Wände neu verputzen

Was sind typische Sanierungsmaßnahmen?

Eine Sanierung behebt Schäden, die starken Einfluss auf die Wohnqualität haben oder die Bausubstanz des Gebäudes gefährden. Das Ziel ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Qualität, eventuell angepasst an moderne Baustandards. Nicht nur der Schaden selbst, sondern auch die Ursache steht im Fokus.

Typische Sanierungsmaßnahmen sind:

  • Schimmel beseitigen
  • Trockenlegung des Kellers
  • Undichtes Dach reparieren
  • Risse in Putz oder Wand beheben

Was sind typische Modernisierungsmaßnahmen?

Eine Modernisierung erhöht in der Regel den Wert einer Immobilie. Dazu wird meist entweder der Wohnkomfort gesteigert (nicht direkt messbar) oder die laufenden Kosten gesenkt (in Zahlen umrechenbar).

Das kann bedeuten:

  • Dämmung von Dach und Außenwänden
  • Einsetzen von Wärmeschutzfenstern
  • Anschaffung einer modernen Heizungsanlage
  • Verbesserung von Brand- und Schallschutz
  • Installation von Überwachungs- und Sicherheitstechnik

Wie regelmäßig sollte eine Immobilie renoviert werden?

Das lässt sich kaum sinnvoll beantworten. Bloße Verschönerungen und Umgestaltungen sollte man einfach nach Gefühl und Lust umsetzen, also wenn man sich am Alten satt gesehen hat. Für Sanierungen, also Reparaturen, gilt natürlich: immer nach Bedarf.

Energetische Modernisierungen, die die Senkung von Heiz- und Stromkosten zum Ziel haben, sind häufig ein Rechenspiel: Wie lange dauert es, bis die eingesparten laufenden Kosten die Anschaffungskosten refinanziert haben.

Um Fixkosten wie Gerüste, Leihgebühren für Werkzeug oder Müllcontainer zu reduzieren, lohnt es sich, Arbeiten sinnvoll zu kombinieren. Fragen Sie außerdem mal bei Ihren Nachbarn, ob diese vielleicht etwas ähnliches in naher Zukunft geplant haben. Ein Fassadenanstrich von zwei nebeneinander liegenden Häusern zum Beispiel ist in der Summe deutlich günstiger als zwei zeitversetzte Projekte.

Wie plane ich umfangreiche Renovierungsarbeiten richtig?

Große Renovierungsprojekte sollten sorgfältig geplant werden. Befolgen Sie diese vier grundsätzlichen Schritte:

  • Motivation: Was will ich erreichen? Was stört mich?
  • Bestandsaufnahme: Wie ist der aktuelle Zustand? Was muss gemacht werden?
  • Finanzierung: Wie viel Geld steht zur Verfügung? Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?
  • Maßnahme: Welche Optionen habe ich? Wer hilft mir bei der Umsetzung?

Gibt es für Rundum-Renovierungen spezielle Kredite?

Ja, viele Banken bieten Renovierungskredite an. Diese sind im Grunde normale Ratenkredite, die aber zweckgebunden vergeben werden. Das heißt, Sie dürfen das erhaltene Geld nicht für andere Zwecke benutzen. Entweder legt die Bank spezifische Bereiche fest oder stellt das Geld allgemein für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung.

Der entscheidende Vorteil: Renovierungskredite haben niedrigere Zinsen und bessere Konditionen als herkömmliche Ratenkredite – sie sind also wesentlich günstiger.

Zudem fördert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bestimmte Vorhaben, bspw. energetische Modernisierungen oder die Förderung der Barrierefreiheit für altersgerechtes Wohnen.

Kann ich Renovierungskosten von der Steuer absetzen?

Eigentümer können 20 Prozent der Kosten für Renovierungs-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im selbstgenutzten Wohnraum steuerlich absetzen – allerdings nur Lohn-, Anfahrts- und Maschinenkosten, keine Materialkosten.

Es gilt ein jährlicher Höchstbetrag von 1.200 Euro, was Handwerkerkosten von 6.000 Euro entspricht. Daher kann es sich lohnen, Renovierungen über zwei oder mehr Jahre zu verteilen, um in jedem Jahr den maximalen Betrag abzusetzen.

Damit das Finanzamt grünes Licht gibt, müssen auf der Handwerkerrechnung Lohn- und Materialkosten getrennt voneinander angegeben sein. Die Bezahlung sollte ausschließlich per Überweisung erfolgen, nicht in Bar. Außerdem ist eine steuerliche Ermäßigung nur möglich, wenn die Arbeiten nicht öffentlich gefördert wurden, bspw. durch einen KfW-Kredit.

Liegt eine außergewöhnliche Belastung vor, sind eventuell weitere Vergünstigungen möglich.

Was sieht das Finanzamt als außergewöhnliche Belastung an?

Außergewöhnliche Belastungen sind Sachverhalte, die einen „existenznotwendigen Bedarf“ einschränken. Diesbezügliche Renovierungen sieht das Finanzamt als „aus tatsächlichen Gründen zwangsläufig“ an.

Diese können sein:

  • Der bisherige Zustand stellt eine Gesundheitsgefährdung dar (Asbest, Allergien etc.), ist weder selbst- noch fremdverschuldet und war zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erkennbar.
  • Es liegt ein unausweichliches Ereignis zugrunde (Brand, Hochwasser, Kriegseinwirkung, Vertreibung oder politische Verfolgung).

Auch private Katastrophen können außergewöhnliche Belastungen sein, wie der Bundesgerichtshof in einem Urteil zu einem Wasserschaden durch Rückstau in einer Drainage entschieden hat.

Ein solcher Fall muss immer im Einzelfall geprüft werden. Ein verlässlicher Weg zur Reduzierung der Renovierungskosten ist dies nicht.

Gibt es Besonderheiten für den steuerlichen Einsatz von vermieteten Immobilien?

Ja, Vermieter haben es einfacher. Maßnahmen, die dem Erhalt der Immobilie dienen, können als Werbungskosten direkt von den „Einkünften aus Vermietung und Verpachtung“ abgezogen werden, was das zu versteuernde Einkommen senkt.

Das Finanzamt unterscheidet zwischen Erhaltungsaufwendungen, Anschaffungskosten, Herstellungskosten und anschaffungsnahen Herstellungskosten. Die genaue Zuordnung ist dabei nicht immer eindeutig.

Anschaffungs- und Herstellungskosten sorgen für eine wesentliche Verbesserung einer Immobilie oder schaffen etwas Neues (Fläche, Balkon etc.) – auch der Kauf selbst zählt dazu.

Das Finanzamt definiert vier Kernbereiche: Heizung, Sanitär, Elektro-Installation und Fenster. Werden drei dieser Bereiche verbessert oder erweitert, zählt dies als wertsteigernde „Standardhebung“. Die Kosten können dann nur Jahr für Jahr abgeschrieben werden.

Direkt von den Einkünften abziehen können Vermieter nur die Erhaltungskosten. Die anderen Kosten werden über die Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben – meist über 50 Jahre. Die Kosten werden also auf viele Jahre verteilt.

Um den ganzen Prozess etwas zu erleichtern, hat der Gesetzgeber die Vereinfachungsregel ins Leben gerufen.

Was ist die Vereinfachungsregel?

Über die Vereinfachungsregel können Baumaßnahmen, die ohne Umsatzsteuer 4.000 Euro nicht überschreiten, immer als Erhaltungsaufwand behandelt und direkt als Werbungskosten abgezogen werden. Dies gilt für jede Maßnahme separat, auch bei mehreren gleichzeitig ausgeführten aber nicht zusammenhängenden Arbeiten.

Was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?

„Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“, die innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb einer vermieteten Immobilie stattfinden und in Nettosumme 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen. Steuerrechtlich gelten diese als Herstellungskosten und können somit nicht als Werbungskosten angesetzt werden.

Darf ich meine Mietwohnung selber renovieren?

Ja, wenn die Renovierungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt ohne Probleme wieder rückgängig gemacht werden können und keine bauliche Veränderung darstellen. Vorhandenes Inventar darf aber nicht einfach entfernt werden – dem muss der Vermieter erst zustimmen.

Außerdem kann vom Mieter verlangt werden, dass sämtliche Veränderungen beim Auszug wieder rückgängig gemacht werden. Die Kosten trägt stets der Mieter.

Darf der Vermieter Renovierungsmaßnahmen verbieten?

Ja, wenn er die Ablehnung begründen kann, etwa weil er die Bausubstanz gefährdet sieht. Eine willkürliche Verweigerung ist nicht möglich, trotzdem sollte immer das Einverständnis eingeholt werden. Wer einfach drauf los saniert, riskiert Rückbauforderungen oder sogar eine fristlose Kündigung.

Darf der Vermieter Vorgaben zur Farbe der Wände machen?

Nein, nicht während der Mietzeit. Hier haben Mieter freie Wahl, wie sie ihren Wohnraum farblich gestalten möchten. Der Vermieter kann aber verlangen, dass die Wohnung vor dem Auszug farbneutral hinterlassen wird. Gegebenenfalls muss dann neu gestrichen werden.

Darf eine unrenovierte Wohnung vermietet werden?

Grundsätzlich ja – meist gilt: Gemietet wie gesehen. Das bedeutet, hat ein Mieter bei der Wohnungsbesichtigung die komplette Wohnung gesehen, akzeptiert er mit dem Unterschreiben des Mietvertrags den Zustand der Wohnung. Nur für schwerwiegende, bei der Besichtigung nicht erkennbare oder arglistig verschwiegene Mängel gelten Ausnahmen.

Brauche ich ein Wohnungsübergabeprotokoll?

Nicht zwingend, wir empfehlen aber dringend eines anzulegen. Damit wird der Zustand der Wohnung und alle noch auszuführenden Arbeiten präzise festgehalten. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Absprachen! Im Streitfall zählt in der Regel nur Schriftliches.

Kann der Vermieter eine Renovierung vom Mieter verlangen?

Zunächst mal ist der Vermieter für sämtliche Renovierungsmaßnahmen zuständig. Schönheitsreparaturen können aber vertraglich dem Mieter zugeschrieben werden, wovon die meisten Vermieter auch Gebrauch machen.

Auf diesem Weg kann der Mieter verpflichtet werden, Wände und Decken zu tapezieren, Fußböden zu reinigen und Wände, Decken, Heizkörper, Heizungsrohre, Fenster und Türen zu streichen – in gewissen Abständen. Die Kosten trägt der Mieter.

Eine Klausel zu einer Anfangsrenovierung vor dem Einzug kann nur gültig sein, wenn der Mieter dafür einen angemessenen Ausgleich bekommt und nicht übermäßig belastet wird. Andernfalls steht es Mietern frei, kleinere Schäden zu beheben oder sie zu ignorieren.

Schäden, die der Mieter verursacht hat, müssen natürlich immer auf dessen Kosten behoben werden. Reiner Verschleiß ist dagegen meist Vermietersache. Außer der Mietvertrag enthält eine Klausel zu Kleinreparaturen.

Wann ist eine Klausel zu Schönheitsreparaturen ungültig?

Gewisse Voraussetzungen können bewirken, dass eine Schönheitsreparaturklausel ungültig ist:

  • Starre Fristen: Es können zwar Renovierungszeiträume festgelegt werden – renoviert werden muss aber nur, wenn tatsächlich auch Bedarf besteht.
  • Kurze Fristen: Auch zu kurz gewählte Fristen sind ungültig. Zeiträume zwischen fünf und zehn Jahren gelten üblicherweise als angemessen.
  • Einzug in unrenovierte Wohnung: Mieter müssen eine Wohnung nicht in besserem Zustand als beim Einzug zurückgeben. Ausnahme: Der Mieter hat für die Anfangsrenovierung einen angemessenen Ausgleich bekommen.
  • Renovierung durch Fachleute: Der Vermieter kann nicht den ausschließlichen Einsatz von professionellen Handwerkern fordern – wohl aber eine stets fachgerechte Ausführung.

Was besagt eine Kleinreparaturklausel?

Kleinreparaturen betreffen regelmäßig genutzte Gegenstände wie Steckdosen, Lichtschalter, Rollläden, Duschköpfe, Wasserhähne, Tür- und Fensterverschlüsse. Kleinere Schäden gelten normalerweise als Verschleiß und sind somit Vermietersache. Mit einer gültigen Kleinreparaturklausel kann die Verantwortung auf den Mieter übertragen werden.

Die Klausel ist nur gültig, wenn für die Behebung des Schaden verhältnismäßig geringe Kosten entstehen und die Obergrenze im Mietvertrag festgelegt ist. In der Regel gelten 75 bis 100 Euro als zulässig. Der jährliche Gesamtbetrag ist auf 6 bis 8 Prozent der Jahreskaltmiete begrenzt.

Kann der Mieter eine Renovierung vom Vermieter verlangen?

Ja, unter gewissen Umständen ist das möglich. Vermieter haben eine Instandhaltungspflicht, das bedeutet, sie müssen dafür sorgen, dass das Gebäude bzw. die Wohnung bewohnbar bleiben. Schäden und Mängel, die die Wohnqualität stark einschränken oder gar eine Gesundheitsgefährdung darstellen, muss der Vermieter daher beheben. Kommt der Vermieter seinen Pflichten nicht nach, können Mieter eine Mietminderung geltend machen.

Voraussetzung ist, dass der Schaden nicht durch den Mieter verursacht wurde. In vergangenen Streitfällen musste häufig ein Gericht darüber entscheiden. Wird die Kombination aus Baumangel und Fehlverhalten als Ursache angesehen, werden die Kosten der Behebung in der Regel geteilt.

Der Verschleiß von viel genutzten Gegenständen ist grundsätzlich Vermietersache. Mit einer Kleinreparaturklausel kann diese Pflicht aber auf den Mieter übertragen werden. Grundsätzlich gilt (für beide Seiten) eine Bedarfsnotwendigkeit – rein optische Gründe reichen nicht aus, um eine Renovierung zu verlangen.

Über Modernisierungen entscheidet immer der Vermieter. Mieter haben aber das Recht auf einen Mindeststandard, sofern im Mietvertrag nicht ausdrücklich festgehalten wurde, dass die Wohnung diesen Standard nicht erfüllt.

Muss ich meine Mietwohnung vor dem Auszug renovieren?

Grundsätzlich gilt: Die Wohnung muss in vergleichbarem Zustand wie beim Einzug hinterlassen werden – wenn im Mietvertrag eine Klausel dazu enthalten ist.

Was der Mieter verändert hat, muss rückgängig gemacht werden. Weitergehende Renovierungen können nicht verlangt werden – dies würde Mieter bei kurzen Mietzeiten unverhältnismäßig benachteiligen. Sogenannte Abgeltungsklauseln, die den Mieter an der nächsten Renovierung nach dem Auszug beteiligen sollen, sind ebenfalls ungültig.

Was der Vermieter verlangen kann, ist eine neutrale Farbgestaltung. Das heißt nicht zwingend weiß – dies darf der Vermieter tatsächlich gar nicht vorschreiben – in der Regel ist man damit aber auf der sicheren Seite.

Darf der Vermieter nach einer Modernisierung die Miete erhöhen?

Ja, bisher durfte der Vermieter 11 Prozent der Kosten auf die Jahresmiete umlegen – auch wenn der Mieter die Modernisierung gar nicht haben wollte. Auf dem Wohngipfel 2018 wurde beschlossen, dass in Regionen mit Wohnungsmangel zukünftig nur noch 8 Prozent möglich sein sollen. Wurde eine Index- oder Staffelmiete vereinbart, ist eine Umlage nicht möglich. Auch gibt es die Möglichkeit, eine Mieterhöhung wegen Modernisierung im Mietvertrag kategorisch auszuschließen.

Wände verputzen, tapezieren, fliesen und streichen - Wie geht das genau?

Gibt es Besonderheiten bei der Arbeit an der Decke?

Das Wichtigste bei der Arbeit an der Decke ist die eigene Sicherheit. Neben einer Teleskopstange gehört eine stabile Leiter zur Grundausstattung – noch besser ist ein kleines, mobiles Gerüst.

Trotzdem bleibt die Arbeit über Kopf anstrengend und strapaziert Nacken- und Armmuskulatur. Das ständige Auf- und Absteigen auf die Leiter ist zudem auf Dauer ermüdend und steigert das Sturzrisiko. Daher sind regelmäßige Pausen Pflicht. Noch besser ist es, zu zweit zu arbeiten.

Weitere Tipps und Anleitungen zur Deckengestaltung finden Sie in diesem Ratgeber.

Wie verlege ich Laminat, Teppich, PVC und Co.?

Kann ich Küche und Bad selber renovieren?

Die Arbeiten in Küche und Bad können schnell sehr teuer werden. Wer handwerklich begabt ist, kann einige Dinge natürlich selber erledigen. Insbesondere bei Wasser- und Elektroarbeiten gilt aber: Sie sollten wirklich über umfangreiches Fachwissen verfügen, denn laienhaft ausgeführte Arbeit kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen.

Was benötige ich für ein barrierefreies Bad?

Um den gesetzlichen Bestimmungen der Barrierefreiheit zu entsprechen und damit als Grundlage für Förderprogramme zu dienen, müssen bei der Badgestaltung präzise Vorgaben eingehalten werden. Diese sind in der Baunorm DIN 18040-2 festgelegt.

Sämtliche Einzelheiten haben wir in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Welche Förderungen gibt es für die Barrierefreiheit?

Ja, Förderungen sind über Kfw-Bank, Kranken- und Pflegekasse als auch kommunalen Programmen und Stiftungen möglich. Unter bestimmten Bedingungen kommen als Finanzierungshilfe auch Träger von Rehabilitationsmaßnahmen in Frage. In jedem Fall darf der Umbau erst begonnen werden, sobald dem Antrag stattgegeben wurde.

Gibt es gesetzliche Vorgaben zur Sanierung?

Jein – Wer eine Immobilie neu kauft oder baut muss darauf achten, dass diese gewisse Energiestandards erfüllt. Die Grundlage dafür ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Wer sein Eigenheim schon vor 2002 bewohnt hat, ist nicht zu einer Sanierung verpflichtet. Wenn dies aber geschehen soll, müssen die EnEV-Vorgaben eingehalten werden.

Wer ein Haus kauft, sollte neben einer gründlichen Hausbesichtigung unbedingt einen Blick in den Energieausweis werfen. Hier findet man einen Überblick über den Energieverbrauch sowie Sanierungsempfehlungen.

Die Einhaltung der Sanierungspflicht wird von Schornsteigerfeger und Bauamt überprüft. Hält man sich nicht an die Vorgaben, drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Übrigens: Die Sanierungspflicht gilt auch für geerbte Immobilien. Eine Ausnahme gilt nur für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Erbe eine schon vor 2002 selbst bewohnt hat.

Wie sehen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung / EnEV aus?

  • Heizung: Öl- und Gasheizungen müssen nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Ausgenommen davon sind Niedrigtemperatur- und Brennwert-Heizkessel sowie Heizungsanlagen mit einer Leistung von unter vier oder über 400 Kilowatt.
  • Dach: Das Dach (oder die oberste Geschossdecke) muss ausreichend gedämmt werden. Ausreichend bedeutet: ein Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin oder geringer. Ausnahmen gelten für Ferienwohnungen und andere Gebäude, die weniger als vier Monate im Jahr auf über 19 Grad Celsius beheizt werden. Auch Besitzer von denkmalgeschützten Immobilien müssen sich nicht an die Vorgabe halten, wenn die Sanierung das Denkmal beeinträchtigen würde.
  • Leitungen: Wärmeführende Leitungen in nicht beheizten Räumen (Keller) müssen ebenfalls gedämmt werden. In welcher Dicke, hängt vom Innendurchmesser und der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes ab.

Lohnt sich eine Altbau-Kernsanierung als Alternative zum Neubau?

Altbauten haben einen ganz besonderen Charme, den man in modernen Neubauten vergeblich sucht. Für Fans von Stuck und Co. kann es daher ein verlockender Gedanke sein, einen heruntergekommenen Altbau günstig zu erwerben und wieder in Schuss zu bringen. Doch leider ist dies meist teurer als erhofft.

Je älter ein Gebäude ist, desto wahrscheinlicher sind Sanierungsketten – Während ein Problem gelöst wird, tritt schon das nächste auf. Wichtig ist, sich nicht von einem vermeintlich geringen Preis blenden zu lassen. Es ist durchaus möglich, dass die Sanierungskosten den Kaufpreis übersteigen.

Für denkmalgeschützte Immobilien gelten zudem nochmal eigene Regeln. Wer ernsthaft erwägt, ein altes Haus zu kaufen, sollte sich unbedingt professionelle Unterstützung organisieren.

Darf ich ein denkmalgeschütztes Haus sanieren?

Was unter Denkmalschutz steht muss erhalten bleiben, darf also nicht verändert oder abgerissen werden. Daher müssen sämtliche Sanierungsarbeiten von der örtlichen Denkmalschutzbehörde genehmigt werden.

Eigentümer sind in ihrem Handlungsspielraum also stark eingeschränkt – bekommen aber hohe Steuervergünstigungen als Ausgleich. Sanierung und Restaurierung können als „Absetzung für Abnutzung“ (AfA) über mehrere Jahre steuerlich geltend gemacht werden.

Die Maßnahmen müssen aber „der Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung“ dienen. Heizung, Fenster, Fassade und Dach werden gefördert – Garage, Grünanlage oder Einrichtung nicht.

Was sind die häufigsten Sanierungs-Baustellen bei Altbauten?

  • Marode Elektroinstallation
  • Feuchtigkeit und Schimmel
  • Veraltete Heizung
  • Verkalkte Wasserleitungen
  • Risse in der Fassade
  • Gesundheitsgefährdendes Baumaterial / Asbest
  • Schwarzbau

Ausführliche Erläuterungen lesen Sie in diesem Ratgeber.

Mit welchen Modernisierungen steigere ich den Wert einer Immobilie?

Wertsteigernde Maßnahmen:

  • Erhöhung des Wohnkomforts: Technikeinsatz, Schallschutz etc.
  • Verbesserung der Sicherheit: Schutz vor Einbruch und Unfällen
  • Altersgerechtes Wohnen: Barrierefreiheit
  • Senkung der laufenden Kosten: Sparen von Energiekosten

Energetisch modernisieren - Welche Maßnahmen lohnen sich am meisten?

Wirklich sinnvolle Aussagen lassen sich nur in Relation zum bisherigen Zustand sowie dem energetischen Gesamtkonzept einer Immobilie treffen – Energiesparen ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die üblicherweise erfolgversprechendsten Maßnahmen sind:

  • Eine moderne Heizanlage
  • Der Einsatz regenerativer Energien
  • Eine effiziente Warmwasserversorgung
  • Dämmung der Außenwände und des Daches
  • Ein zum Haus und den Gewohnheiten der Bewohnern passendes Lüftungskonzept

Gibt es Fördermöglichkeiten für energieeffiziente Modernisierungen?

Energetische Sanierungen und Modernisierungen werden von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Bedingung ist, dass der KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht wird.

Je nach Sanierungs-Art und -Umfang sind Kredite von bis zu 100.000 Euro und Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro je Wohnung möglich.

Kann Smart Home-Technik beim Energiesparen helfen?

Ja, Smart Home ist mehr als nur Spielerei. Neben anderen Vorteilen kann mit smarter Technik der Energieverbrauch einer Immobilie deutlich reduziert werden. Was möglich, sinnvoll und umsetzbar ist, lesen Sie in unserem großen Hausbau-Ratgeber.

Was kann ich selber renovieren, wofür brauche ich Handwerker?

Geübte Heimwerker können viele Arbeiten selber übernehmen und so bares Geld sparen. Komplizierte Aufgaben sollten Sie aber einem Profi überlassen. Aufwendige Veränderungen, die die Statik, Bausubstanz, Wasser- oder Stromversorgung betreffen, sind grundsätzlich tabu – schon aus versicherungstechnischen Gründen. Nur wer in dem entsprechenden Bereich professionell ausgebildet ist, kann hier selber Hand anlegen.

Für diese Aufgaben benötigen Sie einen Handwerker

  • Entfernen von Wänden
  • Elektro-Arbeiten
  • Sanitär-, Rohr- und Heizungsinstallation
  • Dach decken
  • Dach und Außenwänden dämmen
  • Austausch von Haustür und Fenstern
  • Risse im Putz und Mauerwerk beheben
  • Schimmel entfernen

Diese Aufgaben können Sie mit etwas Fachwissen selbst erledigen

  • Einfaches Streichen und Tapezieren
  • Anbringen von Wandfliesen
  • Verlegen von einfachen Bodenbelägen
  • Gipskartonwände einziehen
  • Abflüsse und Siphon reinigen
  • Kleine Löcher und Kratzer an Wand und Boden reparieren

Wie finde ich einen guten Handwerker?

Zunächst mal ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen möglichst präzise formulieren können. Für die Handwerkersuche sollten Sie sich ruhig etwas Zeit nehmen, verschiedene Angebote einholen und diese sorgfältig vergleichen.

Anlaufstellen bei der Handwerkersuche:

  • Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis
  • Empfehlungen anderer Handwerker
  • Internetsuche und Branchenverzeichnisse
  • Online-Portale und Handwerkerbörsen
  • Facebook-Gruppen und Profile

Was kostet ein guter Handwerker?

In den verschiedenen Handwerksbranchen gelten teilweise ganz unterschiedliche Stundensätze. Schwankende Tariflöhne, unterschiedlicher Raum- und Maschinenbedarf und nicht zuletzt der Wettbewerb am Markt haben Einfluss auf den Preis.

Durchschnittliche Stundensätze:

  • Maler: 30 bis 40 Euro
  • Schreiner: 35 bis 45 Euro
  • Maurer: 35 bis 50 Euro
  • Elektriker: 40 bis 55 Euro
  • Heizungsinstallateure: 45 bis 60 Euro
  • Dachdecker: 55 bis 70 Euro

Im berechneten Stundensatz sind neben dem Lohn des Handwerkers noch weitere Posten enthalten. Unterm Strich bleibt einem Handwerksunternehmen ein Gewinn von ca. 2 bis 6 Prozent.

Etwas leichter nachzuvollziehen, ist die Berechnung nach der geleisteten Arbeit, anstelle der benötigten Zeit. Maler, Bodenleger, Maurer oder Dachdecker rechnen bspw. häufig nach Quadratmetern ab. Der Endpreis ist so für Kunden leichter nachzuvollziehen.

Ganz auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie vorab einen Festpreis vereinbaren.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?

Ein schriftliches Angebot ist normalerweise verbindlich, ein Kostenvoranschlag in der Regel nicht.

Bei einem Angebot bietet der Handwerker an, die Arbeiten zum angegebenen Preis zu erledigen – mit Festpreis. Ein Kostenvoranschlag ist eher eine fachmännische Einschätzung des Aufwands. Der veranschlagte Preis kann im Nachhinein um 10 bis 20 Prozent überschritten werden – außer es handelt sich um einen „garantierten“ Kostenvoranschlag.

Auf größere Überschreitungen muss der Handwerker rechtzeitig hinweisen. Verbraucher haben das Recht, in der Folge den Vertrag zu kündigen und nur die bis dahin erbrachte Leistung zu bezahlen. Das Problem: Wer möchte schon vor einem halbfertigen Bad stehen? Theoretisch sind auch Schadensersatzansprüche möglich, in der Praxis aber meist schwer umzusetzen.

Wie erkenne ich ein gutes Handwerkerangebot?

Der Preis ist natürlich das einfachste Vergleichskriterium – sollte aber in keinem Fall das einzige bleiben. Vorsicht außerdem beim Vergleich von Angebot und Kostenvoranschlag. Zur Absicherung werden Angebotspreise häufig etwas höher angesetzt.

Ein gutes Angebot sollte umfangreich und trotzdem übersichtlich und leicht verständlich sein. Es enthält eine präzise Arbeitsbeschreibung, Angaben zum Zeitaufwand und Bearbeitungszeitraum und eine Aufschlüsselung der Lohn-, Material- und Fahrtkosten. Achten Sie auch auf schwammige Formulierungen wie „geschätzt“, „voraussichtlich“ und „oder Ähnliches“.

Darf der Handwerker meine Toilette ungefragt nutzen?

Nein. Auch auf Nachfrage müssen Sie dies nicht erlauben – sollten Sie aber. Dies ist ohnehin auch in Ihrem Interesse, denn es kostet auch Zeit (und Geld), wenn der Handwerker das WC beim Café um die Ecke besuchen muss. Zu Bitten, dass die Handwerker die Toilette im Sitzen benutzen sollen, ist hingegen völlig in Ordnung.

In unserem kleinen Handwerker-Knigge lesen Sie weitere typische Verhaltensfragen während dem Handwerkerbesuch.

Was tun, wenn der Handwerker Termine nicht einhält?

Der Handwerker will „zwischen 8 und 12 Uhr“ kommen. Man nimmt sich extra einen Tag Urlaub – und nun taucht er doch nicht auf. Sehr ärgerlich!

Ob Sie nun Recht auf einen Ausgleich haben, hängt davon ab, ob Ihnen durch den ausgefallenen Termin ein bezifferbarer – also in Geld messbarer – Schaden entstanden ist. Dies gilt aber nicht für Ausfälle durch Erkrankungen, Unfälle oder „höherer Gewalt“. Auf einen neuen Termin innerhalb einer angemessenen Frist können Sie aber auch dann bestehen.

Um diesbezügliche Streitigkeiten im Voraus zu unterbinden, sollten Konsequenzen für das Nichteinhalten von Terminen vorab besprochen und vertraglich festgehalten werden.

Wie lange muss ich auf den Handwerker warten?

Eine halbe Stunde Wartezeit gilt als vertretbar.

Umgekehrt gilt dies übrigens nicht: Sind Sie zum vereinbarten Termin nicht anwesend, darf der Handwerker wieder fahren und die Fahrtkosten in Rechnung stellen.

Wann wird der Handwerker bezahlt?

Gezahlt wird im Regelfall nach Abschluss der Arbeiten. Bei großen Projekten sind auch etappenweise Abschlagszahlungen üblich. Erst wenn die Arbeit vertragsgerecht und mängelfrei erledigt ist, sollten Sie die Rechnung bezahlen.

Was mache ich, wenn mir Schäden oder Pfusch auffallen?

Wenn Sie mit etwas unzufrieden sind, sprechen Sie Ihren Handwerker direkt darauf an. Kleinere Mängel werden in der Regel umgehend behoben. Schwerwiegende Probleme sollten Sie unbedingt schriftlich, fotografisch und am besten mit einem Zeugen zusammen dokumentieren. Sind Sie sich unsicher, ziehen Sie einen zusätzlichen Experten möglichst zeitnah zu Rat.

Für kleine Probleme können Sie einen Teil des Rechnungsbetrags bis zur Behebung einbehalten – Bei schweren Mängeln kann die Zahlung komplett verweigert werden. Bei Streitfragen hilft die zuständige Handwerkskammer. Diese ist bemüht, Konflikte zu schlichten und einen Kompromiss zu finden.

Wie lange gilt der Gewährleistungszeitraum für Renovierungsarbeiten?

Wenn vertraglich nicht anders vereinbart, beträgt die Gewährleistungsfrist für Renovierungsarbeiten zwei Jahre ab dem Zeitpunkt der Abnahme. Nach der Behebung von Mängeln, beginnt für diese Leistung eine neue zweijährige Frist.

Welche Arbeiten darf ich „schwarz“ erledigen lassen?

Schwarzarbeit kann verlockend sein, denn ohne Steuer und Sozialabgaben sind logischerweise deutlich niedrigere Preise möglich. Aber: Sie gehen hohe Risiken ein. Neben Versicherungsproblemen und dem Wegfall des Gewährleistungsschutzes drohen Bußgelder und in schweren Fällen sogar Freiheitsstrafen.

Nachbarschaftshilfe und Gefallen unter Freunden sind kein Problem, auch wenn diese geringfügig entlohnt werden. Es gibt keine Vorgabe über einen maximal zulässigen Stundenlohn – entscheidend ist, dass die Tätigkeit „nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtet“ sein darf. Auch darf zwischen den Parteien kein „Direktionsverhältnis“ (Abhängigkeit) bestehen.

Ihr Nachbar darf Ihnen also beim Tapezieren helfen. Übernimmt er aber die komplette Renovierung des Hauses (mit entsprechender Entlohnung) oder bietet einen solchen Dienst über Kleinanzeigen an, sieht die Lage anders aus.

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