Kann ich mein Haus ohne Makler verkaufen?

Sie selbst sind der Profi - so gelingt der Hausverkauf privat

Marilena Meyer
Der Hausverkauf ohne Makler ist zeitintensiv

Die wohl am häufigsten gestellte Frage, wenn es um den Hausverkauf geht: Brauche ich einen Makler?

Anders gefragt: Haben Sie Zeit und Lust, sich um die Erstellung von Inseraten und die Koordination von Besichtigungsterminen zu kümmern? Was ist mit der Beschaffung aller Dokumente? Woher weiß ich, was meine Immobilie wert ist und wie führt man erfolgreich Preisverhandlungen?

Was bei einem privaten Hausverkauf alles auf Sie zukommt und wie Sie ihn auch ohne Makler erfolgreich durchführen, erklären wir Ihnen jetzt!

Unsere kostenlose Checkliste hilft Ihnen zusätzlich beim Hausverkauf den Überblick zu behalten!

Entscheidungshilfe: Mit oder ohne Makler verkaufen?

Ein Immobilienverkauf ist eine komplexe Angelegenheit, die leicht unterschätzt wird.

Eigentümern unterlaufen häufig Fehler, die sich durch den gesamten Verkaufsprozess ziehen. Ein Makler ist eine große Unterstützung.

Der große Vorteil eines Hausverkaufs ohne Makler ist, dass keine Provision bezahlt werden muss.

Bedenken Sie jedoch: Die Courtage erarbeitet sich der Makler meist von ganz allein – durch eine gute Verkaufsstrategie und viel Verhandlungsgeschick.

Mit oder ohne Makler?

Um eine Entscheidung treffen zu können, sollten wir uns zunächst die Vor- und Nachteile eines privaten Hausverkaufs an:

Vorteile privater Hausverkauf Nachteile privater Hausverkauf
Sie sparen die Maklerprovision Sie tragen die Kosten für die Vermarktung selbst
Keine Abstimmung mit dem Makler notwendig Großer Zeitaufwand
Mehr Spielraum bei der Preisverhandlung, da Sie die Maklergebühren nicht einplanen müssen Das Risiko, die Immobilie unter Wert zu verkaufen ist deutlich größer
Der Makler verfügt meist über eine große Kundenkartei mit potentiellen Käufern und findet in der Regel schneller Interessenten für Ihr Objekt

Wenn Sie selbst Immobilien-Experte sind, eine gute Übersicht über den Markt haben und viel Zeit mitbringen, kann ein privater Verkauf eine sinnvolle Alternative sein.

Für alle anderen ist es empfehlenswert, sich die Expertise eines Maklers mit ins Boot zu holen.

MAKLER FINDEN

Top-Makler aus Ihrer Region

Loading...

Schritt für Schritt: So gelingt der Hausverkauf ohne Makler

Ein Haus zu verkaufen bedeutet eine Menge Aufwand: Der Makler übernimmt den gesamten Verkaufsprozess, von der ersten Begutachtung bis zur Übergabe der Immobilie bei Verkaufsabschluss.

Damit auch der private Hausverkauf zum Erfolg wird, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Aufgaben auf Sie zukommen.

01.
Immobilie bewerten

Eine realistische Einschätzung des Marktwertes ist die Basis jedes erfolgreichen Immobilienverkaufs. Wer von Beginn an einen deutlich zu hohen Preis fordert, verzögert den Verkaufsprozess oft um viele Monate oder sogar Jahre und erhält am Ende oft einen Erlös, der unter dem eigentlichen Marktwert liegt.

02.
Unterlagen beschaffen

Für den Hausverkauf benötigen Sie eine Menge Unterlagen. Diese sind bei verschiedenen Ämtern zu beziehen und teilweise kostenpflichtig.

03.
Immobilie vorbereiten

Um den bestmöglichen Preis für Ihre Immobilie zu erzielen, sollten Sie Ihre Immobilie rechtzeitig auf Vordermann bringen. Erledigen Sie daher vorher noch kleinere Reparaturarbeiten, wie zum Beispiel das Fixieren einer losen Fußleiste.

04.
Verkaufsstrategie festlegen

Welche Strategie zu Ihnen passt, hängt von der Immobilie selbst und Ihrem Wunschpreis ab. Außerdem ist wichtig, wie viel Zeit Sie sich für den Verkauf nehmen wollen.

05.
Immobilie vermarkten

Überlegen Sie, welche Zielgruppe Sie bedienen und auf wo Sie Ihre Immobilie inserieren wollen.

06.
Besichtigungstermine durchführen

Koordinieren Sie die Anfragen der Interessenten und vereinbaren Sie Besichtigungstermine. Bereiten Sie sich am besten auf mögliche Fragen der Kaufinteressenten vor.

07.
Preisverhandlungen führen

Jetzt kommt es auf Ihr Verhandlungsgeschick an. Das häufigste Argument für die Verhandlungen ist der Zustand der Immobilie – der andere große Preisfaktor, die Lage, ist schließlich schon vor der Besichtigung bekannt.

08.
Bonität der Käufer prüfen

Nicht selten platzt im letzten Moment der Hausverkauf, weil der Käufer den Preis nicht zahlen kann. Überprüfen Sie in jedem Fall die Bonität des Interessenten.

09.
Notartermin und Kaufvertrag aufsetzen

Für das Aufsetzen des Kaufvertrags ist der Notar zuständig. Vereinbaren Sie mit ihm und Ihrem Käufer einen Termin für den finalen Kaufabschluss.

10.
Immobilie übergeben

Übergeben Sie alle erforderlichen Dokumente und alle Schlüssel. Fertigen Sie außerdem ein Übergabeprotokoll an.

Was ist der richtige Zeitpunkt für den Verkauf?

Der Zeitpunkt für Ihren Immobilienverkauf sollte gut durchdacht sein. Denken Sie dabei unbedingt über Ihre Beweggründe nach.

Möchten Sie die attraktive Marktlage nutzen und den bestmöglichen Preis erzielen? Ist jetzt der richtige Moment gekommen oder werden die Preise in Ihrer Region noch steigen?

Haben Sie finanzielle Probleme und müssen das Haus so schnell wie möglich verkaufen? Welche Verkaufsstrategie ist in diesem Fall die beste?

Neben Ihrer eigenen Motivation sollten Sie auch saisonale Zeiträume berücksichtigen:

“Um Weihnachten herum wird sich Ihr Haus vermutlich schlechter verkaufen, als im Frühjahr.”
Hausfrage-Rechner Wie viel ist Ihre
Immobilie wert?

100% kostenlos berechnen:

Wie kann ich den Wert meiner Immobilie ermitteln?

Sie wollen Ihr Haus wahrscheinlich nicht unter Wert verkaufen, oder? Und genau deshalb sollten Sie den richtigen Wert für Ihre Immobilie ermitteln.

Ein guter Überblick über den aktuellen Markt ist hierfür unabdingbar!

Setzen Sie den Preis keinesfalls zu niedrig an, um unnötige Verluste zu vermeiden. Doch Vorsicht vor zu hohen Preisen! Diese können potentielle Käufer abschrecken.

Sie fühlen sich unsicher? Dann sollten Sie sich einen Fachmann für die Preisermittlung dazu holen. Das kann ein Immobilienmakler oder ein Gutachter sein.

Immobilienbewertung durch einen Gutachter

Wer es ganz genau wissen möchte, kann auch ein Wertgutachten von einem Sachverständigen durchführen lassen.

Hierbei reicht in der Regel ein Kurzgutachten aus. Allerdings hat das auch seinen Preis:

Kurzgutachten kosten zwischen 100 und 500 Euro.

Immobilienbewertung durch einen Makler

Die Wertermittlung durch einen Immobilienmakler ist in der Regel kostenlos.

Das hat einen einfachen Grund: Der Makler erhofft sich durch die Bewertung natürlich den Auftrag zum Verkauf Ihres Hauses zu erhalten.

Aber keine Sorge: Diesen müssen Sie ihm aber keineswegs erteilen!

Tipp: Nutzen Sie unseren kostenlosen Online-Vergleich, um einen passenden Makler in Ihrer Region zu finden.

So funktioniert der Hausfrage Makervergleich:
01.
Immobilie beschreiben

Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrer Immobilie. Zum Beispiel: Objektart, Baujahr und Adresse. So können wir den besten Makler für Sie ermitteln.

02.
Anfrage absenden

Anhand Ihrer Beschreibung finden wir passende Immobilienmakler in Ihrer Nähe.

03.
Passenden Makler finden

Per Mail erhalten Sie bis zu 3 zertifizierte Makler, die sich optimal mit dem Immobilienverkauf in Ihrer Region auskennen. Zusätzlich erhalten Sie eine erste Werteinschätzung Ihrer Immobilie. Natürlich 100% kostenlos und unverbindlich.

Welche Dokumente benötige ich?

Ja, ein Hausverkauf ist mit einer ganzen Menge Papierkram verbunden. In der Regel kümmert sich ein Immobilienmakler darum.

Sie verkaufen Ihr Haus privat?

Dann hilft Ihnen unsere Checkliste mit allen Unterlagen zum Hausverkauf:

Unterlagen Beschaffung
Grundrisse vom Haus Architekt oder Bauamt
Lageplan/Flurplan des Grundstücks Katasteramt
Exposé bzw. Angaben zum Haus (Wohnfläche, Grundstücksfläche, Baujahr etc.) Selbst erstellen oder Makler beauftragen
Baugenehmigung, Bauzeichnungen (wenn verfügbar) Bauamt
Bebauungsplan Katasteramt
Grundbuchauszug Grundbuchamt oder Notar
Aktuelle Auszüge aus Baulastenverzeichnis und Altlastenverzeichnis Bauamt
Energieausweis Energieberater
Versicherungsunterlagen Versicherung
Grundsteuerbescheid Finanzamt
Nebenkostenabrechnung/Auflistung der laufenden Kosten Selbst erstellen
Auflistung der letzten Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen Selbst erstellen
Mängelliste Selbst erstellen oder Makler/Sachverständigen beauftragen
Eventuell Hauswertgutachten Gutachter, Sachverständiger oder Makler

Laden Sie sich jetzt kostenlos unsere Checkliste als PDF mit allen Unterlagen zum Hausverkauf herunter

Unterlagen Hausverkauf

Hier kostenlos herunterladen

Wie bereite ich meine Immobilie für den Verkauf vor?

Natürlich möchte jeder seine Immobilie zu einem bestmöglichen Preis verkaufen.

Der Zustand der Immobilie ist ein wichtiger Faktor bei der Preisverhandlung.

Daher sollten Sie Ihre Immobilie rechtzeitig auf Vordermann bringen.

Damit sich der Aufwand auch lohnt, sollten Sie jedoch genau überlegen:

Was sind einfache und wertsteigernde Arbeiten?

Gehen Sie ganz in Ruhe durch jeden Raum: Sind alle Fußleisten fest? Funktionieren die Glühbirnen? Sind die Lichtschalter sauber?

Machen Sie eine Bestandsaufnahme und halten Sie alle “Kleinigkeiten” schriftlich fest. Mit jeder erledigten Kleinreparatur steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie.

Wertsteigernde Arbeiten:
  • Wasserdichtungen austauschen

  • Lichtschalter reinigen

  • Glühbirnen auswechseln

  • Fußbodenleisten fixieren

  • Wände streichen

  • Griffe fixieren

  • Fugen reinigen

  • Teppich reinigen

  • Parkett pflegen

  • Staub wischen

  • Spinnweben entfernen

  • Ausmisten und aufräumen

Wie erstelle ich ein Exposé?

Das Immobilienexposé ist das Aushängeschild Ihrer Immobilie. Neben ansprechenden Fotos sollte es noch die wichtigsten Informationen wie Lage, Alter und Größe enthalten.

Auch Angaben aus dem Energieausweis dürfen nicht fehlen.

Am besten beantworten Sie folgende Fragen für das Exposé:
  • Was soll die Immobilie kosten?

  • Wie hoch sind die Nebenkosten?

  • Wie groß ist die Wohnfläche?

  • Wie viele Zimmer hat die Immobilie?

  • Wie viele Badezimmer gibt es?

  • Gibt es einen Keller?

  • Gibt es einen Balkon oder eine Terrasse?

  • Wie groß ist das Grundstück?

  • Gibt es einen Stellplatz?

  • Welche Art von Stellplatz gehört zur Immobilie?

  • Um welche Art von Immobilie handelt es sich?

  • Wann wurde die Immobilie erbaut?

  • Wie ist der Zustand der Immobilie?

  • Was steht im Energieausweis?

  • Ist die Immobilie vermietet?

  • Ab wann ist die Immobilie bezugsfrei?

Schalten Sie die Anzeige auf verschiedenen Portalen

Haben Sie alle wichtigen Informationen zusammen und das Exposé ist erstellt?

Dann können Sie nun die Anzeige für den Verkauf schalten.

Das geht am besten auf den gängigen Portalen im Internet – wie beispielsweise ImmoScout24 oder immowelt – und in Tageszeitungen.

Auf Ebay-Kleinanzeigen können Sie Ihre Immobilie ebenfalls inserieren.

Wie führe ich Besichtigungstermine durch?

Ist Ihre Anzeige einmal online, werden Sie früher oder später Anfragen für Besichtigungstermine oder weitere Fragen zu Ihrem Objekt von möglichen Interessenten bekommen.

Halten Sie die nötigen Informationen bereit, um zügig auf die Anfragen zu reagieren.

Für die Besichtigung vereinbaren Sie die Termine mit den Interessenten.

Sie wohnen weiter weg?

Dann sollten Sie sich einen Aufenthalt in der Nähe Ihrer Immobilie organisieren. Ein weiterer Aufwand, den Sie bedenken sollten – und den Ihnen ein Makler abnehmen könnte.

Das sind die häufigsten Fragen von Kaufinteressenten:

  • Hat sich der Stadtteil / die nähere Umgebung in den letzten Jahren verändert?
  • Wie ist die unmittelbare Nachbarschaftsstruktur?
  • Welche Einkaufsmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es Grünflächen in der Nähe (Parks, Seen, Wälder)?
  • Welche Freizeit- und Kulturangebote gibt es in der näheren Umgebung (Kino, Theater, Schwimmbäder, Spielplätze, Sportanlagen etc.)?
  • Wie weit entfernt sind die nächsten Schulen und Kindergärten?
  • Gibt es einen Schulbus?
  • Wie ist die medizinische Versorgung in der Gegend (Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Notfalldienste)?
  • Wie sind die Parkmöglichkeiten in der Umgebung?
  • Wo sind die nächsten öffentlichen Verkehrsmittel?
  • Wie ist die Verkehrsanbindung (Autobahn, Bahnhof, Flughafen etc.)
  • Gibt es Lärmbelästigung durch Straßenverkehr, Großveranstaltungen, Industrie etc.?
  • Wie groß ist das Grundstück?
  • Wie ist die Ausrichtung / Wo geht die Sonne auf?
  • Wie ist das Grundstück von den benachbarten abgetrennt?
  • Welche Vorgaben macht der Bebauungsplan?
  • Müssen noch Anschlüsse gelegt werden (Strom, Telefon, Straßenanbindung etc.)?
  • Gibt es Grundbuch- und Baulasten?
  • Gibt es sonstige Einschränkungen durch Dritte (Nutzungsrechte etc.)?
  • Ist das Grundstück teilbar?
  • Wann wurde das Haus gebaut?
  • Welches Material wurde verbaut?
  • Wie groß ist die Wohnfläche und Nutzfläche?
  • Wie groß sind die einzelnen Räume?
  • Wie ist die Ausstattung des Hauses (Bodenbeläge, Heizungsanlage, Wand- und Deckenverkleidungen, Einbauten etc.)?
  • Gibt oder gab es Probleme mit der Bausubstanz oder sonstige Mängel?
  • Gab es in der Vergangenheit Feuchtigkeitsprobleme und Schimmelbefall?
  • Wann wurde zum letzten Mal saniert?
  • Welche Reparaturen und Modernisierungen wurden durchgeführt?
  • In welchem Zustand sind Dach und Keller?
  • Wie ist die Schallbelästigung im Haus und über die Stockwerke?
  • Wurde im Haus geraucht?
  • Wurde die Immobilie durchgängig bewohnt?
  • Eignet sich das Haus zur Untervermietung (separate Eingänge)?
  • Ist die Elektroinstallation auf einem modernen Stand?
  • Wie hoch sind die Betriebskosten?
  • Gibt es eine schnelle Internetanbindung?
  • Wo im Haus verlaufen Kabel, Leitungen und Rohre?
  • Wurden Maßnahmen zum Einbruchschutz ergriffen?
  • Ist das Gebäude barrierefrei?
  • Steht das Haus oder Teile davon unter Denkmalschutz?
  • Welche Um- und Anbauten sind möglich? Gibt es gesetzliche Einschränkungen (Bebauungsplan)?
  • Welche Wände sind tragend?
  • Kann das Dach / der Keller ausgebaut werden?
  • Ist ein Energieausweis vorhanden?
  • Sind Wände und Decken gedämmt?
  • Wie wird geheizt?
  • Wie alt ist die Heizungsanlage?
  • Wie wird Warmwasser erzeugt?
  • Sind Wärmebrücken an den Fenstern bekannt?
  • Wie sind die Verbrauchszahlen der letzten Jahre?
  • Welche energetischen Maßnahmen wurden durchgeführt?
  • Gibt es weitere Interessenten?
  • Bis wann muss eine Entscheidung getroffen werden?
  • Wie lange steht die Immobilie schon zum Verkauf?
  • Warum soll verkauft werden?
  • Können Möbel und Inventar übernommen werden?
  • Wie hoch sind die Mieteinnahmen?
  • Wie lange wohnen die Mieter schon in der Immobilie?
  • Sind die Mieter zuverlässig? Gab es Probleme mit der Mietzahlung?
  • Sind die Mieter ordentlich und ruhig?
  • Ist eine Kündigung wegen Eigenbedarf möglich?

Wie führe ich Preisverhandlungen durch?

Ist der passende Interessent gefunden, kommt es zu der Preisverhandlung.

Das häufigste Argument für die Verhandlungen ist der Zustand der Immobilie – der andere große Preisfaktor, die Lage, ist schließlich schon vor der Besichtigung bekannt.

Müsste der neue Besitzer nach dem Kauf noch einen unerwartet hohen Geldbetrag in die Renovierung investieren, ist es durchaus gerechtfertigt, dies in einem Verkaufsgespräch einzubringen.

Tipp Kostenvoranschlag

Sollten Renovierungsmaßnahmen erforderlich sein, lassen Sie sich von einem Handwerker einen Kostenvoranschlag erstellen. So können Sie mit realistischen Zahlen in die Verhandlung gehen.

Übrigens: Immobilienmakler kämpfen häufig mit dem Vorurteil, schmierige Verkäufer zu sein. Spätestens an dieser Stelle macht sich sein Verhandlungsgeschick jedoch bezahlt.

Ein guter Immobilienmakler ist auch immer ein wahrer Verkäufer und beweist großes Geschick bei Preisverhandlungen.

Da die Maklerprovision an den Verkaufspreis gebunden ist, ist auch der Makler an dem höchstmöglichen Erlös interessiert.

Hinweis Mietobjekte

Bei vermieteten Immobilien können (den Käufer einschränkende) Details des Mietvertrags ebenfalls ein Argument sein.

Wie läuft der Notartermin ab?

Für das Aufsetzen des Kaufvertrags ist der Notar zuständig. Hierzu vereinbaren Sie mehrere Termine. In der Regel sucht der Käufer den Notar aus.

Der Ablauf sieht so aus:
01.
Vorbereitungen für den Kaufvertrag

Bei einem ersten Termin wird der Notar zunächst Ihre und die Personalien des potentiellen Käufers aufnehmen. Außerdem beantwortet er rechtliche Fragen, überprüft das Grundbuch und arbeitet dann den Kaufvertrag aus.

02.
Entwurf für den Kaufvertrag

Den Entwurf für den Kaufvertrag sendet der Notar beiden Parteien mindestens 14 Tage vor der offiziellen Beurkundung zu. So haben Sie ausreichend Zeit, alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

03.
Vertragsunterschrift

Im letzten Schritt vereinbaren Sie den Termin zur Vertragsunterschrift. Hier wird der Notar den Vertrag Klausel für Klausel vorlesen.Natürlich können Sie jederzeit nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Ist alles verständlich und korrekt, wird es Zeit für die Unterschrift.

04.
Beglaubigte Kopie des Kaufvertrags

Gut eine Woche, nachdem Sie den Kaufvertrag unterzeichnet haben, bekommen Sie und auch der Verkäufer eine beglaubigte Abschrift des Vertrags zugeschickt.

05.
Antrag auf Umschreibung des Eigentums

Nachdem Sie den Kaufpreis erhalten haben, folgt der Antrag auf Umschreibung des Eigentums durch den Notar beim Grundbuchamt.

06.
Eintrag ins Grundbuch

In den letzten 5 bis 12 Monaten nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgt der Eintrag in das Grundbuch. Darüber wird der Notar Sie durch eine Eintragungsnachricht informieren.

Wie läuft die Übergabe ab?

Bei der Übergabe darf eines nicht fehlen: Das Hausübergabeprotokoll.

Dieses sollten Sie in jedem Fall anfertigen. Das schützt Sie und auch den Käufer und bewahrt beide Parteien im Nachhinein vor Missverständnissen.

Und wann übergebe ich die Schlüssel?

Die finale Schlüsselübergabe erfolgt dann bei der Übergabe der Immobilie.

Kann der Käufer den Preis auch wirklich zahlen?

Vergessen Sie auf keinen Fall, die Bonität zu überprüfen!

Die Immobilie sollten Sie erst übergeben, wenn der Kaufpreis vollständig auf Ihr Konto eingegangen ist.

Nochmal: Auf keinen Fall davor!

Welche Kosten fallen beim Hausverkauf ohne Makler an?

Ein Hausverkauf ohne Makler ist nicht kostenlos. Sie sparen zwar die Maklerprovision, trotzdem kommen noch einige Nebenkosten auf Sie zu.

Dokumente, wie der Grundbuchauszug oder auch ein professionelles Wertgutachten kosten eine Gebühr.

Auch kleinere Renovierungsarbeiten, die Schaltung Ihrer Anzeige oder professionelle Fotos Ihrer Immobilie für das Exposé, zählen zu den Kosten.

Bedenken Sie auch, dass Sie die An- und Abreise bezahlen müssen, wenn Sie nicht in der Nähe der Immobilie wohnen.

Diese Kosten kommen auf Sie zu:

Beispielrechnung: Kosten beim Hausverkauf

Angenommen, eine Immobilie mit einem Verkaufspreis von 380.000 Euro wird ohne Makler innerhalb der Spekulationsfrist mit einer vorzeitigen Kreditablösung verkauft.

Dabei entstehen folgende Kosten:

Kostenpunkt Betrag
Energieausweis 70 Euro
Wertgutachten (Kurzgutachten) 500 Euro
Löschung der Grundschuld 760 Euro
Renovierungsarbeiten 900 Euro
Inserate 500 Euro
Gesamt 2.730 Euro

Bei einem Hausverkauf mit Makler sind die Kosten für die Kosten für das Gutachten und die Vermarktung der Immobilie bereits in der Maklerprovision enthalten.

Zudem sparen Sie mit der Beauftragung eines Immobilienmaklers Zeit und Nerven und erzielen in den meisten Fällen einen höheren Kaufpreis. Dadurch macht sich die Arbeit des Maklers schnell bezahlt.

“Der größte finanzielle Verlust macht sich in schlechten Preisverhandlungen bemerkbar.”

Checkliste: Hausverkauf ohne Makler

Sind Sie noch immer unsicher, ob Sie Ihre Immobilie mit oder ohne Makler verkaufen sollen, kann Ihnen unsere Checkliste helfen.

Gehen Sie die folgenden Fragen durch und finden Sie heraus, ob Sie bereit sind, Ihre Immobilie in Eigenregie zu verkaufen.

Sind Sie bereit für den Verkauf ohne Makler?
  • Haben Sie ausreichend Zeit, sich intensiv mit dem Hausverkauf zu beschäftigen?

  • Wohnen Sie in der Nähe der Immobilie?

  • Können Sie den aktuellen Wert Ihrer Immobilie realistisch einschätzen?

  • Kennen Sie den Immobilienmarkt oder haben bereits Erfahrung mit dem Verkauf von Immobilien?

  • Können Sie den idealen Verkaufszeitpunkt bestimmen?

  • Kennen Sie alle rechtlichen Grundlagen beim Hausverkauf?

  • Sind Sie in der Lage, ein ansprechendes Exposé zu erstellen?

  • Wissen Sie, wie Sie Ihre Immobilie bestmöglich vermarkten können?

  • Kennen Sie die Zielgruppe Ihrer Immobilie?

  • Haben Sie ausreichend Zeit, die Besichtigungstermine zu koordinieren und können alle Fragen der Interessenten beantworten?

  • Fühlen Sie sich dazu in der Lage, den richtigen Käufer für Ihre Immobilie auszuwählen?

  • Sind Sie sicher genug, um in Preisverhandlungen den bestmöglichen Preis durchzusetzen?

Checkliste Immobilienverkauf

Hier kostenlos herunterladen

Hat Ihnen der Artikel gefallen?

345 Bewertungen

Stern Stern Stern Stern Stern
Weiterlesen

Ähnliche Artikel