Wie funktioniert der Hausverkauf per Bieterverfahren?

Zum 1., zum 2., und zum 3… VERKAUFT!

Der Immobilienverkauf mit Hilfe des Bieterverfahrens erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Gerade Verkäufer erhoffen sich so einen höheren Preis für ihr Haus zu erzielen.

Was es zu beachten gibt und welche Vor- und Nachteile das Bieterverfahren mit sich bringt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bieterverfahren ist eine Alternative zum klassischen Immobilienverkauf. Die Höhe des Preises wird am Ende von den Interessenten bestimmt
  • Verkäufer sind nicht gezwungen, die Immobilie an den Höchstbietenden zu verkaufen
  • Bei einem Online-Bieterverfahren sehen die Interessenten jederzeit die Gebote ihrer Mitbewerber

Was ist das Bieterverfahren?

Das Bieterverfahren ist eine Alternative zum klassischen Immobilienverkauf. Wie hoch der Preis für die Immobilie am Ende ausfällt, wird hier von den Kaufinteressenten bestimmt.

Verwechslungsgefahr!

Das Bieterverfahren ist nicht mit einer Versteigerung gleichzusetzen.

Ähnlich wie bei einer Auktion können die potentiellen Käufer Gebote abgeben, die der Eigentümer annehmen oder ablehnen kann.

Durch eine große Anzahl an Interessenten entsteht so eine Wettbewerbssituation, die den Kaufpreis in die Höhe treiben kann.

Normalerweise gibt es im Vorfeld keinen vorgegebenen Mindestpreis, damit die Bieter Ihre Gebote unbeeinflusst abgeben können. Das Festlegen einer Untergrenze ist aber möglich.

Damit der Verkauf möglichst reibungslos über die Bühne gehen kann, bietet sich – genau wie bei einem normalen Verkauf-, die Unterstützung eines erfahrenen Immobilienmaklers an.

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Wie läuft das Bieterverfahren ab?

Um einen Eindruck zu bekommen, wie der Immobilienverkauf per Bieterverfahren abläuft, haben wir für eine Übersicht erstellt:

So läuft das Bieterverfahren ab:

  • Sie oder Ihr Immobilienmakler schalten eine Immobilienanzeige ohne einen Preis zu nennen.
  • Führen Sie den zentralen Besichtigungstermin durch
  • Die Interessenten geben innerhalb der gesetzten Frist ihre Gebote ab
  • Sie können das höchste Gebot annehmen und den Verkauf mit einem Notar durchführen

1. Immobilie inserieren

Entscheiden Sie sich für einen Verkauf per Bieterverfahren, wird die Immobilie zunächst mit einer normalen Anzeige inseriert.

Allerdings gibt es hier in der Regel keine feste Preisangabe in dem Exposé. Damit wird den Käufern kein Anhaltspunkt gegeben.

Sie müssen allerdings in der Anzeige darauf hinweisen, dass es sich um einen Verkauf mit Bieterverfahren handelt.

2. Besichtigungstermin

Im zweiten Schritt findet meist ein zentraler Besichtigungstermin statt, an dem alle Interessenten teilnehmen können. In Einzelfällen kann auch in Absprache mit dem Makler eine Einzelbesichtigung stattfinden.

3. Gebote werden abgegeben

Nach der Besichtigung können die potentiellen Käufer innerhalb einer von Ihnen beziehungsweise dem Makler gesetzten Frist ein Angebot für die Immobilie abgeben.

Das kann bei Online-Bieterverfahren auch im Internet sein.

4. Gebote annehmen oder ablehnen

Wenn Sie als Eigentümer mit dem höchsten Gebot zufrieden sind, können Sie dieses annehmen, dürfen es allerdings genauso gut ablehnen und weiter verhandeln.

5. Verkauf über den Notar

Akzeptieren Sie ein Gebot und besteht beim Bieter auch weiterhin eine Kaufbereitschaft, erfolgt der rechtskräftige Verkauf über einen Notar.

Was ist meine Immobilie wert?

Wie läuft das Online-Bieterverfahren ab?

Bei dem sogenannten Online-Bieterverfahren haben die Interessenten die Chance, Ihre Gebote auf einer Internetplattform abzugeben.

Dies geschieht in einem bestimmten Zeitfenster, in dem die Bieter sich auf der geschützten Plattform anmelden und innerhalb der Frist Ihre Gebote abgeben können.

Der Zeitraum beträgt in der Regel nur wenige Stunden.

Die Kaufinteressenten haben jederzeit die Möglichkeit, auf die Gebote der Mitbietenden zu reagieren. Sie sehen dabei stets das derzeitige Höchstgebot, weshalb das Online-Bieterverfahren als sehr transparent gilt.

So kann mithilfe des Verfahrens in nur kürzester Zeit ein sehr hoher Verkaufspreis zustande kommen.

Welche Vor- und Nachteile hat das Bieterverfahren für Verkäufer?

Zwar klingt das Bieterverfahren im ersten Moment unkompliziert und vielversprechend, dennoch bringt es seine Vor- und Nachteile mit sich.

Verkäufer sollten vorher also gut abwägen, ob sie sich für diese Methode des Hausverkaufs entscheiden.

Vorteile des Bieterverfahrens

  • Höheren Preis erzielen: Durch den Wettbewerb unter den einzelnen Bietern kann ein höherer Preis für die Immobilie erzielt werden, als bei einem regulären Verkauf
  • Kurzer Verkaufsprozess: Im Gegensatz zu einem normalen Verkauf, ist der Verkaufsprozess beim Bieterverfahren um einiges kürzer
  • Überschreitung des Marktwertes: Kann der Marktwert nur schwer bestimmt werden, ist eine Preisfindung durch das Bieterverfahren eine gute Möglichkeit. Gleichzeitig kann der Marktwert unter den Wettbewerbern auch deutlich überschritten werden.
  • Kein Risiko: Der Verkäufer ist beim Bieterverfahren nicht dazu verpflichtet, sein Haus am Ende auch wirklich zu verkaufen
  • Keine langwierigen Verhandlungen: Beim Bieterverfahren kommt es nicht zu Preisverhandlungen

Nachteile des Bieterverfahrens

  • Kein Verkauf: Nur weil ein Interessent ein Gebot abgegeben hat, ist dieser nicht gleich zum Kauf verpflichtet. Besonders bei unbeliebten Immobilien kann es passieren, dass der Höchstbietende nachträglich vom Kauf abspringt. Erst mit der Unterschreibung des Kaufvertrags beim Notar ist der Kauf bindend
  • Zu niedriger Startpreis: Wird der Startpreis zu niedrig angesetzt, kann es passieren, dass die Immobilie unter Wert verkauft wird
  • Potentielle Interessenten werden abgeschreckt: Manch einer lässt sich von einem Bieterverfahren abschrecken, obwohl er eigentlich Interesse an der Immobilie hat
  • Sammelbesichtigung: Bei den Sammelbesichtigungen vor der Versteigerung sehen die Interessenten genau, wie begehrt die Immobilie wirklich ist. Zu viele Konkurrenten sind abschreckend und das Gefühl keine Kaufchance zu haben, könnte aufkommen. Sind zu wenig Interessenten da, könnte Misstrauen gegenüber dem Objekt aufkommen

Was ist der Unterschied zwischen Bieterverfahren und Auktionen?

Der wohl größte Unterschied zwischen dem Bieterverfahren und der Auktion liegt in der Verbindlichkeit.

Während man bei einem Immobilienverkauf per Bieterverfahren als Eigentümer nicht gezwungen ist, das Gebot anzunehmen und sein Haus zu verkaufen, sind die Gebote bei einer Auktion rechtlich bindend.

Entspricht der Preis, den eine Immobilie bei einer Auktion erreicht hat, nicht den Vorstellungen des Verkäufers, muss dieser trotz dessen verkaufen.

Gleiches gilt jedoch auch für die Interessenten

Bieten diese beim Bieterverfahren mit, überlegen es sich hinterher aber anders, müssen sie das Haus nicht kaufen.

Bei einer Auktion schon: Dort sind sie verpflichtet das angebotene Haus zu kaufen, wenn Sie das höchste Gebot abgegeben haben.

Überlegen Sie sich deshalb vorher genau, auf welchem Wege Sie Ihr Haus verkaufen möchten.

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FAQ

Das Bieterverfahren bietet sich als eine lohnende Alternative zum normalen Immobilienverkauf an.

Unter Umständen lässt sich damit ein höherer Preis erzielen. Allerdings lohnt sich ein solches Verfahren nicht immer, denn wie hoch der Preis für die Immobilie am Ende ist, wird hier von den Kaufinteressenten bestimmt.

Beim Bieterverfahren kann der Kaufinteressent sein Angebot bis zum Vertragsabschluss jederzeit zurücknehmen.

Das passiert häufig, wenn der Bieter unter Zeitdruck ein höheres Gebot abgegeben hat, als es ihm sein Kontostand erlaubt. Rechtlich bindend ist erst der notariell beglaubigte Kaufvertrag.

Bei dem Bieterverfahren können die potentiellen Käufer, ähnlich wie bei einer Auktion, Gebote abgeben. Diese kann der Eigentümer annehmen oder ablehnen.

Damit das Verfahren möglichst reibungslos verläuft, bietet sich genauso wie bei einem normalen Verkauf die Unterstützung eines erfahrenen Immobilienmaklers an.

Jenny Häusler

Redakteurin

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