Schimmel entfernen

Die ultimative Anleitung zur Schimmelbekämpfung

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Sie haben Schimmel in der Wohnung?

Das Entfernen von Schimmel ist der Klassiker unter den Sanierungen. Um entstehen und wachsen zu können, benötigt Schimmel vor allem eines: Feuchtigkeit.

Die schwarzen und grünen Flecken an der Wand sind nicht nur unschön anzusehen, sondern können auch zur Gefahr für die Gesundheit werden. Die beste Waffe gegen den Pilz ist es, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ist Ihr Haus oder Ihre Wohnung von Schimmel befallen, sollten Sie nicht lange warten. Schimmel ist ein Pilz und breitet sich immer weiter aus. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Schimmel richtig und nachhaltig entfernen, wann Sie lieber einen Profi rufen und was Sie als Mieter einer Mietwohnung tun können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundvoraussetzung, damit Schimmel entstehen und wachsen kann, ist Feuchtigkeit.
  • Die Entstehung von Schimmel kann verschiedene Gründe haben. Zur effektiven Bekämpfung müssen Sie die Ursache finden.
  • Schimmelsporen können insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich sein.
  • Einen großflächigen Schimmelbefall sollten Sie von Fachleuten behandeln lassen.
  • Für kleine Schimmelflecken gibt es gute Schimmelentferner oder effektive Hausmittel schon für wenig Geld.
  • Die beste Waffe gegen den Schimmel ist die Vorsorge, vor allem das richtige Lüften und Heizen.
  • In einer Mietwohnung kann sowohl der Vermieter als auch der Mieter für die Schimmelentfernung verantwortlich sein.

Grundregeln der Schimmelbekämpfung

  1. Nicht ohne Schutzkleidung! Atemschutz, Gummihandschuhe und Schutzbrille sind Pflicht.
  2. Keinen direkten Kontakt mit dem Pilz, sonst wirbeln Sie die Sporen auf und verteilen sie in der Raumluft.
  3. Nach dem Schimmel entfernen duschen und die getragene Kleidung waschen.
  4. Benutzte Lappen, Bürsten und Schwämme werden entsorgt.
  5. Ein Raumluftfilter kann verbliebene Schimmelsporen in der Luft entfernen.

Was ist Schimmel eigentlich?

Schimmel ist überall! Das klingt zwar bedrohlich, ist es aber nicht. Nicht alle Schimmelpilz-Arten sind ein Problem – ganz im Gegenteil.

Schimmelpilze kommen zum Beispiel in einigen Käsesorten oder auch als Impfstoff und Antibiotika in der Medizin vor. Tatsächlich sind über 100.000 verschiedene Arten von Schimmel bekannt.

Zu den weniger gern gesehenen Schimmelsorten zählen:

  • Schwarzer Schimmel: Es gibt etwa 40 verschiedene Arten von Schwarzschimmel. Er kann überall dort vorkommen, wo ein Nährstoff, Feuchtigkeit und eine gewisse Temperatur gegeben sind. Dies kann auf Lebensmitteln genauso wie an Wänden und Decken, Tapeten oder Schränken sein.
  • Grüner Schimmel: Beliebtester Nährboden für grünen Schimmel ist Blumenerde, besonders in der Nähe von Heizkörpern. Wie auch der schwarze Schimmel bildet der Pilz ein Mykotoxin, das vor allem für immunschwache Menschen gefährlich werden kann.
  • Roter Schimmel: Tritt vor allem an Getreide und Getreideerzeugnissen auf. Er kann sich aber auch auf Holz, Karton und Papier ausbreiten – und damit eben auch an tapezierten Wänden.
  • Gelber Schimmel: Da gelber Schimmel im frühen 20. Jahrhundert vermutlich für den Tod einiger Archäologen nach dem Öffnen von ägyptischen Grabkammern verantwortlich war, hat er sich den Beinamen Fluch des Pharao verdient. Gelber Schimmel ist für den Menschen zwar äußerst gefährlich, tritt in unseren Klimaregionen aber extrem selten auf.

Die Schimmelfarbe ist aber kein generelles Indiz dafür, wie gefährlich ein Schimmelpilz ist. Zudem sind einige Schimmelpilze gar nicht zu sehen, sondern können nur durch Materialproben oder eine Analyse der Luft nachgewiesen werden.

Ein Schimmelbefall an der Wand oder auf Möbeln sollte in jedem Fall schnellstmöglich entfernt werden.


Wo kann Schimmel entstehen?

Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit. Dabei muss es sich nicht zwingend um durchnässtes Material handeln. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Schimmelbildung. Wo es nass ist, kann Schimmel wachsen – vorausgesetzt, es ist nicht eiskalt.

In einer trockenen Umgebung kann Schimmel nicht entstehen. Außerdem benötigt der Pilz einen Nährboden. Dies kann nahezu jedes Material sein, einige Oberflächen sind aber besonders beliebt:

  • Lebensmittel,
  • Kleidung, Leder und andere Stoffe,
  • Teppichböden und Textilmöbel,
  • Putz, Farben und Lacke,
  • Tapetenkleister und Kleber für Fußbodenbeläge,
  • Einige Kunststoffe, Gummi, Silikonabdichtungen,
  • Holz,
  • Erde.

Im Grunde reicht aber schon eine mit Staub oder anderen organischen Substanzen verunreinigte Fläche aus. Daher kann Schimmel auch auf Beton, Zement, Gipskarton oder Glas entstehen.


Warum entsteht Schimmel?

Die Schimmelbildung lässt sich in aller Regel auf eine von vier Ursachen zurückführen:

1. Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto mehr Wasser wird in Form von Wasserdampf freigesetzt. Besonders Kochen, Duschen oder das Aufhängen von nasser Wäsche produziert Feuchtigkeit in der Luft.

Aquarien, Zimmerpflanzen und selbst bloßes Atmen sind weitere Feuchtigkeitsquellen. Ab einer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 Prozent kann Schimmel entstehen, selbst auf eigentlich trockenen Flächen.

Dagegen hilft nur regelmäßiges Lüften. Besonders bei energiesparenden, sehr luftdichten Gebäuden kann eine schlechte Belüftung schnell zur Schimmelbildung führen. In modernen Neubauten wird dies häufig von automatisierten Lüftungsanlagen übernommen.

Schimmel am neuen Fenster

Ein häufiges Phänomen: Nach dem teuren Einbau moderner Fenster entsteht auf einmal Schimmel an den Fensterlaibungen. Wie kann das sein?

Die Antwort ist im Grunde ganz einfach: Die alten Fenster waren undicht.

Dadurch ging zwar Wärme verloren, aber es konnte auch Feuchtigkeit den Raum verlassen. Durch die neuen, dichten Fenster wird diese Feuchtigkeit nun im Raum gehalten, was die Entstehung von Schimmel begünstigt. Das beste Mittel dagegen: häufiges Stoßlüften.

2. Kondensierendes Wasser

Kondenswasser entsteht dann, wenn warme, feuchte Luft auf kühlere Stellen trifft. Die Luft kühlt sich an diesen Stellen ab, wodurch sie weniger Feuchtigkeit speichern kann. Diese Feuchtigkeit setzt sich dann an der Oberfläche der Wand als Kondenswasser ab.

Gesehen hat dies wahrscheinlich jeder schon einmal, etwa bei einem beschlagenen Spiegel oder einem kalten Bierglas. In einem Wohnraum funktioniert dies im Grunde genauso. Die aufgeheizte Luft schlägt sich an kühlen Stellen der Wand als Tauwasser nieder. Dadurch wird der Untergrund feucht und Schimmel kann entstehen.

Daher ist es wichtig, dass auch wenig genutzte Räume nicht zu stark auskühlen. Eine häufige Problemstelle sind Wärmebrücken bzw. Kältebrücken rund um die Fenster, da diese dazu neigen, die kälteste Stelle in einem Raum zu sein. Auch der Bereich hinter sperrigen Möbeln und Verkleidungen ist schimmelgefährdet, da dort weniger geheizt wird und kaum Luft zirkuliert.

Eine gute Dämmung der Außenwände reduziert die Gefahr der Schimmelbildung, da die Kälte / Wärme nicht durch die Wände hindurch gelassen wird.

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Altbauten sind besonders anfällig

Viele Altbauten sind schlecht oder gar nicht gedämmt. Wenn es draußen kalt ist, werden auch die Wände sehr kühl. Die Feuchtigkeit der beheizten Luft legt sich dann als Tauwasser an der Wand ab.

3. Wasserschäden

Wo Feuchtigkeit ist, kann Schimmel entstehen. Logisch also, dass ein geplatzter Wasserschlauch, ein Rohrbruch, ein übergelaufenes Waschbecken oder eine Überschwemmung durch starken Regen die Schimmelbildung begünstigen.

Besonders problematisch ist es, wenn der Schaden nicht direkt sichtbar ist. Wenn ein Rohr innerhalb der Wand platzt oder Nässe von unten hoch dringt sind die betroffenen Wände dauerhaft feucht. Der Schimmelpilz breitet sich immer weiter aus und Holz und Dämmmaterial vergammeln mit der Zeit.

4. Bauliche Mängel

Der Neubau ist fertig, doch schon kurz nach dem Einzug machen sich erste Schimmelspuren an der Wand breit. Ärgerlich, denn der Grund liegt häufig in Fehlern beim Bau oder unsachgemäßer Arbeit.

Kritische Stellen sind vor allem das Dach, Dachrinnen, Fallrohre, Kellerabdichtungen, Fenster und Balkontüren sowie eine undichte oder rissige Fassade. Wurde hier beim Bau gepfuscht, kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk oder sogar in die Wohnräume eindringen und Schimmel entstehen.

Häufig liegt die Ursache auch darin, dass der Bau nicht ausreichend austrocknen konnte. Wände, Böden und Decken brauchen eine Weile um trocken zu werden. Wird zu schnell gearbeitet, bleibt die Feuchtigkeit im Mauerwerk und der Schimmel bekommt einen guten Nährboden. Ist das Haus fertig gebaut, sollten Sie es vor dem Einzug zwei Wochen lang trocknen lassen.


Schimmel erkennen: Ist Schimmel immer sichtbar?

Der Schimmel selbst ist für uns nicht sichtbar. Was wir sehen, sind die sich auf einer Oberfläche ausbreitenden Sporen und Pilzfäden.

Schimmelsporen in der Luft umgeben uns überall. Das ist ganz normal und völlig unbedenklich. Erst in höherer Konzentration, also wenn sich der Schimmel niederlässt und wächst, kann es für Menschen gefährlich werden.

Festgelegte Grenzwerte dazu gibt es nicht. Es gilt das Prinzip der Vorsorge: Wenn Sie einen Schimmelbefall entdecken, sollten Sie sich darum kümmern, um Schlimmeres zu verhindern.

Ein Schimmelbefall macht sich meist mit vereinzelten kreisrunden Flecken bemerkbar. Nach und nach wachsen diese dann zu einem Pilzteppich an.

Versteckten Schimmel aufspüren

Problematisch sind Schimmelpilze hinter Tapeten, Verkleidungen, Schrankwänden oder anderen sperrigen Möbelstücken. Nehmen Sie einen muffigen Geruch innerhalb Ihrer Wohnung wahr, der auch nach dem Lüften noch da ist, sollten Sie unbedingt auf Ursachenforschung gehen.

Etwas Sicherheit kann ein Schimmeltest geben, entsprechende Test-Sets finden Sie im Fachhandel oder im Internet. Um einen Schimmelbefall feststellen zu können, werden Proben mit einem Klebestreifen oder Abstrichstäbchen genommen und auf einer speziellen Nährlösung in einer oder mehreren Petrischalen aufgebracht. Die Schalen werden dann in ein Labor zur Untersuchung geschickt.

Solche Schimmel-Schnelltests gibt es schon für wenig Geld. Allerdings sind sie auch nicht besonders genau und recht fehleranfällig.

Die Tricks der Profis

Professionelle Schimmelbekämpfer setzen weitere Testverfahren ein, um einen Schimmelbefall bzw. dessen Ausmaß und Bedrohlichkeit zu bestimmen:

  • Materialproben: Die einfachste Form der Schimmelprüfung ist eine Materialprobe. Teile des befallenen Materials (Steinbrocken, Holzstücke etc.) werden entnommen und in einem Labor untersucht.
  • Spürhunde: Ein auf Schimmel trainierter Spürhund kann einen versteckten Schimmelbefall verlässlich aufspüren, allerdings keine Aussage über das Ausmaß machen.
  • Raumluftmessung: Mit speziellen Geräten wird die Konzentration von Schimmelsporen in der Luft gemessen.
  • Abklatschen: Beim Abklatschen wird ein vorbereiteter Nährboden auf eine schon von Schimmel befallene Stelle gedrückt. Auf diese Weise werden Sporen eingefangen, die auf dem Nährmedium wachsen und anschließend untersucht werden können.

4 Typische Orte für Schimmelbefall

Direkt unterm Dach

Ein undichtes Dach oder eine kaputte Regenrinne ist einer der häufigsten Gründe für eindringende Feuchtigkeit. Schauen Sie in Räumen unterhalb des Daches besonders in den oberen Ecken und Kanten nach Verfärbungen.

Keller

Kellerräume sind in aller Regel deutlich kühler als die Wohnräume darüber. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollten diese daher ausreichend belüftet werden. Ein dauerhaft offenes Fenster ist aber keine gute Idee. Besser ist regelmäßiges Stoßlüften für einige Minuten.

Badezimmer und Küche

Beim Duschen oder Kochen sammelt sich Feuchtigkeit in der Luft. Feuchte Fugen, Fensterrahmen, Gummidichtungen, Holz und Tapeten bieten Schimmelpilzen einen idealen Nährboden. Tipp: Auf Fliesen kann sich Schimmel kaum festetzen.

Schlafzimmer / Kinderzimmer

Wir schwitzen und atmen im Schlaf. Dadurch entsteht Feuchtigkeit. Wenn diese nicht entweichen kann, legt Sie sich an den Wänden nieder.


Harmlos oder gefährlich – Ist Schimmel gesundheitsgefährdend?

Vereinzelte Schimmelsporen in der Luft sind in aller Regel kein Problem für den Menschen. Bei einem normalen Lüftungsverhalten verfliegen diese ohnehin schnell. Erst bei einer höheren Konzentration kann der Pilz zur Gefahr für unsere Gesundheit werden.

Wenn ein Schimmelpilz einen Nährboden findet und wachsen kann, gibt er Sporen in die Luft ab. Es bilden sich Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine. Atmen wir diese ein, können Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Infektionen und andere Krankheiten die Folge sein.

Ab wann ist Schimmel gefährlich?

Ab wann genau ein Schimmelpilz zur Gesundheitsgefährdung wird, kann nicht klar bestimmt werden. Wenn ein Schimmelbefall schon sichtbar ist, sollte das Problem aber in jedem Fall angegangen werden.

Insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch eine chronische Erkrankung, sollten vorsichtig sein. Wer beispielsweise an einer Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Allergien, Asthma oder einer anderen Atemwegserkrankung leidet, sollte sich vom Schimmel lieber fernhalten.

Auch für Säuglinge und Kinder besteht ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung, da diese noch nicht ausreichende Abwehrkräfte gebildet haben. Es drohen langfristige oder sogar bleibende Schäden.

Was sind typische Symptome und Anzeichen für Schimmelsporen in der Luft?

Es gibt eine Reihe an typischen Symptomen, die bei über einen längeren Zeitraum eingeatmeten Schimmelsporen auftreten können. Das Problem dabei ist, dass all diese Anzeichen nicht eindeutig auf einen Schimmelbefall hindeuten. Auch andere Auslöser oder Krankheiten können die Ursache sein.

Symptome eines Schimmelbefalls

  • Atemwegsbeschwerden,
  • Halskratzen, Heiserkeit und Husten,
  • allergische Reaktionen,
  • Kopfschmerzen und Migräne,
  • chronischer Schnupfen,
  • Erschöpfungszustände, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit,
  • Bauchschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden,
  • Ausschläge auf der Haut,
  • brennende, gerötete Augen.

In schweren Fällen können auch Infektionen (Mykosen) und Pilzbefall auf der Haut auftreten. Ein weiteres Indiz ist, wenn die Symptome innerhalb der Wohnung deutlich stärker auftreten als im Freien. Ein klarer Beweis ist aber auch das nicht.

Kann Schimmel ein Haus zerstören?

Jein. Schimmelpilze wachsen oberflächlich – sie dringen nicht in die Bausubstanz ein, allerhöchstens in die obersten Schichten. Es wäre also falsch zu behaupten, dass Schimmel ein Haus zerstört.

Aber: Schimmel entsteht da, wo es feucht ist. Und Feuchtigkeit ist auch für andere Pilze eine willkommene Grundlage. Holz zum Beispiel modert und zerfällt mit der Zeit. Schimmel kann also auf eine Gefährdung der Bausubstanz hindeuten.


Schimmel bekämpfen: Kann ich Schimmel selber entfernen?

Professionelle Schimmelexperten arbeiten gründlich und nachhaltig – haben aber natürlich ihren Preis. Je nachdem, wie schwerwiegend der Schimmelbefall ist, können Sie auch selbst aktiv werden.

Kleine Flecken an der Wand oder auf leicht zu reinigendem Material wie Fenstern oder Fliesen können Sie selber entfernen. Bei einem großflächigen Befall oder wenn Sie einen deutlich muffigen und modrigen Geruch wahrnehmen, sollten Sie die Arbeit aber in professionelle Hände geben.

Wenn das Gebäude bereits einen sichtbaren Schaden erlitten hat oder Sie bei sich eines der weiter oben aufgeführten gesundheitlichen Symptome festgestellt haben, muss auf jeden Fall ein Profi ran.

Wichtig: Die Ursache finden

Egal wie groß der Schimmelbefall ist – wichtig ist, dass Sie die Ursache finden. Ist der Schimmel durch ein einmaliges Ereignis (Überschwemmung , Wassersachden etc.) entstanden, muss er meist nur einmalig entfernt werden.

Ist aber die Wand durch ein undichtes Dach oder eine brüchige Fassade feucht geworden, wird der Schimmel immer wieder auftreten, solange das Problem nicht behoben ist. Ein Überstreichen mit Anti-Schimmel-Farbe bringt dann nur kurzfristigen Erfolg.

Ähnlich verhält es sich, wenn die Feuchtigkeit aufgrund von Nutzungsverhalten entstanden ist, beispielsweise durch falsches Lüften. Ein Test der Stiftung Warentest hat gezeigt, dass schon drei Wochen nach der Entfernung neue Schimmelflecken entstehen, wenn die Ursache nicht behoben ist.

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Den Raum vorbereiten

Bevor Sie mit der Schimmelentfernung loslegen, sollten Sie dafür sorgen, dass der Raum gut durchlüftet ist. Die meisten Mittel zur Schimmelbekämpfung verursachen schädliche oder entzündliche Dämpfe. Auch der Schimmel selbst gerät bei der Entfernung in die Raumluft.

Womit entfernt man Schimmel?

Die Stiftung Warentest hat Ende 2013 20 Mittel zur Schimmelbekämpfung getestet. Darunter 3 Haus­mittel und 17 Schimmelentferner aus dem Einzelhandel.

Die Ergebnisse waren überwiegend positiv. Besonders die Mittel mit Alkohol erzielten gute Testergebnisse. Alkohol reinigt, desinfiziert und entzieht dem Untergrund die Feuchtigkeit, wodurch der Schimmel seinen Nährboden verliert.

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Vorsicht mit Alkohol

Alkohol ist brennbar und sollte niemals gesprüht, sondern mit einem Tuch aufgewischt werden. Auf keinen Fall sollten Sie in der Nähe rauchen.

Hausmittel zur Schimmelbekämpfung

Zu den Hausmitteln gegen Schimmel zählen Brenn­spiritus, Isopropyl­alkohol und Wasser­stoff­per­oxid.

  • Brennspiritus: Einfach und günstig. Einen Liter Brennspiritus gibt es schon für etwa zwei Euro in Baumärkten und einigen Supermärkten zu kaufen.
  • Isopropyl­alkohol: Etwas teurer als Spiritus, aber immer noch für unter 10 Euro zu bekommen. Etwas schonender für Gesundheit und Umwelt. Zu kaufen gibt es Isopropyl­alkohol in Apotheken oder über Amazon.
  • Wasser­stoff­per­oxid: 3%-iger Wasser­stoff­per­oxid enthält deutlich weniger Alkohol als die anderen beiden Hausmittel. Er ist nicht brennbar, entfernt Schimmel trotzdem gut und hat im Test eine deutlich bessere Reinigungswirkung erzielt. Wasser­stoff­per­oxid erhalten Sie in Baumärkten, Apotheken oder im Internet.
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Was ist mit Essig?

Ein anderes bekanntes Hausmittel gegen Schimmel ist Essig. Das Umweltbundesamt rät allerdings von dem Gebrauch ab, da Essig von vielen Baustoffen (insbesondere Kalk) neutralisiert wird. Schlimmer noch: Mit dem Essig gelangen organische Nährstoffe auf das Material, was sogar zu einer Ausbreitung des Schimmelpilzes führen kann.

Schimmel-Hausmittel im Test
 Brennspiritus (>94% Ethanol)Isopropylalkohol (70%ig)Wasserstoffperoxid (3%ig)
GesamtergebnisGUT (2,3)GUT (2,1)GUT (2,0)
Wirk­sam­keitsehr gut (1,5)sehr gut (1,5)gut (2,0)
Rei­nigungs- und Bleich­wirkungausreichend (4,0)befriedigend (3,0)sehr gut (1,0)
Gesundheit und Umweltbefriedigend (3,1)befriedigend (2,7)gut (2,4)
Hand­habunggut (1,7)gut (1,6)gut (1,5)

Schimmelentferner im Handel

Die meisten Schimmelentferner werden gesprüht. Die besten Testergebnisse erzielten Produkte, die Benzalkonium­chlorid enthalten, ein äußerst starkes Desinfektionsmittel. Allerdings sollte Benzalkoniumchlorid möglichst nicht mit der Haut in Kontakt kommen und kann Allergien hervorrufen.

Preislich liegen die Mittel bei 7 bis 10 Euro pro halbem Liter. Wer auf Chlor verzichten möchte kann zu Sprays mit Wasserstoffperoxid oder Ethanol greifen.

Eine Alternative ohne Chemie oder Alkohol ist die Schimmelbekämpfung mit heißem Dampf. Allerdings sind Dampfreiniger lange nicht so effektiv wie die beschriebenen Schimmelentferner. Wenn es blöd läuft, verschlimmern sie sogar das Problem, da der Dampf den Untergrund durchfeuchtet.

Kann ich einen Staubsauger benutzen?

Den Schimmelpilz mit einem Staubsauger aufzusaugen ist keine gute Idee, da dabei in der Regel Schimmelsporen aufgewirbelt und in der Luft verteilt werden. Soll trotzdem ein Staubsauger eingesetzt werden, muss dessen Dichtigkeit nach DIN EN 1822 geprüft worden sein.

Finger weg von Chlorbleiche

Die Stiftung Warentest rät davon ab, Mittel zu verwenden, die Natriumhypochlorid (Chlorbleiche) enthalten. Der Stoff bekämpft zwar den Schimmelpilz, belastet aber auch die Atemwege und die Umwelt. Außerdem verfärbt Chlorbleiche empfindliche Untergründe.

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Wichtig: Schutzkleidung tragen!

Egal womit Sie den Schimmel bekämpfen – unbedingt Schutzkleidung tragen! Die Chemikalien und auch die aufgewirbelten Schimmelsporen greifen Haut, Augen und Atemwege an. Daher sind Gummihandschuhe, Schutzbrille und Atemschutz absolute Pflicht.

Schimmel richtig entfernen auf jeder Oberfläche

Unterschiedliches Material erfordert unterschiedliche Maßnahmen.

Glas, Metall, Keramik und Silikonfugen

Glatte Flächen, in die der Schimmel nicht eindringen kann, sind unkompliziert. Der Pilz kann einfach mit einem Haushaltsreiniger abgewischt werden. Den verwendeten Schwamm danach aber wegschmeißen.

Holz

Bei Holz kommt es auf den Grad des Schimmelbefalls an. Ist dieser nur oberflächlich, kann er abgewaschen werden. Ist der Pilz in das Holz eingedrungen, hilft möglicherweise, es abzuschleifen. In schweren Fällen müssen die betroffenen Teile fachgerecht ausgetauscht werden.

Entfernbares Material: Tapete und Gipskarton

Stark von Schimmel befallenes saugfähiges und poröses Material, das vergleichsweise einfach auszutauschen ist, sollte entfernt und ersetzt werden. Dabei müssen Sie unbedingt prüfen, ob auch die darunter liegende Fläche betroffen ist.

Möbel, Teppiche und Co.

Stoffe und Textilien, in die ein Schimmelpilz eingedrungen ist, sind kaum noch zu retten. Wenn es sich nicht gerade um ein kostbares Erbstück handelt, ist Wegschmeißen und Ersetzen die einfachste und günstigste Lösung.

Glatte, versiegelte Oberflächen wie Tische oder Stühle können dagegen meist einfach abgewischt werden.

Nach der Schimmelbekämpfung

Nach dem Schimmel entfernen sollten Sie unbedingt duschen und die verwendete Kleidung waschen.

Entferntes Material wie Tapeten und die benutzten Schwämme etc. entsorgen Sie gesammelt in einem Plastikbeutel im Hausmüll.

Ein Raumluftfilter kann dafür sorgen, dass auch letzte Pilzsporen in der Luft nicht eingeatmet werden. Allerdings sind gute Geräte nicht gerade günstig.


Wann brauche ich einen Fachmann für die Schimmelentfernung?

Eine professionelle Schimmelentfernung ist dann sinnvoll, wenn …

  • der Schimmelfleck größer ist als ein halber Quadratmeter,
  • die Ursache unklar ist oder
  • Sie gesundheitliche Einschränkungen festgestellt haben.

Ein großflächiger Schimmelbefall erfordert aufwendige Sanierungsarbeiten, die Tage oder sogar Wochen dauern können. Wer sichergehen will, dass der Schimmel nicht wiederkommt, ist gut beraten, einen Profi zu beauftragen.

Bei einem Schimmelbefall auf Holz sollte unbedingt geprüft werden, ob das Material weiteren Schaden genommen hat.

Was kostet eine professionelle Schimmelsanierung?

Wie viel die Schimmelbekämpfung einer Fachfirma kostet, hängt ganz entscheidend davon ab, wie stark der Befall ist und welche Sanierungsmaßnahmen zu tun sind.

Eine einfache Entfernung und Luftreinigung gibt es schon für einige hundert Euro. Wenn mehrfach gearbeitet werden muss, Bauteile ausgetauscht werden müssen oder die Ursache noch völlig unklar ist, können die Kosten einer Schimmelfirma schnell auf 1.500 Euro und mehr ansteigen.

Mit durchschnittlich 1.000 Euro sollten Sie für die Schimmelentfernung rechnen.


Schimmel vorbeugen: 10 Tipps, wie Schimmel gar nicht erst entsteht

Die effektivste Form der Schimmelbekämpfung ist die Vorsorge. Mit diesen Tipps sorgen Sie dafür, dass der Pilz gar nicht erst entstehen kann.

1. Richtig Lüften

Das A und O der Schimmelbekämpfung ist regelmäßiges Lüften. Dadurch wird die feuchte Raumluft mit frischer, trockener Luft ausgetauscht. Besonders nach dem Duschen und beim Kochen ist dies wichtig.

Die beste Art und Weise ist mehrfaches Stoßlüften. 2 bis 3 mal am Tag – zum Beispiel morgens und abends – sollten möglichst viele Fenster für fünf bis zehn Minuten aufgerissen werden. Im Sommer etwas mehr, im Winter reichen auch 2 bis 3 Minuten aus. Der so entstehende Durchzug transportiert die Feuchtigkeit nach draußen.

Die Fenster den ganzen Tag auf Kipp zu stellen bringt dagegen nicht viel, da ein Luftaustausch kaum stattfindet. Je nach Heizverhalten kann die Schimmelbildung dadurch sogar begünstigt werden, denn der Bereich rund um die Fenster kühlt aus, während die Luft innerhalb der Räume aufgeheizt wird.

2. Richtig Heizen

Schimmelpilze mögen ein warmes, feuchtes Klima. Das bedeutet aber nicht, dass kalte Räume nicht gefährdet sind – im Gegenteil. Da kalte Luft weniger Wasser aufnehmen kann als warme, kondensiert überschüssige Luftfeuchtigkeit an der Wand.

Eine konstante Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad ist ideal. Auch Räume, die nicht ständig genutzt werden, müssen geheizt werden.

3. Dusch- und Kochverhalten

Wasserdampf erhöht die Luftfeuchtigkeit stark. Daher sollte nach dem Kochen und dem Benutzen der Dusche unbedingt kurz durchgelüftet werden.

4. Effektive Außendämmung

Gut gedämmte Außenwände kühlen weniger stark aus. Die Temperaturunterschiede zwischen Wand und Innenraum werden gering gehalten und das Schimmelrisiko sinkt.

5. Automatische Belüftung

Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger der produzierten Wärme geht verloren, was Heiz- und Energiekosten spart. Umso wichtiger, dass die Raumluft zwischendurch mit frischer Luft ersetzt wird.

In modernen Energiesparhäusern wird dazu eine automatisierte Lüftungsanlage verbaut. Optimal ist eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher. Dieser sorgt dafür, dass die Luft ausgetauscht wird und trotzdem kaum Wärme verloren geht. Bis zu 90 Prozent der Wärmeenergie kann so zurückgewonnen werden.

Eine solche Lüftungsanlage bietet nicht nur optimalen Schutz vor Schimmel, sondern spart auch Heizkosten.

6. Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit innerhalb der Räume nicht über 40 Prozent steigen. Im Sommer darf es etwas mehr sein: 60 Prozent sind das Maximum.

Die Luftfeuchtigkeit kann mit einem Hygrometer gemessen werden. Einfache Geräte gibt es schon ab 10 Euro.

Zur Reduzierung der Feuchtigkeit gibt es Luftentfeuchter. Diese entziehen der Luft das Wasser und sammeln es in einem integrierten Tank, der regelmäßig geleert werden muss oder an eine Abwasserleitung angeschlossen wird.

Vernünftige elektrische Geräte bringen einen deutlich spürbaren Effekt. Zu kaufen gibt es sie ab ca. 120 Euro. Für kleine Räume gibt es weniger leistungsstarke Entfeuchter für ca. 50 Euro.

Eine nicht-elektrische Alternative sind chemische Pulver und Granulate, die der Luft das Wasser entziehen. Eine Schale mit Kochsalz oder Reis erfüllt eine ähnliche Funktion, allerdings ist der Effekt eher gering.

7. Möbel mit Abstand aufstellen

Zwischen Möbeln und Außenwänden sollte ein Abstand von 10 cm gelassen werden, damit die Luft dort zirkulieren kann.

8. Wäsche draußen trocknen

Neben Duschen und Kochen ist nasse Wäsche der größte Verursacher von feuchter Raumluft. Wer einen Balkon oder eine (überdachte) Terrasse hat, sollte seine Wäsche dort trocknen lassen, statt sie innerhalb der Wohnung aufzuhängen.

Übrigens: Auch Kissenbezüge sollten regelmäßig (heiß) gewaschen werden. Häufig bleibt im Kissen wachsender Schimmel lange Zeit unentdeckt.

9. Pflanzen in der Wohnung

Pflanzen machen das Zuhause wohnlicher und sorgen für ein angenehmes Raumklima. Zu viel Grün innerhalb der Wohnung kann aber für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Außerdem sollten Pflanzen nicht überwässert werden, da sonst die Blumenerde anfängt zu schimmeln.

10. Geschlossenes Aquarium

Wer ein Aquarium in seinen Wohnräumen besitzt, sollte dieses nicht offen stehen lassen, da sonst viel Feuchtigkeit in die Raumluft abgegeben wird.


Mietrecht: Muss der Vermieter die Beseitigung von Schimmel bezahlen?

Eine Schimmelentfernung kostet Geld und Zeit. Bei einem Befall in einer Mietwohnung stellt sich häufig die Frage: Wer muss sich darum kümmern? Und vor allem: wer bezahlt das Ganze?

Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten, denn es kommt ganz entscheidend darauf an, wer den Schimmelschaden verursacht hat.

Wann muss der Vermieter zahlen, wann der Mieter?

Ein Schimmelbefall lässt sich grundsätzlich auf eine von zwei Ursachen zurückführen:

  • Probleme mit der Immobilie, etwa Baumangel, Verschleiß oder eingetretene Feuchtigkeit durch Starkregen.
  • Das Nutzungsverhalten der Bewohner, zum Beispiel das Heizen und Lüften oder selbstverschuldete Überschwemmungen.

Ist der Mieter für die Schimmelbildung verantwortlich, muss er auch für die Entfernung aufkommen – andernfalls ist dies Vermietersache.

In der Praxis lässt sich ein Verschulden aber nicht immer zweifelsfrei nachweisen, weshalb es häufig zu Streitigkeiten kommt.

Rein rechtlich muss der Mieter im ersten Schritt einen Mangel aufzeigen. Im zweiten Schritt muss der Vermieter nachweisen, dass der Mangel nicht in seinem Verantwortungsbereich liegt. Nun ist wieder der Mieter an der Reihe, der darlegen muss, dass ihn keine Schuld an dem Schimmelbefall trifft.

Selten lässt sich diese Beweiskette problemlos durchziehen. Streitfälle landen häufig vor Gericht. Im Zweifelsfall muss ein Sachverständiger per Gutachten die Ursache für den Schimmelbefall feststellen. Kommt dabei kein eindeutiges Ergebnis oder eine Mischursache heraus, ist es auch möglich, dass sich Mieter und Vermieter die Kosten für die Schimmelentfernung teilen.

Was darf der Vermieter vom Mieter verlangen?

Mit der Unterschrift des Mietvertrags verpflichten sich Mieter, mit der gemieteten Immobilie bzw. Wohnung sorgfältig umzugehen. Dazu gehört auch die Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden.

Das bedeutet: Mieter müssen tun, was ihnen möglich und zumutbar ist, um eine Schimmelbildung zu verhindern. Das schließt ein angemessenes Heiz- und Lüftungsverhalten mit ein.

Der Vermieter hat das Recht, spezielle Vorgaben zum Heizen und Lüften zu machen, solange der Mieter dadurch nicht unzumutbar eingeschränkt wird und weiterhin ungestört Wohnen kann. Zwei- bis dreimal täglich stoßzulüften sowie ein 10- bis 15-minütiges Stoßlüften nach dem Duschen und Kochen wird als angemessen angesehen.

Außerdem muss der Mieter darauf achten, beim Umgang mit Wasser keine Feuchtigkeitsschäden zu verursachen, etwa wenn Wasser verschüttet wird.

Erweiterte Pflichten nur mit gesonderter Vereinbarung

Darüber hinausgehende Pflichten können nur bestehen, wenn der Mietvertrag eine konkrete Vereinbarung enthält.

Der Mieter kann in keinem Fall verpflichtet werden, bauphysikalische Mängel der wohnung durch für ihn unzumutbares Verhalten auszugleichen. Ist die Dämmung bspw. so schlecht, dass über das normale Maß hinaus geheizt werden muss, ist dies Vermietersache und Grund für eine Mietminderung.

Trägt der Mieter aber Schuld an der Ursache für einen erhöhten Lüftungs- oder Heizbedarf, muss er sich den Umständen anpassen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn in der Wohnung viele Pflanzen oder Aquarien stehen.

Etwas komplizierter ist die Frage nach einem Mindestabstand der Möbel zu den Wänden. Mieter sollten darauf achten, dass sich dort kein Tauwasser bilden kann. Allerdings müssen aus bauphysikalischer Sicht schon wenige Zentimeter ausreichen, um eine Schimmelbildung auszuschließen.

Ein generell einzuhaltender Zirkulationsabstand ist vertraglich nur rechtmäßig, wenn der Vermieter vor Vertragsbeginn darauf ausdrücklich hingewiesen hat. Üblicherweise geschieht dies im Rahmen einer Individualvereinbarung.

Steht Mietern eine Mietminderung zu?

Trägt der Mieter keine Schuld für die Schimmelbildung, steht ihm für die Zeit, in der er die Wohnung nicht vertragsgemäß nutzen kann, eine Minderung der Miete zu.

Die Höhe der Mietminderung hängt von dem Ausmaß des Befalls und der Beeinträchtigung für den Mieter ab. Ist die Wohnung aufgrund einer Gesundheitsgefährdung unbewohnbar, kann die Miete um bis zu 100 Prozent gemindert werden.

Sind einzelne Räume betroffen, aber noch benutzbar, wird in der Regel eine Minderung von 10 bis 20 Prozent für den Zeitraum bis zur Behebung des Schadens als angemessen angesehen.

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Wichtig: Vermieter muss informiert werden

Wenn Sie als Mieter einen Schimmelschaden bemerken, müssen Sie Ihren Vermieter umgehend informieren – unabhängig davon, ob eine Mietminderung möglich ist. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, kann der Vermieter möglicherweise Schadensersatz fordern.


Schimmel in der Eigentumswohnung: Haftet die Hausgemeinschaft?

Ob Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft die Kosten für die Schimmelentfernung in ihrer Wohnung selber zahlen müssen, hängt im Wesentlichen von einer Frage ab: Wodurch ist der Schaden entstanden?

Betrifft der Schimmelschaden nur Ihre Wohnung bzw. wurde von Ihnen verursacht, tragen Sie natürlich auch selbst sämtliche Kosten. Muss ein Schaden am Gemeinschaftseigentum (Dach, Fassade etc.) repariert werden, teilen die Eigentümer sich die Kosten.

Knifflig wird es, wenn ein Schimmelbefall zwar durch einen Schaden am Gemeinschaftseigentum ausgelöst wurde, aber nur Ihr Sondereigentum (also nur Ihre Wohnung) betrifft.

Die Gemeinschaft haftet in einem solchen Fall nur dann, wenn ein Mangel (zum Beispiel ein undichtes Dach) bekannt war, aber dagegen nichts unternommen bzw. zu spät gehandelt wurde.

Auf den Kosten für die Schimmelentfernung bleiben Sie als Wohnungseigentümer häufig sitzen. Allerdings können Sie die Behebung des ursprünglichen Schadens von der Eigentümergemeinschaft bzw. deren Verwalter einfordern.


Schimmel im Neubau: Wie kann das sein?

Das Haus ist gerade fertig gebaut und schon wenige Wochen nach dem Einzug macht sich Schimmel breit? Sehr ärgerlich, aber leider nicht so selten, wie man es sich wünschen würde.

Die häufigste Ursache: Eine zu kurze Trocknungszeit.

Beim Bau eines Hauses wird Wasser eingesetzt. Auch Regen während der Bauphase sorgt dafür, dass Bauteile feucht werden. Bevor Sie in Ihr frisches Haus einziehen, sollten sie es erstmal trocknen lassen.

Dazu heizen Sie das leere Haus zwei Wochen lang konsequent durch und stoßlüften drei bis viermal am Tag quer durchs ganze Haus. Die Fenster einfach permanent auf Kipp zu stellen, hilft nicht. Dies kann die Schimmelbildung sogar zusätzlich begünstigen.

Hat die Baufirma gepfuscht und dadurch die Schimmelbildung verursacht, ist dies ein Gewährleistungsfall. Um auf Nummer sicher zu gehen, ziehen Sie einen Bausachverständigen zu Rate.

Vorschriften für Neubauten, um Schimmel zu vermeiden

  • DIN 4108-2: 2001-03 – Mindestwärmeschutz
  • DIN 18195 – Abdichtung gegenüber aufsteigender Bodenfeuchte
  • DIN 4108-3 – Schutz vor Schlagregen

Haus mit Schimmel gekauft – Was nun?

Immobilienkaufverträge beinhalten in der Regel eine Klausel über den Gewährleistungssauschluss für nach dem Kauf auftretende Mängel. Diese greift allerdings nur, wenn der Verkäufer nichts von dem Schaden wusste und diesen nicht arglistig verschwiegen hat.

Der Verkäufer muss dem Käufer alle Einzelheiten mitteilen, die den Wert der Immobilie bzw. die Kaufentscheidung entscheidend beeinflussen können. Dazu gehört ein bestehender Schimmelschaden ebenso wie eine größere Schimmelsanierung in der Vergangenheit. Spätestens dann, wenn der Käufer nachfragt, muss der Verkäufer wahrheitsgemäß antworten.

Fällt Ihnen in Ihrer neu erworbenen Immobilie Schimmel auf, sollten Sie sich mit dem Käufer in Verbindung setzen und die Beseitigung bzw Schadensersatz fordern. In besonders schweren Fällen ist sogar eine komplette Rückabwicklung des Kaufvertrags möglich. Stellt sich der Verkäufer quer, können Sie sich einen Schimmelexperten ins Boot holen, um die Ursache der Schimmelbildung herauszufinden.

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