Sonderurlaub für den Umzug: Wann habe ich einen Anspruch?

Ein Umzug kann ganz schön stressig werden. Da würde der ein oder andere Tag Urlaub helfen – aber haben Sie Anspruch auf Sonderurlaub für Ihren Umzug?

Das Wichtigste in Kürze

  • Generell besteht kein Anspruch auf Sonderurlaub beim Umzug
  • Im Arbeitsvertrag sind Urlaubsregelungen enthalten
  • Bei einem berufsbedingten Urlaub kann Ihnen unter Umständen ein Urlaubstag gewährt werden

Wann bekommt man Sonderurlaub bei einem Umzug?

Dass man Sonderurlaub vom Arbeitgeber auch bei einem Umzug bekommt, ist ein hartnäckiges Gerücht.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub für den Umzug haben Sie tatsächlich nur, wenn …

  • der Urlaub betrieblich bedingt ist.
  • der Umzug dringend während der Arbeitszeit stattfinden muss.

Es ist auch möglich, dass Ihr Arbeitsvertrag eine entsprechende Urlaubsregelungen beinhaltet –  es kann also nicht schaden, dort einen Blick reinzuwerfen.

Was kostet mein Umzug?

Wie viele Tage stehen mir bei einem Umzug zu?

Sind Sie also gezwungen umzuziehen, weil Ihr Firmensitz verlagert wurde oder Sie in an einen anderen Standort versetzt wurden, kann Ihnen ein Tag Urlaub für den Umzug gewährt werden.

Liegt der neue Wohnort weit weg, können es in Ausnahmefällen auch zwei Urlaubstage sein.

Wann gibt es gesetzlichen Sonderurlaub?

Sonderurlaub steht Ihnen nur dann gesetzlich zu, wenn der Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen „unverschuldet und für verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ an seiner Arbeit gehindert wird.

Das betrifft zum Beispiel:

  • die Geburt des eigenen Kindes
  • eine Todesfall im engsten Kreis der Familie
  • die eigene Hochzeit

Wie bekomme ich trotzdem Urlaub für meinen Umzug?

Ein Umzug ohne Urlaub ist schwierig, das wissen auch Vorgesetzte. Sollten Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, suchen Sie rechtzeitig das Gespräch und lassen Sie sich auf eventuelle Kompromisse ein.

Hilfreich kann auch sein, Ihrem Chef Verschwiegenheit zuzusichern, damit der gewährte Sonderurlaub nicht die Runde macht.

Eine weitere Möglichkeit ist die unbezahlte Freistellung. Gesetzlich haben Sie auch darauf keinen Anspruch, aber sie lässt sich ebenfalls beim Arbeitgeber anfragen.

Sollten alle Wege scheitern, steht Ihnen auch in der Probezeit anteilig regulärer Urlaub zu –  für jeden Monat ein Zwölftel des Jahresurlaubs.

FAQ

Bezahlter Sonderurlaub wird laut Gesetz nur genehmigt, wenn der Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen „unverschuldet und für verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ an seiner Arbeit gehindert wird – das ist der Fall bei der Geburt des eigenen Kindes oder bei einem Todesfall im engsten Familienkreis. Ein Umzug gehört aber nicht dazu.

Rein rechtlich hat man beim Umzug keinen Anspruch auf einen freien Tag. Wer aus privaten Gründen umzieht sollte einen Blick in den Arbeitsvertrag, die Betriebsvereinbarung oder den geltenden Tarifvertrag werfen – möglicherweise ist dort eine entsprechende Regelung enthalten.

Für die Anzahl der Anträge gibt es keine Obergrenze. Für jeden Fall, in dem Ihnen Sonderurlaub zusteht, werden Sie auch Sonderurlaub erhalten.
Bei der Geburt eines Kindes, schweren Erkrankungen eines Angehörigen oder im Haushalt Lebenden, erhalten Arbeitnehmer mindestens einen Tag. Bei Todesfall des Ehepartners erhalten Arbeitnehmer mindestens zwei Tage Urlaub. Viele Arbeitnehmer entscheiden solche Dinge aber von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich.

Marilena Meyer

Redakteurin

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