Grundschuldbestellung: Wie ist der Ablauf?

Die Grundschuldbestellung ist ein wichtiger Schritt bei einem Hauskauf. Mit ihr werden Sie als Eigentümer im Grundbuch eingetragen und bekommen gleichzeitig Ihre Baufinanzierung von der Bank ausgezahlt.

Alles über den Ablauf und die Bestellung der Grundschuld erfahren Sie jetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Grundschuldbestellung stimmt der Eigentümer einer Immobilie zu, dass eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird
  • Erst bei Bestellung der Grundschuld zahlen Ihnen die Banken das Darlehen aus
  • Ca 4-6 Wochen kann die Bestellung dauern

Was ist eine Grundschuldbestellung?

Der Kreditgeber verlangt als Sicherheit bei der Baufinanzierung in aller Regel einen Grundbucheintrag. Durch diese sogenannte Grundschuld ist die Bank im Falle einer Zahlungsunfähigkeit abgesichert.
Normalerweise erfolgt die Bestellung der Grundschuld über den beauftragten Notar, welcher die entsprechenden Unterlagen an das Grundbuchamt schickt.

Die Kosten hierfür – also für die notarielle Beurkundung der Grundschuld – trägt der Eigentümer bzw. Käufer der Immobilie. Deshalb werden die Kosten auch zu den Kaufnebenkosten gerechnet.

Wie läuft eine Grundschuldbestellung ab?

Da viele Banken die Darlehenssumme erst nach Eintragung der Grundschuld auszahlen, empfehlen wir, die Bestellung der Grundschuld so schnell wie möglich zu veranlassen.

An dem Prozess der Grundschuldbestellung sind nicht nur Ihr Notar sondern auch die finanzierende Bank und Sie als Kreditnehmer und somit zukünftiger Eigentümer der Immobilie beteiligt.

Diese Schritte sind für die Bestellung der Grundschuld notwendig:

  • Das Grundschuldbestellungsformular wird an den Notar gesendet
    Dieser Schritt dient dazu, dass Ihre Bank Ihnen die gewünschte Baufinanzierung auszahlt und die Grundschuld im Grundbuch eingetragen werden kann. Damit das geschieht, erhalten Sie von Ihrem Kreditgeber das sogenannte Grundschuldbestellungsformular, welches alle wichtigen Daten, wie die die Höhe der Grundschuld und dem Nutzungszweck, enthält. Die Formulare senden Sie dann anschließend an den zuständigen Notar, welcher dann mit den Vorbereitungen beginnen kann.
  • Vereinbaren Sie den Beurkundungstermin bei Ihrem Notar
    Als nächsten Schritt vereinbaren Sie einen Beurkundungstermin für die Grundschuldbestellung bei Ihrem Notar. Oft wird dieser zusammen mit dem Termin für die Kaufvertragsunterzeichnung und der Eintragung der Auflassungsvormerkung zusammengelegt.
    Sie als Käufer unterschreiben dann die Grundschuldbestellungsurkunde, welche der Notar erstellt hat und erhalten noch eine Aufklärung über rechtliche Folgen der Zwangsvollstreckungsunterwerfung. Als Käufer erhalten Sie von dem Verkäufer noch eine Belastungsvollmacht, damit die Grundschuld eingetragen werden kann.
  • Der Notar reicht die Urkunde beim Grundbuchamt ein
    Ihr Notar wird nun als nächsten Schritt die Grundschuldbestellungsurkunde sowie die Belastungsvollmacht an das Grundbuchamt schicken und veranlasst so die Eintragung der Grundschuld in das Grundbuch der Immobilie. 3-6 Wochen später erhält der Notar eine Bestätigung vom Grundbuchamt über die Eintragung der Grundschuld.
  • Ihre Bank erhält eine Ausfertigung und aktualisiert den Grundbuchauszug
    Ihre Bank enthält anschließend eine Ausfertigung der Grundschuldbestellungsurkunde und einen aktualisierten Grundbuchauszug. Sie verfügt nun über die Bestätigung der Grundschuldbestellung und kann das Immobiliendarlehen an Sie auszahlen.

Was kostet eine Grundschuldbestellung?

Für die Grundschuldbestellung fallen nicht nur Notarkosten sondern auch Gebühren beim Grundbuchamt für die Eintragung der Grundschuld. Ca 0,8-1,0 Prozent des Kaufpreises sollten Sie hierfür einkalkulieren.

Als Basis zur Berechnung der Kosten dient die Gebührenordnung des Gerichts- und Notarkostengesetzes.

Was braucht der Notar für eine Grundschuldbestellung?

Um die Grundschuld bestellen zu können, benötigt der Notar das Grundschuldbestellungsformular, was ihm von der Bank zur Verfügung gestellt wird.

Dieses Formular sollte sowohl von Ihnen als auch von dem Verkäufer unterschrieben werden.

Wie lange dauert eine Grundschuldbestellung?

Gut 4-6 Wochen sollten Sie für die Grundschuldbestellung einkalkulieren.

Die Terminplanung übernimmt der Notar für Sie. Aufgrund seiner Erfahrung kann dieser gut einschätzen, wann die Zahlung des Kaufpreises ungefähr stattfinden wird.

Den Termin trägt er dann in dem Kaufvertrag ein.

Sollte es zwischen der Grundschuldbestellung und dem Fälligkeitstermin doch etwas knapp werden und Sie nicht länger auf die Bestätigung des Grundbuchamtes warten können, kann Ihnen eine Rangbescheinigung des Notars weiterhelfen.

In dieser wird der Bank gegenüber vom Notar versichert, dass einer erstrangigen Grundschuldbestellung nichts im Wege steht.

Vielen Banken genügt das als Nachweis und zahlen die Baufinanzierung deutlich früher aus. Der Notar wird Ihnen für diese Rangbescheinigung allerdings eine extra Gebühr berechnen.

FAQ

Eine Grundschuldbestellung findet normalerweise unmittelbar nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags statt. Die Banken zahlen das Darlehen erst aus, wenn die Grundschuld ins Grundbuch eingetragen ist. Das Grundschuldbestellungsformular der Bank ist auszufüllen und einen Notar zu konsultieren, der die Eintragung der Grundschuld ins Grundbuch veranlasst.
Die Grundschuldbestellung wird zu den Notarkosten und Grundbuchgebühren dazugerechnet. Für diese zahlen Sie im Normalfall 1,5 bis 2 % des Kaufpreises.
Die Grundschuld dient der Bank als Sicherung, falls Sie das geliehene Geld nicht zurückzahlen können. So kann die Bank im Falle der Zahlungsunfähigkeit die Zwangsvollstreckung des Objektes veranlassen. Erst nach der Grundschuldeintragung zahlen Banken die Darlehenssumme aus.
Für die Grundschuldbestellung sollten vier bis sechs Wochen einkalkuliert werden. Der Notartermin sollte deshalb spätestens einen Monat vor dem Fälligkeitstermin der Kaufsumme erfolgen.

Valentin Drießen

CEO

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