Zusammenziehen

Fragen und Tipps zur ersten gemeinsamen Wohnung

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Schon einmal vorab: Den richtigen Zeitpunkt zum Zusammenziehen gibt es nicht. Mit dem Partner zusammenzuziehen ist eine große Herausforderung – egal ob man bereits 6 Monate oder 6 Jahre ein Paar ist.

Unterschiedliche Auffassungen von Sauberkeit, bislang unbekannte Eigenarten des Partners und die Erkenntnis, dass es nun ganz schön erwachsen und ernst zugeht im Leben – da kann schon mal Panik aufkommen.

Keine Frage: Das Zusammenziehen ist aufregend und muss gut geplant werden. Bevor die Planung beginnen kann, gibt es aber einige wichtige Punkte zu klären und dabei schon einmal zu testen, mit welchen Erwartungen Sie in das neue Abenteuer starten.

Welche Motive verfolgen Sie beim Zusammenziehen

Die doppelte Miete sparen? Sich dem Wunsch des Partners beugen? Eine eingeschlafene Beziehung?

Es gibt verschiedene Gründe mit dem Partner zusammenzuziehen. Davon können einige gute und andere eher schlechte Vorzeichen für das Zusammenleben sein. Ziehen Sie hauptsächlich aus finanziellen Gründen mit dem Partner zusammen, ist das zwar eine völlig legitime Begründung, als einziges Motiv aber kein allzu positives Signal.

Auch das Zusammenziehen als letzter Ausweg aus einer eingeschlafenen Beziehung kann funktionieren, ist aber mit deutlich größeren Risiken verbunden.

Machen Sie sich selbst bewusst, welche Motivation Sie für die gemeinsame Wohnung haben und sprechen Sie auch mit dem Partner darüber.

Damit lassen Sie erst gar keine Missverständnisse aufkommen.

Lieber in eine neue Wohnung oder beim Partner einziehen?

Haben Sie sich entschieden zusammenzuziehen, stellt sich direkt die nächste Frage – in welche Wohnung?

Der Partner hat eine große Wohnung im Stadtzentrum? Klar, die einfachere Variante ist, wenn der eine Partner in die Wohnung des anderen einzieht.

Eine neue Wohnung hat trotzdem viele Vorteile. Sie schaffen sich ein gemeinsames Zuhause und für beide ist es ein klarer Neuanfang, für den sie etwas anderes aufgeben müssen.

Das beginnt bei der gemeinsamen Wohnungssuche: Die Vorstellungen des Partners vom idealen Zuhause werden deutlich und Sie finden gemeinsam einen Mittelweg, mit dem Sie beide leben können.

Zieht am Ende doch der eine zum anderen, sind territoriale Streitigkeiten fast schon vorprogrammiert. Es lohnt sich deshalb, auch hier einen Neuanfang einzuläuten.

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Neuanfang auch in der Wohnung des Partners schaffen

Wohnung leer räumen, neu streichen und einrichten – damit lassen Sie dem Partner mehr Gestaltungsspielraum als das freigeräumte Fach im Badezimmer.

Wie soll die Wohnung aussehen?

Eine neue Wohnung bedeutet nicht, dass es kein Konfliktpotenzial gibt! Eine Wohnung im Stadtzentrum oder lieber am Stadtrand? Welche Aufteilung bevorzugen Sie?

Spätestens bei der Frage nach einem zusätzlich Zimmer, das als potenzielles Kinderzimmer genutzt werden kann, werden unterschiedliche Zukunftsplanungen sichtbar.

Auch die Einrichtung kann Ihre Beziehung auf die Probe stellen. Sie mag romantische Details – er bevorzugt eine minimalistische Einrichtung? Am Ende sollen sich beide in der Wohnung zu Hause und wohl fühlen.

Beliebte Variante: Jeder hat bei der gemeinsamen Einrichtung ein Vetorecht.

Um Kompromisse kommen Sie allerdings nicht herum.

Ein guter Gradmesser: Der erste gemeinsame Gang zu Ikea

Wer es auf die Spitze treiben will, legt den Ikea-Besuch auf Samstag Nachmittag!

Will ein Partner nur zur Hotdog-Station während der andere sich in einen Deko-Gegenstand nach dem anderen verliebt, kann es mit der Einrichtung schwierig werden.

Auch hier gilt aber wieder: Für die gemeinsame Wohnung müssen beide Kompromisse eingehen.

Möglich ist auch eine Aufteilung der Einrichtung: Sie richtet zum Beispiel das Wohn- und Schlafzimmer ein und er das Arbeitszimmer. Wir raten allerdings davon ab. Beide müssen sich in allen Räumen der Wohnung wohlfühlen, es ist also Teamwork gefragt.

Was passiert mit doppelten Sachen?

Wenn aus zwei Haushalten einer wird, sind viele Dinge doppelt vorhanden. Das bedeutet: Sie müssen sich von Sachen trennen und Kompromisse eingehen. Hängt der Partner an seinem großen Kleiderschrank und Sie dafür an Ihrem gemütlichen Bett, ist es einfach.

Planen Sie deshalb frühzeitig die Ausstattung der gemeinsamen Wohnung, damit Sie beim Einzugstermin nicht mit zwei Esstischen, dafür aber ohne Bett aufschlagen.

Dazu lohnt es sich, vor dem Zusammenziehen eine Bestandsaufnahme zu machen und die vorhandenen Dinge auch zu protokollieren. Was ist vorhanden? Wofür ist kein Platz mehr? Auf was kann der Partner nicht verzichten?

Danach braucht es Entscheidungen. Die aussortierten Dinge müssen verschenkt, verkauft oder entsorgt und die noch benötigte Einrichtung gekauft werden.

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Aussortieren braucht Zeit

Entscheidungen treffen, überflüssige Dinge loswerden und neue Einrichtung kaufen – das geht nicht von heut auf morgen. Eine Bestandsaufnahme sollte deshalb frühzeitig erfolgen.

Das leidige Thema Geld: Gemeinsame Wohnung - gemeinsames Konto?

Zugegeben, mit dem Partner über finanzielle Details zu sprechen ist nicht das schönste Thema.

Bei einer gemeinsamen Wohnung ist das allerdings früher oder später unausweichlich. Streit um’s Geld ist nicht nur unschön, sondern kann auch zu einer echten Belastung für die Beziehung werden.

Ein gemeinsames Konto kann sicherlich vieles erleichtern, dennoch müssen Regeln für die Finanzen aufgestellt werden. Die gerechteste Einigung ist eine 50/50 Aufteilung, bei der alle Kosten genau gleich geteilt werden. Dabei spielt natürlich auch das Gehalt eine Rolle.

Egal für welche Regelung Sie sich entscheiden: Ist das Thema erst einmal abgehakt, wird in Zukunft vieles deutlich einfacher.

Ist euer Alltag überhaupt kompatibel?

Die erste gemeinsame Wohnung bedeutet auch, dass Sie den Alltag (fast) immer miteinander teilen. Das klingt zumindest am Anfang noch romantisch, kann aber auch sehr schnell anstrengend werden.

Unser Rat: Machen Sie sich die Alltagsgewohnheiten des Partners noch einmal genauer bewusst, bevor der alte Mietvertrag gekündigt und der neue unterschrieben wird.

Dabei spielt auch die Haushaltsführung eine wichtige Rolle. Während Sie die doch sehr unterschiedliche Auffassung von Sauberkeit in getrennten Wohnung vielleicht nicht besonders stört, kann es in der gemeinsamen Wohnung ein absolutes No-Go sein.

Ein Putzplan als Lösung?

Ein Putzplan klingt eher nach tristem WG-Leben als nach vertrauter Zweisamkeit.

Gerade zu Beginn kann ein solcher Plan allerdings die nötige Routine in die Haushaltsführung bringen. Häufig hat jeder auch seine Lieblings-Haushaltstätigkeit. Der eine liebt Staubsaugen, der andere entspannt sich beim Bügeln – so lassen sich die Aufgaben gerecht aufteilen und die Haushaltsarbeit bewältigen.

6 Tipps für den Neustart

Zusammenziehen auf Probe

Es muss nicht gleich die gemeinsame Wohnung sein. Probieren Sie es ruhig erst einmal ohne Druck aus und wohnen für vier Wochen in der gleichen Wohnung.

Das sind zwar noch nicht direkt Realbedingungen, aber wenn es hier schon nicht läuft, kann das ein Zeichen sein, die Pläne der gemeinsamen Wohnung doch noch einmal ruhen zu lassen.

Versicherungen zusammenlegen

Das Zusammenziehen hat finanzielle Vorteile: Sie sparen die doppelte Miete. Aber es gibt noch weiteres Sparpotential:

Mit einer Zusammenlegung der Hausratversicherung zahlen Sie nur noch einmal den Versicherungsbeitrag. Viele Versicherungen bieten für den Fall des Zusammenziehens mit dem Partner sogar ein Sonderkündigungsrecht.

Ummelden nicht vergessen

Auch bei der gemeinsamen Wohnung gilt: Sie haben 14 Tage nach Einzug Zeit, sich beim Einwohnermeldeamt umzumelden. Wird die Frist nicht eingehalten, droht Ihnen ein Ordnungsgeld.

Allerdings: Die Ämter sind in der Regel so stark überlastet, dass ein Termin in den ersten zwei Wochen häufig schwierig werden kann. Mindestens die Terminvereinbarungen sollte jedoch innerhalb der Frist erfolgen.

Mietvertrag

Beim Mietvertrag ist definitiv zu empfehlen, dass beide Partner als Mieter im Vertrag stehen. Damit haften beide Mieter gemeinsam und können den Vertrag auch nur gemeinsam kündigen.

Wenn das Abenteuer gemeinsame Wohnung also wider erwarten scheitert, kann ein gemeinsamer Mietvertrag sehr hilfreich sein. Dann kann der Vermieter auch von beiden Parteien die Miete verlangen und die ausziehende Person ist nicht fein raus.

Freundschaften und Hobbys nicht vernachlässigen

Entspannte Abende vor dem Fernseher statt wilder Partynacht, Essensbestellung statt Kochabend mit Freunden. Die gemeinsame Wohnung ändert auch die Gewohnheiten. Dennoch ist es wichtig, auch alleine noch etwas zu unternehmen.

Gleiches gilt für Rückzugsorte innerhalb der Wohnung. Sie müssen die Hobbys nicht zurückstellen und können auch zu Hause mal getrennten Aktivitäten nachgehen.

Druck rausnehmen

Sich unter Druck zu setzen bringt nichts. Konflikte sind normal und nichts beunruhigendes. Die erste gemeinsame Wohnung ist sicher ein großer Schritt, kann aber auch wieder rückgängig gemacht werden. Wenn es also doch nicht funktionieren sollte, haben Sie es wenigstens versucht.

Typische Sätze in der ersten gemeinsamen Wohnung 

Sie

Wie jetzt, die Playstation kommt auch mit?

Mein Sofa ist aber viel schöner als dein Sofa!

Wieso hast du den Klodeckel schon wieder oben gelassen?

Du hast schon wieder die leere Packung zurück in den Kühlschrank gestellt!

Hast du mir überhaupt zugehört?

Das spülst du aber schon noch ab, oder?

Du bist dran mit Bad putzen

Es kam doch gestern schon Fußball

Er

Wo kommen die ganzen Haare her?

Hier liegen schon wieder deine Klamotten rum.

Wir haben doch schon Deko?

Das Messer liegt da, weil ich mir später vielleicht noch ein Brot machen will.

Ich werde ja wohl jetzt ein Bier trinken dürfen.

Mit meinem geld kann ich machen was ich will.

Deine Eltern waren doch neulich erst zu Besuch?

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