Alles über Fertighäuser: Kosten, Haustypen & Vor- und Nachteile
Fertighäuser sind vergleichsweise günstig, schnell gebaut und werden immer beliebter. Wir verraten, warum sich jeder fünfte Bauherr in Deutschland für ein Fertighaus entscheidet und worauf man beim Kauf achten sollte.

Was ist ein Fertighaus?
Nicht jedes Haus, das fertig gebaut ist, ist automatisch auch ein Fertighaus. Vielmehr bezieht sich der Begriff auf die Bauweise. Die Fertigbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen Bauteile, wie zum Beispiel Wand- und Deckenelemente, industriell in einer Produktionshalle vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zu einem Haus zusammengebaut werden. Anders als bei der Massivbauweise ist ein Fertighaus dadurch innerhalb weniger Tage auf dem Baugrundstück errichtet – nahezu unabhängig von den Witterungsverhältnissen.

Fertighäuser sind alles andere als schlüsselfertige 08/15-Modelle: Eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten und individuellen Entscheidungsfreiheiten zeigt sich nicht nur in der Bauweise, sondern auch in den unterschiedlichen Haustypen, Energiestandards und Ausbaustufen.

10 gute Gründe für ein Fertighaus
Fertighäuser befinden sich auf dem Vormarsch. In den letzten Jahrzehnten wurde die Fertigbauweise immer beliebter, was vor allem der enormen Qualitätssteigerung innerhalb der Branche zu verdanken ist. Mittlerweile liegt der Anteil der Fertighäuser am gesamten Neubau in Deutschland bei durchschnittlich 19,3 Prozent, das bedeutet, jeder fünfte Bauherr entscheidet sich heutzutage für ein Fertighaus. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Während beispielsweise in Baden-Württemberg, Berlin und Hessen deutlich mehr als ein Viertel aller Neubauten in Fertigbauweise errichtet werden, vertrauen die Bewohner Niedersachsens noch überwiegend auf die Massivbauweise: Hier entscheiden sich nur 8 Prozent der Häuslebauer für ein Fertighaus.

Experten sind der Meinung, dass sich der Trend zum Fertighaus in den nächsten Jahren noch stärker durchsetzen wird, denn die heutigen Modelle erfüllen in puncto Qualität, Stabilität, Präzision und Individualität höchste Ansprüche:

1. Kostengünstiger als Massivhäuser: Fertighäuser überzeugen unter anderem durch den Preis. Dank Massenfertigung, schneller Montage und kurzer Bauzeiten ist die Fertigbauweise deutlich kostengünstiger als die Massivbaumethode.
2. Sehr gute Planbarkeit: Schnee, Eis und Regen können die Bauzeit eines Massivhauses immens verlängern – nicht so beim Fertighaus: Da die Bauelemente industriell in Produktionshallen vorgefertigt werden, verläuft die Bauphase nahezu witterungsunabhängig. Das Haus wird pünktlich zum vertraglich festgehaltenen Aufstelldatum montiert. Ebenso wie das Einzugsdatum ist auch das Budget sehr gut planbar, da der Preis für das Fertighaus im Vorwege vertraglich festgelegt wird.
3. Inspiration durch Musterhäuser: Bei einem Fertighaus kauft man selten die „Katze im Sack“. Interessierte Bauherren können sich die Fertighäuser in sogenannten Musterhaus-Parks oder Fertighaus-Welten anschauen und so einen konkreten Eindruck von den Bauweisen, den Haustypen, den Materialien und dem Raumgefühl bekommen.
4. Flexibler Grundriss: Nicht nur der Baustil, die Fassadengestaltung und die Größe des Hauses sind weitestgehend individuell planbar, sondern auch die Zimmeraufteilung sowie die Platzierung von Fenstern und Türen.
5. Kurze Bauzeit: Da die Wand-, Decken- und Dachelemente industriell in einer Werkhalle vorgefertigt werden, dauert die anschließende Montage der Haushülle auf einer Bodenplatte oder einer Kellerdecke nur wenige Tage. Dass man deutlich schneller ins neue Haus einziehen kann, spart auch Kosten, denn eine Doppelbelastung von Miete und Zinslast reduziert sich auf ein Minimum.
6. Fertighäuser sind Energiesparhäuser: Fertighäuser sind im Hinblick auf die Energieeffizienz der Konkurrenz weit voraus und erfüllen in der Regel aktuelle Energiestandards. Mehr als 90 Prozent aller heutigen Fertighaus-Neubauten sind Energiesparhäuser – dadurch sind sie nicht nur umweltfreundlich und hinsichtlich der niedrigen Energiekosten attraktiv, sondern in vielen Fällen auch förderfähig durch die KfW-Bank.
7. Alles aus einer Hand: In der Regel haben Bauherren von Fertighäusern einen Anbieter als Vertragspartner und somit auch einen Ansprechpartner. Dieser kümmert sich um die Zusammenarbeit mit Architekt, Bauleiter und Handwerkern und sorgt für die Umsetzung der vertraglich garantierten Leistungen. Die damit einhergehenden kurzen Kommunikationswege erleichtern die Arbeit und reduzieren den Baustress immens.
8. Zuverlässig überwachte Bauqualität: Ein großer Vorteil von Fertighäusern ist der Aspekt der Sicherheit und der Präzision. Die einzelnen Fertigungsschritte bei der Produktion werden überprüft und auch beim Aufbau läuft alles standardisiert und dank eingespielter Bauteams routiniert ab.
9. Eigenleistung je nach Ausbaustufe: Wer sich um nichts kümmern möchte, bestellt ein schlüsselfertiges Fertighaus; wer die Kosten durch Eigenleistung senken möchte, wählt eine Ausbaustufe, die es ermöglicht, dass der Bauherr selber Hand anlegt und so den Preis massiv beeinflusst.
10. Große Anbieterauswahl: Diverse Fertighausanbieter und Hausbaublogs im Internet ermöglichen angehenden Bauherren eine große Auswahl und viele Vergleichsmöglichkeiten. So kann jeder das Fertighaus finden, das den individuellen Vorlieben und Qualitätsansprüchen genügt.

Nachteile eines Fertighauses
Kein Haus bzw. Hausbau kann zu 100 Prozent alle Anforderungen hinsichtlich Preis, Qualität, Bauzeit, Individualität und Langlebigkeit erfüllen. Ebenso wie die Massivbauweise weist auch der Fertigbau einige Nachteile auf. Deshalb muss jeder Bauherr im Vorwege für sich abwägen, welche Prioritäten er setzen möchte und was er von seinem Haus erwartet.

Die folgenden Nachteile betreffen längst nicht jedes Fertighaus, sollten aber dennoch bei der Planung berücksichtigt werden:
1. Niedrigerer Wiederverkaufswert/geringere Werthaltigkeit: Im Durchschnitt ist der Wiederverkaufswert eines Fertighauses deutlich geringer als der eines individuell gestalteten Massivhauses. Das liegt vor allem daran, dass Fertighäuser als nicht so langlebig gelten wie Massivhäuser. Während man bei Massivhäusern von einer Nutzungsdauer von etwa 100 Jahren ausgeht, liegt sie bei Fertighäusern je nach Bauweise bei 60 bis 90 Jahren.
2. Anfälligkeit für Schäden: Die meisten Fertighäuser bestehen aus Holz und sind damit wesentlich wartungs- und pflegeintensiver als Stein auf Stein erbaute Häuser. Die größte Gefahrenquelle stellt eindringende Feuchtigkeit dar, die schnell zu Schimmelbildung führen kann. Zudem sind die verhältnismäßig schlanken und leichten (Innen-)Wände nicht so belastbar, was beispielsweise den Anbau von Hängeschränken erschweren kann.
3. Geringer Schallschutz: Durch die leichten Innenwände kann der Schallschutz im Haus vermindert sein. Mittlerweile gibt es gute Isolierungsmaßnahmen, um das Haus weniger hellhörig zu gestalten – diese sind allerdings häufig mit einem Aufpreis verbunden.

Was kostet ein Fertighaus?
Der Preis für ein Fertighaus hängt von vielen Faktoren ab. Wie groß soll das Haus sein? Welcher Haustyp und welche Bauweise sind gewünscht? Welche Energiestandards soll das Haus erfüllen? Sollen viele individuelle Gestaltungswünsche realisiert werden? Möchte man als Hausherr Eigenleistung erbringen?

Sind all diese Fragen geklärt, ein Haustyp inkl. Extrawünsche ausgewählt und alles mit einem Fertighaushersteller vertraglich geregelt, so bietet der Bau eines Fertighauses den großen Vorteil, dass die Kosten weitestgehend planbar sind – der große Unterschied zu einem Massivhaus, bei dem Bauverzögerungen und andere Überraschungen für unvorhergesehene Kosten sorgen können. Doch der Weg bis hin zu dieser genauen Kalkulation ist nicht so einfach, wie man meinen möchte, denn der letztendliche Endpreis ergibt sich nicht nur aus der Summe von Grundstückspreis plus Grundpreis für das Fertighaus.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?
In der Branche ist die Faustregel verbreitet, dass man beim Kauf eines Fertighauses in etwa mit 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen sollte. Es gibt günstige 140m²-Häuser ab 150.000 € und individualisierte Luxusmodelle, die locker das Doppelte kosten. Ein konkreter Betrag lässt sich aufgrund der vielen Qualitätsunterschiede nicht pauschal nennen. Besser ist es, die verschiedenen Kostenpunkte herauszustellen und sich so einen Überblick zu verschaffen, welche Baukosten und Baunebenkosten auf einen zukommen.

Baukosten
In den Katalogen und auf den Internetseiten der verschiedenen Hersteller ist immer von einem „Grundpreis“ die Rede. Dieser Preis eignet sich allerdings nur zur groben Orientierung, weil er sich lediglich auf die Standard-Variante bezieht, die nur äußerst selten exakt so umgesetzt werden kann. Zudem versteht sich der Preis in der Regel ab „Oberkante Grundplatte“ – die Kosten für die Bodenplatte bzw. einen Keller kommen also in jedem Fall noch hinzu.

Deutliche Mehrkosten können bei individuellen Wünschen hinsichtlich der Hausgröße, der Dachform, des Grundrisses und der Zimmeraufteilung hinzukommen. Die Einhaltung bestimmter Energiestandards geht häufig mit zusätzlichen Kosten einher, zum Beispiel beim Bedarf eines Schornsteines, bei der Verwendung ökologischer Dämmstoffe etc. Sämtliche Extras, die mehr Wohnkomfort bedeuten, sind ebenso mit einem Aufpreis verbunden. Dazu zählen nicht nur individuelle Anpassungen bei der Elektrizität, bei Türen, Fenstern und der Treppe sowie ein zusätzlicher Schallschutz, sondern auch Bemusterungsextras, wie Bodenfliesen, sanitäre Anlagen etc., die von den Standardmodellen abweichen. Manche Hersteller berechnen zudem die Planungs- und die Transportkosten extra.

Qualität und Extrawünsche haben immer ihren Preis, deshalb ist es nur verständlich, dass all diese Punkte den Endpreis deutlich in die Höhe treiben können. Aus diesem Grund ist es immens wichtig, während des Planungsprozesses alle Fragen, Extrawünsche und Anpassungen mit dem Hersteller detailliert zu besprechen und vertraglich genau zu regeln. Erst dann lässt sich ein Festpreis für das Haus nennen, mit dem man weitestgehend zuverlässig planen kann.

Baunebenkosten
Neben dem Grundstückspreis und dem ausgehandelten Festpreis für das Haus kommen einige Baunebenkosten auf den Bauherren zu:
Wer sein Baugrundstück über einen Makler findet, muss Provision an ihn zahlen.
In jedem Fall muss man einen Notar bezahlen, u.a. für die Eintragung ins Grundbuch und zur Beurkundung des Grundstückskaufvertrags als neutrale Instanz.
Für das Grundstück muss man eine Grunderwerbssteuer an den Staat zahlen.
Vor dem Hausbau muss der Boden geprüft und das Grundstück vermessen werden – sowohl das Bodengutachten als auch die Vermessungsgebühren wurden im idealen Fall schon vorm Grundstückskauf vom Verkäufer übernommen.
Bevor ein Haus errichtet werden darf, muss man eine kostenpflichtige Baugenehmigung beantragen. Diese hat für ein Jahr Gültigkeit. Dabei zählt allerdings nur der Baubeginn; das Haus muss nicht innerhalb eines Jahres fertig errichtet sein.
Das Haus muss an die Wasserversorgung, ans Abwassersystem, ans Stromnetz und ans Kommunikationsnetz angebunden werden. Die Anschlusskosten und der Erschließungsbeitrag müssen zum Großteil ebenfalls vom Hausherrn übernommen werden.
Gerade in Neubaugebieten kann es sein, dass man sich finanziell an Infrastrukturmaßnahmen beteiligen muss, etwa dem Bau von Straßen und Spielplätzen.
Einen kleinen Kostenpunkt machen die unverzichtbare Bauherrenhaftpflichtversicherung sowie eine optionale Baufertigstellungsversicherung aus.
Auch die Kosten für den Außenbereich sind nicht zu vernachlässigen: Ein hübsch angelegter Garten, ein Fahrradschuppen und eine Garage sowie notwendige Zuwege haben ebenfalls ihren Preis. Hier kann man mit Eigenleistung aber deutlich Geld sparen.

Finanzförderung durch den Staat
Die meisten Fertighäuser bieten standardmäßig Energiesparhäuser oder Niedrigenergiesparhäuser an. Das hat den Vorteil, dass der Preis für die energetischen Maßnahmen durch die Massenproduktion geringer ausfällt als bei einer individuellen Massivbauweise. Dennoch ist es natürlich einleuchtend, dass ein Haus mit steigenden Energiestandards teurer in der Entstehung wird. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass man langfristig deutlich Energiekosten einspart und die Umwelt schont. Zudem greift der Staat Bauherren von Fertighäusern finanziell unter die Arme. Zum einen fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit Tilgungszuschüssen und Krediten den Bau von Häusern, welche die strengen Energiestandards erfüllen. Zum anderen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit lukrativen Zuschüssen den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Heizungsanlage – ebenfalls ein großer Kostenpunkt beim Hausbau. Weitere staatliche Finanzhilfen sind die Wohnungsbauprämie, die Riesterförderung, ein staatliches Förderprogramm, das den Umzug (insbesondere den Hausbau) auf das Land bezuschusst, sowie weitere regionale Förderprogramme, die energieeffizientes Bauen fördern. Über die zahlreichen Möglichkeiten und Angebote informiert Sie in der Regel ein seriöser Fertighausanbieter.

Preis durch Eigenleistung senken
Wer über handwerkliches Geschick und ausreichend Zeit verfügt, kann die Kosten deutlich senken. Wichtig ist allerdings, dass man wirklich nur die Arbeiten in Eigenleistung übernehmen sollte, für die man über das nötige Know-how und Werkzeug verfügt. Andernfalls ist das Risiko zu hoch, Schäden und dadurch sogar Mehrkosten zu verursachen. Ob Handlangerarbeiten bei der Montage des Rohbaus, Maler- oder Elektroarbeiten, das Verlegen von Fliesen und anderen Bodenbelägen, der Einbau von Türen oder das Pflastern der Terrasse – Bauherren sollten sich genau überlegen, welche Arbeiten sie selber übernehmen können und wollen, um den Preis zu senken. Übrigens ist mit Eigenleistung nicht zwangsläufig gemeint, dass der Bauherr selber Hand anlegt. Durch gute Kontakte zu lokalen Handwerkern oder handwerklich begabten Menschen im Freundeskreis kann man finanzielle Vergünstigungen bekommen, sodass das eigenständige Engagieren von Fremdfirmen preiswerter ist als wenn der Fertigbauhersteller die Arbeiten übernimmt. Bei Fertighäusern sind Eigenleistungen in der Regel problemlos möglich, denn die meisten Hersteller bieten ihre Häuser in verschiedenen Ausbaustufen an.

Die verschiedenen Ausbaustufen
Viele Hersteller bieten verschiedene Zwischenstufen des Ausbaus an und geben Bauherren so die Möglichkeit, Eigenleistungen einzubringen und den Preis dadurch zu reduzieren. Die meisten Fertighausanbieter unterscheiden zwischen drei Ausbaustufen:

Schlüsselfertiges Haus:
Wer alles den Profis überlassen und komplett auf Eigenleistungen verzichten möchte, kann in ein bezugsfertiges Haus ziehen. Manche Hersteller verstehen unter „schlüsselfertig“ auch, dass das Haus zwar fertig errichtet und im Grunde bewohnbar ist, Wand- und Bodenbeläge sowie Malerarbeiten jedoch noch vom Bauherrn übernommen oder in Auftrag gegeben werden müssen. Hier schafft ein Blick in den Vertrag oder ein Gespräch mit dem Hersteller Klarheit.

Ausbauhaus:
Bei dieser Variante wird der Aufbau der Haushülle vom Fertighaushersteller übernommen. Der Rohbau ist witterungsbeständig, das heißt, Außentüren und Fenster sind bereits eingebaut. Der Innenausbau liegt jedoch vollständig in der Hand des Bauherrn. Dazu zählen auch die Verlegung von Elektro-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Einbau der Heizung. Bei vielen Herstellern fehlen aus diesem Grund beim Ausbauhaus auch die Dämmung und die innere Beplankung. Gerade wenn die Dämmung fehlt, ist es wichtig, dass der Ausbau relativ zügig vonstatten geht, damit keine Feuchtigkeit ins Haus eindringen kann. Dabei ist es dem Bauherrn überlassen, ob er die Arbeit selber macht oder Fremdfirmen und Handwerker damit beauftragt. Ein Ausbauhaus erfordert immer Zeit und setzt ein hohes Maß an handwerklichem Fachwissen voraus. Deshalb sollten sich Bauherren genau überlegen, ob sie sich die Arbeit – und auch den Stress – wirklich zumuten wollen. Ein Ausbauhaus ist nur dann eine deutliche Kostenersparnis, wenn man viele Arbeiten in Eigenregie übernimmt.

Bausatzhaus:
„Do it yourself“ liegt im Trend – auch beim Hausbau. Diese Ausbaustufe erfordert ein hohes Maß an Eigenleistung, denn der Fertighaushersteller stellt nur den Bausatz, sprich die industriell vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente, zur Verfügung und liefert diese bis zum Baugrundstück. Sowohl der Rohbau, der Bau der Hausfassade, die Dämmung, sämtliche Installationen sowie der komplette Innenausbau müssen vom Bauherrn und/oder von ihm beauftragten Firmen und Handwerkern erfolgen. Wer ein Bausatzhaus kauft, spart zwar viel Geld, benötigt aber extrem viel Zeit, denn der Aufbau sollte relativ schnell erfolgen, damit die Bauelemente keinen Schaden nehmen. Da der Bauherr auch als Bauleiter fungiert, muss er sämtliche Handwerker koordinieren und ist für den reibungslosen Ablauf und das Zeitmanagement verantwortlich. Neben freier Zeit und Organisationsgeschick ist fachliches Know-how eine weitere wichtige Voraussetzung für ein Bausatzhaus. In Deutschland schreibt das Gesetz vor, dass ein Haus vorm Einzug offiziell abgenommen werden muss. Hält das selbst erbaute Haus dieser Überprüfung nicht stand, muss nachgebessert oder sogar neu gebaut werden. So kann ein Bausatzhaus für einen Laien im schlimmsten Fall zur Kostenfalle werden.

Die verschiedenen Haustypen
Fertighäuser gibt es in zahlreichen Variationen. Im Grunde unterscheidet man zwischen klar definierten Standard-Haustypen. Da diese durch Individualisierungen, Trends und Sonderwünsche aber oftmals verändert werden, ist es manchmal schwer, ein fertig gebautes Haus einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. In der Regel basieren alle Fertighäuser jedoch auf einem dieser Haustypen:

Bungalow
Ein Bungalow ist ein freistehendes, eingeschossiges Wohnhaus mit einem Flachdach oder Walmdach. Das Besondere an diesem Haustyp ist, dass sich sämtliche Wohnräume auf einer Ebene befinden. Damit eignet sich der Bungalow für alle Altersklassen und kann komplett barrierefrei gebaut werden. Ein Keller ist möglich, wird aber nicht als eigenständiges Geschoss angesehen – dennoch wird er oftmals als Wohnfläche genutzt. Ob in T-, U-, H- oder L-Form – der Bungalow bietet viele Grundriss-Möglichkeiten und erlaubt so die Nutzung als Mehrgenerationenhaus oder die räumliche Trennung von Wohn- und Büro-Trakt. Fertighäuser im Bungalow-Stil liegen mit einem Grundpreis von circa 150.000 Euro im unteren Preissegment, rechnen sich aber durch die große Grundfläche nur dort, wo die Grundstückspreise niedrig sind.

Klassiker mit Satteldach
Besonders weit verbreitet ist diese Variante eines Einfamilienhauses, dessen signifikantes Merkmal zum einen die mehrstöckige Bauweise und zum anderen das Satteldach ist. Dieser Haustyp bietet viele Individualisierungsmöglichkeiten und überzeugt mit seinem klassischen Stil. Die typischen Schrägen im Dachgeschoss machen den Charme des Hauses aus, schränken allerdings die Wohnflächennutzung etwas ein. Mit einem durchschnittlichen Grundpreis von circa 200.000 Euro zählt der Satteldach-Klassiker zur preislichen Mittelklasse.

Stadtvilla
Zwei vollwertige Stockwerke, die freistehende Lage und ein Walm- oder Flachdach kennzeichnen diesen Haustyp, der aufgrund der großzügigen Wohnfläche besonders bei Familien beliebt ist. Der Stil dieser Häuser ist meistens modern, was sich beispielsweise im oftmals quadratischen Grundriss zeigt. Je nach Ausstattung und Wohngröße liegt der Grundpreis für eine Stadtvilla zwischen 250.000 bis 300.000 Euro und zählt damit eher zum gehobenen Segment der Fertighäuser.

Blockhaus
Das ursprüngliche Blockhaus, bei dem entrindete Baumstämme als Hauswände übereinander gestapelt werden, hat eine lange Tradition, wird in dieser Weise heutzutage aber nur noch äußerst selten, und wenn dann als Jagdhütten oder Gartenlauben, genutzt. Das Blockhaus wurde aus Gründen der Energieeffizienz modernisiert. Heute spricht man von sogenannten Wohnblockhäusern, die auch in Fertigbauweise angeboten werden. Da für das Wohnblockhaus überwiegend Holz, also ein nachwachsender Rohstoff, verwendet wird, punktet dieser Haustyp mit einer guten Ökobilanz, aber auch mit einem angenehmen Raumklima. Die größten Feinde des Blockhauses sind hingegen Feuchtigkeit und Holzschädlinge, weshalb Blockhäuser vergleichsweise pflegeintensiv sind. Blockhäuser gibt es ein- und mehrgeschossig. Der Grundpreis variiert dementsprechend und liegt zwischen 150.000 und 250.000 Euro.

Kubushaus
Diesen Haustyp findet man immer häufiger in Neubaugebieten, denn seine würfelartige Form ermöglicht eine optimale Raumnutzung. Der schnörkellose, moderne Bau mit Flachdach und zwei Geschossen erinnert an den Bauhausstil und lässt große Fensterfronten, aber auch andere Sonderwünsche, wie offene Raumkonzepte oder Dachterrassen, zu. Die lichtdurchfluteten Räume bieten hohen Wohnkomfort und höchste Funktionalität. Kubushäuser zählen zur Luxusklasse der Fertighäuser und kosten in der Regel mindestens 300.000 Euro Grundpreis.

Architektenhaus
Mit einem Architektenhaus können individuelle Wünsche und maßgeschneiderte Sonderanfertigungen auch in Fertigbauweise umgesetzt werden. Vom Grundriss über die Wahl des Energiestandards bis hin zu einer besonderen Ausstattung im Inneren des Hauses – Architektenhäuser bieten Flexibilität, ohne auf die Vorzüge eines Fertighauses zu verzichten. Die Vorteile im Vergleich zum Massivhaus zeigen sich auch beim Architektenhaus in der kürzeren Bauzeit und im geringeren Preis. Genauso individuell wie die Gestaltung ist auch der Preis eines Architektenhauses – lassen Sie sich von einem Hersteller einen unverbindlichen Kostenvoranschlag erstellen.

Bauweisen beim Fertighaus
Ob Bungalow, Stadtvilla oder Blockhaus – der Großteil aller Fertighäuser wird in Leichtbauweise, genauer gesagt in Holzbauweise, gebaut. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie in Massivbauweise, also aus Stahlbeton oder Ziegel, fertigen zu lassen. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Varianten vor:

Holzrahmenbauweise
Diese Leichtbauweise hat ihren Ursprung in der Fachwerkbauweise und zählt zu den beliebtesten Standards bei Fertighäusern. Der Rahmen aus Vollholz und die Beplankung aus Werkstoffplatten sorgen für die nötige Stabilität und werden in den Werkhallen zu vollständigen Wandelementen industriell produziert. Oftmals werden hier auch schon die Gefache/Zwischenräume mit Dämmmaterial ausgefüllt, sodass die Bauteile auf der Baustelle „nur noch“ zu einem Haus zusammengesetzt werden müssen. Bei der Holzrahmenbauweise handelt es sich um ein besonders flexibles System – nahezu alle Grundrisse, Haustypen und Arten der Fassadengestaltung sind realisierbar.

Vorteile:
sehr flexibles System für Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Geschosswohnungsbau
mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
gute Wärmedämmung (Niedrigenergiehäuser)
vergleichsweise geringe Herstellungskosten
kurze Bauzeiten
Nachteile:
kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz

Holztafelbauweise
Die Holztafelbauweise ist eine Sonderform beziehungsweise eine Weiterentwicklung der Holzrahmenbauweise. Das Konstruktionsprinzip ist dasselbe, allerdings wird bei dieser Methode nahezu der vollständige Wandaufbau, sprich neben Rahmengerüst und beidseitiger Beplankung auch die Dämmung, die Installationen und selbst die Fassade, in den Produktionshallen vorgefertigt. Dieser fortgeschrittene Fertigungsgrad sorgt dafür, dass die selbsttragenden Tafeln völlig unabhängig von Wind und Wetter innerhalb kurzer Zeit auf dem Grundstück zu einer Haushülle montiert werden können.

Vorteile:
schnelle Montage vor Ort
sehr flexibles System für verschiedene Grundrisse
mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
vergleichsweise geringe Herstellungskosten
Nachteile:
kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz

Holzständerbauweise
Ähnlich wie beim klassischen Fachwerkbau bilden bei dieser Skelettbauweise die waagerechten Balken und die senkrechten Holzständer aus Vollholz das stabile und tragende Gerüst des Fertighauses. Anders als beim Fachwerk handelt es sich bei der Holzständerbauweise allerdings um eine stockwerkweise Geschossbaumethode, die Ständer weisen also nur die Höhe eines Stockwerkes auf. Damit eignet sich diese Bauweise besonders für Einfamilien- und weniger für Mehrfamilienhäuser. Die Zwischenräume zwischen den Balken und Ständern können beplankt oder mit Ziegelsteinen oder Glaselementen gefüllt und anschließend wärmegedämmt und isoliert werden.

Vorteile:
flexible Grundrisse, da keine tragenden Innenwände nötig sind
mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
vergleichsweise geringe Herstellungskosten
kurze Bauzeiten
Nachteile:
kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz

Holzmassivbauweise
Anders als die anderen Holzbauweisen zeichnet sich die Holzmassivbauweise durch einen vollständig massiven Aufbau der Wand-, Decken- und Dachelemente aus und erinnert damit an die klassischen Blockhäuser. Die einzelnen Bauelemente bestehen aus mehreren Lagen Brettschicht- und Brettsperrholz, die miteinander verleimt oder mit Holzdübeln verbunden werden. Experten sprechen deshalb auch von der Brettstapelbauweise. Die Vollholzelemente werden in Produktionshallen vorgefertigt und dann vor Ort auf dem Baugrundstück montiert. Anschließend erfolgen die Wärmedämmung, die Einrichtung der Installationen/Anschlüsse sowie die Fassadengestaltung und der Innenausbau.

Vorteile:
individuelle Gestaltung des Grundrisses
hohe Strukturfestigkeit der Wände ermöglicht späteren Einbau von zusätzlichen Fenstern und Türen
behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
vergleichsweise geringe Herstellungskosten
kurze Bauzeiten
Nachteile:
kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
geringe Schalldämmung
geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz

Skelettbauweise
Ob aus Holz, Gusseisen, Stahl oder Stahlbeton – die Skelettbauweise ist mit verschiedenen Materialien umsetzbar und überzeugt durch Langlebigkeit, Stabilität und eine große Individualität. Während die Holzskelettbauweise vorzugsweise für Einfamilienhäuser und Fachwerkhäuser verwendet wird, werden Hallen, Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser oftmals mit der Stahlskelettbauweise und auch Stahlbetonskelettbauweise gefertigt. Dabei ähnelt das Konstruktionsprinzip der Ständerbauweise: Waagerechte Balken und senkrechte Ständer werden zu einem tragfähigen Gerüst errichtet. Die Wandelemente werden unabhängig davon gefertigt und anschließend raumabschließend montiert. Diese klare Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion der Bauteile ist ein wichtiges Charakteristikum dieser Bauweise. Diese ermöglicht auch den Einsatz einer weitflächig verglasten Fassade. Diese Kombination aus Holzskelett und Glasfassade ist gerade bei modernen Einfamilienhäusern sehr verbreitet.

Vorteile:
flexible Grundrisse, da keine tragenden Innenwände nötig sind
für mehrgeschossige Gebäude geeignet
flexible Fassadengestaltung, z.B. mit Glas
Langlebigkeit
Nachteile:
die kostenintensivste Fertighaus-Variante
geringer Vorfertigungsgrad

Ziegelelementbauweise
Die Ziegelelementbauweise ist die ideale Lösung für alle, die die kurze Bauzeit eines Fertighauses und die Langlebigkeit eines Massivhauses zu schätzen wissen. Statt Stein auf Stein zu mauern, werden die Ziegel bei dieser Baumethode industriell zu geschosshohen und raumbreiten Mauertafeln vorgefertigt. Die Ziegelfertigbauteile, also die Wand-, Decken- und Dachelemente, werden in den Produktionshallen hergestellt, verputzt und vor allem getrocknet. Wichtige Bauteile, wie Abflussrohre und Rohrleitungen für die Elektroinstallation, werden im Vorwege eingebaut. Dadurch ergeben sich kurze Verarbeitungszeiten auf dem Baugrundstück: Der Rohbau kann innerhalb einiger Tage errichtet werden.

Vorteile:
individuelle Gestaltungsfreiheit beim Grundriss (z.B. Balkone, Erker etc.)
kurze Bauzeit
Langlebigkeit
hoher Schallschutz
gute Wärmedämmung
Nachteile:
mögliche Anlieferungsschwierigkeiten durch hohes Gewicht der Bauelemente

Betonelementbauweise
Die Betonelementbauweise hat sich insbesondere als Plattenbau Mitte des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht, wird aber auch heutzutage noch für Ein- und Mehrfamilienhäuser genutzt. Bei der Betonelementbauweise werden Leichtbaustoffe, wie zum Beispiel Tonkügelchen, mit Zement gebunden und in Schalungen zu geschosshohen und raumbreiten Bauteilen gegossen. Neben der Wärmedämmung erfolgt auch die Leerverrohrung für die Installationsleitungen im Vorwege in den Produktionshallen, sodass die vorproduzierten, vollständig getrockneten Betonfertigteilwände, -böden und -dächer in Gänze zum Baugrundstück transportiert und dort zur Haushülle montiert werden.

Vorteile:
individuelle Gestaltungsfreiheit beim Grundriss
mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
kurze Bauzeit
Langlebigkeit
hoher Schallschutz
gute Wärmedämmung
Nachteile:
mögliche Anlieferungsschwierigkeiten durch hohes Gewicht der Bauelemente

Energieeffizientes Bauen: die verschiedenen Energiestandards
Ob Fertighaus oder Massivhaus – wer heutzutage ein Haus baut, muss dabei strenge Energiestandards einhalten und sich an die Energieeinsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung halten. Die Fertighausanbieter bieten standardmäßig Energiesparhäuser an und orientieren sich dabei an den Förder-Standards der KfW-Effizienzhäuser. Dadurch sind die meisten Fertighäuser förderfähig durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau und zudem günstiger als ein Massivhaus mit vergleichbarem Energiestandard, da die Fertighaushersteller produktionsbedingt günstigere Preise für die energieeffizienten Baumaßnahmen anbieten können.

KfW-40-Haus
Der KfW-Energiestandard gibt Auskunft darüber, wie energiesparsam ein Haus ist, sprich, wie gut isoliert und wärmegedämmt es ist, wie umweltschonend es Energie erzeugt etc. Dabei nimmt man als Vergleichswert den Energieverbrauch, genauer gesagt den Jahres-Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust, eines sanierten Altbaus. Ein KfW-40-Haus verbraucht also beispielsweise nur 40 Prozent der Heizenergie, die ein sanierter Altbau benötigen würde, und spart somit 60 Prozent der Energiekosten gegenüber dem Vergleichshaus. Die Richtlinie für ein KfW-40-Haus ist, dass es regenerative Energien nutzt, zum Beispiel eine Solaranlage und eine Holzpelletsheizung, und komplett luftdicht ist.

KfW 40 plus
Diese Form des KfW-Effizienzhaus gibt es erst seit April 2016. Es entspricht in weiten Teilen den Voraussetzungen des KfW-40-Haus, fordert aber die Einhaltung einiger weiterer Maßnahmen. Dieses „Plus“ beinhaltet zum Beispiel, dass das Haus einen wesentlichen Teil des Energiebedarfs selber erzeugen und speichern muss, zum Beispiel in Form einer Solarthermie und mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Pflicht ist außerdem eine stromerzeugende Anlage auf Basis regenerativer Energien und ein stationäres Batteriespeichersystem.

Passivhaus
Das Besondere an einem Passivhaus ist, dass es im Grunde keine Heizung benötigt, da es komplett luftdicht gebaut ist und über eine exzellente Dämmung verfügt. Das Haus wärmt sich passiv über Elektrogeräte, über die Bewohner und die Sonne auf. Dabei sorgen ein Lüftungssystem und ein Wärmetauscher für gleichmäßige, aufgewärmte Frischluftzufuhr. Laut Definition darf der Heizenergiebedarf eines Passivhauses 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten, das entspricht in etwa nur 10 Prozent des Heizenergiebedarfs eines sanierten Altbaus. Im Durchschnitt kommt ein Passivhaus mit weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter aus.

3-Liter-Haus
Der Name dieses Niedrigenergiehauses nimmt Bezug auf seinen Heizölverbrauch: Ein 3-Liter-Haus benötigt pro Jahr und pro Quadratmeter maximal 3 Liter Heizöl für Heizung und Lüftung. Da ein Drei-Liter-Haus aber nicht zwangsläufig mit Öl, sondern auch mit einem anderen Heizsystem beheizt werden kann, sind auch Vergleichswerte definiert. So darf der Verbrauch auch bei 2,9 m³ Erdgas, 11,2 kWh Strom oder 7,1 kg Holz pro Quadratmeter pro Jahr liegen. Wichtige Merkmale eines 3-Liter-Hauses sind außerdem eine sehr gute Dämmung, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie große, gut isolierte Fensterflächen zur passiven Solarnutzung.

Checkliste: Wie finde ich den perfekten Fertighaus-Anbieter?
Wenn Sie sich für den Kauf eines Fertighauses entschieden haben, geht es darum, das perfekte Haus für Sie und auch einen seriösen Fertighaus-Anbieter zu finden. Das Angebot ist groß – da verliert man als Laie schnell den Überblick. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei, den optimalen Hersteller für Ihr Traumhaus zu finden.

1. Informationen einholen: Sie sollten bei mehreren Fertighausanbietern Hausbaukataloge und Infomaterial anfordern, damit sie gute Vergleichsmöglichkeiten haben und schon einmal einen groben Einblick in die Fertighaus-Welt bekommen. Gerne helfen wir Ihnen dabei und schicken Ihnen kostenlos und unverbindlich eine Auswahl seriöser Unternehmen zu.
2. Referenzen checken: Kann der Anbieter gute Referenzen vorweisen? Schauen Sie auf seiner Homepage oder in entsprechenden Vergleichsportalen und hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis um.
3. Qualitätsstandards prüfen: Legt der Anbieter Wert auf gute Qualität? Ist er zum Beispiel Mitglied in einem Fertighausverband? Kann er verschiedene Prüfsiegel vorweisen?
4. Musterhäuser anschauen: Besichtigen Sie vor Vertragsabschluss unbedingt Musterhäuser des Herstellers und vergewissern Sie sich dort von der Qualität der Fertighäuser. Natürlich wird sich Ihr Haus letztendlich von den Standardmodellen unterscheiden, dennoch bekommt man ein gutes Gefühl für das Raumgefühl, für individuelle Möglichkeiten und von der Beschaffenheit der Häuser.
5. Sonderwünsche umsetzen: Prüfen Sie unbedingt, ob Individualisierungen der angebotenen Haustypen möglich sind, die Grundrisse flexibel verändert werden können und die Bauweise an Ihren gewünschten Energiestandard angepasst werden kann.
6. Kostentransparenz sicherstellen: Überzeugt der Anbieter mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis? Welche Arbeiten sind im Grundpreis enthalten und welche Extrakosten kommen noch hinzu? Welchen Leistungsumfang bietet der Hersteller an? Lassen Sie sich nicht vom angegebenen Grundpreis täuschen. Der Hersteller muss Ihnen im Vorwege genau auflisten, welche Bau- und Baunebenkosten noch dazukommen und was die Umsetzung Ihrer Sonderwünsche kostet, sodass Sie vor Vertragsabschluss das genaue Investitionsbudget kennen. Im idealen Fall bietet Ihnen der Fertighaus-Anbieter eine Festpreis-Garantie an.
7. Mögliche Eigenleistungen: In welchen Ausbaustufen bietet der Hersteller seine Fertighäuser an? Welche Eigenleistungen können Sie und welche müssen Sie eventuell sogar erbringen? Klären Sie im Vorwege, ob Sie nur ein schlüsselfertiges Haus in Auftrag geben können oder ob Sie den Preis bei Bedarf durch Eigenleistung reduzieren können.
8. Baufortschritt überprüfen: Wird man während des Bauprozesses gut vom Hersteller begleitet? Führt der Bauleiter ein detailliertes Hausbautagebuch, in das man Einblicke erhält? Vermittelt der Hersteller Ihnen einen unabhängigen Baugutachter, der die Qualität überprüft? Es ist für einen Bauherrn immens wichtig, während der gesamten Bauzeit einen festen, gut informierten und seriösen Ansprechpartner zur Seite zu haben.
9. Widerrufsrecht: Da es sich bei dem Vertrag mit einem Fertighausanbieter nicht um einen Kaufvertrag, sondern um einen Werkvertrag handelt, entfällt in der Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht. In manchen Fällen kann das Haustürwiderrufsrecht gelten, nämlich dann, wenn Sie „an der Haustür“ oder auch auf einer Messe vom Anbieter überrumpelt wurden und voreilig den Vertrag abgeschlossen haben. Enthält der Vertrag Vereinbarungen über Teilzahlungen, kann der Bauvertrag ebenfalls innerhalb von zwei Wochen nach Vertragsabschluss widerrufen werden – meist muss dann allerdings für die bereits erbrachten Leistungen gezahlt werden. Ein Vertrag mit einem Fertighausanbieter sollte deshalb niemals überstürzt unterschrieben und im idealen Fall sogar von einem Experten geprüft werden.
10. Zahlung nach Baufortschritt: Klären Sie im Vorwege, ob bei Vertragsabschluss eine Anzahlung verlangt wird oder ob die Zahlungen gestaffelt erfolgen, zum Beispiel die erste Rate nach Bauantrag, die zweite nach Aufstellung und die dritte nach Übergabe. Seriöse Anbieter werden niemals gleich zu Beginn die komplette Summe fordern, sondern eine Zug-um-Zug-Zahlweise oder sogar eine Abrechnung nach Abnahme vorschlagen.
11. Baufertigstellungsversicherung: Diese Versicherung schützt den Bauherrn vor finanziellem Mehraufwand, wenn der Fertighausanbieter während des Bauprozesses Insolvenz anmelden muss. Die Versicherung wird in der Regel vom Bauunternehmer abgeschlossen und muss dem Bauherrn auf Verlangen vorgezeigt werden. Es ist nicht selten der Fall, dass die Versicherung vom Bauherrn bezahlt wird.

Einige Fertighausanbieter im Überblick
Es ist immer empfehlenswert, sich auf einen Fertighausanbieter zu verlassen, der mit langjähriger Erfahrung, hohen Qualitätsstandards und einem fairen Preis-Leistungsverhältnis überzeugt. Wir stellen Ihnen die größten Fertighausanbieter vor:

1. DFH (Deutsche Fertighaus Holding AG):
Das größte Fertighausunternehmen Deutschlands mit einem Marktanteil von über 20 Prozent vereint unter seinem Dach die Marken „massa Haus“, „allkauf“, „OKAL“ und „Ein Stein Haus“ und realisiert jährlich rund 2.900 Fertighäuser. Besonders die Aspekte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden hier groß geschrieben.
Gründung: 2001
Häuser gesamt: 130.000
Jahresumsatz: 447 Millionen Euro
Musterhäuser: 120
2. Fertighaus-Gruppe Bien-Zenker und Hanse-Haus:
Die Fertighaus-Gruppe wurde Ende 2017 vom Private-Equity-Haus Equistone übernommen und verfügt über ein breites Angebot – vom Bausatzhaus bis hin zum schlüsselfertigen Luxusobjekt ist für jeden Bauherrn das richtige Fertighaus dabei. Jährlich produzieren beide Gesellschaften zusammen circa 1.000 Häuser.
Gründung: 1906 (Bien-Zenker), 1929 (Hanse-Haus)
Häuser gesamt: circa 110.000
Jahresumsatz: 300 Millionen Euro
Musterhäuser: 35
3. Schwörer Haus:
Das mehrfach ausgezeichnete und zertifizierte Unternehmen verwirklicht Fertighäuser „made in Germany“ und legt großen Wert auf Energieeffizienz, Gestaltungsfreiheit und ansprechende Designs. Im Jahr produziert der Fertighaus-Anbieter rund 900 Häuser.
Gründung: 1950
Häuser gesamt: 39.000
Jahresumsatz: 250 Millionen Euro
Musterhäuser: 50
4. Wolf System:
Das international agierende Familienunternehmen hat sich nicht nur im Fertighausbau, sondern auch im Agrar- sowie im Gewerbe- und Industriebau einen Namen gemacht. Wolf System bzw. Wolf Haus baut im Jahr circa 800 Fertighäuser, die sich durch große Individualität auszeichnen.
Gründung: 1966
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: keine Angabe
Musterhäuser: 6
5. Weber Haus:
Energieeffizienz, der Einsatz von wohngesunden Materialien und moderne Haustechnik zeichnen die rund 750 Fertighäuser aus, die das Familienunternehmen jährlich realisiert.
Gründung: 1960
Häuser gesamt: 34.000
Jahresumsatz: 240 Millionen Euro
Musterhäuser: 33
6. Haas Fertigbau:
Der Fertighausanbieter produziert pro Jahr rund 600 Fertighäuser und bietet seinen Kunden ein hohes Maß an Planungssicherheit. Aus diesem Grund wurde er 2017 u.a. als „fairster Fertighausanbieter“ und für „fairste Produktleistung“ (Focus Money 41/2017) ausgezeichnet.
Gründung: 1972
Häuser gesamt: 28.000
Jahresumsatz: 180 Millionen Euro
Musterhäuser: 11 in Deutschland
7. FingerHaus:
Pro Jahr erbaut der mittelständische Fertighaus-Anbieter circa 715 Häuser, die alle den hohen Qualitätsansprüchen des zertifizierten und mehrfach ausgezeichneten Bauunternehmens entsprechen.
Gründung: 1948
Häuser gesamt: 12.000
Jahresumsatz: 144 Millionen Euro (Stand 2013)
Musterhäuser: 26
8. ScanHaus Marlow:
Der Fertighaus-Anbieter darf sich laut einer Studie von Focus Money (Ausgabe 41/2017) mit der Bezeichnung „fairster Fertighausanbieter“ rühmen, denn hier muss der Bauherr erst zahlen, wenn das Haus steht. Scan Haus Marlow produziert pro Jahr circa 650 Fertighäuser.
Gründung: 1992
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: 91 Millionen Euro
Musterhäuser: 60
9. LUXHAUS:
Der mittelständische Fertighaushersteller steht für Tradition und Qualität und produziert seit fast 100 Jahren Häuser – pro Jahr werden circa 300 energieeffiziente Wohlfühlhäuser aus Holz realisiert.
Gründung: 1924
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: keine Angabe
Musterhäuser: 10
10. Gussek Haus:
Das familiengeführte Unternehmen rühmt sich damit, dass jedes Haus trotz Fertigbauweise ein Unikat ist. Pro Jahr werden circa 230 Häuser errichtet.
Gründung: 1951
Häuser gesamt: 16.000
Jahresumsatz: 80 Millionen Euro
Musterhäuser: 14
11. Baufritz:
Der „Ökohaus-Pionier seit 1896“ kann auf eine lange Erfahrung zurückblicken und begeistert Bauherren mit einer konsequent ökologischen Bauweise.
Gründung: 1896
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: 75 Millionen Euro
Musterhäuser: 8
12. Schwabenhaus:
Bei dem Fertighaushersteller stehen Nachhaltigkeit und Qualität an erster Stelle: Jedes der jährlich rund 200 erbauten Häuser ist standardgemäß ein Biohaus mit geprüfter Wohngesundheit.
Gründung: 1966
Häuser gesamt: 24.000
Jahresumsatz: keine Angabe
Musterhäuser: 35
13. ProHaus:
Energieeffiziente Fertighäuser mit einem großen Spielraum an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten bietet dieser Fertighausanbieter an, der pro Jahr circa 200 Häuser „made in Germany“ realisiert.
Gründung: 1999
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: ca. 60 Millionen Euro
Musterhäuser: 13
14. Danhaus:
Der Fertighaus-Anbieter steht für nordische Architektur, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und innovative Energiesparkonzepte und realisiert jährlich circa 200 Fertighäuser.
Gründung: 1978
Häuser gesamt: keine Angabe
Jahresumsatz: keine Angabe
Musterhäuser: 14

Fertighäuser aus Polen
So wie es seit Jahren verbreitet ist, günstigere Handwerker und Firmen aus Polen zu beauftragen, so zeigt sich auch der Trend, ein Fertighaus aus dem Nachbarland zu bestellen. Im Durchschnitt sind Fertighäuser aus Polen etwas günstiger als die deutschen Modelle, weshalb sich hartnäckig das Vorurteil hält, dass die Qualitätsstandards angeblich nicht denen der deutschen Hersteller entsprechen können. Natürlich gibt es sowohl in Deutschland als auch in Polen „schwarze Schafe“ in der Baubranche – verallgemeinern darf man jedoch nicht. Auch polnische Firmen überzeugen mit qualitativ hochwertigen und vielfältigen Fertighäusern. Ob Bungalow, Stadtvilla oder Satteldach-Klassiker, ob als schlüsselfertiges Haus oder als Bausatzhaus, ob Passivhaus oder 3-Liter-Haus – das Angebot an Haustypen, Ausbaustufen und Energiestandards entspricht dem deutscher Fertighausanbieter. Oftmals läuft die Abwicklung über deutsche Vertriebsbüros, sodass auch die Kommunikation kein Problem darstellt.

Doch wieso ist ein polnisches Fertighaus dann in der Regel günstiger als ein deutsches? Die Ursache liegt keinesfalls an der Qualität oder an den verwendeten Materialien, sondern in erster Linie daran, dass die Produktionskosten, insbesondere die Löhne-, Material- und Lagerkosten, deutlich geringer ausfallen. Zwei Nachteile gibt es allerdings schon. Zum einen ist es in der Regel schwieriger, sich Musterhäuser anzuschauen. Zwar muss man dafür nicht zwangsläufig nach Polen fahren, dennoch kann der Aufwand größer sein als bei einem regionalen Anbieter. Zum anderen kommen häufig höhere Transportkosten hinzu, deshalb ist es wichtig, nicht nur den Grundpreis sondern auch den Endpreis mit dem eines regionalen deutschen Anbieters zu vergleichen. Denn es gibt natürlich auch viele einheimische Fertighausanbieter, die gute Qualität zu günstigen Preisen anbieten.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema Fertighaus

1. Fertighaus oder Massivhaus? Was sind die Vorteile?
Sowohl die Fertigbauweise als auch die Massivbauweise weisen Vor- und Nachteile auf. Fertighäuser sind in der Regel preisgünstiger und überzeugen mit einer deutlich kürzeren, nahezu witterungsunabhängigen Bauzeit. Da die Bauelemente industriell in einer Produktionshalle gefertigt werden, ist der Hausbau sehr gut planbar. In der Regel kommen alle Leistungen aus einer Hand: Mit dem Fertighaushersteller hat man einen festen Ansprechpartner, der alle Belange koordiniert und die Bauqualität überwacht. Da man einen Werkvertrag mit dem Fertighaushersteller abschließt, ist auch das Budget gut planbar. Fertighäuser weisen zudem in der Regel eine besser Ökobilanz auf als Massivhäuser, denn sie werden überwiegend aus Holz, sprich nachwachsenden Rohstoffen, gefertigt und erfüllen aktuelle Energiestandards. Auch Massivhäuser können als Niedrigenergiehäuser gebaut werden, allerdings sind damit deutlich höhere Kosten verbunden als bei einem Fertighaus. Der Vorteil eines Massivhauses ist jedoch, dass Stein auf Stein erbaute Häuser stabiler und langlebiger sind und vor allem mit einer guten Werthaltigkeit überzeugen – zudem sind sie nicht so wartungs- und pflegeintensiv wie Fertighäuser aus Holz. Ein weiterer großer Vorteil des Massivhauses ist der Schallschutz, der deutlich besser ausfällt als beim Fertighaus. Mittlerweile lassen auch viele Fertighäuser Individualisierungen und Sonderwünsche nach Maß zu, dennoch ist ein Massivhaus hinsichtlich Grundriss und baulicher Maßnahmen deutlich flexibler. Allerdings dauert der Bau eines Massivhauses eindeutig länger und ist somit – und auch wegen der verbauten Materialien – teurer. In der Regel sind Bauherren eines Massivhauses stärker gefordert, denn sie müssen die verschiedenen Bauunternehmen und Handwerker koordinieren – das übernimmt beim Fertigbau der Hersteller. Für welche Bauweise man sich letztendlich entscheidet, ist nicht nur eine Frage des Geldes, der Zeit und der Ansprüche, sondern vor allem auch Geschmackssache.

2. Ist ein Fertighaus mit Keller möglich?
Während ein Keller früher Standard bei Neubauten war, werden heutzutage aus Kostengründen viele Häuser komplett ohne Keller gebaut. Eine Entscheidung, die viele Bauherren im Nachhinein bereuen, weil sie den zusätzlichen Platz gut gebrauchen könnten. Ein Keller bietet nicht nur Platz für den Hauswirtschaftsraum mit Heizungsanlage, Hausanschlüssen und Waschmaschine, sondern kann auch als Spielzimmer, Gästezimmer als Büro oder für die Sauna genutzt werden. Wenn man den Keller als lichtdurchflutetes Souterrain anlegt, kann der Keller sogar eine Einliegerwohnung beherbergen. Die Entscheidung für oder gegen einen Keller muss aber immer vor Hausbeginn gefällt werden. Auch bei Fertighäusern ist eine Unterkellerung möglich – das Fertighaus wird dann nicht auf einer Bodenplatte, sondern auf der Kellerdecke errichtet. Im Gegensatz zum Fertighaus, das in der Regel maßgeblich aus Holz besteht, wird der Fertigkeller – oder auch Montagekeller genannt – aus Stahlbeton oder Kalksandsteinen erbaut. Die Fertigteile können industriell vorproduziert und angeliefert werden, was sich eindeutig positiv im Preis widerspiegelt. Doch auch, wenn der Preis für einen Keller bei Fertighäusern günstiger ausfällt als bei Massivhäusern, so ist er doch für viele Bauherren ein K.O.-Kriterium. Der Grundpreis eines Fertighauses bezieht sich meist auf Oberkante Kellerdecke oder Oberkante Bodenplatte, sprich: Fundament bzw. Keller sind mit einem Aufpreis verbunden. Dieser beträgt bei einem Fertigkeller je nach Größe, Bodenbeschaffenheit, Grundwasserstand etc. mindestens 30.000 Euro; kann aber bei ungünstigen Voraussetzungen und einer großen Fläche auch bei 80.000 Euro liegen. Als Faustregel gilt, dass etwa 10 Prozent der Baukosten auf den Keller fallen. Das ist natürlich eine beachtliche Summe – allerdings darf man nicht vergessen, dass ein Keller zweifelsfrei praktisch ist und für vergleichsweise wenig Geld relativ viel Wohnraum hinzukommt. Ebenso wie der Wohnkomfort erhöht sich durch einen Keller übrigens auch maßgeblich der Wiederverkaufswert des Hauses.

3. Welche Nebenkosten entstehen beim Bau eines Fertighauses?
Wer in die Kataloge der Fertighaushersteller schaut, findet dort in der Regel nur die Grundpreise für die einzelnen Häuser. Diese beziehen sich auf das Standardmodell, das in dieser Form nur sehr selten umgesetzt wird. Der letztendliche Endpreis für das Haus ergibt sich aus dem Grundpreis für das Fertighaus sowie weiteren Bau- und Baunebenkosten. Zu den Baukosten zählen die individuellen Aufpreise für
Bodenplatte oder Keller,
Sonderwünsche beim Grundriss und anderen baulichen Extras,
die Umsetzung bestimmter Energiestandards,
Anpassungen, die den Wohnkomfort erhöhen (z.B. Elektrizität, Fenster, Türen, Treppe, Schallschutz etc.),
Bemusterungsextras
Addiert man die Aufpreise für die Sonderwünsche zum Grundpreis, erhält man den Endpreis für das Haus. Hinzu kommen allerdings noch der Preis für das Baugrundstück sowie folgende Baunebenkosten:
Maklerprovision
Notarkosten
Grunderwerbssteuer
Kosten für Bodengutachten und Vermessungsgebühren
Kosten für die Baugenehmigung
Anschlusskosten und Erschließungsbeitrag
Versicherungen
Kosten für den Außenbereich
eventuell finanzielle Beteiligung an Infrastrukturmaßnahmen (vor allem in Neubaugebieten)
Durch stattliche Förderungsprogramme und Finanzhilfen kann das Investitionsbudget aber ebenso gesenkt werden wie durch Eigenleistungen am Bau.

4. Warum sind Fertighäuser oft relativ preisgünstig?
In Katalogen wird in der Regel der Grundpreis für das Fertighaus angeboten. Dieser bezieht sich allerdings nur auf die Standardvariante und beinhaltet noch keine Bodenplatte und auch keine gewünschten Individualisierungen. Als Bauherr sollte man deshalb mit dem Fertighersteller alle Sonderwünsche besprechen und sich dann einen Endpreis ausrechnen lassen. Dennoch ist dieser Endpreis für ein Fertighaus deutlich günstiger als ein Massivhaus. Das liegt daran, dass die Bauelemente, wie Dach-, Wand- und Deckenelemente, industriell in einer Werkhalle vorproduziert werden. Durch diese „Massenproduktion“ ergibt sich der geringere Preis.

5. Wie lange dauert es ungefähr bis ein Fertighaus steht?
Fertighäuser überzeugen in erster Linie mit der sehr kurzen Bauzeit. Da die einzelnen Bauelemente in einer Produktionshalle vorgefertigt und anschließend zur Baustelle transportiert werden, findet der Aufbau der wetterfesten Haushülle inklusive Dachmontage in ein bis drei Tagen statt. Dennoch dauert es vom Entschluss für ein Haus bis zum Einzug knapp ein Jahr, vorausgesetzt, man hat bereits ein Baugrundstück. Das liegt daran, dass bei einem Fertighaus besonders die Planungsphase einen langen Zeitraum einnimmt, denn alles muss bis ins Detail besprochen werden. Welchen Haustyp möchte ich? Welches Dach? Welche Energiestandards sollen umgesetzt werden? Soll der Grundriss vom Standard abweichen? Diese und viele andere Fragen gilt es im Vorwege zu klären und zu überdenken. Da die Wand-, Decken- und Dachelemente in der Produktionshalle vorgefertigt werden, ist eine spätere Anpassung nur schwer möglich. Deshalb sollte man für die Planung circa drei bis sechs Monate einplanen. Anschließend muss der Bauantrag gestellt werden – die Bearbeitung dauert durchschnittlich zwei bis drei Monate. Der nächste Schritt beinhaltet die Legung der Anschlüsse und das Gießen der Bodenplatte bzw. das Bauen des Kellers. Hierfür sollten knapp vier Wochen berechnet werden. Nun beginnt der schnellste Part: die Montage des Rohbaus. Die im Vorwege produzierten Bauteile werden innerhalb von wenigen Tagen auf dem Grundstück zu einem Haus zusammengefügt. Zu guter Letzt beginnt der Innenausbau – entweder durch den Fertighaushersteller oder in Eigenregie. Mit dem Fertighaushersteller sollte man etwa drei Monate einplanen, bis man ein schlüsselfertiges Haus übergeben bekommt.

6. Kann man bei einem Fertighaus Änderungen und individuelle Wünsche einbringen?
Es gibt einige Fertighausanbieter, die vollständig individuell geplante Fertighäuser anbieten. Die Regel ist das jedoch nicht. Die meisten Fertighausanbieter haben eine große Auswahl an Haustypen und Grundrissen, bei denen die Bauherren auf Wunsch Änderungen vornehmen lassen können. Oftmals weicht das neu gebaute Haus deshalb deutlich vom Standardmodell ab. Eines muss allerdings klar sein: Fertighäuser sind vor allem durch die Standardisierung der Häuser so günstig. Möchte man Sonderwünsche und Individualisierungen umsetzen, muss man mit Aufpreisen rechnen – egal, ob man sich eine zusätzliche Steckdose oder ein weiteres Fenster wünscht.

7. Was ist der Unterschied zwischen einem Massivhaus und einem Fertighaus?
Ein Massivhaus wird Stein auf Stein gebaut, das heißt, die Gebäudehülle und die tragenden Wände bestehen aus massiven Baumaterialien wie Ziegelsteine, Porenbeton oder Kalksandstein. Diese Bauweise hat eine lange Bauzeit von circa acht Monaten zur Folge – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Massivhäuser sind individuell planbar, sehr stabil und langlebig und damit nach wie vor der favorisierte Bautyp. Immer beliebter werden jedoch auch Fertighäuser, die mit einer kurzen Bauzeit von drei Monaten (Rohbau plus Innenausbau) und einem niedrigeren Preis überzeugen. Fertighäuser bestehen aus einer industriell vorgefertigten Holzkonstruktion inkl. Beplankung, das heißt, die Wand-, Decken- und Dachelemente werden komplett in einer Werkhalle vorproduziert und anschließend in ein bis drei Tagen auf der Baustelle zu einem Haushülle montiert. Die Bauherren können aus einem großen Angebot aus Haustypen und Standardmodellen auswählen, individuelle Änderungswünsche sind gegen einen Aufpreis umsetzbar. Der Nachteil von Fertighäusern ist, dass sie nicht so langlebig sind wie Massivhäuser, was sich im Wiederverkaufspreis zeigt. Auch der Schallschutz fällt durch den schlanken Wandaufbau und die Materialien deutlich schlechter aus als bei einem Massivhaus.

8. Was kann man bei Insolvenz des Fertighausanbieters tun?
Leider hat man als Bauherr ein großes Problem, wenn der Fertighausanbieter insolvent wird. Meist bleibt man auf einem halb fertigen Haus und hohen Schulden sitzen. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig zu schützen. Das geht in erster Linie mit einer Baufertigstellungsversicherung. Diese Versicherung schützt den Bauherrn vor finanziellem Mehraufwand, wenn der Fertighausanbieter während des Bauprozesses Insolvenz anmelden muss. Zum anderen sollte man im Vorwege mit dem Hersteller immer eine gestaffelte Zahlung nach Baufortschritt vereinbaren. So bezahlt man nur für die Leistungen, die bereits erbracht wurden. Tritt während der Bauphase tatsächlich der Insolvenzfall ein, sollte man als Bauherr immer auf eine Entscheidung und Beurteilung des Insolvenzverwalters warten und auf keinen Fall auf eigene Faust mit anderen Firmen weiterbauen. Im idealen Fall entscheidet sich der Insolvenzverwalter dafür weiterzubauen.

9. Kann man auf einen bereits vorhandenen Keller ein Fertighaus bauen?
Im Prinzip ist es möglich, auf ein bereits erbautes Fundament oder eben auch auf einen Keller ein Fertighaus zu errichten. Entscheidend sind dabei allerdings die Maße des Kellers, denn die Grundfläche des Hauses sollte der des Kellers entsprechen. Eventuell kann der Keller auch kleiner ausfallen, sodass es zu einer Teilunterkellerung kommt. In jedem Fall muss im Vorwege ein Statiker klären, ob der Keller die Last des Hauses tragen kann. Zudem muss natürlich individuell mit dem Fertighaushersteller besprochen werden, ob eine Integration des Kellers möglich ist.

10. Wie lange dauert es, bis ein Fertighaus geliefert wird?
Das lässt sich schlecht pauschalisieren und hängt davon ab, wie voll die Auftragsbücher des Fertighausherstellers sind. Die reine Produktionszeit dauert in der Regel nur ein paar Wochen und die Montage des Hauses nur wenige Tage. Aber die Bauelemente können erst dann produziert werden, wenn die komplette Planung des Hauses bis ins kleinste Detail abgeschlossen ist und das dauert erfahrungsgemäß mehrere Monate.

11. Ein Fertighaus wird schlüsselfertig angeboten. Was bedeutet das?
Der Begriff „schlüsselfertig“ ist nicht klar definiert und unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Einige verstehen darunter, dass das Haus komplett bezugsfertig ist; bei anderen Anbietern bedeutet es, dass Malerarbeiten ebenso wie das Verlegen der Bodenbeläge noch vom Hausherrn durchgeführt werden müssen. Man sollte deshalb unbedingt im Vorwege mit dem Fertighaushersteller besprechen, welche Leistungen der Begriff „schlüsselfertig“ beinhaltet.

12. Kann man mit Fertighausanbietern verhandeln?
Fragen kostet bekanntlich nichts. Ob sich der Fertighausanbieter auf einen Preisnachlass einlässt, hängt von dem Verhandlungsgeschick und der Verhandlungsposition des Bauherrn ab. Natürlich steigt die Chance auf einen Rabatt, wenn man viele Zusatzleistungen in Auftrag gibt, sprich, zusätzlich zum Grundpreis noch einen hohen Aufpreis für Individualsierungen bezahlen muss, sodass die Gewinnspanne des Anbieters höher ist als bei einem Standardmodell. Unabhängig vom Rabatt sollte man aber zwingend einen garantierten Festpreis aushandeln, der bis zum Bauende verbindlich ist. So wird man nicht mit Mehrkosten überrascht, die sich während des Bauprozesses immer wieder ergeben können.

13. Kann man ein Fertighaus abbauen und an einem anderen Ort wieder aufbauen?
Prinzipiell ist es möglich, mit einem Fertighaus umzuziehen. Allerdings kann man nicht das komplette Haus in einem Stück transportieren, sondern man muss es komplett abbauen, zum neuen Baugrundstück transportieren und dort auf einem neuen Fundament wieder aufbauen. Regelmäßig geschieht dies zum Beispiel mit Musterhäusern aus Musterhausparks, die vergleichsweise günstig verkauft werden. Das Problem ist neben dem beachtlichen Aufwand und dem Transport, dass ein altes Fertighaus, das neu aufgebaut wird, als Neubau gilt, man also eine Baugenehmigung beantragen muss und das Haus den Bebauungsplänen des neuen Wohnorts entsprechen muss (gerade Neubaugebiete schreiben häufig Größe, Dachform und Bautyp der Häuser vor). Zudem muss das Haus als „Neubau“ den aktuellen Energiestandards entsprechen – ist das Haus schon etwas älter, kann es sein, dass das Haus nicht mehr energieeffizient genug angelegt ist und man Dämmung etc. erweitern muss, um den Anforderungen zu genügen. Da nach dem Transport auch im Hausinneren eine Menge Arbeiten anfallen, z.B. Bodenbeläge, Installationsleitungen, Einbauküche, Bad, Heizung etc., bedeutet ein Umzug mit einem Haus nicht nur sehr viel Arbeit, sondern auch einen großen finanziellen Aufwand. Bauherren sollten ganz genau abwägen, ob es wirklich lukrativer ist, das alte Haus neu aufzubauen oder ob sie nicht direkt ein neues kaufen wollen.

14. Macht es Sinn, ein gebrauchtes Fertighaus zu kaufen?
Fertighäuser haben in der Regel einen deutlich geringeren Wiederverkaufswert als Massivhäuser, insofern ist ein gebrauchtes Fertighaus aufgrund des niedrigen Preises gerade für junge Familien ein verlockendes Angebot. Zudem ist nicht jeder Hausbesitzer der geborene Bauherr – einige finden es verlockender, ein gebrauchtes Objekt zu kaufen statt völlig neu zu bauen. Fertighäuser haben durchschnittlich eine Lebensdauer von 60 bis 90 Jahren, bevor sie komplett saniert werden müssen. Es macht also nur Sinn, ein Fertighaus zu kaufen, das noch vergleichsweise jung ist und noch viele „Lebensjahre“ vor sich hat – ansonsten machen die Sanierungskosten den geringen Kaufpreis schnell wieder zunichte. Bevor man „die Katze im Sack“ kauft, ist es zwingend notwendig, die Baupläne anzuschauen. Nur dann sieht man, was sich im Inneren verbirgt, welche Wände tragend sind, wo ein Umbau möglich wäre, wo sich die Leitungen befinden etc. Zusätzlich sollten Reparaturen im Haus, Wartungsarbeiten, Neuanschaffungen, wie zum Beispiel die Heizungsanlage, ausreichend dokumentiert sein. Bevor man einen Kaufvertrag unterzeichnet, macht es außerdem immer Sinn, einen Gutachter zu beauftragen und zur Besichtigung mitzunehmen. Dieser kann sich von der Qualität des Hauses ein Bild machen und – gerade bei alten Fertighäusern – Luft- und Materialproben entnehmen. Einige Häuser aus den Anfangsjahren des Fertigbaus enthalten Baustoffe, die heute aufgrund ihrer Schädlichkeit nicht mehr zugelassen sind. Ein Sachverständiger kann klären, ob das Haus ebenfalls solche Materialien enthält.

15. Welche Heizungslösung bietet sich für ein Fertighaus an?
In der Regel haben Fertighausanbieter eine Vielzahl an modernen Heizsystemen oder auch Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Techniken im Angebot. Wichtig ist, dass man bei einem Neubau die Vorgaben für Heizungen gemäß dem Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) erfüllen muss. Das bedeutet, dass ein Teil der Wärmeenergie mit erneuerbaren Energien zu decken ist. Das kann zum Beispiel über eine Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung, über ein Heizsystem mit Biogas oder Holz als Brennstoff oder mit einer Wärmepumpe realisiert werden.

16. Feuchtigkeit im Fertighaus – was kann ich dagegen tun?
Feuchte Wände sind bei Häusern in Holzfertigbauweise Seltenheit, denn diese Häuser bestehen zu großen Teilen aus trockenem Holz – ein Baustoff, der das Raumklima reguliert. Wichtig beim Bau eines Fertighauses ist jedoch, dass zwischen der Bodenplatte aus Beton und dem späteren Boden eine Feuchtigkeitssperre verlegt wird und dass das Haus gut gepflegt wird. Sollte es durch falsches Lüften doch einmal zu einer zu hohen Luftfeuchtigkeit kommen, die sich an den Wänden zeigt, kann ein Luftentfeuchter Abhilfe schaffen.

17. Kann man Wände eines Fertighauses nachträglich verstärken/dämmen?
Ja, Fertighäuser können hinsichtlich ihrer Dämmung auch nachträglich aufgebessert werden, zum Beispiel mit einem Wärmedämm-Verbundsystem an der Außenwand, einer zusätzlichen Dämmung an der Kellerdecke und an der Decke zwischen Wohnraum und Dachgeschoss sowie einer Dämmung der Dachschrägen. Wer handwerklich geschickt ist, kann einige Sanierungsarbeiten sogar selber machen, allerdings müssen neben dem Wärmeschutz auch die Isolierung, der Brandschutz, die Statik und der Holzschutz berücksichtigt werden. Wer nicht über ausreichend Fachwissen verfügt, sollte unbedingt einen Fachmann oder gar einen auf Fertighaussanierung spezialisierten Handwerksbetrieb beauftragen.

18. Sind moderne Fertighäuser immer Niedrigenergiehäuser?
Ja, mittlerweile ist das Niedrigenergiehaus nach den Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV) Standard. Allerdings gibt es da deutliche Unterschiede. Einige Fertighäuser erfüllen gerade so die Richtlinien und verwenden hochdämmende Materialien und dreifach verglaste Fenster, andere sind KfW-40-Häuser, Passivhäuser oder 3-Liter-Häuser, die sich zum Beispiel durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder die Nutzung regenerativer Energien auszeichnen können.

19. Ist ein Steinhaus immer besser als ein Fertighaus?
Nein, das lässt sich so nicht pauschalisieren, denn sowohl ein Fertighaus als auch ein Massivhaus verfügen über unterschiedliche Vor- und Nachteile. Für welche Bauweise man sich entscheidet, ist immer auch Geschmackssache und eine Frage des Budgets. Moderne Fertighäuser haben heutzutage zum Beispiel eine beinahe ebenso lange Lebensdauer wie Massivhäuser. Fest steht allerdings, dass ein Fertighaus gegenüber einem Massivhaus mit vergleichbarer Ausstattung einen deutlich geringeren Wiederverkaufswert hat.

20. Wie lange hält ein Fertighaus in der Regel?
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Fertighauses liegt bei 60 bis 90 Jahren, bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung kann es aber auch deutlich länger halten. Im Anschluss muss das Haus aber nicht abgerissen werden, sondern kann komplett saniert werden.

21. Welche Bauweisen sind bei einem Fertighaus üblich?
Die meisten Fertighäuser werden in Leichtbauweise, allen voran in Holzbauweise, gebaut. Sie können aber auch als Massiv-Fertighäuser mit Stahlbeton oder Ziegel gefertigt werden. Das Entscheidende ist, dass die Wand-, Decken- und Dachelemente alle industriell in Werkhallen vorproduziert und dann anschließend auf dem Baugrundstück zu einem Haus zusammengesetzt werden. Die üblichen Bauweisen sind:
Holzrahmenbauweise: Diese besonders weit verbreitete Leichtbauweise hat ihren Ursprung in der Fachwerkbauweise. Der Rahmen aus Vollholz und die Beplankung aus Werkstoffplatten sorgen für die nötige Stabilität. Die Konstruktion wird in den Werkhallen zu vollständigen Wandelementen (oftmals einschließlich Dämmung) industriell produziert. Bei der Holzrahmenbauweise handelt es sich um ein besonders flexibles System – nahezu alle Grundrisse, Haustypen und Arten der Fassadengestaltung sind realisierbar.
Holztafelbauweise: Das Konstruktionsprinzip der Holztafelbauweise ist dasselbe wie bei der Holzrahmenbauweise, allerdings wird bei dieser Methode nahezu der vollständige Wandaufbau, sprich neben Rahmengerüst und beidseitiger Beplankung auch die Dämmung, die Installationen und selbst die Fassade, in den Produktionshallen vorgefertigt. Dieser fortgeschrittene Fertigungsgrad sorgt für eine besonders schnelle Montage auf dem Baugrundstück.
Holzständerbauweise: Ähnlich wie beim Fachwerkbau bilden bei dieser Skelettbauweise die waagerechten Balken und die senkrechten Holzständer aus Vollholz das tragende Gerüst des Fertighauses, sodass keine tragenden Innenwände nötig sind, was diese Bauweise sehr flexibel macht. Die Zwischenräume können beplankt oder mit Ziegelsteinen oder Glaselementen gefüllt und anschließend wärmegedämmt werden.
Holzmassivbauweise: Der Aufbau der Wand-, Decken- und Dachelemente ist komplett massiv und besteht aus mehreren Lagen Brettschicht- und Brettsperrholz, die miteinander verleimt oder mit Holzdübeln verbunden werden. Damit erinnert diese Bauweise an die typischen Blockhäuser.
Skelettbauweise: Ob aus Holz, Gusseisen, Stahl oder Stahlbeton – die Skelettbauweise ist mit verschiedenen Materialien umsetzbar und überzeugt durch Langlebigkeit, Stabilität und eine große Individualität. Waagerechte Balken und senkrechte Ständer werden zu einem tragfähigen Gerüst errichtet. Die Wandelemente werden unabhängig davon gefertigt und anschließend raumabschließend montiert. Diese klare Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion der Bauteile ist ein wichtiges Merkmal dieser Bauweise.
Ziegelelementbauweise: Der ideale Kompromiss für alle, die die kurze Bauzeit eines Fertighauses und die Langlebigkeit eines Massivhauses vereinen wollen. Statt Stein auf Stein zu mauern, werden die Ziegel bei dieser Baumethode industriell zu geschosshohen und raumbreiten Mauertafeln vorgefertigt. Wichtige Bauteile, wie Abflussrohre und Rohrleitungen für die Elektroinstallation, werden im Vorwege eingebaut.
Betonelementbauweise: Bei dieser sehr langlebigen und stabilen Bauweise werden Leichtbaustoffe, wie zum Beispiel Tonkügelchen, mit Zement gebunden und in Schalungen zu geschosshohen und raumbreiten Bauteilen gegossen. Neben der Wärmedämmung erfolgt auch die Leerverrohrung für die Installationsleitungen bereits in den Produktionshallen, sodass die Betonfertigteile in Gänze zum Baugrundstück transportiert und dort zur Haushülle montiert werden.

22. Sind bei Fertighäusern nachträgliche Änderungen der Raumaufteilung möglich?
Das hängt maßgeblich von der Bauweise des Fertighauses ab. Bei der Holzskelettbauweise ist es zum Beispiel möglich, Innenwände zu entfernen und nachträglich Türen und Fenster in die Außenfassade einzuarbeiten, weil die Holzkonstruktion und nicht die Wände das Haus tragen und für Stabilität sorgen. Bei anderen Bauweisen, wie zum Beispiel der Tafelbauweise, ist es deutlich aufwendiger und vor allem teurer, den Grundriss nachträglich zu verändern. Wichtig ist, dass man vor solchen Baumaßnahmen immer einen Statiker beauftragt. Auch mit dem Fertighaushersteller sollte man abklären, welche Leitungen, Isolierungen etc. sich in den entsprechenden Wänden befinden.

23. Ist man bei einem Bausatzhaus auf sich alleine gestellt?
In der Regel gehört zum Bausatzhaus immer die Anlieferung zu den Inklusivleistungen. Ein seriöser Fertighausanbieter stellt darüber hinaus eine fachkundige Betreuung für die Arbeiten an den Gewerken, am Dach, bei den Sanitäranschlüssen und auch bei der Elektrizität zur Verfügung – in der Regel gegen einen Aufpreis. Wer handwerklich nicht so geschickt ist, sollte sich aber immer noch zusätzliche Hilfe von Handwerksbetrieben holen.

24. Wird ein Fertighaus aufgebaut oder muss man dies selbst aufbauen?
Das hängt davon ab, in welcher Ausbaustufe man sich ein Fertighaus kauft. Wer ein schlüsselfertiges Haus in Auftrag gibt, überlässt den kompletten Aufbau und Innenausbau den Profis. Wer den Preis durch Eigenleistung senken möchte, kann ein Ausbauhaus bestellen. Hier übernimmt der Fertighaushersteller den Aufbau der Haushülle, überlässt den Innenausbau jedoch dem Bauherrn. Bei einem Bausatzhaus liegt der komplette Aufbau der angelieferten Bauelemente in der Hand des Bauherrn.

25. Ist die Bodenplatte bei einem Fertighaus inklusive?
Nein, in der Regel bezieht sich der Grundpreis „ab Oberkante Bodenplatte“, sprich, die Bodenplatte ist nicht im Preis inbegriffen. Ein Blick in den Vertrag schafft hierüber Klarheit. Ist die Bodenplatte nicht inbegriffen, muss der Bauherr entweder eine Fremdfirma mit der Bodenplatte beauftragen oder der Fertighaushersteller übernimmt diese Aufgabe gegen einen Aufpreis.

26. Lässt sich ein Fertighaus mit einer Solaranlage bestücken?
Ja, Fertighäuser überzeugen mit ihrer Energieeffizienz, insofern ist die Ausstattung mit einer thermischen Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung gar kein Problem. Auch der Einbau einer Photovoltaikanlage ist möglich – so kann man die Energie der Sonne nutzen und sein Fertighaus in ein eigenes kleines Kraftwerk verwandeln.

27. Kann ich an einem Fertighaus Eigenleistungen erbringen?
Ja, wer handwerklich geschickt ist oder gute Kontakte zu regionalen Handwerkern hat, kann den Preis durch Eigenleistung deutlich senken. Die meisten Fertighaushersteller bieten verschiedene Ausbaustufen an. Ob der Bauherr den kompletten Innenausbau oder nur einzelne Arbeiten selber übernehmen möchte, ist dabei oftmals Verhandlungssache.

28. Welche Arbeiten sind bei einem Fertighaus in der Regel vom Bauherrn zu leisten?
Die meisten Bauherren bestellen ein schlüsselfertiges Fertighaus. Bei einigen Anbietern bedeutet dies, dass das Haus komplett bezugsfertig ist. Oftmals muss der Bauherr jedoch noch die Malerarbeiten und das Verlegen der Bodenbeläge übernehmen. Auch die Arbeiten im Außenbereich werden nur selten übernommen, zum Beispiel das Anlegen des Gartens, das Pflastern der Terrasse und der Gartenwege etc. Das Wichtigste ist allerdings, dass die meisten Bauherren sich im Vorwege um die Bodenplatte kümmern müssen.

29. Bieten Fertighausanbieter auch eine Beratung zur Baufinanzierung an?
Bevor man sich zu einem Hausbau entscheidet, sollte man sich immer ausführlich über die Baufinanzierung informieren und beraten lassen. Ebenso wie Banken und unabhängige Dienstleister bieten auch größere Fertighausanbieter diesen Service an. Der Vorteil einer Finanzierungsberatung durch die Baufirma ist, dass die Höhe des Baukredites realistisch im Verhältnis zu den Baukosten und den Wünschen des Bauherrn eingeschätzt werden kann. Bei besonders seriösen Anbietern gehört zum umfassenden Service nicht nur die Beratung zur Höhe und Art der Baufinanzierung, sondern auch die Hilfe bei der Darlehenseinreichung, beim Ausfüllen der nötigen Formulare und bei der Kommunikation mit Banken, Notaren und Versicherungen.

30. Welches Gewicht halten Fertighauswände aus?
Wie hoch die Wandstabilität ist, unterscheidet sich bei den verschiedenen Herstellern deutlich. Klar ist, dass Fertighauswände nicht so stabil sind wie Stein auf Stein erbaute Massivhauswände. Dennoch halten die meisten Fertighäuser auch schwere Belastungen, wie zum Beispiel Hängeschränke mit einer Last bis zu 150 kg, aus. Entscheidet sind dabei vor allem die richtigen Dübel. Fragen Sie unbedingt Ihren Hersteller danach, ob alle oder nur die tragenden Wände eine solche Last bewerkstelligen können.

31. Kann ich Fertighaus, Keller und Fundament komplett aus einer Hand bekommen?
Ja, viele Fertighaushersteller bieten es an, sich um den Keller oder die Bodenplatte zu kümmern, auch wenn der Preis für diese Leistungen in der Regel nicht im Grundpreis enthalten ist. Der große Vorteil ist, dass Haus und Fundament dann ideal aufeinander abgestimmt sind – sowohl bautechnisch als auch terminlich.

Valentin Driessen