Wintergarten: Was kostet es?

Ein Wintergarten kostet durchschnittlich 3.900 Euro pro Quadratmeter

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Egal woraus ein Wintergarten besteht und wie groß er ist – er stellt immer eine Bereicherung für einen Immobilie dar. Er sorgt für zusätzliche Wohnfläche und wertet daher jedes Haus nicht nur optisch, sondern auch finanziell auf. Es gibt alle möglichen Variationen von Wintergärten, die man in Kaltwintergärten und Warm- bzw. Wohnwintergärten unterteilt und welche vom kleinen Glashaus hin zur stattlichen Orangerie jede Form annehmen können.

Was ein Wintergarten am Ende kostet, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig:

  • Art und Größe des Wintergartens
  • Art der Konstruktion
  • Betriebskosten
  • Zusatzkosten
  • Sicht- und Sonnenschutz

Ein Wintergarten kostet im Durchschnitt zwischen 2.470 und 5.400 pro Quadratmeter.

3.900 € 5.400 € 2.470 €

Wie bereits erwähnt, unterscheidet man zwischen den sogenannten Warm- und Kaltwintergärten. Der Name lässt schon erahnen, worin der Unterschied besteht. 

Kaltwintergarten

Für einen Kaltwintergarten ist in der Regel weniger Aufwand nötig und somit gestalten sich die Kosten mit 600 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter auch deutlich geringer als bei einem Wohnwintergarten. Die Konstruktion eines Kaltwintergarten ist in der Regel relativ leicht, mit Einfachverglasung ausgestattet und weist somit nur geringe Isolationswerte auf. Daher wird ein Kaltwintergarten in manchen Fällen auch als unabhängiges Nebengebäude konzipiert oder an das Haus angebaut und dient nicht selten als Gebäudeverbindung und zusätzliche Abstellfläche, jedoch nicht zum Wohnen. Vor einer Außentür kann er als Pufferzone gerade bei älteren Immobilien dabei helfen, Heizkosten zu sparen. In den wärmeren Jahreszeiten kann er dennoch als gegen Regen und Sonnenlicht schützende Verweil-Fläche genutzt werden. 

Warmwintergarten

Ein Warm- oder auch Wohnwintergarten muss ganz andere Anforderungen erfüllen und das bedeutet am Ende auch deutlich höhere Kosten von 750 bis 1.700 Euro pro Quadratmeter. Er dient häufig als erweitertes Wohnzimmer und ist daher üblicherweise mit einer Heizung ausgestattet. Zusätzlich verfügt er über eine Doppel- oder Dreifachverglasung und isolierte Profile, welche eine gute Dämmung versprechen.  

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Für die Konstruktion eines Wintergartens kommen unterschiedliche Materialien infrage. Und diese wiederum verursachen stark variierende Kosten.

Trägerkonstruktion aus Kunststoff

Eine Trägerkonstruktion aus Kunststoff ist eine mittelpreisige Variante, für welche man mit Kosten von ungefähr 800 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter rechnen muss. Kunststoff besitzt den Vorteil, dass er über ein geringes Gewicht verfügt und äußerst pflegeleicht ist. Die nötige Stabilität wird dem Kunststoff durch einen inneren Stahlkern verliehen. Kunststoffkonstruktionen sind in verschiedenen Farben erhältlich, wodurch sie leicht in das Gesamtbild einer Immobilie zu integrieren sind. Häufig werden sie mit einem eigenen Schutz gegen Wetter und Licht ausgestattet. Der Wartungsaufwand für eine Kunststoffkonstruktion ist äußerst gering.

Trägerkonstruktion aus Holz

Holz ist ein natürlicher und beliebter Baustoff, verursacht allerdings auch höhere Kosten, welche sich bei einem Wintergarten zwischen 1.100 – 1.200 Euro pro Quadratmeter bewegen. Holz lässt sich leicht bearbeiten und bietet immer einen optischen Blickfang. Allerdings ist bei einer Holzkonstruktion der Wartungsaufwand recht hoch.

Trägerkonstruktion aus Alu

Aluminiumkonstruktionen kosten zwischen 1.600 und 1.700 Euro pro Quadratmeter. Sie sind nicht nur sehr leicht und gut zu bearbeiten, sondern zudem auch korrosionsfest und benötigen damit wenig bis gar keine Wartung und Pflege. Die Herstellung ist jedoch nicht sehr umweltfreundlich.

Trägerkonstruktion aus Stahl/Einfachglas

Diese Konstruktionen, welche mit 500 bis 600 Euro pro Quadratmeter besonders günstig ausfallen, sind zwar sehr stabil, dadurch aber auch schwer zu bearbeiten. Aufgrund ihrer Stabilität ermöglichen sie den Einsatz von sehr großen Fensterelementen. Stahl muss regelmäßig gepflegt werden, um Korrosion zu vermeiden. Aufgrund der Einfachverglasung eignet sich eine Trägerkonstruktion aus Stahl allerdings nur für den Kaltwintergarten.

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Je nach Konstruktion und Nutzung des Wintergartens kommen zu den Kosten für das Material und den Aufbau auch noch Betriebskosten hinzu. Dazu gehören:

Reinigungskosten

Die Höhe der Reinigungskosten ist abhängig davon, wie und womit Sie den Wintergarten reinigen und werden in Reinigungskosten für den Innen- und den Außenbereich unterteilt.

Reinigungskosten für den Innenbereich bewegen sich zwischen 80 und 110 Euro. Dazu können Sie eigentlich alle arbeite Arbeiten und Reinigungsmittel zählen, die für das Sauberhalten des Wintergartens benötigt werden. 

Für die Reinigung des Außenbereichs können Sie mit Kosten von 200 bis 270 Euro rechnen. Hier kommen oftmals zusätzlich Maschinen und Pflegemittel mit speziellen Eigenschaften zu Einsatz.  

Instandhaltungskosten

Auch die Instandhaltung eines Wintergartens sollte bei den Kosten berücksichtigt werden. Eine Instandhaltung ist wichtig um Energieverluste und somit steigende Kosten verhindern zu können. Dazu gehört zum Beispiel das Überprüfen von Dach- und Konstruktions-Versiegelungen, Gummidichtungen, Fugen im Mauerwerk und Ähnlichem. 

Heizkosten

Für einen Wohnwintergarten kommen aufgrund der integrierten Heizung auch laufende Heizkosten hinzu. Diese sind abhängig von der Heizungsart (Kamin, Heizkörper) und dem Heizmittel (Strom, Gas, Öl, Holz) und können somit sehr variabel ausfallen.

Stromkosten

Die Beleuchtung eines Wintergartens spielt eine Rolle bei den Kosten und sollte bei der Planung durchaus mit einkalkuliert werden.

Kosten für Bepflanzung

Auch die Ausstattung mit Pflanzen in und um den Wintergarten ist mit Kosten verbunden, welche mit in die Planung einfließen sollten.

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Neben den Kosten für den eigentlichen Wintergarten sowie dessen Ausstattung, Betrieb und Instandhaltung entstehen noch weitere Kosten, die unbedingt bei der Planung Beachtung finden sollten.

Baugenehmigung

In vielen Fällen benötigt man eine Baugenehmigung, wenn man einen Wintergarten bauen möchte. Die Regelungen sind allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und hängen auch von der Größe des Wintergartens ab. 

Wer einen Wintergartenbausatz erwirbt, bekommt in der Regel die notwendigen statischen Berechnungen kostenlos mitgeliefert. Ähnlich sieht es aus, wenn man sich seinen Wintergarten von einem Fachbetrieb aufbauen lässt. Baut man seinen Wintergarten komplett in Eigenregie, kann es vorkommen, dass solche Berechnungen eingereicht werden müssen. 

Die ganze Prozedur der Baugenehmigung kann Kosten von 400 bis 600 Euro verursachen.

Fundament

Ein Wintergarten braucht in jedem Fall ein Fundament, für welches Sie mit ungefähren Kosten von 1.200 bis 1.500 Euro rechnen können. Von der Art des Wintergartens unabhängig, funktioniert nur mit einem ordentlichen Fundament die Lastübertragung auf den Boden. Das Fundament muss letztendlich in der Lage sein, alle Kräfte, welche auf dein Wintergarten einwirken, abzufangen. Zusätzlich ist neben der Tragsicherheit auch der Frostschutz zu beachten. Es gibt verschiedene Fundamente, die für einen Wintergarten infrage kommen:

  • Fundamentplatten
  • Ringfundamente
  • Punktfundamente
  • Streifenfundamente

Für die Auswahl des richtigen Fundaments sind neben der Statik und der Frostsicherheit auch die Vorschriften des Energieeinspargesetzes (EnEG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten. 

Heizung

Je nachdem, für welches Heizsystem man sich entscheidet, entstehen auch hier mehr oder minder hohe Kosten. Bei der Planung sollte mit Kosten von 2.500 bis 5.000 Euro kalkuliert werden. Verwendet werden hier zum Beispiel Heizungen mit Wärmepumpe, Infrarotheizungen oder man entscheidet sich für das Einbinden in die vorhandene Öl- oder Gasheizung des Hauses. Auch ein Kamin wäre eine Alternative.

Belüftung

Da Wintergärten in der Regel über große Fensterflächen verfügen, ist ein gut funktionierendes Belüftungssystem von großer Bedeutung. Je nach System kommen dadurch noch einmal Kosten von 200 bis 2.000 Euro auf Sie zu. Dabei ist der Aufwand für das Belüftungssystem immer anhängig von der jeweiligen vorhandenen Beschattung des Wintergartens. Für eine Belüftung kommen unterschiedliche Varianten von Belüftungssystemen infrage:

  • natürliche Belüftung
  • motorische Belüftung
  • thermohydraulische Belüftung
  • Klimatisierung mit Geräten zum Heizen und Entfeuchten

Sicht- und Sonnenschutz

Vorhandene Licht- oder Sonnenschutzsysteme sind für die Beschattung des Wintergartens verantwortlich und können Kosten von 2.000 bis 3.500 Euro verursachen. Es wird zwischen der Außen- und Innenbeschattung unterschieden:

  • Außenbeschattung: Markisen, spezielle Sonnenschutzgläser, Jalousien, Rollläden
  • Innenbeschattung: Jalousien, Raffstore, Rollos, Verschattung im Glas

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