Fertighäuser sind vergleichsweise günstig, schnell gebaut und werden immer beliebter.

Wir verraten, warum sich jeder fünfte Bauherr in Deutschland für ein Fertighaus entscheidet, welche Möglichkeiten es gibt und worauf man beim Kauf achten sollte.

Was ist ein Fertighaus?

Nicht jedes Haus, das fertig gebaut ist, ist automatisch auch ein Fertighaus. Vielmehr bezieht sich der Begriff auf die Bauweise.

Fertighäuser sind alles andere als schlüsselfertige 08/15-Modelle

Die Fertigbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen Bauteile, wie zum Beispiel Wand- und Deckenelemente, industriell in einer Produktionshalle vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zu einem Haus zusammengebaut werden. Anders als bei der Massivbauweise ist ein Fertighaus dadurch innerhalb weniger Tage auf dem Baugrundstück errichtet – nahezu unabhängig von den Witterungsverhältnissen.

Fertighäuser sind alles andere als schlüsselfertige 08/15-Modelle: Eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten und individuellen Entscheidungsfreiheiten zeigt sich nicht nur in der Bauweise, sondern auch in den unterschiedlichen Haustypen, Energiestandards und Ausbaustufen.

10 gute Gründe für ein Fertighaus

Fertighäuser befinden sich auf dem Vormarsch.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Fertigbauweise immer beliebter, was vor allem der enormen Qualitätssteigerung innerhalb der Branche zu verdanken ist. Mittlerweile liegt der Anteil der Fertighäuser am gesamten Neubau in Deutschland bei ca. 20 Prozent, das bedeutet, jeder fünfte Bauherr entscheidet sich heutzutage für ein Fertighaus.

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Während beispielsweise in Baden-Württemberg, Berlin und Hessen mehr als ein Viertel aller Neubauten in Fertigbauweise errichtet werden, vertrauen die Bewohner Niedersachsens noch überwiegend auf die Massivbauweise: Hier entscheiden sich nur 8 Prozent der Häuslebauer für ein Fertighaus.

Experten sind der Meinung, dass sich der Trend zum Fertighaus in den nächsten Jahren noch stärker durchsetzen wird, denn die heutigen Modelle erfüllen in puncto Qualität, Stabilität, Präzision und Individualität höchste Ansprüche:

1. Kostengünstiger als Massivhäuser: Fertighäuser überzeugen unter anderem durch den Preis. Dank Massenfertigung, schneller Montage und kurzer Bauzeiten ist die Fertigbauweise deutlich kostengünstiger als die Massivbaumethode.

2. Sehr gute Planbarkeit: Schnee, Eis und Regen können die Bauzeit eines Massivhauses immens verlängern – nicht so beim Fertighaus: Da die Bauelemente industriell in Produktionshallen vorgefertigt werden, verläuft die Bauphase nahezu witterungsunabhängig. Das Haus wird pünktlich zum vertraglich festgehaltenen Aufstelldatum montiert. Ebenso wie das Einzugsdatum ist auch das Budget sehr gut planbar, da der Preis für das Fertighaus im Vorwege vertraglich festgelegt wird.

3. Inspiration durch Musterhäuser: Bei einem Fertighaus kauft man selten die „Katze im Sack“. Interessierte Bauherren können sich die Fertighäuser in sogenannten Musterhaus-Parks oder Fertighaus-Welten anschauen und so einen konkreten Eindruck von den Bauweisen, den Haustypen, den Materialien und dem Raumgefühl bekommen.

4. Flexibler Grundriss: Nicht nur der Baustil, die Fassadengestaltung und die Größe des Hauses sind weitestgehend individuell planbar, sondern auch die Zimmeraufteilung sowie die Platzierung von Fenstern und Türen.

5. Kurze Bauzeit: Da die Wand-, Decken- und Dachelemente industriell in einer Werkhalle vorgefertigt werden, dauert die anschließende Montage der Haushülle auf einer Bodenplatte oder einer Kellerdecke nur wenige Tage. Dass man deutlich schneller ins neue Haus einziehen kann, spart auch Kosten, denn eine Doppelbelastung von Miete und Zinslast reduziert sich auf ein Minimum.

6. Fertighäuser sind Energiesparhäuser: Fertighäuser sind im Hinblick auf die Energieeffizienz der Konkurrenz weit voraus und erfüllen in der Regel aktuelle Energiestandards. Mehr als 90 Prozent aller heutigen Fertighaus-Neubauten sind Energiesparhäuser – dadurch sind sie nicht nur umweltfreundlich und hinsichtlich der niedrigen Energiekosten attraktiv, sondern in vielen Fällen auch förderfähig durch die KfW-Bank.

7. Alles aus einer Hand: In der Regel haben Bauherren von Fertighäusern einen Anbieter als Vertragspartner und somit auch einen Ansprechpartner. Dieser kümmert sich um die Zusammenarbeit mit Architekt, Bauleiter und Handwerkern und sorgt für die Umsetzung der vertraglich garantierten Leistungen. Die damit einhergehenden kurzen Kommunikationswege erleichtern die Arbeit und reduzieren den Baustress immens.

8. Zuverlässig überwachte Bauqualität: Ein großer Vorteil von Fertighäusern ist der Aspekt der Sicherheit und der Präzision. Die einzelnen Fertigungsschritte bei der Produktion werden überprüft und auch beim Aufbau läuft alles standardisiert und dank eingespielter Bauteams routiniert ab.

9. Eigenleistung je nach Ausbaustufe: Wer sich um nichts kümmern möchte, bestellt ein schlüsselfertiges Fertighaus; wer die Kosten durch Eigenleistung senken möchte, wählt eine Ausbaustufe, die es ermöglicht, dass der Bauherr selber Hand anlegt und so den Preis massiv beeinflusst.

10. Große Anbieterauswahl: Diverse Fertighausanbieter und Hausbaublogs im Internet ermöglichen angehenden Bauherren eine große Auswahl und viele Vergleichsmöglichkeiten. So kann jeder das Fertighaus finden, das den individuellen Vorlieben und Qualitätsansprüchen genügt.

Nachteile eines Fertighauses

Kein Haus bzw. Hausbau kann zu 100 Prozent alle Anforderungen hinsichtlich Preis, Qualität, Bauzeit, Individualität und Langlebigkeit erfüllen.

Ebenso wie die Massivbauweise weist auch der Fertigbau einige Nachteile auf. Deshalb muss jeder Bauherr im Vorwege für sich abwägen, welche Prioritäten er setzen möchte und was er von seinem Haus erwartet.

Die folgenden Nachteile betreffen längst nicht jedes Fertighaus, sollten aber dennoch bei der Planung berücksichtigt werden:

1. Niedrigerer Wiederverkaufswert/geringere Werthaltigkeit: Im Durchschnitt ist der Wiederverkaufswert eines Fertighauses deutlich geringer als der eines individuell gestalteten Massivhauses. Das liegt vor allem daran, dass Fertighäuser als nicht so langlebig gelten wie Massivhäuser. Während man bei Massivhäusern von einer Nutzungsdauer von etwa 100 Jahren ausgeht, liegt sie bei Fertighäusern je nach Bauweise bei 60 bis 90 Jahren.

2. Anfälligkeit für Schäden: Die meisten Fertighäuser bestehen aus Holz und sind damit wesentlich wartungs- und pflegeintensiver als Stein auf Stein erbaute Häuser. Die größte Gefahrenquelle stellt eindringende Feuchtigkeit dar, die schnell zu Schimmelbildung führen kann. Zudem sind die verhältnismäßig schlanken und leichten (Innen-)Wände nicht so belastbar, was beispielsweise den Anbau von Hängeschränken erschweren kann.

3. Geringer Schallschutz: Durch die leichten Innenwände kann der Schallschutz im Haus vermindert sein. Mittlerweile gibt es gute Isolierungsmaßnahmen, um das Haus weniger hellhörig zu gestalten – diese sind allerdings häufig mit einem Aufpreis verbunden.

 

Was kostet ein Fertighaus?

Der Preis für ein Fertighaus hängt von vielen Faktoren ab.

Wie groß soll das Haus sein? Welcher Haustyp und welche Bauweise sind gewünscht? Welche Energiestandards soll das Haus erfüllen? Sollen viele individuelle Gestaltungswünsche realisiert werden? Möchte man als Hausherr Eigenleistung erbringen?

Sind all diese Fragen geklärt, ein Haustyp inkl. Extrawünsche ausgewählt und alles mit einem Fertighaushersteller vertraglich geregelt, so bietet der Bau eines Fertighauses den großen Vorteil, dass die Kosten weitestgehend planbar sind – der große Unterschied zu einem Massivhaus, bei dem Bauverzögerungen und andere Überraschungen für unvorhergesehene Kosten sorgen können.

So bietet der Bau eines Fertighauses den großen Vorteil, dass die Kosten weitestgehend planbar sind.

Doch der Weg bis hin zu dieser genauen Kalkulation ist nicht so einfach, wie man meinen möchte, denn der letztendliche Endpreis ergibt sich nicht nur aus der Summe von Grundstückspreis plus Grundpreis für das Fertighaus.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

In der Branche ist die Faustregel verbreitet, dass man beim Kauf eines Fertighauses in etwa mit 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen sollte.

Es gibt günstige 140m²-Häuser ab 150.000 € und individualisierte Luxusmodelle, die locker das Doppelte kosten. Ein konkreter Betrag lässt sich aufgrund der vielen Qualitätsunterschiede nicht pauschal nennen. Besser ist es, die verschiedenen Kostenpunkte herauszustellen und sich so einen Überblick zu verschaffen, welche Baukosten und Baunebenkosten auf einen zukommen.

Baukosten

In den Katalogen und auf den Internetseiten der verschiedenen Hersteller ist immer von einem „Grundpreis“ die Rede. Dieser Preis eignet sich allerdings nur zur groben Orientierung, weil er sich lediglich auf die Standard-Variante bezieht, die nur äußerst selten exakt so umgesetzt werden kann. Zudem versteht sich der Preis in der Regel ab „Oberkante Grundplatte“ – die Kosten für die Bodenplatte bzw. einen Keller kommen also in jedem Fall noch hinzu.

Deutliche Mehrkosten können bei individuellen Wünschen hinsichtlich der Hausgröße, der Dachform, des Grundrisses und der Zimmeraufteilung hinzukommen. Die Einhaltung bestimmter Energiestandards geht häufig mit zusätzlichen Kosten einher, zum Beispiel beim Bedarf eines Schornsteines, bei der Verwendung ökologischer Dämmstoffe etc. Sämtliche Extras, die mehr Wohnkomfort bedeuten, sind ebenso mit einem Aufpreis verbunden.

Dazu zählen nicht nur individuelle Anpassungen bei der Elektrizität, bei Türen, Fenstern und der Treppe sowie ein zusätzlicher Schallschutz, sondern auch Bemusterungsextras, wie Bodenfliesen, sanitäre Anlagen etc., die von den Standardmodellen abweichen. Manche Hersteller berechnen zudem die Planungs- und die Transportkosten extra.

Qualität und Extrawünsche haben immer ihren Preis, deshalb ist es nur verständlich, dass all diese Punkte den Endpreis deutlich in die Höhe treiben können. Aus diesem Grund ist es immens wichtig, während des Planungsprozesses alle Fragen, Extrawünsche und Anpassungen mit dem Hersteller detailliert zu besprechen und vertraglich genau zu regeln. Erst dann lässt sich ein Festpreis für das Haus nennen, mit dem man weitestgehend zuverlässig planen kann.

Baunebenkosten

Neben dem Grundstückspreis und dem ausgehandelten Festpreis für das Haus kommen einige Baunebenkosten auf den Bauherren zu:

  • Wer sein Baugrundstück über einen Makler findet, muss Provision an ihn zahlen.
  • In jedem Fall muss man einen Notar bezahlen, u.a. für die Eintragung ins Grundbuch und zur Beurkundung des Grundstückskaufvertrags als neutrale Instanz.
  • Für das Grundstück muss man eine Grunderwerbssteuer an den Staat zahlen.
  • Vor dem Hausbau muss der Boden geprüft und das Grundstück vermessen werden – sowohl das Bodengutachten als auch die Vermessungsgebühren wurden im idealen Fall schon vorm Grundstückskauf vom Verkäufer übernommen.
  • Bevor ein Haus errichtet werden darf, muss man eine kostenpflichtige Baugenehmigung beantragen. Diese hat für ein Jahr Gültigkeit. Dabei zählt allerdings nur der Baubeginn; das Haus muss nicht innerhalb eines Jahres fertig errichtet sein.
  • Das Haus muss an die Wasserversorgung, ans Abwassersystem, ans Stromnetz und ans Kommunikationsnetz angebunden werden. Die Anschlusskosten und der Erschließungsbeitrag müssen zum Großteil ebenfalls vom Hausherrn übernommen werden.
  • Gerade in Neubaugebieten kann es sein, dass man sich finanziell an Infrastrukturmaßnahmen beteiligen muss, etwa dem Bau von Straßen und Spielplätzen.
  • Einen kleinen Kostenpunkt machen die unverzichtbare Bauherrenhaftpflichtversicherung sowie eine optionale Baufertigstellungsversicherung aus.
  • Auch die Kosten für den Außenbereich sind nicht zu vernachlässigen: Ein hübsch angelegter Garten, ein Fahrradschuppen und eine Garage sowie notwendige Zuwege haben ebenfalls ihren Preis. Hier kann man mit Eigenleistung aber deutlich Geld sparen.

Finanzförderung durch den Staat

Die meisten Fertighaushersteller bieten standardmäßig Energiesparhäuser oder Niedrigenergiesparhäuser an.
Das hat den Vorteil, dass der Preis für die energetischen Maßnahmen durch die Massenproduktion geringer ausfällt als bei einer individuellen Massivbauweise.
Dennoch ist es natürlich einleuchtend, dass ein Haus mit steigenden Energiestandards teurer in der Entstehung wird.

Nicht zu vergessen ist allerdings, dass man langfristig deutlich Energiekosten einspart und die Umwelt schont.

Zudem greift der Staat Bauherren von Fertighäusern finanziell unter die Arme.
Zum einen fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit Tilgungszuschüssen und Krediten den Bau von Häusern, welche die strengen Energiestandards erfüllen. Zum anderen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit lukrativen Zuschüssen den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Heizungsanlage – ebenfalls ein großer Kostenpunkt beim Hausbau.

Weitere staatliche Finanzhilfen sind die Wohnungsbauprämie, die Riesterförderung, ein staatliches Förderprogramm, das den Umzug (insbesondere den Hausbau) auf das Land bezuschusst, sowie weitere regionale Förderprogramme, die energieeffizientes Bauen fördern. Über die zahlreichen Möglichkeiten und Angebote informiert Sie in der Regel ein seriöser Fertighausanbieter.

Preis durch Eigenleistung senken

Wer über handwerkliches Geschick und ausreichend Zeit verfügt, kann die Kosten deutlich senken.

Wichtig ist allerdings, dass man wirklich nur die Arbeiten in Eigenleistung übernehmen sollte, für die man über das nötige Know-how und Werkzeug verfügt. Andernfalls ist das Risiko zu hoch, Schäden und dadurch sogar Mehrkosten zu verursachen.

Ob Handlangerarbeiten bei der Montage des Rohbaus, Maler- oder Elektroarbeiten, das Verlegen von Fliesen und anderen Bodenbelägen, der Einbau von Türen oder das Pflastern der Terrasse – Bauherren sollten sich genau überlegen, welche Arbeiten sie selber übernehmen können und wollen, um den Preis zu senken.

Übrigens ist mit Eigenleistung nicht zwangsläufig gemeint, dass der Bauherr selber Hand anlegt. Durch gute Kontakte zu lokalen Handwerkern oder handwerklich begabten Menschen im Freundeskreis kann man finanzielle Vergünstigungen bekommen, sodass das eigenständige Engagieren von Fremdfirmen preiswerter ist als wenn der Fertigbauhersteller die Arbeiten übernimmt. Bei Fertighäusern sind Eigenleistungen in der Regel problemlos möglich, denn die meisten Hersteller bieten ihre Häuser in verschiedenen Ausbaustufen an.

Die verschiedenen Ausbaustufen

Viele Hersteller bieten verschiedene Zwischenstufen des Ausbaus an und geben Bauherren so die Möglichkeit, Eigenleistungen einzubringen und den Preis dadurch zu reduzieren.
Die meisten Fertighausanbieter unterscheiden zwischen drei Ausbaustufen:

Schlüsselfertiges Haus

Wer alles den Profis überlassen und komplett auf Eigenleistungen verzichten möchte, kann in ein bezugsfertiges Haus ziehen.

Manche Hersteller verstehen unter „schlüsselfertig“ auch, dass das Haus zwar fertig errichtet und im Grunde bewohnbar ist, Wand- und Bodenbeläge sowie Malerarbeiten jedoch noch vom Bauherrn übernommen oder in Auftrag gegeben werden müssen. Hier schafft ein Blick in den Vertrag oder ein Gespräch mit dem Hersteller Klarheit.

Ausbauhaus

Bei dieser Variante wird der Aufbau der Haushülle vom Fertighaushersteller übernommen.

Der Rohbau ist witterungsbeständig, das heißt, Außentüren und Fenster sind bereits eingebaut. Der Innenausbau liegt jedoch vollständig in der Hand des Bauherrn. Dazu zählen auch die Verlegung von Elektro-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Einbau der Heizung. Bei vielen Herstellern fehlen aus diesem Grund beim Ausbauhaus auch die Dämmung und die innere Beplankung.

Gerade wenn die Dämmung fehlt, ist es wichtig, dass der Ausbau relativ zügig vonstatten geht, damit keine Feuchtigkeit ins Haus eindringen kann. Dabei ist es dem Bauherrn überlassen, ob er die Arbeit selber macht oder Fremdfirmen und Handwerker damit beauftragt. Ein Ausbauhaus erfordert immer Zeit und setzt ein hohes Maß an handwerklichem Fachwissen voraus. Deshalb sollten sich Bauherren genau überlegen, ob sie sich die Arbeit – und auch den Stress – wirklich zumuten wollen.

Ein Ausbauhaus ist nur dann eine deutliche Kostenersparnis, wenn man viele Arbeiten in Eigenregie übernimmt.

Bausatzhaus

„Do it yourself“ liegt im Trend – auch beim Hausbau.

Diese Ausbaustufe erfordert ein hohes Maß an Eigenleistung, denn der Fertighaushersteller stellt nur den Bausatz, sprich die industriell vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente, zur Verfügung und liefert diese bis zum Baugrundstück.

Sowohl der Rohbau, der Bau der Hausfassade, die Dämmung, sämtliche Installationen sowie der komplette Innenausbau müssen vom Bauherrn und/oder von ihm beauftragten Firmen und Handwerkern erfolgen. Wer ein Bausatzhaus kauft, spart zwar viel Geld, benötigt aber extrem viel Zeit, denn der Aufbau sollte relativ schnell erfolgen, damit die Bauelemente keinen Schaden nehmen.

Da der Bauherr auch als Bauleiter fungiert, muss er sämtliche Handwerker koordinieren und ist für den reibungslosen Ablauf und das Zeitmanagement verantwortlich. Neben freier Zeit und Organisationsgeschick ist fachliches Know-how eine weitere wichtige Voraussetzung für ein Bausatzhaus. In Deutschland schreibt das Gesetz vor, dass ein Haus vorm Einzug offiziell abgenommen werden muss. Hält das selbst erbaute Haus dieser Überprüfung nicht stand, muss nachgebessert oder sogar neu gebaut werden.

So kann ein Bausatzhaus für einen Laien im schlimmsten Fall zur Kostenfalle werden.

 

Die verschiedenen Haustypen

Fertighäuser gibt es in zahlreichen Variationen.

Im Grunde unterscheidet man zwischen klar definierten Standard-Haustypen.

Da diese durch Individualisierungen, Trends und Sonderwünsche aber oftmals verändert werden, ist es manchmal schwer, ein fertig gebautes Haus einer bestimmten Kategorie zuzuordnen.
In der Regel basieren alle Fertighäuser jedoch auf einem dieser Haustypen:

Bungalow

Ein Bungalow ist ein freistehendes, eingeschossiges Wohnhaus mit einem Flachdach oder Walmdach.

Das Besondere an diesem Haustyp ist, dass sich sämtliche Wohnräume auf einer Ebene befinden. Damit eignet sich der Bungalow für alle Altersklassen und kann komplett barrierefrei gebaut werden. Ein Keller ist möglich, wird aber nicht als eigenständiges Geschoss angesehen – dennoch wird er oftmals als Wohnfläche genutzt.

Ob in T-, U-, H- oder L-Form – der Bungalow bietet viele Grundriss-Möglichkeiten und erlaubt so die Nutzung als Mehrgenerationenhaus oder die räumliche Trennung von Wohn- und Büro-Trakt. Fertighäuser im Bungalow-Stil liegen mit einem Grundpreis von circa 150.000 Euro im unteren Preissegment, rechnen sich aber durch die große Grundfläche nur dort, wo die Grundstückspreise niedrig sind.

Klassiker mit Satteldach

Besonders weit verbreitet ist diese Variante eines Einfamilienhauses, dessen signifikantes Merkmal zum einen die mehrstöckige Bauweise und zum anderen das Satteldach ist.

Dieser Haustyp bietet viele Individualisierungsmöglichkeiten und überzeugt mit seinem klassischen Stil.
Die typischen Schrägen im Dachgeschoss machen den Charme des Hauses aus, schränken allerdings die Wohnflächennutzung etwas ein. Mit einem durchschnittlichen Grundpreis von circa 200.000 Euro zählt der Satteldach-Klassiker zur preislichen Mittelklasse.

Stadtvilla

Zwei vollwertige Stockwerke, die freistehende Lage und ein Walm- oder Flachdach kennzeichnen diesen Haustyp, der aufgrund der großzügigen Wohnfläche besonders bei Familien beliebt ist.

Der Stil dieser Häuser ist meistens modern, was sich beispielsweise im oftmals quadratischen Grundriss zeigt. Je nach Ausstattung und Wohngröße liegt der Grundpreis für eine Stadtvilla zwischen 250.000 bis 300.000 Euro und zählt damit eher zum gehobenen Segment der Fertighäuser.

Blockhaus

Das ursprüngliche Blockhaus, bei dem entrindete Baumstämme als Hauswände übereinander gestapelt werden, hat eine lange Tradition, wird in dieser Weise heutzutage aber nur noch äußerst selten, und wenn dann als Jagdhütten oder Gartenlauben, genutzt.

Das Blockhaus wurde aus Gründen der Energieeffizienz modernisiert. Heute spricht man von sogenannten Wohnblockhäusern, die auch in Fertigbauweise angeboten werden.

Da für das Wohnblockhaus überwiegend Holz, also ein nachwachsender Rohstoff, verwendet wird, punktet dieser Haustyp mit einer guten Ökobilanz, aber auch mit einem angenehmen Raumklima. Die größten Feinde des Blockhauses sind hingegen Feuchtigkeit und Holzschädlinge, weshalb Blockhäuser vergleichsweise pflegeintensiv sind. Blockhäuser gibt es ein- und mehrgeschossig. Der Grundpreis variiert dementsprechend und liegt zwischen 150.000 und 250.000 Euro.

Kubushaus

Diesen Haustyp findet man immer häufiger in Neubaugebieten, denn seine würfelartige Form ermöglicht eine optimale Raumnutzung.

Der schnörkellose, moderne Bau mit Flachdach und zwei Geschossen erinnert an den Bauhausstil und lässt große Fensterfronten, aber auch andere Sonderwünsche, wie offene Raumkonzepte oder Dachterrassen, zu. Die lichtdurchfluteten Räume bieten hohen Wohnkomfort und höchste Funktionalität. Kubushäuser zählen zur Luxusklasse der Fertighäuser und kosten in der Regel mindestens 300.000 Euro Grundpreis.

Architektenhaus

Mit einem Architektenhaus können individuelle Wünsche und maßgeschneiderte Sonderanfertigungen auch in Fertigbauweise umgesetzt werden.

Vom Grundriss über die Wahl des Energiestandards bis hin zu einer besonderen Ausstattung im Inneren des Hauses – Architektenhäuser bieten Flexibilität, ohne auf die Vorzüge eines Fertighauses zu verzichten.

Die Vorteile im Vergleich zum Massivhaus zeigen sich auch beim Architektenhaus in der kürzeren Bauzeit und im geringeren Preis. Genauso individuell wie die Gestaltung ist auch der Preis eines Architektenhauses – lassen Sie sich von einem Hersteller einen unverbindlichen Kostenvoranschlag erstellen.

 

Bauweisen beim Fertighaus

Ob Bungalow, Stadtvilla oder Blockhaus – der Großteil aller Fertighäuser wird in Leichtbauweise, genauer gesagt in Holzbauweise, gebaut.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie in Massivbauweise, also aus Stahlbeton oder Ziegel, fertigen zu lassen. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Varianten vor:

Holzrahmenbauweise

Diese Leichtbauweise hat ihren Ursprung in der Fachwerkbauweise und zählt zu den beliebtesten Standards bei Fertighäusern. Der Rahmen aus Vollholz und die Beplankung aus Werkstoffplatten sorgen für die nötige Stabilität und werden in den Werkhallen zu vollständigen Wandelementen industriell produziert. Oftmals werden hier auch schon die Gefache/Zwischenräume mit Dämmmaterial ausgefüllt, sodass die Bauteile auf der Baustelle „nur noch“ zu einem Haus zusammengesetzt werden müssen. Bei der Holzrahmenbauweise handelt es sich um ein besonders flexibles System – nahezu alle Grundrisse, Haustypen und Arten der Fassadengestaltung sind realisierbar.

  • Vorteile:
    Sehr flexibles System für Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Geschosswohnungsbau
    Mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
    Behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
    Gute Wärmedämmung (Niedrigenergiehäuser)
    Vergleichsweise geringe Herstellungskosten
    Kurze Bauzeiten
  • Nachteile:
    Kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
    Geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
    Geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz
Holztafelbauweise

Die Holztafelbauweise ist eine Sonderform beziehungsweise eine Weiterentwicklung der Holzrahmenbauweise. Das Konstruktionsprinzip ist dasselbe, allerdings wird bei dieser Methode nahezu der vollständige Wandaufbau, sprich neben Rahmengerüst und beidseitiger Beplankung auch die Dämmung, die Installationen und selbst die Fassade, in den Produktionshallen vorgefertigt. Dieser fortgeschrittene Fertigungsgrad sorgt dafür, dass die selbsttragenden Tafeln völlig unabhängig von Wind und Wetter innerhalb kurzer Zeit auf dem Grundstück zu einer Haushülle montiert werden können.

  • Vorteile:
    Schnelle Montage vor Ort
    Sehr flexibles System für verschiedene Grundrisse
    Mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
    Behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
    Gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
    Vergleichsweise geringe Herstellungskosten
  • Nachteile:
    Kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
    Geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
    Geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz
Holzständerbauweise

Ähnlich wie beim klassischen Fachwerkbau bilden bei dieser Skelettbauweise die waagerechten Balken und die senkrechten Holzständer aus Vollholz das stabile und tragende Gerüst des Fertighauses. Anders als beim Fachwerk handelt es sich bei der Holzständerbauweise allerdings um eine stockwerkweise Geschossbaumethode, die Ständer weisen also nur die Höhe eines Stockwerkes auf. Damit eignet sich diese Bauweise besonders für Einfamilien- und weniger für Mehrfamilienhäuser. Die Zwischenräume zwischen den Balken und Ständern können beplankt oder mit Ziegelsteinen oder Glaselementen gefüllt und anschließend wärmegedämmt und isoliert werden.

  • Vorteile:
    flexible Grundrisse, da keine tragenden Innenwände nötig sind
    Mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
    Behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
    Gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
    Vergleichsweise geringe Herstellungskosten
    Kurze Bauzeiten
  • Nachteile:
    Kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
    Geringere Schalldämmung als bei einem Massivhaus
    Geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz
Holzmassivbauweise

Anders als die anderen Holzbauweisen zeichnet sich die Holzmassivbauweise durch einen vollständig massiven Aufbau der Wand-, Decken- und Dachelemente aus und erinnert damit an die klassischen Blockhäuser. Die einzelnen Bauelemente bestehen aus mehreren Lagen Brettschicht- und Brettsperrholz, die miteinander verleimt oder mit Holzdübeln verbunden werden. Experten sprechen deshalb auch von der Brettstapelbauweise. Die Vollholzelemente werden in Produktionshallen vorgefertigt und dann vor Ort auf dem Baugrundstück montiert. Anschließend erfolgen die Wärmedämmung, die Einrichtung der Installationen/Anschlüsse sowie die Fassadengestaltung und der Innenausbau.

  • Vorteile:
    Individuelle Gestaltung des Grundrisses
    Hohe Strukturfestigkeit der Wände ermöglicht späteren Einbau von zusätzlichen Fenstern und Türen
    Behagliches Raumklima durch den Baustoff Holz
    Gute Wärmedämmung/hohe Energieeffizienz
    Vergleichsweise geringe Herstellungskosten
    Kurze Bauzeiten
  • Nachteile:
    Kann nicht im Kellerbau eingesetzt werden (zu hohe Feuchtigkeit!)
    Geringe Schalldämmung
    Geringerer Brandschutz als bei einem Massivhaus durch den Baustoff Holz
Skelettbauweise

Ob aus Holz, Gusseisen, Stahl oder Stahlbeton – die Skelettbauweise ist mit verschiedenen Materialien umsetzbar und überzeugt durch Langlebigkeit, Stabilität und eine große Individualität. Während die Holzskelettbauweise vorzugsweise für Einfamilienhäuser und Fachwerkhäuser verwendet wird, werden Hallen, Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser oftmals mit der Stahlskelettbauweise und auch Stahlbetonskelettbauweise gefertigt. Dabei ähnelt das Konstruktionsprinzip der Ständerbauweise: Waagerechte Balken und senkrechte Ständer werden zu einem tragfähigen Gerüst errichtet. Die Wandelemente werden unabhängig davon gefertigt und anschließend raumabschließend montiert. Diese klare Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion der Bauteile ist ein wichtiges Charakteristikum dieser Bauweise. Diese ermöglicht auch den Einsatz einer weitflächig verglasten Fassade. Diese Kombination aus Holzskelett und Glasfassade ist gerade bei modernen Einfamilienhäusern sehr verbreitet.

  • Vorteile:
    Flexible Grundrisse, da keine tragenden Innenwände nötig sind
    Für mehrgeschossige Gebäude geeignet
    Flexible Fassadengestaltung, z.B. mit Glas
    Langlebigkeit
  • Nachteile:
    Die kostenintensivste Fertighaus-Variante
    Geringer Vorfertigungsgrad
Ziegelelementbauweise

Die Ziegelelementbauweise ist die ideale Lösung für alle, die die kurze Bauzeit eines Fertighauses und die Langlebigkeit eines Massivhauses zu schätzen wissen. Statt Stein auf Stein zu mauern, werden die Ziegel bei dieser Baumethode industriell zu geschosshohen und raumbreiten Mauertafeln vorgefertigt. Die Ziegelfertigbauteile, also die Wand-, Decken- und Dachelemente, werden in den Produktionshallen hergestellt, verputzt und vor allem getrocknet. Wichtige Bauteile, wie Abflussrohre und Rohrleitungen für die Elektroinstallation, werden im Vorwege eingebaut. Dadurch ergeben sich kurze Verarbeitungszeiten auf dem Baugrundstück: Der Rohbau kann innerhalb einiger Tage errichtet werden.

  • Vorteile:
    Individuelle Gestaltungsfreiheit beim Grundriss (z.B. Balkone, Erker etc.)
    Kurze Bauzeit
    Langlebigkeit
    Hoher Schallschutz
    Gute Wärmedämmung
  • Nachteile:
    Mögliche Anlieferungsschwierigkeiten durch hohes Gewicht der Bauelemente
Betonelementbauweise

Die Betonelementbauweise hat sich insbesondere als Plattenbau Mitte des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht, wird aber auch heutzutage noch für Ein- und Mehrfamilienhäuser genutzt. Bei der Betonelementbauweise werden Leichtbaustoffe, wie zum Beispiel Tonkügelchen, mit Zement gebunden und in Schalungen zu geschosshohen und raumbreiten Bauteilen gegossen. Neben der Wärmedämmung erfolgt auch die Leerverrohrung für die Installationsleitungen im Vorwege in den Produktionshallen, sodass die vorproduzierten, vollständig getrockneten Betonfertigteilwände, -böden und -dächer in Gänze zum Baugrundstück transportiert und dort zur Haushülle montiert werden.

  • Vorteile:
    Individuelle Gestaltungsfreiheit beim Grundriss
    Mehr Wohnfläche durch schlanken Wandaufbau
    Kurze Bauzeit
    Langlebigkeit
    Hoher Schallschutz
    Gute Wärmedämmung
  • Nachteile:
    Mögliche Anlieferungsschwierigkeiten durch hohes Gewicht der Bauelemente

Energieeffizientes Bauen: die verschiedenen Energiestandards

Ob Fertighaus oder Massivhaus – wer heutzutage ein Haus baut, muss dabei strenge Energiestandards einhalten und sich an die Energieeinsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung halten.

Die Fertighausanbieter bieten standardmäßig Energiesparhäuser an und orientieren sich dabei an den Förder-Standards der KfW-Effizienzhäuser. Dadurch sind die meisten Fertighäuser förderfähig durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau und zudem günstiger als ein Massivhaus mit vergleichbarem Energiestandard, da die Fertighaushersteller produktionsbedingt günstigere Preise für die energieeffizienten Baumaßnahmen anbieten können.

KfW-40-Haus

Der KfW-Energiestandard gibt Auskunft darüber, wie energiesparsam ein Haus ist, sprich, wie gut isoliert und wärmegedämmt es ist, wie umweltschonend es Energie erzeugt etc. Dabei nimmt man als Vergleichswert den Energieverbrauch, genauer gesagt den Jahres-Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust, eines sanierten Altbaus.

Ein KfW-40-Haus verbraucht also beispielsweise nur 40 Prozent der Heizenergie, die ein sanierter Altbau benötigen würde, und spart somit 60 Prozent der Energiekosten gegenüber dem Vergleichshaus. Die Richtlinie für ein KfW-40-Haus ist, dass es regenerative Energien nutzt, zum Beispiel eine Solaranlage und eine Holzpelletsheizung, und komplett luftdicht ist.

KfW 40 plus

Diese Form des KfW-Effizienzhaus gibt es erst seit April 2016. Es entspricht in weiten Teilen den Voraussetzungen des KfW-40-Haus, fordert aber die Einhaltung einiger weiterer Maßnahmen.

Dieses „Plus“ beinhaltet zum Beispiel, dass das Haus einen wesentlichen Teil des Energiebedarfs selber erzeugen und speichern muss, zum Beispiel in Form einer Solarthermie und mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Pflicht ist außerdem eine stromerzeugende Anlage auf Basis regenerativer Energien und ein stationäres Batteriespeichersystem.

Passivhaus

Das Besondere an einem Passivhaus ist, dass es im Grunde keine Heizung benötigt, da es komplett luftdicht gebaut ist und über eine exzellente Dämmung verfügt. Das Haus wärmt sich passiv über Elektrogeräte, über die Bewohner und die Sonne auf. Dabei sorgen ein Lüftungssystem und ein Wärmetauscher für gleichmäßige, aufgewärmte Frischluftzufuhr. Laut Definition darf der Heizenergiebedarf eines Passivhauses 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten, das entspricht in etwa nur 10 Prozent des Heizenergiebedarfs eines sanierten Altbaus. Im Durchschnitt kommt ein Passivhaus mit weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter aus.

3-Liter-Haus

Der Name dieses Niedrigenergiehauses nimmt Bezug auf seinen Heizölverbrauch: Ein 3-Liter-Haus benötigt pro Jahr und pro Quadratmeter maximal 3 Liter Heizöl für Heizung und Lüftung. Da ein Drei-Liter-Haus aber nicht zwangsläufig mit Öl, sondern auch mit einem anderen Heizsystem beheizt werden kann, sind auch Vergleichswerte definiert. So darf der Verbrauch auch bei 2,9 m³ Erdgas, 11,2 kWh Strom oder 7,1 kg Holz pro Quadratmeter pro Jahr liegen. Wichtige Merkmale eines 3-Liter-Hauses sind außerdem eine sehr gute Dämmung, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie große, gut isolierte Fensterflächen zur passiven Solarnutzung.

 

Checkliste: Wie finde ich den perfekten Fertighaus-Anbieter?

Wenn Sie sich für den Kauf eines Fertighauses entschieden haben, geht es darum, das perfekte Haus für Sie und auch einen seriösen Fertighaus-Anbieter zu finden.

Das Angebot ist groß – da verliert man als Laie schnell den Überblick. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei, den optimalen Hersteller für Ihr Traumhaus zu finden.

  1. Informationen einholen: Sie sollten bei mehreren Fertighausanbietern Hausbaukataloge und Infomaterial anfordern, damit sie gute Vergleichsmöglichkeiten haben und schon einmal einen groben Einblick in die Fertighaus-Welt bekommen. Gerne helfen wir Ihnen dabei und schicken Ihnen kostenlos und unverbindlich eine Auswahl seriöser Unternehmen zu.
  2. Referenzen checken: Kann der Anbieter gute Referenzen vorweisen? Schauen Sie auf seiner Homepage oder in entsprechenden Vergleichsportalen und hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis um.
  3. Qualitätsstandards prüfen: Legt der Anbieter Wert auf gute Qualität? Ist er zum Beispiel Mitglied in einem Fertighausverband? Kann er verschiedene Prüfsiegel vorweisen?
  4. Musterhäuser anschauen: Besichtigen Sie vor Vertragsabschluss unbedingt Musterhäuser des Herstellers und vergewissern Sie sich dort von der Qualität der Fertighäuser. Natürlich wird sich Ihr Haus letztendlich von den Standardmodellen unterscheiden, dennoch bekommt man ein gutes Gefühl für das Raumgefühl, für individuelle Möglichkeiten und von der Beschaffenheit der Häuser.
  5. Sonderwünsche umsetzen: Prüfen Sie unbedingt, ob Individualisierungen der angebotenen Haustypen möglich sind, die Grundrisse flexibel verändert werden können und die Bauweise an Ihren gewünschten Energiestandard angepasst werden kann.
  6. Kostentransparenz sicherstellen: Überzeugt der Anbieter mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis? Welche Arbeiten sind im Grundpreis enthalten und welche Extrakosten kommen noch hinzu? Welchen Leistungsumfang bietet der Hersteller an? Lassen Sie sich nicht vom angegebenen Grundpreis täuschen. Der Hersteller muss Ihnen im Vorwege genau auflisten, welche Bau- und Baunebenkosten noch dazukommen und was die Umsetzung Ihrer Sonderwünsche kostet, sodass Sie vor Vertragsabschluss das genaue Investitionsbudget kennen. Im idealen Fall bietet Ihnen der Fertighaus-Anbieter eine Festpreis-Garantie an.
  7. Mögliche Eigenleistungen: In welchen Ausbaustufen bietet der Hersteller seine Fertighäuser an? Welche Eigenleistungen können Sie und welche müssen Sie eventuell sogar erbringen? Klären Sie im Vorwege, ob Sie nur ein schlüsselfertiges Haus in Auftrag geben können oder ob Sie den Preis bei Bedarf durch Eigenleistung reduzieren können.
  8. Baufortschritt überprüfen: Wird man während des Bauprozesses gut vom Hersteller begleitet? Führt der Bauleiter ein detailliertes Hausbautagebuch, in das man Einblicke erhält? Vermittelt der Hersteller Ihnen einen unabhängigen Baugutachter, der die Qualität überprüft? Es ist für einen Bauherrn immens wichtig, während der gesamten Bauzeit einen festen, gut informierten und seriösen Ansprechpartner zur Seite zu haben.
  9. Widerrufsrecht: Da es sich bei dem Vertrag mit einem Fertighausanbieter nicht um einen Kaufvertrag, sondern um einen Werkvertrag handelt, entfällt in der Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht. In manchen Fällen kann das Haustürwiderrufsrecht gelten, nämlich dann, wenn Sie „an der Haustür“ oder auch auf einer Messe vom Anbieter überrumpelt wurden und voreilig den Vertrag abgeschlossen haben. Enthält der Vertrag Vereinbarungen über Teilzahlungen, kann der Bauvertrag ebenfalls innerhalb von zwei Wochen nach Vertragsabschluss widerrufen werden – meist muss dann allerdings für die bereits erbrachten Leistungen gezahlt werden. Ein Vertrag mit einem Fertighausanbieter sollte deshalb niemals überstürzt unterschrieben und im idealen Fall sogar von einem Experten geprüft werden.
  10. Zahlung nach Baufortschritt: Klären Sie im Vorwege, ob bei Vertragsabschluss eine Anzahlung verlangt wird oder ob die Zahlungen gestaffelt erfolgen, zum Beispiel die erste Rate nach Bauantrag, die zweite nach Aufstellung und die dritte nach Übergabe. Seriöse Anbieter werden niemals gleich zu Beginn die komplette Summe fordern, sondern eine Zug-um-Zug-Zahlweise oder sogar eine Abrechnung nach Abnahme vorschlagen.
  11. Baufertigstellungsversicherung: Diese Versicherung schützt den Bauherrn vor finanziellem Mehraufwand, wenn der Fertighausanbieter während des Bauprozesses Insolvenz anmelden muss. Die Versicherung wird in der Regel vom Bauunternehmer abgeschlossen und muss dem Bauherrn auf Verlangen vorgezeigt werden. Es ist nicht selten der Fall, dass die Versicherung vom Bauherrn bezahlt wird.

Einige Fertighausanbieter im Überblick

Es ist immer empfehlenswert, sich auf einen Fertighausanbieter zu verlassen, der mit langjähriger Erfahrung, hohen Qualitätsstandards und einem fairen Preis-Leistungsverhältnis überzeugt.

Wir stellen Ihnen die größten Fertighausanbieter vor:

1. DFH (Deutsche Fertighaus Holding AG)
Das größte Fertighausunternehmen Deutschlands mit einem Marktanteil von über 20 Prozent vereint unter seinem Dach die Marken „massa Haus“, „allkauf“, „OKAL“ und „Ein Stein Haus“ und realisiert jährlich rund 2.900 Fertighäuser. Besonders die Aspekte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden hier groß geschrieben.

  • Gründung: 2001
  • Häuser gesamt: 130.000
  • Jahresumsatz: 447 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 120

2. Fertighaus-Gruppe Bien-Zenker und Hanse-Haus
Die Fertighaus-Gruppe wurde Ende 2017 vom Private-Equity-Haus Equistone übernommen und verfügt über ein breites Angebot – vom Bausatzhaus bis hin zum schlüsselfertigen Luxusobjekt ist für jeden Bauherrn das richtige Fertighaus dabei. Jährlich produzieren beide Gesellschaften zusammen circa 1.000 Häuser.

  • Gründung: 1906 (Bien-Zenker), 1929 (Hanse-Haus)
  • Häuser gesamt: circa 110.000
  • Jahresumsatz: 300 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 35

3. Schwörer Haus
Das mehrfach ausgezeichnete und zertifizierte Unternehmen verwirklicht Fertighäuser „made in Germany“ und legt großen Wert auf Energieeffizienz, Gestaltungsfreiheit und ansprechende Designs. Im Jahr produziert der Fertighaus-Anbieter rund 900 Häuser.

  • Gründung: 1950
  • Häuser gesamt: 39.000
  • Jahresumsatz: 250 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 50

4. Wolf System
Das international agierende Familienunternehmen hat sich nicht nur im Fertighausbau, sondern auch im Agrar- sowie im Gewerbe- und Industriebau einen Namen gemacht. Wolf System bzw. Wolf Haus baut im Jahr circa 800 Fertighäuser, die sich durch große Individualität auszeichnen.

  • Gründung: 1966
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: keine Angabe
  • Musterhäuser: 6

5. Weber Haus
Energieeffizienz, der Einsatz von wohngesunden Materialien und moderne Haustechnik zeichnen die rund 750 Fertighäuser aus, die das Familienunternehmen jährlich realisiert.

  • Gründung: 1960
  • Häuser gesamt: 34.000
  • Jahresumsatz: 240 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 33

6. Haas Fertigbau
Der Fertighausanbieter produziert pro Jahr rund 600 Fertighäuser und bietet seinen Kunden ein hohes Maß an Planungssicherheit. Aus diesem Grund wurde er 2017 u.a. als „fairster Fertighausanbieter“ und für „fairste Produktleistung“ (Focus Money 41/2017) ausgezeichnet.

  • Gründung: 1972
  • Häuser gesamt: 28.000
  • Jahresumsatz: 180 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 11 in Deutschland

7. FingerHaus
Pro Jahr erbaut der mittelständische Fertighaus-Anbieter circa 715 Häuser, die alle den hohen Qualitätsansprüchen des zertifizierten und mehrfach ausgezeichneten Bauunternehmens entsprechen.

  • Gründung: 1948
  • Häuser gesamt: 12.000
  • Jahresumsatz: 144 Millionen Euro (Stand 2013)
  • Musterhäuser: 26

8. ScanHaus Marlow
Der Fertighaus-Anbieter darf sich laut einer Studie von Focus Money (Ausgabe 41/2017) mit der Bezeichnung „fairster Fertighausanbieter“ rühmen, denn hier muss der Bauherr erst zahlen, wenn das Haus steht. Scan Haus Marlow produziert pro Jahr circa 650 Fertighäuser.

  • Gründung: 1992
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: 91 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 60

9. LUXHAUS
Der mittelständische Fertighaushersteller steht für Tradition und Qualität und produziert seit fast 100 Jahren Häuser – pro Jahr werden circa 300 energieeffiziente Wohlfühlhäuser aus Holz realisiert.

  • Gründung: 1924
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: keine Angabe
  • Musterhäuser: 10

10. Gussek Haus
Das familiengeführte Unternehmen rühmt sich damit, dass jedes Haus trotz Fertigbauweise ein Unikat ist. Pro Jahr werden circa 230 Häuser errichtet.

  • Gründung: 1951
  • Häuser gesamt: 16.000
  • Jahresumsatz: 80 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 14

11. Baufritz
Der „Ökohaus-Pionier seit 1896“ kann auf eine lange Erfahrung zurückblicken und begeistert Bauherren mit einer konsequent ökologischen Bauweise.

  • Gründung: 1896
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: 75 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 8

12. Schwabenhaus
Bei dem Fertighaushersteller stehen Nachhaltigkeit und Qualität an erster Stelle: Jedes der jährlich rund 200 erbauten Häuser ist standardgemäß ein Biohaus mit geprüfter Wohngesundheit.

  • Gründung: 1966
  • Häuser gesamt: 24.000
  • Jahresumsatz: keine Angabe
  • Musterhäuser: 35

13. ProHaus
Energieeffiziente Fertighäuser mit einem großen Spielraum an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten bietet dieser Fertighausanbieter an, der pro Jahr circa 200 Häuser „made in Germany“ realisiert.

  • Gründung: 1999
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: ca. 60 Millionen Euro
  • Musterhäuser: 13

14. Danhaus
Der Fertighaus-Anbieter steht für nordische Architektur, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und innovative Energiesparkonzepte und realisiert jährlich circa 200 Fertighäuser.

  • Gründung: 1978
  • Häuser gesamt: keine Angabe
  • Jahresumsatz: keine Angabe
  • Musterhäuser: 14

Fertighäuser aus Polen

So wie es seit Jahren verbreitet ist, günstigere Handwerker und Firmen aus Polen zu beauftragen, so zeigt sich auch der Trend, ein Fertighaus aus dem Nachbarland zu bestellen.

Im Durchschnitt sind Fertighäuser aus Polen etwas günstiger als die deutschen Modelle, weshalb sich hartnäckig das Vorurteil hält, dass die Qualitätsstandards angeblich nicht denen der deutschen Hersteller entsprechen können. Natürlich gibt es sowohl in Deutschland als auch in Polen „schwarze Schafe“ in der Baubranche – verallgemeinern darf man jedoch nicht.

Auch polnische Firmen überzeugen mit qualitativ hochwertigen und vielfältigen Fertighäusern.

Ob Bungalow, Stadtvilla oder Satteldach-Klassiker, ob als schlüsselfertiges Haus oder als Bausatzhaus, ob Passivhaus oder 3-Liter-Haus – das Angebot an Haustypen, Ausbaustufen und Energiestandards entspricht dem deutscher Fertighausanbieter. Oftmals läuft die Abwicklung über deutsche Vertriebsbüros, sodass auch die Kommunikation kein Problem darstellt.

Doch wieso ist ein polnisches Fertighaus dann in der Regel günstiger als ein deutsches? Die Ursache liegt keinesfalls an der Qualität oder an den verwendeten Materialien, sondern in erster Linie daran, dass die Produktionskosten, insbesondere die Löhne-, Material- und Lagerkosten, deutlich geringer ausfallen.

Zwei Nachteile gibt es allerdings schon. Zum einen ist es in der Regel schwieriger, sich Musterhäuser anzuschauen. Zwar muss man dafür nicht zwangsläufig nach Polen fahren, dennoch kann der Aufwand größer sein als bei einem regionalen Anbieter. Zum anderen kommen häufig höhere Transportkosten hinzu, deshalb ist es wichtig, nicht nur den Grundpreis sondern auch den Endpreis mit dem eines regionalen deutschen Anbieters zu vergleichen. Denn es gibt natürlich auch viele einheimische Fertighausanbieter, die gute Qualität zu günstigen Preisen anbieten.

 

Häufige Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema Fertighaus

Valentin Driessen